Artikel zum Schlagwort Autobiografie

Ein ostdeutscher Sozialdemokrat erinnert sich an Opposition, Friedliche Revolution und den steinigen Weg zur Deutschen Einheit

Zu wandeln die Zeiten: Der Blick des Politikers Markus Meckel auf sein Stück deutsch-deutscher Geschichte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMal Themenwechsel? Mal kein Corona? Wir leben ja mitten im 30. Jahr der Deutschen Einheit. Wirtschaftlich hängt der Osten noch immer hinterher. Rechtsradikale Tendenzen gefährden die Demokratie. 49 Prozent der Sachsen meinen, dass es in Deutschland eher ungerecht zugeht. Ist die Treuhand dran schuld, wird wieder diskutiert. Mit Markus Meckel hat nun einer seine Erinnerungen aufgeschrieben, der 1990 die Deutsche Einheit aktiv mitgestaltet hat. Weiterlesen

Die Schlussakte von Helsinki, ein inszenierter Fluchtversuch und die Begegnung mit dem Haftsystem der DDR

Erwachsenwerden hinter Gittern: Wie Falk Mrázek 1978 mutig Knast riskierte, um den Weg in die Freiheit zu finden

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Für alle LeserNancy Aris hat recht, wenn sie im Vorwort zu diesem Buch betont, dass die öffentlichen Erinnerungen an die DDR auseinanderfallen. Die einen meinen, sie hätten nichts auszustehen gehabt. Die anderen können von Repressionen erzählen, die ihr ganzes Leben verändert haben. Manchmal staunt man schon, wie wenig manche Menschen wirklich mitkriegen vom eigenen Leben. Die Geschichte von Falk Mrázek erzählt davon, dass die Verklärung eigentlich nur funktioniert, wenn man die Begegnungen mit der Staatsmacht völlig verdrängt. Weiterlesen

Wie bleibt man Mensch in einer kaltherzigen Welt?

Vom Überleben des Herzens: Hans von Frankenbergs Annäherung an die Albträume seiner Kindheit

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Für alle LeserWoran lohnt es sich zu erinnern? Was schreibt man auf, wenn man im hohen Alter Zeit dazu findet? Oder bestimmen die Erinnerungen, die ganz von allein wieder wachwerden, was sich jetzt endlich zum Schreiben aufdrängt? In Millionen von Fällen wird der von seinen Erinnerungen überwältigte Senior wohl lieber gar nichts aufschreiben. Denn das, was Hans von Frankenberg getan hat, braucht Herzensmut und eine riesige Portion Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Das sind aber keine deutschen Tugenden. Weiterlesen

Wie lebt es sich eigentlich im Dazwischen?

Weltall Erde Ich: Rainer Groh auf autobiografischer Spurensuche in seinem Leben diesseits und jenseits von ’89

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Für alle LeserVielleicht hätten wir es gleich so machen sollen: Alles zu rezensieren, was an Biografien und Autobiografien von Ostdeutschen erscheint. Alles. Und nur von Ostdeutschen: von Bürgerrechtlern, Pfarrern, Malern, Schriftstellern, SED-Politikern, Rebellen, Opportunisten, Angepassten und Schelmen. Eine ganze Bibliothek wäre entstanden, die eins gezeigt hätte: Wie platt, dumm, voreingenommen und bildungsfern fast alles ist, was über den Osten und die Ostdeutschen heute mediale Schablone ist. Rainer Groh hätte natürlich auch ins Regal gehört. Weiterlesen

Erzählen als Warnung, damit es nie wieder passiert

Druckstellen: Die Lebensgeschichte des Dresdner Künstlers Jürgen Gottschalk, um Interviews und Dokumente erweitert

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Für alle LeserAls Jürgen Gottschalks Geschichte 2006 erstmals in dieser handlichen Reihe erschien, war noch nicht abzusehen, was mit der Gründung der AfD und PEGIDA in Sachsen noch passieren würde, wie eine zutiefst nationalistische Partei gleich noch die Friedliche Revolution versuchen würde zu kapern. Aber was hat das mit der untergegangenen DDR zu tun und ihrem Repressionsapparat? Eine ganz Menge, auch wenn es Gottschalk eher beiläufig feststellt in der deutlich erweiterten Neuauflage. Weiterlesen

Wie man einer Stadt wieder Zukunft und Zuversicht gibt

Shortest Way Home: Die politische Autobiografie des Bürgermeisters und möglichen Präsidentschaftskandidaten Pete Buttigiegs

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Für alle LeserNatürlich geht es um Heimat. Und zwar nicht in der jämmerlichen romantischen Variante, sondern in der harten. Die Demokraten in den USA haben es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 erleben können, was für eine Wucht Heimat entfalten kann, wenn Millionen Menschen das Gefühl haben, dass ihre Region „die da oben“ überhaupt nicht mehr interessiert. Pete Buttegieg kommt mitten aus so einer Region. Er ist dort Bürgermeister. Weiterlesen

