Walter Christian Steinbach erinnert sich

Eine Mark für Espenhain und was die Friedliche Revolution mit den rußenden Schloten im Leipziger Südraum zu tun hat

Für alle LeserDieses Buch ist etwas für all jene Tagträumer, die glauben, früher sei alles besser gewesen. Irgendwie neigen ja viele Menschen dazu, die Vergangenheit zu verklären und die Gegenwart für fürchterlich zu halten. Doch als Walter Christian Steinbach als Pfarrer in Rötha das Christliche Umweltseminar gründete, war der Leipziger Süden eine Mondlandschaft. Und darüber wälzten sich dicke Wolken aus Ruß, Asche und Schwefel. Eine apokalyptische Landschaft.

Und eine Landschaft, in der die Menschen Jahre früher starben als anderswo – an Staublungen, an Krebs. Nirgendwo konnte man besser sehen, wie die Wirtschaft der DDR heruntergewirtschaftet war und wie Landschaften, Städte und Dörfer darunter litten. Nicht ohne Grund wurden Umweltdaten in der DDR zum Staatsgeheimnis erklärt. Man hatte zwar eins der modernsten Umweltgesetze der Welt – aber die Wirklichkeit sah anders aus.

Und Tatsache ist: Man hat nie die Kurve gekriegt. Gerade dann, als Erich Honecker die DDR-Wirtschaft zu einer der wachstumsstärksten auf Erden erklärte, wurden die alten Fabriken auf Verschleiß gefahren, konnte die DDR die nötigen Devisen durch Exporte nicht mehr erwirtschaften. Schon Mitte der 1980er Jahre drohte der Kollaps in der Energiewirtschaft des Landes. Eher ist es ein Wunder – oder wohl besser Zeichen eines unvergleichlichen Improvisationstalents – dass diese veralteten Fabriken überhaupt noch bis 1989 und 1990 durchhielten.

Und das Erstaunliche ist: Die großen Wirtschaftslenker wussten es. Die Erfahrung machte Christian Walter Steinbach mit seinen Mitstreitern aus dem Christlichen Umweltseminar Rötha nach zwei Eingaben an die Staatsspitze, denn die Gesprächspartner, die sie dann bekamen, gestanden im Grunde ein, dass dem Land längst die Puste ausging und keine Reserve mehr da war, die verschlissenen Anlagen in der Kohleverarbeitung von Espenhain zu erneuern.

Und dass die derart auf Verschleiß gefahren wurden, hatte mit der Erdölkrise in den 1970er Jahren zu tun, als auch die Sowjetunion ihre Erdölpreise für die „Bruderländer“ massiv erhöhte – die DDR musste praktisch über Nacht ihre komplette Wirtschaft wieder von Erdöl auf Kohle umstellen – und eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit nahm ihren Lauf. Und das ohne irgendwelche Kapazitäten, die alten Anlagen aus den 1930er Jahren zu erneuern.

Wer diese Fabriken in Arbeit erlebte, watete durch Ruß und Asche, die sich fortwährend auf Straßen und Plätzen ablagerten. Selbst im etwas entfernteren Leipzig hängte man Wäsche besser nicht zum Trocknen ins Freie.

Aber die Verschmutzungsdaten waren genauso geheim wie die Erkrankungsdaten. Pseudokrupp war auch bei Leipziger Kindern ein verbreitetes Phänomen. Und mit seinem Buch erinnert Walter Christian Steinbach, den die Leipziger zuletzt als Regierungspräsidenten kannten, daran, dass einer der wichtigsten Antriebe für die Bürgerbewegung der DDR in der Umweltverschmutzung steckte.

In Leipzig wurde es zum Beispiel mit dem Pleißegedenkmarsch publik, mit dem mutige Bürger daran erinnerten, dass die alten Leipziger Mühlgräben in den 1950er Jahren aus dem Stadtbild verschwunden waren – die Pleiße vor allem, weil sie eine nach Schwefel stinkende Dreckbrühe geworden war. Und das war sie, weil die Abwässer der Kohleindustrie um Espenhain ungeklärt direkt in Gösel und Pleiße geleitet wurden.

