So mitreißend und intensiv wie der erste Band der Trilogie

Mit „Zwischenland“ lässt Kathrin Wildenberger den intensiven Sommer 1990 wieder erstehen

Für alle LeserMit „Montagsnächte“ landete Kathrin Wildenberger 2007 einen Paukenschlag. Ihr erster Roman erschien damals noch im Plöttner Verlag. Mit ihrem Buch zeigte die junge Wahlleipzigerin, was für ein Romanstoff in diesem aufregenden Herbst 1989 in Leipzig steckte. Eigentlich war es das Buch einer ganzen jungen Generation, die von sich sagen konnte: Wir haben was erlebt. Und dann begann das lange Warten auf den nächsten Band.

Denn diese Geschichte um die junge Krankenschwester Ania, ihre Freunde, ihre Familie, soll eine Wende-Trilogie werden. An Band drei arbeite sie gerade, teilt die Autorin mit: Arbeitstitel „Unter Träumen“. „Montagsnächte“ war schon ein rauschhafter Roman. Einer, der seine Leser hineinzog in ein Feuerwerk der Emotionen. Was schon deshalb beeindruckte, weil nach all den Spaßromanen über den Mauerfall endlich eine Autorin ihre Helden, ihre Hoffnungen, Ängste und Verwirrungen ernst nahm und die Leipziger Ereignisse einmal nicht aus der Königs- oder Narrenperspektive beschrieb, sondern aus der junger Menschen, für die diese dicht gepackten Monate eine ganze Welt veränderten. Mit allen Konflikten und Unsicherheiten.

Und wo heute augenscheinlich jeder Depp schon am 8. Oktober 1989 wusste, was am Ende dabei rauskommen würde, schlüpfte Wildenberger mit viel Aufmerksamkeit noch einmal in all die Gefühle dieses turbulenten Herbstes –  und lässt ihre Heldinnen auch nicht ungeschoren davonkommen.

Es ist die Arroganz der vermeintlichen Sieger, die heute völlig zugetüncht hat, was damals passierte und auch ganze Familien zerriss, Freundschaften scheitern und Gewissheiten rutschen ließ – ein großartiger Moment und gleichzeitig ein tragischer.

Denn viele Hoffnungen, die den Herbst in Leipzig getragen hatten, zerplatzten im Folgejahr.

Ihr zweites Buch lässt Wildenberger mit dem Auftritt Helmut Kohls auf dem Leipziger Augustusplatz beginnen, dem Tag, an dem auch Ania ihren Traum von einer anderen, besseren DDR begraben muss. Der große Zug fuhr auf ein anderes Gleis. Das Volk entschied wieder. Wie gewohnt. Den zweiten Band der Trilogie hätte Kathrin Wildenberger also durchaus auch voller Melancholie schreiben können. Hat sie aber nicht. Das Leben geht weiter. Und in Leipzig zeichnet sich längst ab, dass die jungen Leute hier ihre Träume von einem einmal nicht fremdbestimmten Leben ganz bestimmt nicht begraben werden. Dazu sind die Heldinnen dieser Geschichte zu selbstbewusst. Und selbstbewusst heißt auch: Sie haben hohe Ansprüche an ihr Leben. Deswegen hat ja der Herbst ’89 sie auch so mitgerissen. Es war der größte Emanzipationsmoment, den die deutsche Geschichte seit 1945 erlebt hat. Und wer wirklich dabei war, weiß, dass hinter allen Diskussionen der unbändige Wunsch nach einem Leben ohne Bevormundung mit freien Entfaltungsmöglichkeiten für alle stand.

Und Ania nimmt das genauso ernst wie ihre kleine Schwester Brit und ihre Freundin Suse. Auch wenn erst einmal alles in Scherben geht. Denn dieser Sommer 1990, den Kathrin Wildenberger die Leser hier aus der Perspektive ihrer drei Heldinnen erleben lässt, ist ein Sommer der Brüche und der Abschiede. Ania verschlägt es aus der Ostvorstadt nach Süden, nach Connewitz, ganze 5 Minuten Weg entfernt von ihrer Arbeitsstelle, wo eine krebskranke Patientin für sie in diesem Sommer besondere Bedeutung gewinnt – eine von jenen starken Frauen aus der DDR-Zeit, die ihre Töchter zu Selbstbewusstsein erzogen. Es ist mit der ganzen Kohlmania so schnell vergessen worden, wie weiblich dieser Herbst 1989 gewesen war und dass es Autorinnen aus der DDR gewesen waren, die den Grundton gesetzt hatten – den hohen Anspruch an Würde, Ehrlichkeit und Gleichberechtigung. Zwei von ihnen zitiert Wildenberger. Und auf eine geht sie besonders ein, weil sie die wirklich berührenden Bücher zum Thema Emanzipation geschrieben hat: Maxi Wander.

