Raus aus der Denkfalle

Warum an die Zukunft denken? Wie falsche Geschichten in unserem Kopf uns zu Opfern unserer eigenen Ängste machen

Für alle LeserNicht nur mir geht es so. Auch der Autor und Filmemacher Mario Sixtus wundert sich schon seit geraumer Zeit, warum in unserer Gesellschaft die Zukunftsbilder verschwunden sind. Es ist, als wäre vor uns nur noch eine undurchdringliche Wand. Und dahinter? Finstere Apokalypsen. Das war nicht immer so. Der 54-Jährige erinnert sich noch an eine Zeit, als unsere Zukunft bis in den Kosmos reichte.

Als es Weltraum-Operas im Kino gab, der Vierjährige von seinem Vater vor den Fernseher gesetzt wurde, als die erste Mondlandung übertragen wurde, und Heinz Haber im Fernsehen den Jugendlichen von der Faszination der Wissenschaft erzählte. Das alles ist weg, scheinbar völlig verschwunden mit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990. Übrig blieb scheinbar eine Gesellschaftsordnung, die für alle und alles eine Lösung hatte und sich irgendwie als Endzustand der Geschichte begriff, auch wenn Francis Fukuyama seine Aussage zum „Ende der Geschichte“ etwas anders gemeint hatte.

Denn fast parallel mehrten sich ja die Anzeichen, dass die Warnungen des Club of Rome aus dem fernen Jahr 1972 („Die Grenzen des Wachstums“) nur zu berechtigt waren. Die Erdatmosphäre erwärmte sich genau in dem Maße, wie es die Wissenschaftler damals vorausberechnet hatten. Und es drohte eindeutig genau das Szenario, das heute weltweit zu beobachten ist. Und auf der Konferenz von Rio de Janeiro 1992 gaben alle dort versammelten Regierungen im Grunde zu, dass sie es begriffen hatten und dass sie fortan gewillt waren, den CO2-Austoß drastisch zu senken. Und so die Erderwärmung mit vereinten Kräften auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, dann würden wenigstens die schlimmsten Folgen dieser Erwärmung gedämpft.

Und die Zivilisation der Menschheit hätte eine Chance, einigermaßen glimpflich davonzukommen.

Aber die seitdem vergangenen 27 Jahre waren fast sämtlich Jahre des Zögern, Vertagens, Verschiebens. Was die Deutschen seit 2005 erleben, ist praktisch ein völliger politischer Stillstand auf dem Gebiet. Und das – so Sixtus – muss Gründe haben. Gründe in den Köpfen der Menschen. Denn wenn die Menschen immer wieder Regierungen wählen, die den Stillstand praktizieren, muss es an den Menschen liegen. Sie unterscheiden sich ja im Denken nicht wirklich von den von ihnen gewählten Politikern.

Und so beginnt er seinen sehr prononciert geschriebenen Essay mit der Analyse der Geschichte des menschlichen Denkens über Zukunft. Allein dieser Exkurs ist in seiner Dichte lesenswert, weil es Sixtus hier gelingt, nicht nur die Zeit-Vorstellungen vergangener Geschichtsepochen zu beschreiben und ihre Entwicklung über die zyklischen Zeit-Vorstellungen der antiken Zivilisationen über die prägnante Neuerung des Monotheismus, der mit seiner apokalyptischen Endzeitvision erstmals ein lineares Zeit-Denken ins Bewusstsein der Menschen brachte, bis hin zur Zukunftsermächtigung im Denken der Aufklärung.

Er greift auch auf die Forschungsergebnisse der Kognitionswissenschaften zurück, die mittlerweile ja belegt haben, wie Ich- und Welt-Vorstellungen sich im menschlichen Bewusstsein herausbilden, wie sich unser Ich-Bewusstsein geradezu erst zusammenbaut – und zwar nachdem wir gehandelt haben und uns im Nachhinein ein Bild davon machen, was wir da eigentlich getan haben und was passiert sind. Wir leben tatsächlich fortwährend in der Vergangenheit, auch wenn wir meinen, das Jetzt zu erleben.

