Deutsch-deutsche Gefühle im Dialog der Bilder Hartwig Ebersbachs und des Bildhauers Dietrich Klinge

Für alle LeserWen es in nächster Zeit mal nach Schweinfurt in Unterfranken verschlägt, der kann auch einen Abstecher in die Kunsthalle Schweinfurt machen. Am 3. Oktober wurde dort die Ausstellung „Schwerkraft – Fliehkraft. Dietrich Klinge und Hartwig Ebersbach“ eröffnet. Sie ist dort bis zum 8. März 2020 zu sehen. Und sie ist ein expressiver deutsch-deutscher Dialog, auch wenn es Kuratorin Andrea Brandl ein bisschen anders sieht. Denn beide Künstler kommen aus dem Osten.

Nur dass Hartwig Ebersbach, im Grunde das enfant terrible der Leipziger Malerschule, bis heute in Leipzig lebt und arbeitet. Geboren wurde er 1940 in Zwickau. Dietrich Klinge aber wurde zwar 1954 in Heiligenstadt im Eichsfeld geboren, aber schon 1958 floh seine Familie in den Westen. Er hat also nicht nur seinen Wohnsitz im Westen, er hat dort auch fast sein ganzes Leben vollbracht.

Wir haben also zwei Künstler mit Geburtsort im Osten – aber mit völlig verschiedenen Lebenswegen. Ebersbachs Weg ist ja bekannt. Technisch betrachtet gehört er zur zweiten Generation der Leipziger Malerschule, war selbst auch mal Dozent an der HGB, empfand aber den Druck zur Anpassung so sehr, dass er nicht nur gesundheitlich darunter litt, sondern in den 1980er Jahren für alle sichtbar ausscherte und mit dem Kaspar-Motiv eine Bildsprache fand, die – durch exzessive Farbfreude – hochemotional war und eigentlich für jeden sichtbar den inneren Widerspruch des Malers zu den vorgefundenen Umständen zeigte, seinen geradezu satirisch zugespitzten Dissens.

Dieser Störenfried aus dem Puppentheater wollte sich nicht mehr einfügen und brav sein. Und gleichzeitig litt er darunter, dass nichts passte, dass das, was in ihm an Leben brodelte, permanent im Clinch lag mit der verordneten Sichtweise.

Wer in der DDR versuchte, eine authentische Bildsprache als Künstler zu finden, der griff fast zwangsläufig zu Allegorien, Bezügen zur Antike oder zu entzifferbaren Rollen des Widerspruchs. Und er wurde hochemotional. Wer – wie jüngst im Bildermuseum in der großen Show „Point of no return“ – durch die Bilder dieser Ost-Kunst geht, der kann nicht unberührt bleiben. Hier wurden immer existenzielle Fragen gestellt, stellte sich das aufbegehrende (oder angepasste) Künstler-Ich immer in äußere Bezüge, zeigte sich in Krisen und Konflikten. Oft genug in Symbolen der Ohnmacht – als stürzender Ikarus oder gestürzter Engel. Biblisch oder mythisch durfte es durchaus werden.

Blick in die Ausstellung "Schwerkraft - Fliehkraft". Foto: Martin Frischauf

Blick in die Ausstellung „Schwerkraft – Fliehkraft“. Foto: Martin Frischauf

Und biblisch wird es auch bei Dietrich Klinge. Seine großen Holzskulpturen sind es, die in der Kunsthalle Schweinfurt auf die an der Wand hängenden Bilder von Hartwig Ebersbach schauen. Klinges Figuren erinnern an vorantike Skulpturen, heidnische Göttergestalten, zwiespältig in ihrer Uneindeutigkeit, nicht enträtselbar, schon gar nicht über den Skulpurentitel. Auch wenn die Figurenserie Gordian an einen der späten, nur kurz regierenden römischen Kaiser erinnert. Doch „Cupido“, „Ailanthya“ und „Bachelie“ wirken eher wie uralte Götterstatuen. Sie zeigen noch, wie sehr sich der gestaltende Mensch versucht hineinzuversetzen in das Große, das er nicht versteht.

Wie nah Klinge der religiöse Grundbezug ist, zeigen die parallel in der Kirche St. Johannis ausgestellten Skulpturen, darunter eine zwiegesichtige Pietà und „Ahrebienspring“, eine Skulptur, die nicht nur an den gescheiterten Arabischen Frühling erinnert, sondern auch an eine seiner Folgen: die übers Mittelmeer flüchtenden Menschen.

Aber es ist eben auch unübersehbar: Beide Künstler sind völlig unterschiedlich präsent in ihrem Werk.

