Wie Lisa Kaufmann Gott sucht und dabei einen Haufen seltsamer Dinge findet

Manche suchen Gott und finden sie nicht. Dafür finden sie etwas anderes, so wie Lisa Kaufmann im Sommer 2015. Da setzte sich die 25-Jährige hin und begann eine Kolumne zu schreiben über ihre Suche nach Gott. Ein halbes Jahr später begann daraus ein Buch zu werden. Und wer jetzt glaubt, sie hätte das Buch begonnen, weil sie Gott gefunden hat, der irrt. So einfach ist das nämlich nicht.
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Auch nicht, wenn jemand in einer ganz und gar atheistischen Familie aufwuchs wie Lisa, Kultur- und Literaturwissenschaft studiert und auch noch aus einer deutsch-ägyptischen Familie kommt. Was zumindest den Vorteil hat, dass sie schon mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen aufwuchs. Da hat man dann nicht mehr die Berührungsscheu wie die Schafe aus dem Ostsächsischen, die sich schon fürchten, wenn ein Halbmond am Himmel steht. Vor der Kirche aber scheinen sie sich nicht so sehr zu fürchten, zumindest trauen sie sich mit ihrem Unmut vor die Kreuzkirche.

Wissen sie wirklich nicht, was drinnen abgeht?

Das mit der Religion ist natürlich ein Kreuz. Sie begleitet die Menschheit schon so lange, wie es Spuren der Zivilisation gibt. Für viele Menschen erfüllt sie die Sehnsucht nach einem höheren Sinn, nach Gemeinschaft oder einfach dem Gefühl, nicht ganz so verlassen im Weltall zu sein. Alle Völker haben sich Götter und Göttinnen erfunden, eindrucksvolle Kulte und Regeln, nach denen die Gläubigen sich verhalten.

Aber das ist nicht das, was Lisa sucht. Aber was sucht sie eigentlich? Ihr scheint es ganz ähnlich zu gehen wie vielen anderen jungen Menschen in dieser hektischen, trostlosen westlichen Welt. Denn die schlichte Wahrheit, die auch Lisa Kaufmann bewusst ist, ist: Weder Geld noch Klamotten, weder Shopping noch „Beachfigur“ machen glücklich. Im Gegenteil. Wir leben in einer Welt, in der wir permanent von Nachrichten genervt werden, an kleine elektronische Quälgeister gekettet sind, fortwährend an Prestige, Karriere und Geldverdienen denken und von einer Werbung umgeben sind, die uns permanent einredet, dass wir nicht genügen. Nicht reich genug sind, nicht schön genug, nicht fit genug, nicht sexy genug … Sie kennen den ganzen Quatsch einer irre gewordenen Konsumwelt, die keine echten Bedürfnisse mehr befriedigt, dafür lauter falsche erzeugt.

Kann es sein, dass das Toben in den sozialen Netzwerken auch daher kommt? Kann sein.

Wer mit seinem eigenen irdischen Dasein nicht mehr zufrieden ist, der sucht sich Sündenböcke, der macht andere für das verantwortlich, was ihn stört, nervt, bedrückt. Eine laute, verstörte Minderheit, deren Echo eine genauso verstörte Mehrheit ist, die aber wortlos alles schluckt und die Tretmühle am Laufen hält und dann, wenn mal ein bisschen Erlösung gebraucht wird, einen Tai-Chi-Kurs besucht, im Kloster nächtigt oder sich sonst welche Versatzstücke von Religion sucht, um so ein Gefühl von Esoterik zu bekommen. Religion aus dem Supermarktregal. Zum Selberzusammenbasteln. Kann das klappen?

Lisa Kaufmann jedenfalls glaubt das nicht. Dazu sind ihre Wünsche an Gott viel zu persönlich. Einfach nur für sich spirituell zu sein, das ist ihr zu wenig. Da fehlt ihr etwas, ist so eine Sehnsucht: „Nach Tradition, nach Gemeinde, nach jahrtausendealten Ritualen und einem Glauben, in dem ich meine zukünftigen Kinder großziehen kann.“ Sie meint es wirklich ernst und liest Berge von Büchern, dutzende Blogs, fühlt sich regelrecht berauscht auf einschlägigen Seiten, wo Gläubige von ihrem freudigen Leben erzählen. Und sie geht los, spricht mit Priestern und Gläubigen, erlebt beglückte Andachten und schöne Gemeinschaft. Erlebt auch den Neid, wenn sie sieht, wie selbstverständlich andere in ihrer Gemeinschaft aufgehen.