Doch wirklich bewusst wird uns das Jetzt immer erst, wenn wir es in unserem Gehirn (der genialsten Geschichtenbastel-Maschine der Welt) rekonstruiert haben. Und dazu greift unser Gehirn immer auf ältere Erfahrungsmuster zurück und passt das gerade Erlebte in alte Bilder und Gefühlsmuster ein.

Erst so werden wir uns unseres eigenen Tuns und unserer selbst bewusst – über re-konstrukierte Geschichten. Geschichten, denen man lieber nicht so schnell glauben sollte, wie Sixtus betont. Denn selbst die Geschichten im Kopf verändern sich fortwährend. Das Gehirn baut permanent um, schmeißt selten genutzte Bausteine raus, stärkt Muster, die immer wieder auftauchen (und die dann auch zu fürchterlichen Gewohnheiten führen können) und interpretiert das eigene Erleben in der Rückschau immer wieder ein bisschen anders.

Und dasselbe passiert in unserer Wahrnehmung der Welt da draußen. Und das sind nicht die einzigen Vorgänge in unserem Gehirn, die bestimmen, wie wir mit diesem da draußen umgehen. Denn wir brauchen ja auch noch hormonelle Orientierung, die uns ein Gefühl dafür gibt, was jetzt dran wäre zu tun. Wir wären sonst passive Wesen und wahrscheinlich schon vor Jahrmillionen von gemütlichen Allesfressern von den Bäumen gepickt worden.

Sixtus macht es an Serotonin und Dopamin fest, dem Belohnungshormon einerseits, das uns überschwemmt, wenn wir Dinge erlangt oder einen Zustand erreicht haben, die uns guttun und glücklich machen, und dem Muntermacherhormon Dopamin, das unser Körper ausschüttet, wenn es darum geht, sofort irgendetwas anzustellen. Das eine ist das „liking“, mit dem unser Gehirn vermeldet, dass es das toll findet, wie es ist. Das andere ist das „wanting“, das uns in Bewegung setzt, um etwas zu bekommen oder zu erreichen. Mit dieser Hormonausschüttung werden wir erst zu Handelnden, die etwas tun, was in der Zukunft liegt.

So schafft der Mensch seine Zukunft erst, von der er noch gar nicht weiß, wie sie dann aussehen wird. Er kann sich ein Bild machen. Und die Jungen, die mit Mario Sixtus jung waren, wussten genau, wie sich eine Gesellschaft anfühlt, die lauter blitzende Bilder von einer möglichen Zukunft hatte und für die Formel „just do it“ Realität war. Zukunft war machbar.

Doch irgendetwas ist da um 1990 herum passiert, das all diese Zukunftsvision hat verschwinden lassen. An ihre Stelle sind Apokalypsen und Dystopien getreten. Und zwar nicht erst in letzter Zeit. Sie beherrschen Kinos, Fernsehen und Streaming-Angebote seit Jahren. Wer diese finsteren Zukunftsvisionen sieht, bekommt meist das Gefühl, dass es wohl besser ist, im Hier und Jetzt zu bleiben und diese Zukunft auf keinen Fall erleben zu wollen. Und natürlich stellt sich Sixtus die Frage: Wollen die Deutschen das wirklich? Haben sie wirklich kein Bild mehr von einer erstrebenswerten Zukunft?

Fündig wird er in der 2015 von der „Zeit“ initiierten „Vermächtnisstudie“, die nach den Zukunftsvisionen der Bürger gefragt hatte. Das Ergebnis findet Sixtus erschütternd: Die meisten Befragten können sich eine Zukunft, die anders aussieht als die (von vielen als stressig und krankmachend empfundene) Gegenwart, gar nicht vorstellen. „Die Abwesenheit von Zukunft ist demnach keineswegs nur gefühlt, sondern wissenschaftlich dokumentiert: Die meisten Menschen in Deutschland wünschen sich Zukunft nur unter der Bedingung, dass sie sich nicht sonderlich von der Gegenwart unterscheidet.“