Ania wird aus Maxi Wanders „Tagebücher und Briefe“ lesen an dem Tag, an dem ihre Patientin stirbt. Eine Stelle steht zentral auch für ihren Anspruch ans Schreiben: „Welchen Wert hätte ewiges Leben, ohne Spannungen, ohne Widersprüche, ohne Anfang und Ende?“ Das schrieb Maxi Wander kurz vor ihrem Tod. Und es ist die ganze Zeit gegenwärtig, während Anias Abenteuer mit dem russischen Maler Sascha und dem Reporter Alex aus Westberlin abrollen, mit denen sie ihre größte Freude nach dem Verlust von Bernd erlebt, der sie im ersten Teil begleitete. Ein Träumer – auch er, einer, der hohe Maßstäbe anlegt an alles, was jetzt passiert. Und dann aufbricht in die unbekannte weite Welt. Hätte Ania ihn begleiten sollen? Sie weiß es nicht.

Sonst sind es ja die Männer, die von unerreichbaren Frauen träumen. Aber augenscheinlich sehen Frauen ganz ähnlich auf die Männer, die ihnen wichtig sind. Und deren Fortgang sie zerreißt. Man trägt seine Liebe mit sich und leidet darunter, wenn nichts geklärt ist. Was im Fall von Brits und Suses Freunden eher an den Männern liegt. Was eben noch verlässlich und vertraut war, zerbricht. Brit schmeißt die Schule, Suse verlässt von heute auf morgen die heile Welt, die sie nach der Flucht in den Westen gefunden zu haben glaubte. Und was Alex treibt, bekommt Ania auch erst spät mit – auf einmal ist sie mitten im Zentrum einer Geschichte, von der sie nicht recht weiß, was sie davon halten soll.

Aber so beiläufig ist natürlich auch dieses Connewitz im Sommer 1990 Zentrum der Geschichte – ein Ort, an dem all die verrückten Ideen ausprobiert werden konnten, die die jungen Menschen umtrieben – Ideen, von denen Leipzig noch lange zehren würde. Lange über diesen Sommer im „Zwischenland“ hinaus, in dem die D-Mark über den Osten kam und sich die drei Heldinnen erstmals eine Reise nach Paris gönnten und die Nazis mit ihren Überfällen auf Connewitz begannen. Man ist mittendrin im Auf und Ab der Gefühle der drei Mädchen und ihren resoluten Entschlüssen, wenn es darum geht, unaushaltbare Zustände zu ändern. Es zeichnet sich ja längst ab, dass sie ihre persönlichen Vorstellungen von Freiheit und Selbstbestimmung im eigenen Leben umsetzen müssen – und das wird nicht leichter werden, denn die Freiräume, die sich die jungen Menschen in Leipzig in diesem Moment der Ungewissheiten erobert haben, werden nicht bleiben. Man weiß es ja längst. Auch wenn dieser Band jetzt mit dem 3. Oktober 1990 endet und mit Maxi Wanders Zeilen über den Tod und seine so wichtige und sinnstiftende Rolle in unserem Leben. Denn wirklich intensiv wird es nur, weil wir uns seiner Vergänglichkeit und Endlichkeit bewusst werden – nämlich immer dann, wenn wir Menschen verlieren, die uns wichtig sind. Menschen, deren Verlust uns zerreißt.

