Vierter Versuch einer sächsischen Zeireise

Balduin und die Krümel im Kaffee: Melittas Erfindung und die kleine Frage zur Logik von Zeitreisen

Für alle LeserAuch pfiffig ausgedachte Serien können in einer Sackgasse landen. So auch Uwe Schimuneks Kinderbuchreihe um Balduin, der mit mit seinem Großvater per Zeitfenster in die Vergangenheit reist, um dort dafür zu sorgen, dass die bekanntesten sächsischen Erfindungen auch zum richtigen Zeitpunkt stattfinden, also Geschichte so abläuft, wie wir sie kennen. Und Oma nicht den Kaffee türkisch in der Tasse aufbrühen muss, weil Melitta Bentz nicht den richtigen Einfall hatte.

Aber gerade bei dieser vierten Erfindung aus Sachsen wird deutlich, dass so eine Geschichte ihre Tücken hat. Denn auch vor der Blitzidee von Melitta Bentz gab es Kaffeefilter. Niemand musste Kaffee mit Krümeln drin trinken. Der Blick auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel zeigt, wie erfinderisch Menschen tatsächlich werden, wenn es um den Genuss ihres Lieblingsgetränks geht.

Erfindungen tauchen nie zufällig auf, sondern stets dann, wenn die notwendigen Kenntnisse und Technologien dafür existieren. Dann ploppen sie oft parallel an unterschiedlichen Stellen auf, manchmal auch in konkurrierenden Versionen, wenn man an Otto- und Diesel-Motor denkt. Erfindungen passieren nicht auf einem Zeitstrahl. Und das, was wir Geschichte nennen, sieht nur scheinbar aus wie eine solche Reise auf einer Zeitlinie.

Warum schreibe ich das jetzt zu einer Buchserie, von der die LVZ in ihrer Weisheit meint, sie sei mit „beeindruckendem Gespür für die Sicht eines Zehnjährigen auf die Welt“ geschrieben? Weil Uwe Schimunek bei all seinem Verständnis für das Erzählen für junge Leser einen Denkfehler gemacht hat. Der naheliegt.

Die meisten Menschen denken Geschichte als Zeitstrahl, glauben fest daran, dass Ereignisse logisch aufeinander folgen und das Fehlen von wichtigen Schlüsselereignissen dazu führen muss, dass Geschichte die falsche Richtung nimmt. Wovon übrigens ganze SF-Serien leben und auch einige weltberühmte SF-Stories, man denke nur an Ray Bradburys Geschichte „Ferner Donner“ von 1952, in der ein zertretener Schmetterling die Zukunft, aus der der Held der Geschichte stammt, ins Dystopische ändert. Eine schöne Geschichte.

Aber so herzlich falsch, wie sie nur ein Physiker schreiben kann. Wobei man bei Bradbury meistens annehmen kann, dass er das auch wusste und gerade deshalb genau so schrieb. So entstehen tatsächlich Geschichten für zehnjährige Jungen, die sich von der Magie des Erzählens nur zu gern einfangen lassen. Und Bradbury selbst hat mehrmals betont, wie wichtig Geschichten gerade wegen dieses Effekts sind: Sie animieren junge Leser dazu, über das Mögliche und das Unmögliche nachzudenken.

Wer nicht in der Lage ist, über das Gegebene und Altbekannte hinauszudenken, der wird nicht nur keine Lösungen für die Probleme der Gegenwart finden, der wird auch zur lebenslangen Dumpfbacke, ein besorgtes Bürgerlein, das sich aus lauter Angst vor einer Zukunft, die es sich nicht vorzustellen vermag, unterm Aluhut versteckt. Ihr Grauen vor einer veränderten Zukunft ist die völlig fehlende Fähigkeit, phantasievoll zu denken.

Deswegen sind solche Geschichten, wie sie Bradbury für kleine und große Leser schrieb, so wichtig und anregend. Natürlich ist es aufregend, darüber nachzudenken, ob ein zertretender Schmetterling in der Zeit der Saurier unsere heutige Gegenwart verändert hätte. Eine Denkfigur, die man auch mit einer fröhlichen Ironie behandeln kann, so wie Reinhard Heinrich und Erik Simon in ihrem Buch „Die ersten Zeitreisen“. Gern wird die Sache sogar von ernsthaften Leuten als Großvater-Paradox behandelt und sogar ernsthaft darüber nachgedacht, ob es funktionieren würde.

Aber das war nie das, was junge Leser an solchen Geschichten fasziniert hat und was ihre Phantasie angeregt hat. Bradbury hat es ja vorgemacht. Um die Welt zu verändern und Neues denkbar zu machen, braucht es Zündstoff für die Phantasie. Der kann völlig verrückt sein. Und Zeitreisen sind in ihrem Wesen völlig verrückt, ein herrliches Vehikel, um die Helden einer Geschichte in andere Zeiten und Welten zu befördern, meistens in spannende historische Ereignisse, in denen die Helden dann meist merken, dass der Hochmut ihrer eigenen Zeit gegenüber den dümmeren Vorfahren so gar nicht angebracht ist, andererseits eine in Mythen glorifizierte Vergangenheit wohl doch meistens eher ein scheußlicher Schlamassel war.