Da ist es eigentlich nur logisch, dass immer wieder eine Frau zur Kanzlerin gewählt wird, die überhaupt keine Zukunftsvisionen hat und alles dafür tut, dass die Dinge möglichst so bleiben, wie sie sind. In Zeiten des Klimawandels eine Katastrophe. Das Dumme ist nur: Wenn man sich die Zukunft finster malt, beginnt etwas anderes unseren Willen zu lähmen: die Angst. Sixtus: „Das Genre der Dystopie ist zutiefst konservativ geworden. Keine einzige Hütte, aber rudelweise Bären. Bloß nicht bewegen, die könnten dich entdecken!“

Der „Fortschrittsrausch“ ist – so zitiert Sixtus hier den Philosophen Zygmunt Baumann – einer „globalen Nostalgie-Epidemie“ gewichen. Aus Angst vor den gemutmaßten wilden Bären setzt man seine Visionen jetzt in die Vergangenheit, in ein „halb vergessenes Gestern“.

Was mit dem oben erwähnten Geschichtenerzählen zu tun hat: Man erzählt die Vergangenheit so lange um, bis sie zu einem wohligen Sehnsuchtsort wird. Und das funktioniert. Bei sehr vielen Menschen. Ergebnis: „Die Angst hat gesiegt, die Zukunft ist fort. Genau diese Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es niemals gegeben hat, ermöglicht populistischen Kräften wie der AfD ihren Vorstoß in die Mitte der Gesellschaft. Der Yale-Historiker Timothy Snyder nimmt sogar an, die Strategie von Populisten wie Donald Trump basiere darauf, die Bevölkerung von ihrer eigenen Zukunft abzulenken …“

Denn wer ein anderes Bild von Zukunft hat, der ist auch bereit, diese Zukunft zu erschaffen.

Angst aber lähmt. Angst macht Menschen zu Opfern von Leuten, die ihnen einreden, es gebe keine Zukunft. Oder die Zukunft sei nur noch schrecklich, man solle doch lieber alle Türen und Fenster verrammeln, um das Schreckliche nicht hereinzulassen. Und wenn sich die Überzeugung verbreitet, kommt dann auch noch der Gruppendruck dazu, die „Theory of Mind“, die Sixtus zitiert, die Menschen permanent dazu bringt, sich mit anderen zu vergleichen und auf die kleinsten Signale von Unstimmigkeit zu reagieren. Ein uralter Mechanismus aus der Wildnis, als jedes Hordenmitglied um des Überlebens willen darauf angewiesen war, von der Gruppe akzeptiert zu werden.

Was im bürgerlichen Deutschland des Jahres 2019 geradezu abstruse Formen annimmt, wenn ernsthafte Politiker und Zeitungskolumnisten ihre Häme über die jungen Leute von „Fridays for Future“ ausgießen: „Und die Häme in den bürgerlichen Zeitungskommentaren gegen die Protestinitiatorin Greta Thunberg bekommt zunehmend einen verzweifelten und leicht hysterischen Tonfall. Eventuell spüren ja diejenigen, die diese Kommentare verfassen, dass ihnen gerade die Zukunft entgleitet.“

Und da wird dann sichtbar, dass ganz und gar nicht die ganze Gesellschaft sich vor der Zukunft fürchtet. Denn gerade die jungen Leute zeigen ja, dass man auch eine gefährdete Zukunft bei den Hörnern packen kann, dass man fordern kann und darf, dass sich unser Leben ändert. Dass wir selbst uns ändern müssen. Und das auch können. Die Zukunft wird anders aussehen. Übrigens auch dann, wenn wir gar nichts tun. Dann holt sie uns halt nur mit heftigen Katastrophen ein. Nur ist es die dümmste aller Haltungen, genau das zu riskieren.

