Majas langer und tränenreicher Weg aus dem Missbrauchs-Trauma zu einem neuen, lebendigen Ich

Vor einem Jahr sorgte Annett Leander mit ihrer wütenden Kindheitserinnerung „Umarme mich – aber fass‘ mich bloß nicht an“ im Einbuch Verlag für richtig Aufmerksamkeit. Das Thema hatte es ja in sich: Missbrauch in der Familie. Doch sexueller Missbrauch findet nicht nur in von Alkohol gezeichneten prekären Familienverhältnissen statt. Und die Folgen sind immer heftig.
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Darüber schreibt in diesem Buch die Österreicherin Maja Marlen Hope. Bei ihr steht freilich die schwere, zermürbende Aufarbeitung des Traumas im Vordergrund. Denn sie gehört wohl zur Mehrheit der Betroffenen, die die frühen, traumatischen Erlebnisse lange verdrängt haben, abgekapselt irgendwo im Unterbewussten, weit weg von ihrem Leben, das sie augenscheinlich mit viel Erfolg, Leistungs- und Abenteuerlust verbringen. Bis zu dem Moment, an dem sich der Körper selbst zu Wort meldet und einfach streikt. Denn das auf Hochtouren gebrachte Leben mit einem enormen Arbeits- und Leistungspensum, das so gut zu unseren heutigen Vorstellungen von dem passt, was wir glauben aus unserem Leben machen zu müssen, entpuppt sich auf einmal als etwas, was auch Maja Marlen Hope so nicht gedacht hätte: als regelrechte Flucht nicht nur vor den bedrückenden Erinnerungen, sondern auch vor ihren eigenen Gefühlen.

Als gar nichts mehr geht, entschließt sie sich, zurückzukehren in ihre Heimatstadt und sich den eigenen Verletzungen zu stellen, therapeutisch Hilfe zu suchen und vor allem den Onkel, der ihr das angetan hat, vor Gericht zu bringen – freilich nicht ahnend, dass nicht nur Menschen zum Verdrängen von Dingen neigen, die sie nicht wahr haben wollen, sondern auch ganze Apparate. So wird ihre Begegnung mit der Justiz tatsächlich zu einer Wiederholung des Traumas und zur Begegnung mit Männern, die all ihre Macht darauf verwenden, Opfern das Geschehene ausreden und Täter vor jeder möglichen Strafe schützen zu wollen. Dass sich der österreichische Staat genauso verhält und am Ende jede Unterstützung mit fadenscheinigen Argumenten versagt, spricht für sich.

Würde Maja nicht im Verlauf ihrer langen quälenden Reise zu sich selbst auch Menschen kennenlernen, die ihr trotzdem in den schwärzesten Stunden beistehen, sie hätte die Tortur wohl nicht durchgestanden. Denn für die Opfer eines Missbrauchs ist die Aufarbeitung immer eine Tortur. Sie brauchen dabei nicht nur professionelle Begleitung, die tief vergrabenen Erlebnisse und Verletzungen aufzuarbeiten. Sie brauchen auch Menschen, die in den Stunden und Tagen danach bereit sind, ihnen Halt und Trost zu geben. Denn was da erweckt wird, sind natürlich die unverhüllten, jahrelang ignorierten Gefühle des verletzten Kindes.

Das eben nicht nur körperlich verletzt wurde, sondern in seinem tiefsten Vertrauen missbraucht wurde. Es ist nicht nur bei Maja so: Die meisten Missbräuche geschehen im engsten Familienkreis und durch Personen, die für die Kinder und Jugendlichen eigentlich Vertrauenspersonen sind, geliebte und oft sogar angehimmelte Familienmitglieder. In diesem Fall der Onkel, der zudem die Fähigkeit besitzt, Menschen, mit denen er zu tun hat, zu manipulieren. Dass Maja das Erlebte so lange verdrängen konnte, hatte auch mit der Drohung des Onkels zu tun, sie dürfe niemals darüber reden. Aber auch mit dem schäbigsten aller Momente, als er das Mädchen mit Beginn der Pubertät regelrecht erniedrigte und wegschickte mit der Behauptung, jetzt gefiele sie ihm nicht mehr.

Zu einem Gerichtsprozess gegen den Mann ist es nicht gekommen. Der zuständige Staatsanwalt weigerte sich einfach, sich mit dem Fall ernsthaft zu beschäftigen.

Dabei ging es Maja auch nicht um Strafe oder Rache, sondern eher um Einsicht und eine Entschuldigung. Doch die bekam sie nicht. Im Gegenteil. Die Großeltern deckten lieber den Täter.

Majas Eltern und ihre Schwester aber hielten zu ihr, so dass sie auch etwas entdecken konnte, was sie vorher nie zugelassen hätte: Sie um Hilfe zu bitten in der Not.

Denn wenn Vertrauen derart gründlich zerstört ist, dann wird das Opfer sich ein Leben lang mit Sätzen plagen wie „Ich bin es ja doch nicht wert“ oder „Ich habe gar nicht verdient, dass mich jemand liebt, so wie ich bin“ usw. Die Therapeuten werden all das nur zu gut kennen. Denn die Zahlen sind hoch. Der verdrängte Missbrauch macht die Betroffenen immer wieder zum Opfer, denn wenn sie die Muster nicht kennen, suchen sie sich auch immer wieder Partner, die das Trauma bestätigen, sie erleben neue Erniedrigung und Zurückweisung.  Und wandeln es im Kopf in harmonische Beziehungen um.