Es gab also jede Menge zum Himmel stinkender Gründe, gerade im direkten Rußschatten von Espenhain ein Umweltseminar aus der Taufe zu heben, bei dem die ganzen Umweltprobleme rund um das Werk thematisiert wurden – auch mit großen Umweltgottesdiensten zum Beispiel in Mölbis, dem wohl dreckigsten Ort in der ganzen DDR. 1988 war die komplette Umsiedlung der Bewohner im Gespräch – nicht weil Mölbis abgebaggert werden sollte, sondern weil man vermutete, dass die Schadstoffbelastung im Ort so hoch war, dass ein Leben hier künftig nicht mehr möglich sein würde.

Und es blieb nicht bei Umweltgottesdiensten und Wanderungen zum Beispiel auf die Halde Trages. Die kleine rührige Truppe machte das Problem Espenhain auch innerhalb der Kirche populär, fand dort Unterstützung und startete dann 1988 die Aktion, die das Christliche Umweltseminar Rötha (CUR) berühmt machen sollte: die Spendenaktion „Eine Mark für Espenhain“, in der die Bürger aufgerufen waren, mit einer Mark und ihrer Unterschrift beizutragen, das verrottete Braunkohleveredelungswerk Espenhain zu sanieren.

Beides war eigentlich in der DDR nicht wirklich staatlich akzeptiert – weder solche Spendensammlungen noch solche Unterschriftensammlungen. Deswegen war es schon deutlich vor dem 9. Oktober 1989 ein klares Signal, wenn über 100.000 DDR-Bürger eine Mark für Espenhain spendeten. Viele davon mit hoher Sicherheit direkt aus den Fabriken und den betroffenen Gemeinden.

Nur hat bislang niemand diese Geschichte aufgeschrieben. Insofern war die Bitte an Christian Walter Steinbach überfällig, diese Geschichte nach seinem Kenntnisstand aufzuschreiben. Und zum Glück kann er nicht nur über die Unterlagen des CUR verfügen, sondern mittlerweile auch auf einige staatliche Archive und einige Akten der Staatssicherheit zurückgreifen. Denn wie sollte es anders sein: Auch auf diese Gruppe selbstaktiver Bürger hatte die Stasi ein Auge und versuchte herauszubekommen, welche subversiven Absichten man den Akteuren anhängen könnte.

Wobei die wertvollen Schriftstücke aus den Bstu-Unterlagen wohl die sind, in denen IM aus diversen Bereichen ein ungeschminktes Bild der Zustände lieferten. Sie mussten ja keinem Parteikollektiv eine geschönte Schilderung des siegreichen Wettbewerbs liefern. Im Gegenteil: Die Stasi war sichtlich gerade an realistischen Berichten interessiert. Nur halfen auch ihre Einschätzungen der zunehmend dramatischeren Lage im Kohlerevier nicht mehr, irgendetwas zu retten.

Der zuständige Minister hatte weder Geld noch Ressourcen, irgendetwas zu retten. Und das war – so schätzt Steinbach ein – wohl das direkte Ergebnis der zentralisierten Planwirtschaft, in der größenwahnsinnige Parteisekretäre völlig unrealistische Steigerungspläne für die Volkswirtschaft beschlossen, die die maroden Fabriken gar nicht erfüllen konnten. Und die Betriebe meldeten Planübererfüllungen auch noch dann, als man nicht mal mehr davon träumen konnte, die Pläne zu erfüllen.

Man hat also eine sehr klare Analyse des tatsächlichen Zustands der DDR in den späten 1980er Jahren vor sich. Das Land war schlichtweg dabei, sich in den endgültigen Bankrott zu wirtschaften. Und in Rötha, Mölbis und Espenhain war das unübersehbar. Man kann davon ausgehen, dass auch tausende Kohlekumpel dabei waren, als 1989 in Leipzig demonstriert wurde. Die Bürgerinitiativen hatten sich in den 1980er Jahren sowieso längst vernetzt – vor allem um auch die brisanten Informationen auszutauschen, die man da und dort der Geheimniskrämerei der staatlichen Stellen abtrotzen konnte.

Oft genug engagierten sich gerade jene Techniker und Wissenschaftler, die an sensiblen Stellen Zugang zu all den Daten hatten, die den wirtschaftlichen Zustand tatsächlich aufzeigten. Was dann im Oktober im berühmten Schürer-Bericht stand, der den Rücktritt des alten Regierungskabinetts zur Folge hatte, war anhand solcher Daten zumindest schon zu erwarten.

