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Roman

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Martin Gross: Ein Winter in Jakuschevsk. Foto: Ralf Julke

Ein Winter in Jakuschevsk: Warum ein Tagebuch über eine weit zurückliegende Russlandreise auch vieles über das Russland von heute erzählt

Ein „Buch der Stunde“ nennt es der Verlag, und das ist in gewisser Weise auch, was Martin Gross mit dieser Wintergeschichte aus den Tiefen Sibiriens vorgelegt hat. Einer Geschichte, die auf eigenen Erlebnissen basiert. Denn in jenen Jahren, als Russland von Jelzin zu Putin wechselte, war er tatsächlich dort, um wissenschaftliche Projekte mit russischen Partnern […]

Kathrin Wildenberger: Unter Träumen. Foto: Ralf Julke

Unter Träumen: Im dritten Band ihrer Trilogie erzählt Kathrin Wildenberger, was von den Montagsnächten geblieben ist

2007 erschien der erste Roman Kathrin Wildenbergers aus ihrer „Montagsnächte“-Trilogie: „Montagsnächte“. Bis zum zweiten Band „Zwischenland“ mussten ihre Leser/-innen elf Jahre warten. Er erschien 2018, gleich mit der Ankündigung, dass die Leipziger Autorin auch schon am dritten Band sitzt, der seinen Titel schon hatte: „Unter Träumen“. Und dann brauchte es doch noch vier Jahre Geduld […]

Eskandar Abadi:_ Aus dem Leben eines Blindgängers. Foto: Ralf Julke

Aus dem Leben eines Blindgängers: Eskandar Abadis Roman über eine Jugend im Iran und eine Revolution, die ihre Kinder fraß

Es ist eine bittere Erfahrung, die nicht nur europäische Revolutionäre machen mussten und die der französische Rechtsanwalt Pierre Vergniaud in die Worte packte „Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder“, kurz bevor er selbst auf dem Schafott hingerichtet wurde. Revolution um Revolution hat diese Worte inzwischen bestätigt – die russische genauso wie […]

Jan Bratenstein: Alles Arschlöcher überall. Foto: Ralf Julke

Alles Arschlöcher überall: Jan Bratensteins Geschichte über eine Kneipe, wie sie überall existieren könnte in so mancher deutschen Provinz

Das Nest könnte sich fast überall in Deutschland befinden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo im Osten liegt, recht groß ist. In gewisser Weise ist es auch recht typisch, eins von diesen kleinen Städtchen, in denen kleine Jazzkonzerte eher nur sporadisch stattfinden. Und wenn sie aus sind, sucht ein angereister Klarinettist wie Tom Peter […]

Boris Hoge-Benteler: Sonnenstadt. Foto: Ralf Julke

Sonnenstadt: Ein verstörender Roman über das Fremdsein im eigenen Leben

Manchmal erzählen Romane eine Wahrheit, die man eigentlich nicht hören möchte. Eine Wahrheit über eine Gesellschaft, in der sich viele Menschen nicht (mehr) zurechtfinden, sich hilflos und haltlos fühlen und keinen Sinn in ihr Leben bekommen. Nicht jedes Leben wird von selbst zu einem großen Abenteuer. Es ist die andere Seite der Freiheit, die, wo […]

Lothar Becker: Als Großvater im Jahr 1927 mit einer Bombe in den Dorfbach sprang, um die Weltrevolution in Gang zu setzen. Foto: Ralf Julke

Die Bombe und die Parteidisziplin: Lothar Beckers Roman über Großvater, der die Weltrevolution in Gang setzen wollte

Es war einer der Buchtitel, die man zum Lese-Festival „weiter:lesen22“ erleben konnte. Und natürlich die mögliche Bekanntschaft mit einem echten Satiriker aus Sachsen. Und natürlich einem Buch, das wie kaum ein zweites in letzter Zeit die Tragik einer völlig entgleisten Weltanschauung thematisiert. Dabei war es einst so ein schöner Traum, mit der Weltrevolution überall Gerechtigkeit […]

Carl-Christian Elze: Freudenberg. Foto: Ralf Julke

Freudenberg: Das fatale Leben des sprachlosen jungen F.

Es ist eine verflixte Geschichte, auch eine tragische, die Carl-Christian Elze in seinem Romandebüt erzählt. Und es ist nicht die Geschichte, die der Klappentext verspricht – die Geschichte eines „fast erwachsenen Kindes“ und seines Wunsches „ein anderer zu sein“. Klar, den Wunsch haben viele, wenn sie 17 sind. Aber eigentlich steckt eine andere Frage dahinter. […]

Benedikt Feiten: Leiden Centraal. Foto: Ralf Julke

Leiden Centraal: Ein Beinahe-Kriminalroman mit drei sehr einsamen Protagonisten

Andere Verlage hätten diesem neuen Buch des Münchner Autors Benedikt Feiten ganz sicher das Label „Kriminalroman“ verpasst. Denn natürlich ist es von der Struktur her einer, wenn auch ein verblüffend moderner. Denn eine IT-Forensikerin gehört noch längst nicht zum Repertoire der gestandenen Autoren des Krimigenres. Mit Valerie hat Benedikt Feiten aber genau eine solche ins […]

