Artikel zum Schlagwort Autobiografie

Kibbuzkind: Eine deutsch-israelische Familiengeschichte in vielen einfühlsamen Briefen

Wie Lisa Welzhofer ihren Vater fand und den Schlüssel zu ihrer eigenen Lebensgeschichte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Titel klingt, als handele es sich um eine Israel-Geschichte. Eine der vielen Ich-will-mal-versuchen-Israel-zu-verstehen-Geschichten. Aber das ist Lisa Welzhofers Suche nach der eigenen Herkunft ganz und gar nicht. Auch wenn die Suche nach ihrem Vater sie in einen Kibbuz am See Genezareth führt. Tatsächlich schreibt die Stuttgarter Journalistin aber eine berührende Familiengeschichte, wie sie viel zu selten geschrieben wird. Weiterlesen

Wege übers Land und durch die Zeiten

Zu Gast bei Kallenbach – ProGohlis präsentiert: Autobiografische Lesung mit Ursula Karusseit und Heidi Steger

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Sie ist eine der populärsten, ostdeutschen Schauspielerinnen: Ursula Karusseit. 1968 spielte sie die Hauptrolle in einem »Straßenfeger« des Adlershofer Fernsehens: „Wege übers Land“, und ist heute vielen Menschen, vor allem durch ihre Charlotte Gauss in der beliebten TV-Serie des MDR »In aller Freundschaft« bekannt. Weiterlesen

Eine schmerzhafte und eindrucksvolle Autobiografie

Emmas langer Weg aus der Hölle von Magersucht, Selbstverletzungen und Verzweiflung

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferSchon im Programm des Einbuch Verlages fielen diese Bücher auf, weil sie authentisch aus dem Leben (junger) Menschen erzählen. Dem richtigen Leben, dem, in dem es Mobbing gibt, Alkoholismus, überforderte Eltern, Stress, Armut, ADHS oder – wie in Friederike Wendtlands Buch: Magersucht, Drogen und Selbstverletzung. Das Besondere: Die jungen Autorinnen erzählen selbst über ihr Leben. Weiterlesen

Bernd Sikoras "Balanceakte"

Ein Leben mit Ecken und Kanten in Kriegs- und Nachkriegs-, Vor- und Nachwendezeiten zwischen Oelsnitz und Leipzig

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Nach Bernd Göbels großem Erinnerungsbuch "Verschiedenes Hell" ist auch das hier ein richtig dickes Lebensbuch aus dem Mitteldeutschen Verlag, geschrieben von einem, den die Leipziger als umtriebigen Kenner der Baugeschichte, des Waldstraßenviertels und der Westvorstadt kennen: Bernd Sikora. Mitgründer von Pro Leipzig und Neue Ufer. Wenn einer 77 wird, ist die Öffentlichkeit oft überrascht. Und natürlich hat er was zu erzählen. Das Lebensdrama beginnt im Erzgebirge. Weiterlesen

Casanova und Eulenspiegel

Hans-Henning Paetzkes Roman seiner Kindheit und Jugend im Osten der Ulbricht-Zeit

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Roman steht auf dem Cover. Was wohl dazu führen wird, dass das Buch in der falschen Abteilung der Buchhandlungen landen wird. Aber welches ist die richtige? Eigentlich: Zeitgeschichte. Vielleicht auch: Autobiografie. Denn hier erzählt einer aus seinem Leben. Zwar fabulierfreudig, aber wie erzählt man sonst über Erlebtes? Gar noch mit dem Schalk im Nacken? Weiterlesen

Aktion Sühnezeichen, Friedliche Revolution, Runder Tisch und Ratspräsidentschaft

Die sehr zurückhaltenden Erinnerungen des Vermittlers Friedrich Magirius

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Wer Peter Wensierskis Buch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ gelesen hat, ist auch über den zarten Hinweis auf Friedrich Magirius gestolpert. Der kommt als Akteur in Wensierskis Buch eher nur beiläufig vor. Dafür gibt es den Hinweis auf Magirius’ geplante Autobiographie. Nun ist sie da. Und sie bestätigt die Position der Protagonisten aus Wensierskis Buch. Weiterlesen