Zumindest ein kleiner Teil der Gesellschaft weiß schon, was Sixtus am Ende seines Essays betont, der im Buch auch gern ein wenig über sich selbst und seine Aufschieberitis gelästert hat. Aber alles, was wir aufschieben, holt uns morgen und übermorgen mit noch größerer Wucht ein. Eigentlich bietet Sixtus mehrere Denkansätze, wie wir aus den Angst- und Überforderungs-Fallen herauskommen. Eine ist übrigens die veränderte Erzählung über die Zukunft. Wenn wir unser Geschichtenerzählen über die Zukunft ändern, verändern wir auch unsere emotionale Einstellung zu dem, was getan werden kann und muss.

Zukunft kann spannend sein, wenn wir aufhören, uns dabei stets als fremdbestimmt zu empfinden und meinen, wir könnten ja eh nichts ändern.

Das Eh-nichts-ändern-können ist ein gefundenes Fressen für die änderungsunwilligen Unternehmen (die Zeug herstellen, das wir überhaupt nicht brauchen) und Politiker, denen ihr warmes Pöstchen lieber ist als die Gefahr, das Wohlwollen ihrer verängstigten Wähler zu verlieren, denen sie doch versprochen haben, dass alles so bleibt, wie es ist. Obwohl nichts so bleiben kann, wie es ist.

Mario Sixtus Warum an die Zukunft denken?, Dudenverlag, Berlin 2019, 14 Euro.

Politischer Kitsch: Ein philosophischer Versuch, die Sehnsucht der Deutschen nach sentimentaler Scheinpolitik zu erklären

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider (!) nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenEssay
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Fahrplanabweichungen vom 15. bis zum 18. November 2019 im Streckennetz der Mitteldeutschen Regiobahn
Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Aufgrund von Bauarbeiten der DB Netz AG kommt es vom 15. bis zum 18. November 2019 zu Fahrplanabweichungen im Streckennetz der Mitteldeutschen Regiobahn.
SC DHfK Leipzig vs. Rhein-Neckar Löwen 28:29 – Schwächephase kostet das Spiel
Philipp Weber bestätigte seine aufsteigende Formkurve. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserMit einer über 50 Minuten lang starken Leistung spielten die Leipziger mit viel Herz und Moral, zwei Punkte konnten dennoch die favorisierten Gäste mitnehmen. Ausschlaggebend war ein 0:6-Lauf von der 36. bis 46. Minute, mit dem die Löwen auch erstmals in Führung gingen. „Da haben wir das Spiel auch durch eigene Fehler hergegeben“, so Trainer André Haber. Mit großem Kampf gelang in der Schlussphase noch einmal der Ausgleich, doch so kaltschnäuzig wie in der Leipziger Schwächephase verwandelten die Mannheimer auch ihre letzte Chance.
Bund fördert sächsische Kulturprojekte mit knapp 21 Millionen Euro
Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister des Innern. Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Der Bund fördert zwei sächsische Kulturprojekte mit knapp 21 Millionen Euro. Das hat der Haushaltsausschuss des Bundestages heute in Berlin entschieden. Über die Bundesbeauftrage für Kultur und Medien stehen damit 18 Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau des Jagdschlosses in Grillenburg sowie 2,7 Millionen Euro für die Sanierung der Burg Hohnstein zur Verfügung.
Beantragt die Linksfraktion nun eine öffentliche Bürgerbeteiligung zum Umgang mit dem Leipziger Auenwald?
Rettung für viele Hitzegeplagte: der Leipziger Auwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Grünen haben zwar schon angekündigt, gegen den Forstwirtschaftsplan stimmen zu wollen. Aber die Linksfraktion macht jetzt deutlich, dass sie hinter ihrem Umweltbürgermeister stehen wird und wohl zustimmen wird, wenn der Forstwirtschaftsplan vorliegt. Der Forstwirtschaftsplan 2018 wurde ja aufgrund der Klage der Grünen Liga nicht umgesetzt. Das Verwaltungsgericht Leipzig hat die Klage zwar abgewiesen, aber derzeit liegt eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht vor.
Bachfest Leipzig 2020: »Bach – We Are Family!«
Bachfest Leipzig: Konzert in der Thomaskirche. © Bachfest Leipzig/Gert Mothes