Kann es sein, dass sie damit eher davon erzählt, dass unserer Gesellschaft so etwas fehlt? Dass irgendetwas Wichtiges abhandengekommen ist in dem ganzen Gefeiere des Individualismus, der eigentlich ein Egoismus ist, in dem jeder gegen jeden kämpft und die Erfolgreichen auf den nicht so Erfolgreichen herumtrampeln? Eine Gesellschaft von einsamen Wölfen, die aber nie und nimmer zugeben würden, dass sie sich mitten im Rausch einsam fühlen? Oder gar fremd im eigenen Leben?

Lisa Kaufmann schenkt sich nichts. Sie will es wirklich wissen, ob eine von den Religionen, die sie immer für so faszinierend hielt, ihre Sehnsucht nach einem Mehr erfüllen kann. Da und dort nimmt sie sicherheitshalber ihre Mutter oder ihre beste Freundin mit, weil sie bei aller Begeisterung ahnt, wie schnell sie einfach mal konvertieren könnte, bloß weil sie sich im Moment genau am richtigen Platz fühlt. Auch da geht es ihr wohl wie so Vielen heute: Neben der Sehnsucht nach spiritueller Geborgenheit ist auch immer der kritische wache Geist dabei, der über so etwas nur den Kopf schütteln kann. Die großen Atheisten unserer Zeit hat sie auch gelesen – und verinnerlicht. Richard Dawkins zum Beispiel.

Manchmal beneidet sie diese großen Atheisten für ihre Gelassenheit, eine Welt ohne Gott für etwas völlig Normales zu nehmen. Und Gott auch nicht zu vermissen.

Aber was macht man, wenn man so ein Bedürfnis hat? Was ja nichts Ungewöhnliches ist. Denn davon erzählen ja nun einmal alle Religionen: vom Nachdenken über sich und die eigene Geborgenheit in der Welt. Aber findet man sie ausgerechnet in der Religion? Gerade das war ja im vergangenen Jahr die Frage. Die Anschläge von Paris und Brüssel krachen mitten hinein in Lisas Sinnsuche, beide als religiöse Taten reklamiert von einer Terrorgruppe, die ihre fundamentalistische Arroganz als Glaubenskrieg verkauft. Noch so ein Produkt im Warenregal der kapitalistischen Unmöglichkeiten. Aber der Islam, den Lisa bei Freunden und Verwandten kennengelernt hat, ist ein friedlicher Islam. Genauso wie die Bibel eigentlich eine friedliche Religion verkündet – und trotzdem voller Grausamkeiten ist, Mord, Brandschatzung, Vergewaltigung. Natürlich ist es ein altes Buch und erzählt auch alte Legenden, manche voller Weisheit, manche beim zweiten Hingucken richtig dumm.

Denn eigentlich liebt Lisa die Schöpfungsgeschichte. Denn so wie Adam und Eva im Paradies leben, sind sie eindeutig Vegetarier und essen keine der friedlichen Tiere. Ein sehr schönes Argument gegen die heutige Fleischfresserei und die Tierquälerei in den Massentierhaltungen. Dumm nur, dass Gott Eva unübersehbar nur deshalb schuf, damit Adam was zu spielen hatte. Was die emanzipierte Autorin gar nicht gut findet, obwohl sie sich alle Mühe gibt, das Frauenbild der Bibel zu verstehen – samt Haus- und Kleiderordnung.

Auf so eine Idee kann nur eine kluge Frau kommen. Denn auf einmal merkt man: Dazu hat die Bibel wirklich nicht viel zu sagen. Weil Frauen nicht viel zu sagen hatten in biblischen Zeiten, sondern sich um Haus und Herd zu kümmern hatten. Die Fundamentalisten unter den Christen  glauben das noch heute. Verständlich, dass die kritisch fragende Autorin immer wieder den Kopf schütteln  muss: Nein, das ist nicht ihres. Da gibt es zwar Spiritualität und Gemeinschaft – aber wenn gleichzeitig noch Sexismus, Rassismus, gar Antisemitismus und andere Dummheiten aus dem fundamentalistischen Giftschrank gepflegt werden, dann kann Lisa nicht zustimmen.

Und das auf eine herzhaft burschikose Weise. Mal schreibt sie einen Brief an Gott und erwartet natürlich – wenn schon keine schriftliche Antwort – dann doch wenigstens ein Zeichen. Dann wieder zitiert sie die Bibel zum Thema Frau – und fühlt sich an ein nordkoreanisches Arbeitslager erinnert. Und auch mit den 10 Geboten beschäftigt sie sich gründlich – versucht sie aber nicht mit theologischer Finesse in die Gegenwart umzudeuten, wie es einige Theologen heute immer noch zu gern tun. Ganz davon zu schweigen, dass sie nicht glaubt, dass die Juden zu Moses’ Zeit noch keine ordentlichen Gebote hatten und nicht wussten, wie man sich als zivilisiertes Volk benimmt.