John le Carré plaudert ein wenig aus den mit Skepsis betracheten Archiven der Erinnerung

Ein Agenten-Schriftsteller-Leben im Jahrhundert der Geheimniskrämer, Trickser, Täuscher und Überläufer

Foto: Ralf Julke

Man vergisst es ja so leicht, dass immerfort dubiose staatliche Organisationen aller Art an der Weltpolitik herumpfuschen. In wessen Interesse, ist meist kaum auszumachen. Und das Zeitalter der unkontrolliert Politik machenden Geheimdienste ist auch mit dem Kalten Krieg nicht zu Ende gegangen. Wer wüsste das besser als John le Carré? Weiterlesen

Wie Diktaturen entstehen, funktionieren und in den Köpfen weiterleben

Harald Beers Erinnerungen an seine Kindheit in Nazi-Deutschland und an das Speziallager Sachsenhausen

Foto: Ralf Julke

Es klingt wie eine Selbstbezichtigung, wenn Harald Beer schreibt: „Auch ich war ein Nazi“. Ehrlich? Von echten Nazis hat man dergleichen nie gehört. Die tun immer nur so, als wären sie brave, ach so besorgte Bürger, haben nur Befehle erfüllt und haben ansonsten nichts gewusst. Echte Nazis sind Wahrheitsverweigerer. Aber dem 1928 geborenen Harald Beer geht es um etwas völlig anderes. Weiterlesen

Wenn die eigenen Gefühle tief unterm Panzer stecken

Majas langer und tränenreicher Weg aus dem Missbrauchs-Trauma zu einem neuen, lebendigen Ich

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Vor einem Jahr sorgte Annett Leander mit ihrer wütenden Kindheitserinnerung „Umarme mich – aber fass‘ mich bloß nicht an“ im Einbuch Verlag für richtig Aufmerksamkeit. Das Thema hatte es ja in sich: Missbrauch in der Familie. Doch sexueller Missbrauch findet nicht nur in von Alkohol gezeichneten prekären Familienverhältnissen statt. Und die Folgen sind immer heftig. Weiterlesen

Richard Dawkins Autobiographie in einem richtig schönen dicken Band

Ein ganzes Leben als Plädoyer für das wissenschaftliche Denken, die Evolution und die gar nicht so egoistischen Gene

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Es hat ein bisschen gedauert. 700 Seiten liest man nicht einfach mal am Abend weg. Erst recht, wenn es 700 Seiten Richard Dawkins sind. Aber es sind 700 Seiten pures Lesevergnügen, Freude fürs Gehirn, Anregung für graue Zellen. Ein Licht in trübsinnigen Zeiten. Also so eine Art „Brief Candle in the Dark“. Weiterlesen

Lebensbrüche, gläubige Treue und die Nachwirkungen doktrinärer Muster

Katrin Löffler untersucht einmal die Autobiografien von „Wendekindern“ und gestandenen DDR-Autoren und begegnet zum Teil erstaunlichen Konstruktionen

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Was Psychologen und Soziologen können, das können Literaturwissenschaftler schon lange. Denn sie haben viel mehr Material zur Verfügung. Und oft sogar viel besseres. Denn Schriftsteller haben nun einmal den unablässigen Drang, von sich selbst, ihrem Leben und ihren großen Schicksalsdramen zu erzählen. Erstaunlich ist nur, dass das so selten Thema von wissenschaftlichen Arbeiten wird. Weiterlesen

Nur nicht kleinkriegen lassen

Loests großes Buch über NS-Zeit, 17. Juni und Bautzen ist als Neuauflage so aktuell wie zur Entstehungszeit

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Kann man Bücher, die vor einem Vierteljahrhundert erstmals erschienen, eigentlich noch einmal besprechen? Sollte man sogar. Immer wieder. Erst recht, wenn es Bücher sind, die so unverblümt ein ganzes Zeitalter sezieren. Erstmals erschienen ist Loests Buch 1981, dann wieder 1990 - mittendrin im Trubel der Umbrüche. Geschrieben hat er das Buch viel früher. Seit 1972 versuchte Loest, sein Leben in Worte zu fassen. Und er tat es schonungslos. Weiterlesen