Ganz bestimmt nicht so zäh wie Pemmikan

Peter Gosse schrieb sich zum 80. ein besonderes Enkel-Erinnerungbuch

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Für alle LeserIm vergangenen Jahr hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert: der Leipziger Dichter Peter Gosse. Und die Gelegenheit hat er gleich genutzt, auch so eine Art Abschiedsbuch für seinen Enkel zu schreiben. Bei Enkel denkt man ja an ein kleines Bürschlein mit Windel und Lätzchen. Aber dieser Enkel ist selbst schon ein gestandener Mann und verträgt augenscheinlich auch eine große Packung Unverblümtheit von seinem Großvater. Weiterlesen

Erinnern, was war

Abschiednehmen: Der erste Teil des Lebensromans des Leipziger Historikers Hartmut Zwahr

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Für alle LeserHartmut Zwahr hat sich Großes vorgenommen. Die Leipziger kennen den 1936 geborenen Bibliothekar und Historiker noch als Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Uni Leipzig. Die Position bekleidete er bis 2001. Der Sax-Verlag hat schon sein Buch „Ende einer Selbstzerstörung“ übernommen, in dem Zwahr das niederschrieb, was viel zu wenige ostdeutsche Wissenschaftler 1989 taten: Die realen Ereignisse dieses Herbstes zu erfassen. Man ahnte schon, wie er tickt. Weiterlesen

So aktuell wie 1938

Martin Gumperts biografische Rückschau „Hölle im Paradies“

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Für alle LeserDas erste Buch von Martin Gumpert – seinen „Samuel Hahnemann“ aus dem Südverlag – haben wir an dieser Stelle nicht nur wegen Hahnemanns Zeit in Leipzig besprochen, sondern weil Gumpert auch zu den ersten Autoren des legendären Kurt Wolff Verlages gehörte, wo zwei Gedichtbände von Martin Gumpert erschienen, der zeitweilig viel zu sehr vergessen war. Auch dieses Buch beweist es. Weiterlesen

Kibbuzkind: Eine deutsch-israelische Familiengeschichte in vielen einfühlsamen Briefen

Wie Lisa Welzhofer ihren Vater fand und den Schlüssel zu ihrer eigenen Lebensgeschichte

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Für alle LeserDer Titel klingt, als handele es sich um eine Israel-Geschichte. Eine der vielen Ich-will-mal-versuchen-Israel-zu-verstehen-Geschichten. Aber das ist Lisa Welzhofers Suche nach der eigenen Herkunft ganz und gar nicht. Auch wenn die Suche nach ihrem Vater sie in einen Kibbuz am See Genezareth führt. Tatsächlich schreibt die Stuttgarter Journalistin aber eine berührende Familiengeschichte, wie sie viel zu selten geschrieben wird. Weiterlesen

Wege übers Land und durch die Zeiten

Zu Gast bei Kallenbach – ProGohlis präsentiert: Autobiografische Lesung mit Ursula Karusseit und Heidi Steger

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Sie ist eine der populärsten, ostdeutschen Schauspielerinnen: Ursula Karusseit. 1968 spielte sie die Hauptrolle in einem »Straßenfeger« des Adlershofer Fernsehens: „Wege übers Land“, und ist heute vielen Menschen, vor allem durch ihre Charlotte Gauss in der beliebten TV-Serie des MDR »In aller Freundschaft« bekannt. Weiterlesen

Eine schmerzhafte und eindrucksvolle Autobiografie

Emmas langer Weg aus der Hölle von Magersucht, Selbstverletzungen und Verzweiflung

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Für FreikäuferSchon im Programm des Einbuch Verlages fielen diese Bücher auf, weil sie authentisch aus dem Leben (junger) Menschen erzählen. Dem richtigen Leben, dem, in dem es Mobbing gibt, Alkoholismus, überforderte Eltern, Stress, Armut, ADHS oder – wie in Friederike Wendtlands Buch: Magersucht, Drogen und Selbstverletzung. Das Besondere: Die jungen Autorinnen erzählen selbst über ihr Leben. Weiterlesen

Bernd Sikoras "Balanceakte"

Ein Leben mit Ecken und Kanten in Kriegs- und Nachkriegs-, Vor- und Nachwendezeiten zwischen Oelsnitz und Leipzig

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Nach Bernd Göbels großem Erinnerungsbuch "Verschiedenes Hell" ist auch das hier ein richtig dickes Lebensbuch aus dem Mitteldeutschen Verlag, geschrieben von einem, den die Leipziger als umtriebigen Kenner der Baugeschichte, des Waldstraßenviertels und der Westvorstadt kennen: Bernd Sikora. Mitgründer von Pro Leipzig und Neue Ufer. Wenn einer 77 wird, ist die Öffentlichkeit oft überrascht. Und natürlich hat er was zu erzählen. Das Lebensdrama beginnt im Erzgebirge. Weiterlesen