Die Hälfte der Gebote kann sie einfach entsorgen, weil sie schlicht frauenfeindlich oder sklavenhalterisch sind. Oder redundant. Oder anmaßend. Sie schreibt lieber eine neue Liste mit neuen Geboten, die schon deshalb erstaunen, weil sie zeigen, was für eine Wucht wirklich moderne Gebote haben könnten, wenn man die alten endlich mal in der Geschichte lässt, wo sie hingehören. So eins zum Beispiel: „Du sollst niemanden versklaven, Menschen können kein Besitztum sein.“

Das trifft auch auf uns zu, die wir auf Kosten anderer Menschen leben, die für uns am anderen Ende der Welt schuften und zwar für einen Hungerlohn. Auch das ist Sklaverei.

Man lernt so einiges, wenn man mit Lisa Kaufmann so auf spirituelle Reise geht. Einfach Räucherstäbchen anzünden und ein bisschen Ommmm!-Singen ist mit ihr nicht. Sie lässt ihr Wissen um den Zustand der Welt nicht draußen, sondern nimmt es mit und misst jede einzelne Glaubensrichtung, die sie für sich prüft, an diesem Wissen und ihren Erwartungen an Menschlichkeit. Und so schön die Aufnahme jedes Mal ist – am Ende stellt sich immer wieder heraus: Leute, so geht es nicht.

Wer keine Konvertiten aufnimmt, wenn nicht auch deren Partner den Glauben wechseln, ist nicht wirklich tolerant. Wer Frauen und Homosexuelle nur am Katzentisch platzieren will, ist nicht tolerant.

Es ist schon erstaunlich: Das Wort Toleranz kommt eigentlich gar nicht vor. Aber Lisa Kaufmann erzählt die ganze Zeit davon. Auch von ihrem eigenen Versuch, Toleranz zu leben – etwa wenn sie sich wirklich ernsthaft mit Verschleierung, züchtigen Outfits und den veränderten Reaktionen anderer Leute darauf beschäftigt. Wer im „Burka-Streit“ wirklich glaubt, es gäbe nur schwarz und weiß, der sollte das Kapitel lesen.

Und wie ist es mit dem Jesus-Gebot: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“? Lisa Kaufmann versucht es mit einem waschechten Nazi – und merkt schnell, dass es der dümmste Gedanke ist, solchen Leuten auch noch die andere Wange hinzuhalten.

Sie geht also am Ende vor allem das christlich-protestantische Glaubensgebäude so kritisch an, wie man es als Gläubiger in der Regel nicht macht. Sie prüft und legt die ihr wichtigen moralischen Maßstäbe an. Was schon ein starkes Stück ist, denn gern verkaufen sich ja manche Kirchen heute als die einzigen Hüter der moralischen Maßstäbe. Und nun kommt diese junge Frau von draußen und stellt fest: Nee, da fehlt was. Das ist nicht wirklich das, was ich suche.

Statt ein Jahr der Antworten hat sie wieder ein Jahr voller Fragen bekommen. Vielleicht aber ist genau das die Antwort: Dass das Zweifeln für viele Menschen dazugehört. Zum Leben und zur Suche nach dem großen Einssein mit dem eigenen Leben. Wahrscheinlich geht es ohne die Rätsel und das Zweifeln gar nicht. Und: Das ist nichts Schlimmes. Auch nicht, wenn man eben nicht im Koran oder der Bibel die esoterischen Erlebnisse findet, sondern eher bei Toni Morrison oder Virginia Woolf. Nur weil diese Künstlerinnen ihre Werke nicht zum Heiligen Buch erklärt haben, erzählen sie eben doch vom menschlichen Dasein auf Erden. Von unseren Irrungen, Zweifeln und manchmal auch richtig spirituellen Momenten.

Am Ende bäckt Lisa Brot und erlebt die ganz einfachen Dinge als spirituell. Der Zweifel ist geblieben, Gott hat keine SMS geschickt. Aber der Leser hat eine herzhafte und fröhliche Suche miterlebt, wie sie eigentlich jeder erlebt, der wirklich auf die Suche geht nach dem Klang und der Wurzel des eigenen Lebens. Und am Ende findet man Stellen in der Bibel, die einen begeistern, ein Stück Musik, das einen vom Hocker haut – oder eine Liebe, die man nicht missen möchte. Manchmal auch einen schwarzen Hund, der einfach schon glücklich ist, wenn er am Bauch gekrault wird.

Lisa Kaufmann Warum ich für Gott backe und was mein Hund mit Hoffnung zu tun hat , Edition Chrismon, Leipzig 2016, 12,90 Euro.

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