Nur wer Liebe schenkt, wird Liebe ernten

Ein Bischofsleben in Notizen und die berechtigte Frage nach dem Sinn unseres Lebens

Foto: Ralf Julke

Auf die aktuelle Flüchtlingskrise, auf Pegida, AfD und Co. geht Joachim Reinelt zwar nicht ein. Aber es gibt Stellen in seinem Buch, die durchaus zu denken geben: Kann es sein, dass die nach außen gekehrte Aggression der Dresdner Straßenumzüge von 2014/2015 etwas mit der Ratlosigkeit von 1988/1989 zu tun hat? Ein Thema, das Reinelt ja gut kennt. Er war ja als Landesbischof 1989 mittendrin. Weiterlesen

Lauter kleine Satiren, Parodien und Schweijkiaden

Matthias Biskupek beschreibt seine Lehrzeit als Staatsbürger, Weltreisender und Vielleichtrenter

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Eigentlich hat er seinen 65. noch vor sich. Den feiert Matthias Biskupek erst im Oktober. Aber wer gewitzt ist, baut vor und schreibt das Buch zum hypothetischen Eintritt ins Seniorenalter schon vorher fertig. Auf die Idee, eine Geschichte mit dem Titel "Der Rentnerlehrling" zu schreiben, kam der Autor aus Rudolstadt ja schon vor Jahren. Die schlummerte in einer Schublade oder irgendwo auf der Festplatte des Rechners. Weiterlesen

"Das Einzige, was ich für meine Erzeuger empfinde, ist Wut und Ekel"

Tanners Interview mit Annett Leander, der Autorin von „Umarme mich – aber fass´mich nicht an!“

Foto: privat

Manchmal zerdrückt es einem das Herz. Beim Lesen der Autobiografie von Annett Leander war das so. Kein locker-flockiger Trendroman, kein stilbezogenes Lyriken, sondern finsterste Realität. Es ging um Missbrauch jeglicher Art an Kinderseelen und ganz speziell an der Seele und an dem Körper von Annett Leander. Tanner musste da einfach noch mal nachfragen, weil viel öfter darüber geredet werden sollte. Weiterlesen

Ein Griewatsch aus der Südvorstadt

Uwe Siemon-Netto hat seine Liebeserklärung an Leipzig geschrieben

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Leipzig war schon immer eine kosmopolitische Stadt. Daran darf man sich ruhig erinnern - auch in Lebenserinnerungen, wie jetzt Uwe Siemon-Netto eine geschrieben hat. Echte Erinnerungen eines echten Leipziger Griewatschs. Und zugleich eine Liebeserklärung an das alte, kulturvolle und bürgerliche Leipzig, das er auch dann in seiner Seele trug, als er als Reporter rund um den Globus unterwegs war. Weiterlesen

Unaufhörlicher Anfang: Der große fragmentarische Lebensroman des Slawisten Ralf Schröder

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Am 23. Dezember 1958 wurden fünf Männer in Halle zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt - wegen "Staatsverrat" und Bilden einer "partei- und staatsfeindlichen Gruppe". Die Männer waren Erich Loest (7 Jahre 6 Monate), Dr. Harro Lucht (8 Jahre), Ronald Lötzsch (3 Jahre), Harry Schmidtke (3 Jahre 6 Monate). Das höchste Strafmaß aber bekam der Leipziger Slawist Dr. Ralf Schröder verpasst: 10 Jahre. Weiterlesen

Zwischenräume, Nischen, Zeitenwenden: Ein bekannter Romanist aus dem Osten erinnert sich

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Wer in den letzten Jahren fleißig gesammelt hat, der hat nun so langsam eine kleine Bibliothek jener Ära an der Universität Leipzig zusammen, die man die die Ära Bloch und Mayer, Krauss und Markov nennen könnte. Es war der kurze Moment der Utopie, der im Beginn der DDR steckte. Und den Leuten wie Manfred Naumann, die sich gegen alle Widrigkeiten bewahrten. Weiterlesen