Peter Henkels „Schluss mit Luther“

Noch rollt der große Luther-Express, feiert die evangelische Kirche sich auf den Höhepunkt des 500-jährigen Jubiläums der Reformation zu. Hunderte Luther-Bücher sind erschienen, die den Theologen aus Wittenberg in der Regel glorifizieren, gar zum Vorkämpfer der Moderne und der Aufklärung machen. Nur: Augenscheinlich war Luther das gar nicht, stellt Peter Henkel fest.

Der Mann ist Journalist und hat das gemacht, was auch Journalisten meist nicht machen: die Primärquellen gelesen. Das, was Martin Luther selbst geschrieben hat, nicht das, was die Legende draus gemacht hat. Es ist ja alles verfügbar. Nur liest es selten einer, wie schon Fabian Vogt feststellte in seinem Büchlein „Luther für Eilige“. Aber mit „kurz & knackig“ geht der meiste Teil dessen, was Luther wirklich schrieb, verloren. Und er schrieb viel. Seine Streitschriften waren Bestseller. Sie wurden von den Lesekundigen in Deutschland und darüber hinaus regelrecht verschlungen. Aber das hat wohl weniger mit seiner Theologie zu tun, wie Peter Henkel feststellt. Die kennen selbst Pfarrer und Theologen oft nur rudimentär, in jenen groben Zügen, in denen sie sich deutlich von der katholischen Kirche absetzt. Die aber wollte Luther doch eigentlich reformieren, war es nicht so?

Die Antwort lautet wohl: nicht unbedingt. Jedenfalls nicht so, wie es heute verstanden wird. Man übersieht es nur so leicht, weil auch die evangelische Kirche lieber nicht so genau hinschaut. Denn wenn man Luthers Schriften dann doch mal genauer liest, dann wird ein Mann sichtbar, der sich ein sehr kompliziertes und in sich widersprüchliches Modell zusammengezimmert hat, wie man die Bibel und insbesondere Paulus verstehen muss. Der Rettungsgedanke, den ja auch Joachim Köhler in seinem Buch „Luther!“ so zentral gestaltet hat, ist überwältigend: Da findet Luther nach all den Selbstquälereien im Kloster endlich den Schlüssel, sich von seinem immerfort strafenden, ungnädigen und nur mit ständigen Bußübungen zu bezähmenden Gott zu befreien, entwirft das Bild eines gnädigen Gottes, dem man einzig aus innigem Glauben dienen muss – und dann macht er im Grunde alles wieder systematisch zunichte, weil er mit seiner Berufung auf die Bibel (sola scrittura) quasi den Teufel mit dem Beelzebub austreibt.

Denn wenn man die Heilige Schrift zum Maß aller Dinge macht, wird auch all der Blödsinn, der darin steht, wieder mit einem Heiligenschein umgeben. Dass die Bibel ganz und gar keine göttliche Verkündung ist, sondern die Arbeit von Generationen von Erzählern, Priestern und Korrektoren, haben nun 200 Jahre kritischer Quellenarbeit belegt. Heute weiß man tausend Mal mehr über Entstehung und Zeitschichten der Bibel als zu Luthers Zeit. Auch deshalb werden 90 Prozent der Bibel auch von Pfarrern, Theologen und Lehrern nie erwähnt, schon gar nicht im Original, das von Mord, Blutlust und Vernichtungseifer nur so strotzt. Und zwar nicht nur von Seiten biblischer Könige, Feldherren und Propheten, sondern auch von Gott selbst. Der ist – bis weit ins Neue Testament hinein – ein grimmer Wüterich. Ein Kerl, der augenscheinlich ein echtes Problem mit seinem Selbstbewusstsein hat.