Casanova und Eulenspiegel

Hans-Henning Paetzkes Roman seiner Kindheit und Jugend im Osten der Ulbricht-Zeit

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Roman steht auf dem Cover. Was wohl dazu führen wird, dass das Buch in der falschen Abteilung der Buchhandlungen landen wird. Aber welches ist die richtige? Eigentlich: Zeitgeschichte. Vielleicht auch: Autobiografie. Denn hier erzählt einer aus seinem Leben. Zwar fabulierfreudig, aber wie erzählt man sonst über Erlebtes? Gar noch mit dem Schalk im Nacken? Weiterlesen

Aktion Sühnezeichen, Friedliche Revolution, Runder Tisch und Ratspräsidentschaft

Die sehr zurückhaltenden Erinnerungen des Vermittlers Friedrich Magirius

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Wer Peter Wensierskis Buch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ gelesen hat, ist auch über den zarten Hinweis auf Friedrich Magirius gestolpert. Der kommt als Akteur in Wensierskis Buch eher nur beiläufig vor. Dafür gibt es den Hinweis auf Magirius’ geplante Autobiographie. Nun ist sie da. Und sie bestätigt die Position der Protagonisten aus Wensierskis Buch. Weiterlesen

John le Carré plaudert ein wenig aus den mit Skepsis betracheten Archiven der Erinnerung

Ein Agenten-Schriftsteller-Leben im Jahrhundert der Geheimniskrämer, Trickser, Täuscher und Überläufer

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Man vergisst es ja so leicht, dass immerfort dubiose staatliche Organisationen aller Art an der Weltpolitik herumpfuschen. In wessen Interesse, ist meist kaum auszumachen. Und das Zeitalter der unkontrolliert Politik machenden Geheimdienste ist auch mit dem Kalten Krieg nicht zu Ende gegangen. Wer wüsste das besser als John le Carré? Weiterlesen

Wie Diktaturen entstehen, funktionieren und in den Köpfen weiterleben

Harald Beers Erinnerungen an seine Kindheit in Nazi-Deutschland und an das Speziallager Sachsenhausen

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Es klingt wie eine Selbstbezichtigung, wenn Harald Beer schreibt: „Auch ich war ein Nazi“. Ehrlich? Von echten Nazis hat man dergleichen nie gehört. Die tun immer nur so, als wären sie brave, ach so besorgte Bürger, haben nur Befehle erfüllt und haben ansonsten nichts gewusst. Echte Nazis sind Wahrheitsverweigerer. Aber dem 1928 geborenen Harald Beer geht es um etwas völlig anderes. Weiterlesen

Wenn die eigenen Gefühle tief unterm Panzer stecken

Majas langer und tränenreicher Weg aus dem Missbrauchs-Trauma zu einem neuen, lebendigen Ich

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Vor einem Jahr sorgte Annett Leander mit ihrer wütenden Kindheitserinnerung „Umarme mich – aber fass‘ mich bloß nicht an“ im Einbuch Verlag für richtig Aufmerksamkeit. Das Thema hatte es ja in sich: Missbrauch in der Familie. Doch sexueller Missbrauch findet nicht nur in von Alkohol gezeichneten prekären Familienverhältnissen statt. Und die Folgen sind immer heftig. Weiterlesen

Richard Dawkins Autobiographie in einem richtig schönen dicken Band

Ein ganzes Leben als Plädoyer für das wissenschaftliche Denken, die Evolution und die gar nicht so egoistischen Gene

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Es hat ein bisschen gedauert. 700 Seiten liest man nicht einfach mal am Abend weg. Erst recht, wenn es 700 Seiten Richard Dawkins sind. Aber es sind 700 Seiten pures Lesevergnügen, Freude fürs Gehirn, Anregung für graue Zellen. Ein Licht in trübsinnigen Zeiten. Also so eine Art „Brief Candle in the Dark“. Weiterlesen

Lebensbrüche, gläubige Treue und die Nachwirkungen doktrinärer Muster

Katrin Löffler untersucht einmal die Autobiografien von „Wendekindern“ und gestandenen DDR-Autoren und begegnet zum Teil erstaunlichen Konstruktionen

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Was Psychologen und Soziologen können, das können Literaturwissenschaftler schon lange. Denn sie haben viel mehr Material zur Verfügung. Und oft sogar viel besseres. Denn Schriftsteller haben nun einmal den unablässigen Drang, von sich selbst, ihrem Leben und ihren großen Schicksalsdramen zu erzählen. Erstaunlich ist nur, dass das so selten Thema von wissenschaftlichen Arbeiten wird. Weiterlesen