Auch das hat die Friedliche Revolution in Leipzig so intensiv gemacht – die Frage nach dem Sinn eines selbstgestalteten (und eben nicht fremdbestimmten) Lebens, nach dem Wert, den wir uns selbst und unseren Mitmenschen beimessen. Kathrin Wildenberger gehört zu der Generation junger Frauen, die mit Maxi Wander aufgewachsen sind. Und den Anspruch lässt sie auch dieses Buch durchziehen. Es geht nicht wirklich um Freiheit, auch wenn es der Klappentext suggeriert und nicht nur die drei Heldinnen den richtigen Weg zu einem Leben suchen, zu dem sie sich bekennen können. Es geht vielmehr um ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben. Das durchzieht alle drei Lebensläufe in diesem Sommer. Und nicht nur die. Es geht um Offenheit und Ehrlichkeit – und auch darum, dass das nicht vor tiefer Verletztheit und Enttäuschung bewahrt. Wie im richtigen Leben eben. Und das ist wohl das Schönste: Es sind richtige lebendige Frauen, die Wildenberger agieren lässt, offen für alles, was auf sie zukommt, resolut in ihren Entschlüssen und genauso verwirrt wie unsereins, wenn die Dinge sich doch nicht wie erwartet entwickeln. Denn trotz aller Vorentscheidungen war dieser Sommer im „Zwischenland“ auch ein Sommer der Hoffnungen und der Träume. Alles war offen.

Und alles ist auch nach dem letzten Kapitel offen. Vielleicht dauert’s ja bis zum dritten Band der Trilogie nicht so lange.

Den ersten Band – „Montagsnächte“ – hat der Verlag duotincta auch wieder aufgelegt. Wer die Geschichte also noch nicht kennt, kann mit Kathrin Wildenberger noch einmal komplett eintauchen in die aufwühlende Zeit zwischen Oktober 1989 und Oktober 1990. Und wer damals jung war, wird sich in vielem bestimmt wiedererkennen. Und wer sich nicht wiedererkennt – der war damals schon nicht mehr jung.

Kathrin Wildenberger Zwischenland, Verlag duotincta, Berlin 2018, 17 Euro.

RezensionenRoman
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wann bekommt Sachsen endlich ein Artenschutzgesetz wie Bayern?
Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserMuss es erst eine krachende Wahlniederlage für die Regierungspartei geben, damit in Sachsen endlich eine Politik gemacht wird, die das Land vor Schaden schützt? Wolfram Günther, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, hat da so eine Ahnung. Das große Vorbild für Sachsens CDU war ja immer Bayern. Und dort wurde jetzt ein dickes Artenschutzpaket beschlossen. Dem war ein starkes Volksbegehren vorausgegangen.
Energiepark Bad Lauchstädt darf Antrag für das 7. Energieforschungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums stellen
Untergrundgasspeicher Bad Lauchstädt. Foto: VNG / Torsten Proß

Foto: VNG / Torsten Proß

Für alle LeserBundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am Donnerstag, 18. Juli, die 20 Sieger des Wettbewerbs „Reallabor der Energiewende“ im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung bekannt gegeben. Mit der Bekanntgabe ist auch eine Projektförderung von insgesamt 100 Millionen Euro vorgesehen. Darunter ist auch ein ganz zentrales Projekt im Raum Leipzig, an dem die VNG beteiligt ist, der „Energiepark Bad Lauchstädt“. Ein Baustein für eine Zukunft ohne Kohle.
Sorben und Umweltverbände kämpfen gemeinsam um den Erhalt des vom Bergbau bedrohten Dorfes in der Lausitz
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserDer Kohleausstieg bis 2038 steht zwar fest. Aber etliche Kohlemeiler werden schon vorher endgültig vom Netz gehen. Kein einziger Kohletagebau braucht auch nur noch die Kohlemengen, die jetzt schon genehmigt sind. Kein einziges Dorf müsste mehr leergezogen werden. Aber trotzdem schaut Sachsens Regierung achselzuckend zu, wie Dörfer wie Mühlrose und Pödelwitz völlig mutwillig für einen unsinnigen Abriss leergeräumt werden sollen. Am Donnerstag, 18. Juli, gab’s deshalb die „Mühlroser Erklärung“.
Menschen werden wütend, wenn sie abgeschrieben werden
Naomi Klein: Gegen Trump. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGehen wir also in Teil 3 dieses Nachdenkens zurück zum Interview des Deutschlandfunk Kultur mit der Soziologin Cornelia Koppetsch, die eben nicht nur sagte: „Und es müsste letztlich eine Sprache entwickelt werden, mit der man die Phänomene, die momentan mit Kategorien der AfD diskutiert werden, sprachlich neu besetzt ...“, wie es der Deutschlandfunk kurz zusammenfasst. Sie hat auch ganz am Ende festgestellt, wo die große Leere bei unseren heutigen sozialen Demokraten ist.
Warum der Sachsen-Monitor die Frage nach der Gerechtigkeit auf seltsame Art umschifft
Ursachen der Ungerechtigkerit aus Sicht der Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Grafik: Freistaat Sachsen, Sachsen-Monitor 2018