Und diese Widersprüche tauchen allesamt auch bei Luther wieder auf. Eben noch waren auch die Forscher froh, in Luthers Biografie den erlösten und befreiten Mönch aus Erfurt gefunden zu haben – da bezeugen ausgerechnet seine Altersschriften, dass ihm sein Rettungsgedanke vom Leben allein aus Gnade und Glauben wohl doch nichts geholfen hat. Den strafenden, ungnädigen, wütenden Gott hat er augenscheinlich verinnerlicht. Und nicht nur in den Spätschriften über die Juden wütete er und forderte Tod und Vernichtung für die, die nicht bereit waren, sich seinem Gott unterzuordnen. Genauso radikal schrieb er auch gegen die Papstkirche, gegen die Bauern, gegen Abtrünnige seiner eigenen Lehre, gegen Frauen, den Humanisten Erasmus von Rotterdam, (andersgläubige) Fürsten und gegen Hexen.

Und zwar nicht in Nebensätzen. Seine Streit-Schriften sind echte Streitschriften, so grob und beleidigend, dass der Autor sich heute vor Klagen nicht retten könnte. Und das habe wohl eher wenig mit dem gern zitierten Grobianismus seiner Zeit zu tun, schreibt Peter Henkel in dieser Analyse, die selbst natürlich auch eine Streitschrift ist – oder eine Art Muntermacher in einem Friede-Freude-Eierkuchen-Jubiläum, in dem ein Luther gefeiert wird, den es so nie gegeben hat. Und wo über eine Fortexistenz des Luthertums diskutiert wird, als müsse man den Menschen nur noch emsiger erzählen, wie errettend die luthersche Reformationsidee noch heute ist.

Nur: Dummerweise helfen Luthers Schriften dabei überhaupt nicht. Denn darin begegnet der Leser einem Radikalen, der überhaupt nicht so argumentiert, als ruhe er in Gottes Hand, fühle sich in Gnade aufgenommen und hätte seinen Frieden gemacht mit Gott. Im Gegenteil: Er predigt so hemmungslos, dass man als Außenstehender, als Nicht-Gottgläubiger, schnell zu zweifeln beginnt, ob dieser Luther sich der Gnade und Menschenliebe seines Gottes überhaupt sicher ist. Denn sein Gott erscheint als einer, der seiner eigenen Schöpfung nicht vertraut. Und das, obwohl Luther ganz zentral dekretiert, dass der Mensch überhaupt nichts tun kann, um sich die Gnade Gottes zu erringen oder zu erkaufen – nicht mal durch gute Werke. Er ist von Anfang an ein Sünder. Was – so von außen betrachtet – natürlich der größte Bockmist aus der Bibel ist. Das kommt davon, wenn man alles, was da vor 2.500 Jahren zusammengeschrieben wurde, ernst nimmt. Eva, Adam, Apfel und Sündenfall sind ganz zentral in Luthers Botschaft. Die naiven Laien sehen dann immer nur Cranachs nettes nacktes Pärchen mit Apfel und Schlange – dass Luther hier aber den Teufel geradezu als Grundbaustein seiner Lehre einbaute, wird erst richtig klar, wenn man weiß, wie viele Texte Luther über das böse Werk und die Allgegenwart des Teufels geschrieben hat. Er wurde ihn zeitlebens nicht los.

Aus Henkels Perspektive logischer Schluss: Hier hat Luther – genauso wie bei seiner Hexen-Verdammung – den puren Aberglauben des Mittelalters mit eingebaut in sein Glaubensgebäude. Ohne den mächtigen und allgegenwärtigen Teufel gibt es seinen (gnädigen) Gott nicht. Und das Fatale: Er gab sich spätestens ab 1525 genauso kompromisslos wie die katholische Seite. Nach einem Feuerwerk der Schriften, mit denen er im Grunde das ganze Reich für seine Ideen zu einer Kirchenreform aufrüttelte, folgte nun eine Phase, die Henkel mit Luthers früher, depressiver Phase vergleicht. Auf einmal scheinen alle Ängste wieder da zu sein. Nur dass er den Furor jetzt nicht mehr gegen sich selbst richtet, sondern gegen alle die Abtrünnigen, Eigenmächtigen und Widerspenstigen, die nicht bereit sind, sich seiner Sicht auf die Dinge bedingungslos unterzuordnen. Sein Vokabular wirkt – gerade im Vergleich mit heutigem religiösem Fundamentalismus – radikal, aggressiv und tödlich.

