Ohne Frauen ist auch die Luthersche Reformation nicht denkbar

„Wie weiblich ist die Reformation?“, fragt Caroline Vongries im Vorwort. Sie ist nicht die Erste, die sich diese Frage stellte. Und dann zwölf knappe und aussagekräftige Porträts von Frauen schrieb, die in der Reformationsgeschichte namhaft und nachweisbar sind. Und es sind nicht alle, betont sie selbst im Vorwort. Und macht damit etwas noch immer Überraschendes klar.
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Denn wer die Geschichtslehrbücher ganzer Generationen von Schülern in deutschen Landen durchblättert, der findet dort eine zu 99 Prozent von Männern gemachte Geschichte. Im doppelten Sinne. Denn Männer haben die Geschichte nach ihrem Bilde geschrieben und damit zum Standard gemacht. Und sie waren – wenn man diese Geschichtsdarstellungen so liest – immer auch die Macher und Helden der Geschichte.

Man staunt schon, wie tief die patriarchalische Sichtweise unser Geschichtsverständnis bis heute dominiert. Überall stehen die Prachtkerle im Mittelpunkt. Obwohl alle ganz genau wissen, dass die Hälfte der Geschichte immer weiblich war. Immer. Auch zu Luthers Zeiten.

Was schon 2014 eine bilderreiche Ausstellung auf der Burg Rochlitz sichtbar machte: „Eine starke Frauengeschichte. 500 Jahre Reformation“. Da begegneten die Besucher schon einigen der Frauengestalten, die in der üblichen Geschichtsbetrachtung stets als Anhängsel der berühmten Herren auftauchten – von Sibylle von Kleve über Herzogin Elisabeth von Sachsen (die in Rochlitz die Reformation schon einführte, als der bärtige Georg noch heftigster Luthergegner war) bis zu Christine von Hessen und Caritas Pirckheimer.

Da wurde dem Betrachter schon klar, wie sehr die Herren Geschichtsschreiber die Ereignisse redigiert haben und wieder nur Männerheldentaten berichteten. Erst mit der späten Aufmerksamkeit für Katharina von Bora und der Erkenntnis, dass die „entlaufene Nonne“ für Luther mehr war als nur ein emsiges Hausweib, wuchs so langsam die Ahnung, dass man vielleicht die Frauen zu Unrecht aus der Geschichte gestrichen hatte. Was auch dieses kleine Büchlein deutlich macht: Wenn man die Frauen aus der Reformationszeit herausnimmt, fällt das ganze Gebäude einfach in sich zusammen. Dann fehlen auf einmal auch mutige Fürstinnen, die die Reformation in ihrem Land vorantrieben, ihre Männer zum Nachdenken brachten, sie unterstützen und bestärkten, wenn die Zeiten widrig wurden. Und die Zeiten wurden immer wieder widrig.

Auch für die Frauen, die oft genug fliehen mussten, wenn die ergrimmten Herrschaften mit Feuer und Schwert anrückten.

Wozu sie ja bekanntlich auch griffen, wenn sie befürchteten, im Disput nicht standhalten zu können. So wie sie Jan Hus – gegen alle Zusagen auf sicheres Geleit – auf dem Scheiterhaufen verbrannten, was Anna von Frymberg, die Hus in Böhmen unterstützt hatte, zutiefst erzürnte – und das warf sie dem wortbrüchigen König auch öffentlich vor. Es ist so eine ganz typische Stelle, die einen daran erinnert, wie sehr die deutsche Geschichte vor allem von feigen Männern dominiert wurde, die immer dann, wenn Rückgrat und Gewissen gefragt waren, sich entweder hinter Befehlsgewalt, Papstsprüchen oder einer willkürlichen Staatsraison versteckten. Was dann in Geschichtsbüchern immer so klingt, als wären sie nur brave Erfüllungsgehilfen der einen höheren Notwendigkeit gewesen.

Noch deutlicher wird 100 Jahre nach Anna von Frymberg die „erste gedruckte protestantische Autorin“ Argula von Grumbach, als in Ingolstadt der 18-jährige Arsacius Seehofer mit Folter und Scheiterhaufen bedroht wird (Luthers Erzfeind Johannes Eck hat hier seine Finger im Spiel), damit er vor der versammelten Universität widerruft. Da schreibt die couragierte Frau, was für eine feige Bande diese Herren Professoren eigentlich sind: „Es ist leicht disputiert, so man nicht Schrift, sondern Gewalt brauchet. … Schämet ihr euch nicht? … Zeiget mir, wo es stehet, ihr hohen Meister! Ich finde an keinem Ort der Bibel, dass Christus oder seine Apostel und Propheten, eingekerkert, gebrennet und gemordet haben, oder das Land verboten.“

Das ist den Ketzerjägern aller Jahrhunderte ins Stammbuch geschrieben. Und es macht deutlich, mit wie viel Feigheit männliche Politik immer wieder durchwachsen war: Morden, Drohen, Foltern, mit Gewalt zum Abschwören bringen.

Und Argula war nicht die einzige, die so deutlich wurde und damit auch dem Lutherischen Anspruch Geltung verschaffte.

Und man denkt nach diesen zwölf Kurzporträts tatsächlich anders über das, was uns immer als gemachte Geschichte verkauft wurde. Auch darüber, wie verzerrt unsere Herrschaftsformen allesamt sind, weil sie vor allem feige und grausame Männer in Machtpositionen gespült haben, deren Moral und menschlicher Anstand Fähnchen im Wind waren. Man ahnt schon, wie viele alternative Wege der Geschichte dadurch verbaut wurden, wie männlicher Egoismus die Geschichte immer wieder ins Blutige, Kriegerische und Inquisitorische verzerrte. Die Ignoranz den Frauen gegenüber hat andere, friedlichere Wege der Geschichte immer verhindert. Bis heute. Es sind ja keine Frauen, die mit Giftgas und Atombomben drohen, sondern Männchen mit sehr rudimentären Moralvorstellungen.

Und es ist zumindest erhellend zu lesen, wie viel weibliches Selbstbewusstsein in der Reformation steckte – und dann doch ausgebremst wurde, sich einer (nun auf Luther beruhenden) Vorstellung von Familie beugen musste – obwohl Luthers Reform durchaus Fortschritte auch in der gesellschaftlichen Anerkennung der Frauen mit sich brachte. Aber gerade die exemplarisch ausgewählten Frauen zeigen: Da wäre schon damals mehr drin gewesen. Später sowieso. Und beendet ist diese ganze Falschgewichtung der Welt bis heute nicht. Die Frauen wirken auch deshalb so modern, weil sie in unserer heutigen Zeit genauso auffallen würden mit ihrem Wirken.

Und die Porträts mahnen eigentlich, dass Historiker anfangen sollten, ihre eigenen blinden Flecken wahrzunehmen. Da aber alle ihre Vorgänger das Wirken der Frauen immer wegretuschiert haben, gilt es, das Ignorierte wieder aus den Archiven zu holen und den Blick auf Geschichte rigoros zu ändern. Dann wird auch deutlicher, welche fatale Rolle männlicher Machbarkeitswahn immer wieder gespielt hat.

Caroline Vongries Frauen der Reformation, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2017, 5 Euro.

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