Für alle Leser2014 kam die SPD wieder in die sächsische Regierung. Zu den Dingen, die sie schnell umsetzen konnte, gehört die Umsetzung des Sachsen-Monitors, mit dem seit 2016 die Befindlichkeiten der Sachsen, ihre Haltung zur Demokratie und zur Regierung abgefragt werden. Aber an einer Stelle hat der Monitor ein riesiges Loch.
Warum nicht nur AfD-Wähler in der Angstfalle stecken
Hamster im Laufrad. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWenn man so durch die üblichen großen und privaten und öffentlichen Medien blättert, staunt man immer wieder, wie die dortigen Kollegen doch immer mal wieder zurückkommen an den Startpunkt, den Roten Faden erwischen, und dann beim nächsten Zirkus-Geschmetter wieder fröhlich zum nächsten Thema flattern und alles wieder zu vergessen scheinen. Der Deutschlandfunk Kultur hatte am 6. Juli so einen kleinen Lichtblick.
Bei Nacht und Nebel
#Sogehtsächsisch 2019: Abschiebungen, Inhumanität und Gehorsam auf Befehl. Protstdemo vom 10. Juli 2019 an der Hildgardstraße. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie deutsche Mehrheitsgesellschaft bemerkt es nicht wirklich, doch es verschwinden Menschen in diesem Land. Über Nacht, einfach so, auf behördliche Anweisungen hin von der Polizei zum Flughafen gebracht und quer durch Europa verschickt. Eine Situation, die viele nicht sehen wollen, die gleich mehrere Perspektiven auf unsere Gesellschaft, unsere Europäischen Nachbarn, aber vor allem auf die betroffenen Menschen verlangt.Ein erster Einblick in die LEIPZIGER ZEITUNG, Ausgabe 69, seit 19. Juli 2019 im Handel.
Die Leipziger Wahlbeteiligung war seit 1994 nicht mehr so hoch
Wahlbeteiligung zur Stadtratswahl am 26. Mai. Grafik: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Grafik: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Für alle LeserWenn die Wahlen am 26. Mai etwas gezeigt haben, dann das: Gleichgültigkeit wird in einer Demokratie bestraft. Dann kommen Parteien wie die AfD auf und drohen den Laden aufzumischen. Mit der Unterstützung von Wählern, die von der vorher herrschenden Gleichgültigkeit die Nase voll haben und wollen, dass Dinge anders passieren. Und das bringt auch die anderen Parteien dazu, endlich munterer zu werden. Seit 1990 gab es keine so politische Stadtratswahl in Leipzig wie diese.
Ost-Passage-Theater zeigt zum Spielzeitfinale eine performative Kunstinstallation zur Waffenverbotszone
Das „Ost-Passage-Theater“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie erste Spielzeit ist geschafft. Das kleine ambitionierte Theater hat sich etabliert im Leipziger Osten, mittendrin in jenem Gebiet, von dem sächsische Innenminister glauben, dass es hier so gefährlich ist wie nirgendwo sonst in Sachsen. Das im Kuppelbau des ehemaligen Kinos gelegene Nachbarschaftstheater in der Konradstraße 27, das einige Leipzigerinnen und Leipziger noch als „Lichtschauspielhaus“ kennen sollten, beendet seine erste Spielzeit.
Wie zwei Umweltschutzbehörden meinten, sie seien für den Umweltschutz gar nicht zuständig
Baumfällungen im Kanitzsch. Foto: NuKLA e.V.

Foto: NuKLA e.V.