Und Henkel ist sich sicher, dass all das, was Europa in den nächsten Jahrhunderten zerreißen sollte, genau hier seine Wurzeln hat. Der dreißigjährige Krieg hat in Luthers kompromissloser Haltung genauso seine Wurzeln wie der lang anhaltende Hexenwahn in Luthers gnadenloser Sicht auf Frauen und der Antisemitismus der Nazis seine Wurzeln in Luthers völlig undifferenziertem Judenhass. Denn er enthielt sich ja nicht einmal, konkrete Anweisungen zu geben, wie Juden entrechtet, gedemütigt und vertrieben werden sollten.

So agiert keiner, der seinen gnädigen Gott gefunden hat. Und schon gar nicht, wenn ein Kernpunkt seiner Theologie ist, dass jedem Menschen sein Schicksal vorbestimmt ist. Wenn aber Gott alles vorgibt (das nicht ganz unwichtige Thema: Ist Gott allmächtig?), dann ist jedweder Mensch entweder völlig unschuldig vor Gott und jeder Mensch, egal, was er glaubt, Gottes Kreatur – oder dieser Gott ist nicht allmächtig, nicht gnädig und nicht gut. Eher ein finsteres Abbild eines Theologen, der nicht daran glauben kann, dass er in Gottes Gnade lebt und die Welt von Gott gut bestellt ist.

Und das wirkt bis heute nach. Die lutherische Kirche kann genauso wenig von ihren Dogmen lassen wie die katholische. Und all die Widersprüche in Luthers Theologie (von denen Henkel nur die schlimmsten streift), machen die Kirche im Grunde sprachlos, was die Herausforderungen und die Nöte der Gegenwart betrifft.

Umso schlimmer, so Henkel, wenn ausgerechnet orthodoxe Christen den Atheisten erklären wollen, was heute eigentlich humanitäre Werte sind. Nicht einmal die zehn Gebote eignen sich dafür, denn schon das erste Gebot ist ein Gebot der Ausgrenzung.

Man merkt schon, dass Henkel diese Generalkritik am radikalen Luther aus konsequent atheistischer Sicht vollzieht. Wobei er betont, dass das Wort Atheist eigentlich falsch ist, denn es stammt ja ebenfalls aus dem theologischen Repertoire und bezeichnet die Ausgegrenzten, die Menschen, die keinen bzw. nicht den richtigen Gott haben.

Aber Vernunft braucht keine Götter. Sie braucht nicht einmal eine Gottesvorstellung, denn sie beschäftigt sich rational, kritisch und immer wieder fragend mit den Tatsachen unserer Welt und auch mit unseren ethischen Lebensvorstellungen. Denn bezähmt wurden die Religionsstreitereien und -kriege erst durch die Vernunft, durch moderne Konzepte der Toleranz, die man bei Luther einfach nicht findet. Und wo man sie findet, hat er sie später alle mit brachialer Sprachgewalt wieder beiseite gewischt. Möglich, so Henkel, dass Luthers Radikalität mit seiner Kindheit und seinen eigenen seelischen Nöten zu tun hat. Das hilft, Luther besser zu verstehen. Aber gerade das sollte einen auch davor bewahren, ihn als Säulenheiligen zu feiern und zu meinen, man könne die Folgen seiner Schriften ausblenden, irgendwie entschärfen, indem man sie als kleine Schatten in seinem Werk beschreibt. Daran, dass Luther gerade durch seine brachiale und kompromisslose Art auch Großes bewirkt hat und die europäische Geschichte ohne den von ihm ausgelösten Zeitenbruch nicht denkbar ist, ändert das nichts.

Aber gerade das 500-jährige Jubiläum zeigt, wie sehr Luther seinem Jahrhundert, eigentlich sogar dem abergläubischen und radikalen Mittelalter verhaftet ist. Ein Menschenleben gilt bei ihm nicht viel. Und eine Theologie der Toleranz hat er auch nicht geschaffen, auch wenn die evangelische Kirche gern eine hätte. Im Gegenteil: Gerade bei evangelikalen Christen lebt eine Menge der Lutherischen Intoleranz fort.