Domenico Müllensiefen: Aus unseren Feuern. Foto: Ralf Julke

Aus unseren Feuern: Ein Roman aus der Welt außerhalb der deutsche Wohlfühlblase

Der Verlag war gleich ganz forsch und stellte Domenico Müllensiefens Roman in die Tradition von Wolfgang Hilbig und Clemens Meyer. Aber vielleicht hat er damit sogar recht. Denn diese Tradition enthält ein Erzählgenre, das in der vom seelengeschwängerten deutschen Mittelstandsroman dominierten „hohen“ Literatur nicht vorkommt: die Welt der Underdogs, die gar keine Zeit haben für […]

Oliver Teutsch: Die Akte Klabautermann. Foto: Ralf Julke

Die Akte Klabautermann: Die Geschichte eines beinahe nicht geschriebenen Welt-Bestsellers

Schreiben kann man nur aus Betroffenheit. So falsch war der Riecher von Johannes R. Becher nicht, als er 1946 im kriegszerstörten Berlin ausgerechnet Hans Fallada die Gestapo-Akte zu Elisa und Otto Hampel in die Hand drückte, um aus dem Leben und dem Sterben dieser beiden den ersten großen deutschen Nachkriegsroman zu machen. Ein Roman, der nach dem frühen Tod von Hans Fallada zwar zum Bestseller wurde, seinen tatsächlichen Siegeszug um die Welt aber erst 2009 antrat.

Ralph Grüneberger: Lisa, siebzehn, alleinerzogen. Cover: Gmeiner Verlag

Lisa, siebzehn, alleinerzogen: Worum es im fernen Jahr 1991 tatsächlich ging

Geschichte lässt einen nicht los, die eigene schon gar nicht. Und: „... die Vergangenheit ist Vergangenheit – und nicht vorbei“, zitiert Ralph Grüneberger seinen Schriftstellerkollegen Friedrich Christian Delius im Leitspruch für dieses Buch. Und irgendwann muss das alles erzählt werden. Und wenn es 30 Jahre dauert und die Corona-Auszeit endlich die Ruhe verschafft, die Geschichte zu Ende zu erzählen. Dabei geht es um mehr als die 17-jährige Lisa.

Maximilian Zech: Aus einer Zeit. Foto: Ralf Julke

Aus einer Zeit: Maximilian Zechs Roman über einen jungen Arzt, der sich selbst abhanden kam

Wird das noch ein Roman? Kann das noch ein Roman werden? Da passiert doch gar nichts im Leben von Matthias Bode, der in der beschaulichen Universitätsstadt Göttingen seiner Arbeit nachgeht, Schicht um Schicht ableistet, auch wie selbstverständlich die Feiertage und Sonntage der Kolleg/-innen übernimmt. Aber gerade deshalb ist Maximilian Zechs erster Roman eine Geschichte, die typisch ist für unsere Zeit – eine Geschichte der stillen Angst, das eigene Leben zu leben. Und eine zutiefst ostdeutsche Geschichte.

Cornelia Lotter: Der Himmel über den Mauern. Foto: Ralf Julke

Der Himmel über den Mauern: Das Wehrmachtsgefängnis Torgau, der Jugendwerkhof und die langen Schatten einer gewalttätigen Vergangenheit

Wie „frisch“ ist eigentlich Geschichte? Wie sehr wirkt sie nach in unserer Gegenwart? Wie prägt sie unser Denken und Handeln? Das sind die Fragen, die die Leipziger Autorin Cornelia Lotter immer mehr interessieren, seit sie sich intensiver mit den Zeugnissen von Zwang, Gewalt und Entrechtung im Leipziger Stadtraum beschäftigt. Nicht ahnend, dass sie von der ehemaligen Arbeits- und Verwahranstalt in der Riebeckstraße 63 auch noch ins nahe Torgau gelangen würde, wo staatliche Repressionsanstalten eine 200-jährige Geschichte haben. Der Jugendwerkhof war in der DDR nicht nur legendär – er war eine Drohkulisse. Und für die dort Eingesperrten ein Trauma fürs Leben.

Der makedonische Offizier: Eine Fragment gebliebene Stalin-Parabel und die „aussätzigen“ Jahre des Andrej Platonow

Man soll Bücher nicht durcheinander lesen. Natürlich soll man Bücher durcheinander lesen. Dann kommt es nämlich zu Begegnungen der unheimlichen Art. Und es kommt zusammen, was zusammengehört, auch wenn man es vorher nicht zusammengedacht hat: die Hexenprozesse in Salem, die puritanische Intoleranz, die Zensurpraxis in der DDR und der intolerante Wahnsinn des Stalinismus, dem auch die besten russischen Autoren zum Opfer fielen.

Markus Thielemann: Zwischen den Kiefern. Foto: Ralf Julke

Zwischen den Kiefern: Ein Roman über die ganz und gar nicht verlockende Wildnis unter der dünnen Haut unserer Zivilisation

Es sieht – auf den ersten Blick – etwas unscheinbar aus, nicht so wie der Roman zum wichtigsten Thema der Zeit. Und nein: das wichtigste Thema ist nicht die Corona-Pandemie. Auch wenn es einige Selberdenker glauben und sich benehmen wie Quengelkinder, die ihren Willen nicht bekommen. Das wichtigste Thema ist unser Überleben. Und die Zeichen stehen gar nicht gut. Denn auf das, was da auf uns zukommt, sind wir nicht vorbereitet. Ein Roman wie ein Gedankenexperiment.

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