Für alle LeserIm Februar berichteten wir an dieser Stelle über die Baumfällungen in der Leipziger Nordwestaue. Mitten im Landschaftsschutzgebiet Leipziger Auensystem fällte der Staatsbetrieb Sachsenforst einige hundert wertvoller Bäume. Durfte der das? Da war sich der NuKLA e. V., der die Baumfällungen angezeigt hat, ziemlich sicher: Nein. Durfte er nicht. Auch wenn das in Sachsens Behörden ein bisschen anders gesehen wird. Auch in Leipzig.
Der „Cicero“-Plausch in der Staatskanzlei war tatsächlich eine ganz besondere Extrawurst
Michael Kretschmer bei der Schüler-Klimakonferenz in Leipzig. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle Leser„Bekommen demnächst alle Medienunternehmen kostenlos einen Veranstaltungsraum in Sachsens Staatskanzlei?“, fragt Antje Feiks, medienpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, mit einem gewissen Hintersinn. Denn als am 23. Juni in Dresden ein „Foyergespräch“ der Zeitschrift „Cicero“ zum Thema „Was ist heute konservativ“ stattfand, war der Veranstaltungsort ein ganz besonderer: die Sächsische Staatskanzlei.
Die Einladung Gregor Gysis für den 9. Oktober und die Frage nach unserer Erinnerungskultur
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn derzeit ein Streit darüber entbrennt, ob es Herrn Gregor Gysi gestattet sein soll, zu einer Festveranstaltung am 9. Oktober eine Rede zu halten, dann geht es doch nicht darum, Herrn Gysi zu verbieten, sich öffentlich zu äußern. Die Möglichkeiten dazu sind für ihn vielfältig und werden von ihm verständlicherweise auch gern wahrgenommen. Sie reichen vom Predigtdienst in der Leipziger Michaeliskirche über Interviews und Veröffentlichung seiner Biographie bis hin zu vielfältigen Auftritten in diversen Talkshows. Und dagegen gibt es auch keinen nennenswerten Widerstand.
BUND Leipzig beendet die Kampagne „Leipzig steigt aus“, misstraut aber dem Hintertürchen
BUND-Demo am 2. Juli vorm Sitz der Stadtwerke Leipzig. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserAm 5. Juli erläuterten OBM Burkhard Jung und Stadtwerke-Geschäftsführer Karsten Rogall, wie der Ausstieg Leipzigs aus der Fernwärmeversorgung durch das Kohlekraftwerk Lippendorf bis 2023 aussehen soll. Technisch ist das machbar. Für den BUND Leipzig sind damit die Weichen gestellt für den Ausstieg. Deswegen beendet er jetzt seine Kampagne „Leipzig steigt aus“, teilt der Umweltbund mit.
Simsonplatz statt Connewitz: Bislang größter Protest gegen rechtsradikalen ADPM + Video
André Poggenburg bei seiner Rede. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs war ein Tag voller Überraschungen. Erst hieß es noch - alle nach Connewitz zum Gegenprotest, dann verkündete die Stadt, dass die Versammlung der rechtsradikalen Partei ADPM nicht wie geplant in Connewitz stattfinden darf. Kurz darauf rief das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ dazu auf, nicht gegen die Kundgebung auf dem Simsonplatz zu demonstrieren, um keine Bühne für André Poggenburgs Splitterpartei zu bieten. Und am Ende wurde es mit 500 teilnehmenden Personen trotzdem der bislang größte Protest.
Gastkommentar von Christian Wolff: Können 25 % der Sachsen wirklich so bescheuert sein, AfD zu wählen?
Eine nicht von allen geliebte Partei ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFassen wir kurz zusammen: Die AfD profiliert sich in diesen Tagen als die Partei, in der Rechtsradikale, Neonazis, Rechtsnationalisten ein neues Zuhause gefunden haben und den Kurs der Partei bestimmen. Dieser Klärungsprozess geht nicht ganz reibungslos über die Bühne – aber dennoch sind die Konturen mehr als deutlich. Bis heute musste keiner derer, die man aus der AfD ausschließen wollte, tatsächlich die Partei verlassen: weder der Antisemit Wolfgang Gedeon, noch Doris von Sayn-Wittgenstein, noch Björn Höcke.