Kann man trotzdem etwas lernen von diesem Luther? – Vielleicht, wie man es nicht machen sollte, wenn man die Welt wirklich in einen besseren Ort verwandeln möchte. Mehr Gesprächsbereitschaft, mehr Respekt vor Andersdenkenden, mehr Gefühl auch für die Bereitschaft des intellektuellen Gegners, gemeinsame Lösungen zu finden. Mehr Souveränität also im Umgang mit Gottes Geschöpfen. Wenn Wut und Verachtung den Geist füllen, dann kommt genau das, was Erasmus von Rotterdam vorhersagte: ein Meer von Blut und eine Radikalisierung, die aus verstörten Gläubigen blutrünstige Gotteskrieger macht.

Das wäre ein Ansatzpunkt fürs Jubiläum gewesen. Denn was an Aufklärung, Moderne und Menschenrechten nach Luther kam, kam ganz ohne Luther, oft genug auch gegen seine Verfechter. Und es hat unsere Haltung zur Welt so radikal verändert, dass sich der von Teufeln geplagte Martin Luther wohl sehr fremd und einsam fühlen würde. Luther ein Freiheitsheld? Die Frage verneint Henkel und kann das auch gut begründen.

Peter Henkel Schluss mit Luther, Tectum Verlag, Baden-Baden 2017, 18,95 Euro.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

RezensionenMartin LutherStreitschrift
Print Friendly, PDF & Email
 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Belastungsprobe Corona: Wie gehen Ärzte und Pfleger mit dem Druck um?
Prof. Stengler. Foto: Christian Hüller

Foto: Christian Hüller

Für alle LeserSeit nunmehr knapp drei Wochen ist das öffentliche Leben, wie wir es kennen, massiv eingeschränkt. Die Krise ist für alle eine Belastung - auf dem einen oder anderen Wege. Isolation und fehlender sozialer Kontakt werden zur Belastungsprobe für die Psyche vieler Menschen. In den Krankenhäusern und Kliniken sieht man sich vor ganz anderen Herausforderungen. Unter welchem Druck stehen Ärzte und Pfleger/-innen? Wir haben mit Prof. Dr. med. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Parkklinikum Leipzig, gesprochen.
Die Bodenständigen: Der Blick der staunenden Soziologin auf die Mitte unserer Gesellschaft
Barbara Thériault: Die Bodenständigen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir haben ja an dieser Stelle schon etliche Bücher besprochen, deren Autor/-innen sich mit der viel beschworenen „Mitte“ beschäftigen – von der „Schweigenden Mitte“ bis zur „Enthemmten Mitte“. Jede/-r hat auf seine oder ihre Weise versucht, überhaupt erst einmal zu definieren, was sich hinter dieser schwammigen Masse eigentlich verbergen soll. Aber oft führt das geradezu in den Nebel. Anders als Barbara Thériaults ganz reale Erkundungen da, wo die Menschen tatsächlich leben. In Erfurt zum Beispiel.
Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.
Sachsens Ermittler werten die Beweismitel zum rechtsradikalen Versandhandel aus Leipzig noch aus
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserIm Februar machte die NDR-Reportage „STRG_F“ einmal wieder darauf aufmerksam, dass seit einigen Jahren ein Leipziger Kleinversand die Welt mit rassistischem und nationalistischem Schriftgut versorgt. „Der Schelm“ nennt sich dieser nationalsozialistische Versandhandel, der seit seiner Gründung antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Literatur versendet. In der Reportage wird als einer der Vertriebsmitarbeiter der ehemalige NPD-Stadtrat Enrico Böhm ausgemacht, stellte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel in ihrer Anfrage an die Staatsregierung dazu fest.
Wenn Wasservögel sich in Haken und Angelschnüren verfangen
Der gerettete Höckerschwan. Foto: NABU Leipzig