Das Land hatte abgewirtschaftet – und zwar trotz all der fleißigen Arbeiter, die unter gesundheitsschädlichen Bedingungen in den abgewrackten Betrieben malochten. Jahrzehntelang war ihnen erzählt worden, sie würden mit den erfolgreichsten Wirtschaften der Welt konkurrieren. Was dann zu jenem Schock in den frühen 1990er Jahren führte, als diese ganze nicht mehr konkurrenzfähige Wirtschaft auf einmal stillgelegt und abgerissen wurde. Auch die rußenden Schlote in Espenhain. Ganze sieben Wochen nach der Währungsunion kam das Aus für das Werk und die Massenarbeitslosigkeit zog ein im Kreis Borna. Auch davon erzählt Walter Christian Steinbach, der seine Geschichte nicht einfach im Sommer 1990 enden lässt, sondern weitererzählt. Denn alles, was dann an Visionen im Leipziger Südraum entstand, ist mit seiner aktiven Zeit in der Politik und vor allem als Leipziger Regierungspräsident verbunden.

Und das CUR arbeitete als Verein auch weiter, versuchte mit Konzerten und einem Magazin für den Südraum neue Zuversicht zu säen. Steinbach hat etliche seiner Mitstreiter gebeten, ihre Erlebnisse mit dem CUR und mit der Aktion „Eine Mark für Espenhain“ selbst zu schildern. So wird es auch ein vielstimmiges Buch, reich bebildert mit Fotos, die die rußigen Zustände der 1980er Jahre noch einmal vor Augen führen, dazu jede Menge fotokopierter Dokumente, sodass man ein Gefühl dafür bekommt, in welchem gesellschaftlichen Echoraum das Umweltseminar arbeitete, wie staatliche Stellen reagierten, wie aber auch selbst Kombinatsdirektoren das Anliegen des Seminars unterstützten. Sie kannten ja die richtigen Zahlen und wagten es auch einmal, gegen die Weltfremdheit an der Regierungsspitze aufzumucken.

Steinbach rahmt sein Buch noch in einen größeren Bogen ein, denn eigentlich wollte er anfangs mal Lehrer werden, hatte sein Studium von Mathematik und Physik schon beendet, als er in Leipzig die Sprengung der Paulinerkirche miterlebte. Was für ihn der Anstoß war, jetzt noch ein Studium der Theologie dranzuhängen und Pfarrer zu werden.

Und an einer Stelle erweitert er diesen Punkt noch und überlegt vorsichtig, ob das nicht einer der wichtigsten Punkte gewesen sein könnte, an denen die DDR sich selbst den Boden entzogen hatte. Denn in der Bürgerbewegung tauchten nicht umsonst lauter hochgebildete und kritische Menschen auf, viele staatlicherseits entweder aus ihren Berufen entfernt oder gar nicht erst dafür zugelassen. Aber was passiert mit einem Staat, der seine besten und kreativsten Köpfe immerfort aussortiert und nur noch Karrieristen eine Aufstiegschance bietet? Der verliert ja zwangsläufig jede Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.

Und mit einer gewissen Lust zitiert Steinbach dann auch Honeckers Behauptung, ihm könne in Wirtschaftsfragen niemand etwas vormachen.

Das Fazit bleibt: Die DDR ist genau deswegen verschwunden. Wegen einer zugrunde gerichteten Wirtschaft. Das hätte kein Jahr länger dauern können, was ja auch der Schürer-Bericht belegt. Der Zeitpunkt war gekommen, ein vergeigtes Experiment für gescheitert zu erklären. Dass es freilich erst den Mut der Bürger brauchte, diesen Selbstbetrug zu beenden, das gehört auch zur Geschichte. Und Steinbach weiß nicht wirklich, wie weit die ohnmächtigen Mächtigen gegangen wären, um das CUR zu zerschlagen.

Am Ende waren es genau diese rauchenden Schlote von Espenhain, die dem Leipziger Herbst auch eine eminente ökologische Wucht verschafften. Das Büchlein hilft dabei, genau das nicht zu vergessen.

Walter Christian Steinbach Eine Mark für Espenhain, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig, 16 Euro.

RezensionenFriedliche RevolutionUmweltverschmutzungEspenhain
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