Blick in die Ausstellung "Schwerkraft - Fliehkraft". Foto: Martin Frischauf

Blick in die Ausstellung „Schwerkraft – Fliehkraft“. Foto: Martin Frischauf

Auch wenn der Kaspar in den jüngeren Arbeiten Hartwig Ebersbachs nicht mehr vorkommt. Der Leipziger hat ja als Künstler schon mehrere Häutungen hinter sich. Aber er hat nicht aufgehört, das werdende Bild als Sprache seines eigenen Denkens und Fühlens zu begreifen. Malen wird für ihn zu einem Prozess des Erkennens, des Bildwerdens all dessen, was er ohne Malen nicht sagen könnte.

Deswegen heißt ja ein ganzer nach 2000 entstandener Bildzyklus „Haruspex“ – nach dem antiken Wahrsager, der die Botschaft der Götter aus den Eingeweiden der Tiere las. Und sicher wirken manche Bilder durch die dominanten Rot- und Orangetöne auch wie Eingeweide. Nur dass Ebersbach keine Eingeweide malt, sondern unübersehbar den Eingebungen beim Malen nachgibt und das Bild im Farbrausch werden lässt. Man kann diese Bilder betrachten und ahnt durchaus Formen, Andeutungen, im Wirbel der Farben Verborgenes, das Gestalt werden möchte. Manches davon deutet Ebersbach ja im Zusatztitel an: Göttliches Auge, Tötende Madonna, Himmelfahrt.

Da wird es also auch bei ihm biblisch. Aber unverkennbar ist da keine Distanz zwischen Maler und Bild. Das ist nach wie vor der alte Ebersbach, der in Farben rebelliert. Und durchaus auch emotional wird, denn beruhigt hat sich in ihm nichts. Auch wenn jetzt das, was ihn bedrückt und verstört, nicht mehr so leicht zu greifen ist wie damals, als man den regierenden Funktionären den Narren spielen konnte.

Aber wie drückt man heute dieses tiefe Unbehagen aus an einer Welt, die sichtlich aus dem Ruder läuft, Gefühle verletzt und das Menschliche, das ja ein sensibler Künstler immer spürt und als Maßstab seines Arbeitens nimmt, permanent infrage stellt und entwertet? Einer wie Ebersbach kann so etwas nicht außer sich setzen, in Distanz zu diesen Verunsicherungen gehen, wie Dietrich Klinge das macht.

Hier geraten tatsächlich zwei völlig unterschiedliche künstlerische Haltungen in Dialog. Auch wenn es eher ein schweigender ist. Denn so wuchtig und heftig Klinges Plastiken wirken – sie sind in Wirklichkeit still. Sie schreien nicht wie die Bilder Ebersbachs, sie fordern nicht heraus, zu fühlen, was der Künstler fühlt.

Insofern hat der Besucher der Ausstellung tatsächlich lauter spannende Zwiegespräche vor Augen, in denen er die Skulpturen Klinges mit den Bildern Ebersbachs in Beziehung setzen kann. Deswegen bringt der Katalog zur Ausstellung auch nicht nur die einzelnen Kunstwerke zur Ansicht, sondern zeigt in einer großen Bilderstrecke den Ausstellungsraum aus immer neuen Perspektiven. Der Fotograf geht quasi stellvertretend für den Besucher durch die Ausstellung und animiert ihn, es ihm gleichzutun, das Ganze oder Details aus immer neuen Positionen auf sich wirken zu lassen.

Zuweilen in sehr kontrastreichen Blickwinkeln, in denen man die völlig unterschiedlichen Stimmungen in den Arbeiten der beiden Künstler vereint und gegeneinandergesetzt sieht – das In-sich-Ruhende der Skulpturen mit dem hochgradig Unruhigen und Ungezähmten in den Ölbildern an der Wand.

Da wird es tatsächlich zu einem sehr emotionalen Zwiegespräch zwischen Ost und West. Ein Gespräch über das Ungelöste und Unvereinbare. Das nur von außen schon geklärt und geeinigt aussieht. Zumindest emotional ist gewaltig was los in der Kunsthalle, in der bestimmt auch die Schritte hallen, wenn man herumgeht und versucht, zu all dem einen ruhigen Punkt zu finden, an dem man die Spannung aushalten kann.

Andrea Brandl (Hrsg.) „Schwerkraft – Fliehkraft. Dietrich Klinge & Hartwig Ebersbach“, Kunsthalle Schweinfurt, Schweinfurt 2019, 24 Euro.

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