Doch im Unterschied zu vielen Betroffenen, die sich der bedrückenden Last nicht stellen wollen, nimmt Maja die Herausforderung an. Sie kämpft, sucht sich Hilfe und Freunde, lernt auch noch Yoga und Kampftechniken, um auch ihren Körper besser verstehen zu lernen. Und je tiefer sie sich in die schmerzlichen Erinnerungen und in die Schutzpanzer ihrer Emotionen hineinarbeitet, umso hellsichtiger wird sie auch im Blick auf ihre Mitmenschen. Sie merkt, dass es nicht ihre Emotionen sind, die sie betrügen, sondern ihre Vernunft, die so lange Jahre hilfreich war, weil sie dafür sorgte, die Verzweiflung fernzuhalten. Doch damit war auch all ihre Lebendigkeit, ihre Sexualität und ihr Selbstvertrauen unter Verschluss. Sie funktionierte nur noch und war in Liebesbeziehungen immer das suchende, unterwürfige Kind.

Das Buch hat Maja Marlen Hope quasi zum Abschluss ihrer Trauma-Therapie geschrieben, an dem Punkt, an dem für sie endlich greifbar war, was sie alles verdrängt hatte und was das mit ihrem Körper und ihren Emotionen angestellt hatte. Sie hatte sich den schlimmsten Erinnerungen gestellt. Ob die Reise in die Tiefe am Ende heilsam war, weiß sie noch nicht. Doch allein die Intensität der Beschreibung dessen, was sie in den drei Jahren erlebt, erzählt von einer unbändigen Lust aufs eigene Leben. Sie hat nicht nur Vertrauen neu gelernt und das zutiefst verletzte Kind in sich gefunden. Sie hat auch die Sensibilität eines Körpers gefunden, der ihr scheinbar über all die Jahre fremd war.

Natürlich ist es ein Buch, das anderen, die Ähnliches erlebt haben, Mut machen soll. Auch wenn es höchst emotional ist. In Tagebuchauszügen taucht die Autorin immer wieder in die vergangenen Phasen der Therapie zurück. Sie lässt auch die heftigen Abstürze nicht weg. Denn wenn man solche Erfahrungen über Jahre tief verschlossen hat, dann ist die Begegnung mit ihnen heftig. Dann kommen selbst Erlebnisse aus der jüngeren Vergangenheit wieder hoch – und die Autorin erschrickt. Denn augenscheinlich hat ihre Vernunft auch später in gefährlichen Situationen immer wieder auf Verdrängung geschaltet, so dass sie sogar von Glück sagen kann, dass sie lebendig bis an den Punkt gekommen ist, an dem sie sich der Sache stellen konnte.

Und natürlich macht das Buch sehr nachdenklich. Denn wenn diese Dinge so oft passieren, was richtet das eigentlich mit unserer Gesellschaft an? Wie viele Menschen tragen diese Erfahrungen in sich, unfähig, daran auch nur zu rühren? Hängt die panische Flucht vieler „Leistungsträger“ unserer Gegenwart vor Verständnis, Mitgefühl und Emotionen vielleicht sogar genau damit zusammen: mit dem Verdrängen? Kann es sein, dass die heutige Anhimmelung des permanent Verfügbaren genau damit zusammenhängt: Eine ganze Gesellschaft stürzt sich lieber blindlings in Dauerhöchstleistungen, um sich ja nie den Verletzungen zu stellen, die ihre Leistungsträger erlitten haben?

Und wie ist das mit diesen erfolgreichen Manipulateuren, die ihre ganze Umgebung dazu bringen können, sie anzuhimmeln und immer wieder neuen Missbrauch von Vertrauen zu ermöglichen? Die sich gegenseitig schützen gegen Anklagen und Machtentzug? – Alles nicht ganz abwegige Fragen. Die aber natürlich über das Buch hinausgehen, das vor allem davon erzählt, dass es sich lohnt, um seine eigene Heilung zu kämpfen, sich echte Freunde und Unterstützer zu suchen und die falschen Programmierungen im Kopf aufzulösen, die einst so wichtig waren, um das Überleben zu sichern, die irgendwann aber selbstzerstörerisch werden. Denn wenn man keinen Zugang mehr hat zu seinen eigenen Emotionen, wenn man sich dem Leben nicht mehr gewachsen fühlt, dann neigt man logischerweise zum Aufgeben. Dann behalten die Botschaften des falschen Über-Ich Recht. Eine scheinbar ausweglose Situation, wenn man nicht – wie Maja – darum kämpft, das Verlorene und Verschlossene wiederzugewinnen, wieder eins zu werden mit sich.

Es ist – das weiß man nach dem Lesen dieses Buches – ein hartes und tränenreiches Stück Arbeit.

Aber auch ein erhellendes, denn Maja lernt auf ihre Emotionen zu achten und die zerstörerischen Männer zu meiden. Denn Männer, die ihre Beziehungen nur danach bewerten, wie viel Macht sie über ihre Partner haben, gibt es genug. Männer, die selbst voller unverarbeiteter traumatischer Erlebnisse aus der Kindheit sind, auch. Lösen kann man das nur, indem man sich wirklich – wie Maja – dem eigenen Klärungs- und Heilungsprozess stellt. Und auch wenn es schwer ist, zeigt die Autorin mit ihrem Buch, dass es geht, dass man Freunde und Freundinnen findet, die einem helfen dabei, ein Netzwerk von Menschen, die einen verstehen, trösten und tragen. Die einem ein Stück weit genau das zurückgeben, was der Täter einst zerstört hat: das Vertrauen zu nahestehenden Menschen und vor allem in die eigene Kraft und Lebendigkeit.

Maja Marlen Hope Vom zersplitterten Spiegel zum bunten Mosaik, Einbuch Buch- und Literaturverlag, Leipzig 2016, 14,90 Euro.

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