© Bachfest Leipzig/Gert Mothes

Am 15. November, um 9 Uhr (MEZ), startet der Vorverkauf für das Bachfest Leipzig 2020. Unter dem Motto »BACH – We Are FAMILY!« reisen vom 11. bis zum 21. Juni 2020 zirka 50 Bach-Chöre, -Gesellschaften, -Festivals und -Vereinigungen aus sechs Kontinenten in die Stadt an der Pleiße, um im größten ›Fest‹ der globalen Bach-Familie aller Zeiten den Komponisten an seinem Hauptwirkungsort gemeinsam zu feiern.
Sachsens Staatsregierung muss sich jetzt ernsthaft mit der Gemeinschaftsschule beschäftigen
Dr. Matthias Rößler und Doreen Taubert, Vertrauensperson des Volksantrags „Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“. Foto: Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“

Foto: Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“

Für alle LeserAm Montag, 11. November, erklärte der Präsident des Sächsischen Landtages, Dr. Matthias Rößler, den Volksantrag des Bündnisses „Gemeinschaftsschule in Sachsen – Länger gemeinsam Lernen“ für formal zulässig. Das teilte er dem Bündnis, das landesweit über 50.000 Unterschriften für den Antrag gesammelt hatte, schriftlich mit. Am 13. November machte das Bündnis die Nachricht öffentlich. Und siehe da: Selbst die CDU schwenkt ein bisschen ein.
Am 8. Mai 2020 in der Arena Leipzig: Pet Shop Boys – „Dreamworld – The Greatest Hits Live“-Tour
Pet-Shop-Boys © FKP

© FKP

„Mode ist vergänglich. Stil niemals.“ Mit diesem Zitat hat Coco Chanel sicher nicht die Pet Shop Boys gemeint und doch könnte es über der langen Karriere von Großbritanniens erfolgreichstem Duo stehen, wenn sie jetzt auf ihre „Dreamworld - The Greatest Hits Live“-Tour nach Deutschland kommen. Neil Tennant und Chris Lowe waren immer schon alles: Electro-Pioniere und Könige des Pop, verehrte Helden der Fans und Kritikerlieblinge, Rampensäue und Gentlemen. Musikalische Moden konnten sie immer wieder beeinflussen aber niemals dazu bringen, ihren ganz eigenen Weg zu verlassen.
Großveranstaltungen, Museen, Bäder und Konzerthäuser der Region zählen 13 Millionen Besucher im Jahr
Geschäftslage der Kultur- und Freizeiteinrichtungen in der Region Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserWie weiter mit dem Tourismus in der Region Leipzig? Das ist ja die eigentliche Frage, die über der neuen IHK-Studie zur Kultur- und Freizeitwirtschaft in der Region Leipzig stand. Eine solche gab es das letzte Mal vor zehn Jahren. Wobei die Studie im Grunde nur die Attraktionen beleuchtet – jene Häuser und Veranstaltungsorte, die die Touristen in die Region locken. Rund 16 Millionen Besucher jährlich zählen die tourismusrelevanten Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Großveranstaltungen in der Region Leipzig.
Ein Buch würdigt jetzt den Schöpfer des schönsten Leipziger Kupferstiches
Dr. Eckhard Jäger: Johann George Schreiber (1676–1750). Cover: Verlag Rockstuhl