Foto: NABU Leipzig

Für alle LeserEigentlich denkt man sich ja, wenn man so vorbeiradelt an den Anglern an Fluss und See, dass sie wissen, was sie tun und dass sie ihr Besteck nach dem Angeln wieder einräumen und mitnehmen. Aber das ist bei einigen Zeitgenossen wohl nicht der Fall, wie der NABU Leipzig jetzt feststellen muss. Denn er findet immer wieder Angelhaken und Angelschnüre – und immer wieder verletzen sich auch die Wasservögel daran. Der Naturschutzbund appelliert an die Angler.
Wegen Corona: Bachfest 2020 in Leipzig abgesagt
Bachfest Leipzig 2017: Eröffnungskonzert mit dem Thomanerchor in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Für alle LeserDas war dann nur folgerichtig, denn auch im Juni werden die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden sein. Am Montag, 6. April, wurde das Bachfest 2020 abgesagt. Und weitere Feste auch in Leipzig werden folgen. Denn auch das Ende der rigiden Ausgangsbeschränkungen bedeutet nicht das Ende der Epidemie. Das Bachfest Leipzig 2020 entfällt aufgrund der COVID-19-Pandemie, teilte das Bach-Archiv Leipzig am Montag mit.
Die lakonischen Antworten des Oliver Schenk auf die Mutmaßungen eines Meißener AfD-Abgeordneten
Pegida Dresden am 1. Juli 2019 am Hauptbahnhof. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie sächsische AfD nimmt zwar auch gern an diversen Demonstrationen und Kundgebungen teil, gern auch an den PEGIDA-Spaziergängen in Dresden. Aber nur zu gern unterstellt die rechtslastige Partei den Gegendemonstranten dieser Veranstaltungen, sie wären gekauft. Gar von der sächsischen Staatsregierung. Eine Unterstellung, gegen die sich jetzt Oliver Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, mit sehr lakonischen Worten verwahrt.
Leipzig wäre bereit, 20 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen
Refugees Welcome. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Herz sitzt nun einmal links. Egal, was die neuen politischen Krawallmacher so erzählen, die so gern den Linksterrorismus beschwören und gleich mal alles, was aus ihrer harten und egozentrischen Sicht „links“ ist, mit verteufeln. Aber links bedeutet nun einmal auch Empathie mit den Schwächeren. Auch mit den Menschen, die in griechischen Flüchtlingslagern gestrandet sind. Den Kindern erst recht. Der Leipziger Stadtrat hat sich Ende März mit einer Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber wie steht die Stadtverwaltung dazu?
Philharmonie Leipzig erinnert mit Orchester-Video daran, wie überlebenswichtig Musik ist in dieser Zeit
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 3. April, hätte es in der Peterskirche eigentlich das große Carmina-Burana-Konzert der Philharmonie Leipzig zusammen mit dem Philharmonischen Chor, Solisten und MDR Kinderchor geben sollen. Das war – wie jedes dieser Konzerte – fast ausverkauft. Und musste natürlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden. Doch wie so viele Orchestermusiker in dieser Zeit wandten sich auch die Mitglieder der Philharmonie Leipzig mit einem berührenden Video an die Öffentlichkeit. Und es ging viral.
Wegbereiter. Wegbegleiter: Wie Paten, Stifter und Festivalintendanten begabten Musikern helfen beim Start
Heide Schwarzweller (Hrsg.): Wegbereiter. Wegbegleiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir alle erleben momentan surreale Zeiten, deren wirtschaftliche Folgen vor allem für eine Berufsgruppe spürbar real sind: Musiker“, schreibt uns Heide Schwarzweller, die nach Ende ihres Berufslebens einen innigen Wunsch in die Tat umsetzte: Sie hob einen Konzeptpreis für Musiknachwuchstalente ins Leben und benannte ihn nach Felix Mendelssohn Bartholdys begabter Schwester Fanny, die zu Lebzeiten nie die Chancen erhielt, die ihr Bruder hatte. Das Buch erzählt nicht nur von diesem Förderpreis.
Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise + Update
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.