Deswegen war es schon mutig von Uwe Schimunek, seinen Helden Balduin nun ausgerechnet zu den bekannten Erfindern in der sächsischen Geschichte zu schicken. Balduin ist sowieso schon ein kleiner Naseweis, der alles Mögliche wissen möchte und den von seinem Opa programmierten Zusius (so eine Art Taschencomputer) vor allem dazu nutzt, ihn wie ein Taschenlexikon zu nutzen.

Und irgendwie ist sein Großvater mit der Erfindung des Zeitfensters auch noch in ein eigenartiges Netzwerk von Zeitreisenden geraten, die sowieso schon damit beschäftigt sind, alles Mögliche zu reparieren, was ihr Vorsitzender als auffälligen Rechenfehler im Gewebe der Geschichte ausgemacht hat. Sodass Balduin und sein Großvater schon in vorherigen Büchern Ida und ihrem Vater begegnet sind, die ebenso in der Geschichte herumreisen, um Defekte zu reparieren.

In diesem Buch nun taucht der mysteriöse Vorsitzende erstmals auf. Es könnte also passieren, dass die ganze Geschichte in einem weiteren Buch eine ganz andere Wendung nimmt. Denn wirklich aufregend ist es eigentlich nicht, wenn Balduin und sein Opa jedes Mal nur losreisen in die Vergangenheit, um irgendwelche Erfinder dahin zu stupsen, jetzt im richtigen Moment die richtige Erfindung zu machen. Es ist so – berechenbar.

Und es nimmt den Erfindungen, die ja manchmal wirklich groß und abenteuerlich sind, das Abenteuerliche und Aufregende. Erst recht, wenn das auch noch einen Stupser aus der Zukunft braucht. Das Faszinierende an Geschichte ist eigentlich, dass sie stets voller Möglichkeiten steckt, dass quasi aus lauter möglichen Alternativen zu dem gerinnt, was dann tatsächlich wie ordentliches Nacheinander aussieht, eine logische Kette, in der jedes spätere Glied von der ununterbrochenen Reihe bis zum Schlüsselereignis in der Vergangenheit abhängt. Das führt dann zu den ganzen „Was wäre wenn …“-Geschichten, über die Historiker so gern grübeln. Wenn Cäser den Rubikon nicht überschritten hätte oder Blücher zu spät gekommen wäre in Waterloo … Was ja für einige Historiker wirklich ernsthafte Untersuchungen wert ist.

Aber selbst das Kaffeefilter-Beispiel zeigt: Die historische Folgekette wäre nicht abgerissen. Die Erfindung hätte trotzdem stattgefunden – vielleicht nicht in Sachsen. Und die Filtertüten hießen dann vielleicht nicht Melitta, sondern Sonja oder Emma. Wir würden es nicht einmal merken. Und wir würden keine Unlogik, keine Webfehler haben in unserer Geschichte, denn die funktioniert ja ganz ähnlich wie die Evolution. Viele kleine Veränderungen sorgen dafür, dass sich auch im Großen etwas ändert und dass all die Dinge, die sich Menschen schon vorstellen können, auch Gestalt annehmen.

Und wenn IBM zu doof ist, den Trend zu erkennen, dann macht es eben eine Garagengründung wie Apple oder Microsoft. Vielleicht ist es das, was mich so beunruhigt an einsträngigen Geschichten: Dass mir diese Verrücktheit aller möglichen Alternativen fehlt, die in jedem Jetzt vorhanden sind. Sogar in simpelsten menschlichen Begegnungen. Denn so logisch und eindeutig wie in den meisten Buchdialogen gehen Menschen ja nicht miteinander um. Es kommt zu Irrungen, Wirrungen und kleinen und großen Missverständnissen. Jederzeit kann alles schiefgehen.

Übrig bleibt dann immer nur, was trotzdem passiert ist – trotz aller Missgeschicke. Missgeschicke, die für sich ganze Geschichten füllen können und die Phantasie zum Brodeln bringen. Aber vielleicht habe ich in dem Alter tatsächlich Bradbury gelesen. Kann sein. Vielleicht hab ich auch nur auf den Schmetterling gewartet, den Balduin – ganz aus Versehen – im Dresden des Jahres 1908 zertritt. So als kleines Augenzwinkern für alle Zehnjährigen, die sich so einen Erfinderopa, wie Balduin ihn hat, dringendst wünschen, weil ihrer keiner ist und nicht mal merken würde, ob der Kaffee mit oder ohne Filter angesetzt wurde. Denn an tollen Erfindungen fehlt es ja nicht. Aber an pfiffigen Opas, die noch fähig sind, an die Zukunft der neugierigen Enkel zu denken.

Uwe Schimunek Balduin und die Krümel im Kaffee, Lychatz Verlag, Leipzig 2019, 9,95 Euro.

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