Cover: Verlag Rockstuhl

Für alle LeserMan liest den Namen, kommt aber nicht gleich auf die Idee, dass auch ein Kupferstecher eine eigene Lebensgeschichte haben könnte, spannend genug für einen Eintrag in Zedlers Lexikon, reichhaltig genug aber auch für ein ganzes Buch. Das hat jetzt der in Lüneburg lebende Kulturhistoriker Dr. Eckhard Jäger geschrieben. Und der Aufhänger: der schönste und präziseste Kupferstich der Leipziger Innenstadt.
Berliner Landschaftsarchitekten gewinnen Ersten Preis beim Wettbewerb für den Sellerhäuser Bogen
Hier beginnt der Bahnbogen: Brückenkopf an der S-Bahn-Station Anger-Crottendorf. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDinge dauern in Deutschland. Das wird gern beklagt, hat oft aber auch ganz handfeste Gründe. Seit 2014 arbeitet die Stadt Leipzig an der Idee, aus dem Sellerhäuser Bahnbogen eine grüne Meile auf dem alten Bahndamm zu machen, der den Leipziger Osten durchzieht. Früher fuhr hier mal die S-Bahn. Aber selbst der Erwerb des Bahnbogens von der Bahn dauerte über zwei Jahre Jahre, konnte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau am Mittwoch, 13. November, feststellen.
Verena Noll und Peter Schneider im Doppel-Interview: „Na, vor allem um die Buchkinder zu unterstützen!“
Schauspieler Peter Schneider ist gemeinsam mit Sandra Borgmann und Verena Noll am 15. November bei den Buchkindern zu Gast. Foto: Agentur Imdahl, Mine Seumel

Foto: Agentur Imdahl, Mine Seumel

Für alle LeserDen Buchkinder-Leseabend am 15. November 2019 werden neben Sandra Borgmann mit Verena Noll und Peter Schneider zwei weitere Schauspieler/-innen gestalten, die man in Leipzig, aber längst auch aus TV und Film kennt. Wie auch Borgmann hat sie das Engagement des Vereins für die Kinder und ihre selbstgeschriebenen und illustrierten Geschichten überzeugt. Nun werden sie diese am Freitag selbst vortragen. Zeit für ein Doppel-Interview mit den beiden rings ums Lesen, Literatur und Bildung.
Die besten süßen Rezepte aus dem Erzgebirge: Lauter Getzen-, Bäbe- und Stollenrezepte aus dem sächsischen Hochland
Regina Röhner: Die besten süßen Rezepte aus dem Erzgebirge. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEinen besonderen Namen hat die Reihe nicht. Sie hat nur ein einheitliches quadratisches Format und entführt die Leser in den Reichtum regionaler deutscher Küchen - und nun auch Backstuben. Denn ein solches Rezeptbuch für das Erzgebirge gibt es schon. Nun folgt der süße Teil aus dem Land der Bergleute, gern auch Weihnachtsland genannt. Marketing ist alles. Und Stollen und Lebkuchen kommen natürlich auch drin vor.
Verfassungsschutz darf vier sächsische Musikbands nicht mehr als „linksextremistisch“ bezeichnen + Videos
Gordian Meyer-Plath. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer sächsische Verfassungsschutz steht seit Längerem in der Kritik, mehrere Musikbands zu beobachten und pauschal als „linksextremistisch“ einzustufen. Dies sei ein Eingriff in die Kunstfreiheit, argumentieren die Kritiker/-innen. Vier linke Bands haben deshalb gegen den Verfassungsschutz geklagt und nun vor dem Verwaltungsgericht Dresden Recht bekommen.
100 Sächsische Grafiken: „Kräftemessen“ im Museum für Druckkunst Leipzig!
copyright beim Künstler

copyright beim Künstler

Zum ersten Mal ist die Biennale „100 Sächsische Grafiken“ der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz zu Gast im Museum für Druckkunst Leipzig. Vom 15.11.2019 bis 9.2.2020 sind 100 Arbeiten von 78 sächsischen Künstlerinnen und Künstlern zum Motto „Kräftemessen“ zu sehen.
Grenzen. Los. Recherche über deutsch-deutsche Perspektiven
Laetitia und Mathieu Mazzott, Foto: Nina Schymczyk

Foto: Nina Schymczyk

Die Theaterspiele Mazzotti nehmen dies zum Anlass, die z. T. recht einseitig wirkende Berichterstattung zu hinterfragen und sprechen lieber selbst mit den Menschen, über die so viel geschrieben und debattiert wird. Diese Menschen sind sehr unterschiedlich, aber alle im Osten geboren und aufgewachsen. Sie kommen zu Wort und erzählen uns ihre ganz eigene Wendegeschichte.