Wo sich die Provinzen in West und Ost erstaunlich ähneln

Frauen ticken anders und Männer gar nicht: Ein paar deftige Männergeschichten über die üblichen Frauenbilder im Kopf verunsicherter Männer

Für alle LeserWitze und Stereotype verraten sehr viel über ein Volk. Und Männerwitze verraten sehr viel über die Männer, die sie erzählen. Das Cover-Bild verweist zwar ikonisch auf die Pop-Comics der 1960er Jahre. Aber diese Ikonografie benutzt ja auch Schlager-Softi Michael Wendler, der für den Ich-Erzähler Franz Dirk Kaschinski in diesem Buch mehrfach zum Albtraum wird. Denn die fiktive Frau am Steuer quält ihn auch auf der Autofahrt nach Spanien mit Dauer-Wendler-Beschallung.

Inwieweit die Geschichten des bei Bad Ems in Rheinland-Pfalz lebenden Autors aus dem richtigen Leben gegriffen sind, weiß man ja nicht. Im Nachwort versichert der Autor, der im Hauptberuf Leiter eines Großhandels ist, dass seine aktuelle Lebensgefährtin nicht gemeint ist. Aber er war ja vorher schon drei Mal verheiratet, was die Frage aufwirft: Warum haben sich die Frauen von ihm scheiden lassen? War ihnen sein Humor zu derb? Oder fühlten sie sich nicht verstanden?

Was ja auf dasselbe hinausläuft. Denn deutscher Männerhumor pflegt ein Frauenbild, bei dem man sich geradezu wundert, dass Frauen sich mit den Männern, die diesen Humor pflegen, überhaupt einlassen. Obwohl …

Klar: Man kennt diesen Humor. Man trifft ihn fast überall an, wo Männer ihre Runden bilden und versuchen, sich in ihrem alten Rollenverständnis als Mann zu behaupten. In Kneipen, im Fußballklub, im Schützenverein, bei Bikertreffen … Was Kaschinski macht, ist tatsächlich der Besuch in einer Welt, in der wahrscheinlich sogar die meisten Männer in Deutschland zu Hause sind, eine Welt, in der sie fortwährend damit beschäftigt sind, ihr Rollenbild zu stärken und sich in der Beziehung zum anderen Geschlecht zu behaupten.

Und wo sie sich gewaltig unter Druck gesetzt fühlen durch diese unbekannten Wesen, die sie einmal geheiratet haben, und die dann auf einmal zu Putz-Teufeln werden, Stunden im Bad zubringen, riesige Shopping-Touren organisieren und mit ihren „besten Freundinnen“ am Telefon stundenlang über die Männer reden.

Es wird nicht recht deutlich, inwiefern das jetzt wirklich nur deftige Übertreibung eines Mannes ist, der all diese Dinge eigentlich als liebenswerte Eigenheiten sieht, ob er sich davon genervt fühlt oder zutiefst frustriert. Auch weil der Erzähler nicht wirklich das Gefühl hat, dieses Wesen an seiner Seite zu verstehen. Frauen „ticken eben anders“.

Was sich durch die Formel „und Männer gar nicht“ nicht wirklich relativiert. Das ist ein Kunstgriff, sicher. U.S. Levin, der nun mal aus dem niedlichen Markkleeberg kommt, zeichnet ja ganz ähnliche Rollenbilder aus der östlichen Hälfte Deutschlands. Da unterscheiden sich die Milieus in Rheinland-Pfalz und Sachsen also so gut wie gar nicht – nicht beim Neid auf den Nachbarn, beim Standesdenken, beim Anschaffen von Autos oder dem Ausbau von Eigenheimen.

Milieus, in denen Ehefrauen wie Ehemänner augenscheinlich fast automatisch in solche Rollenbilder schlüpfen, die eigentlich an die deutsche Heimeligkeit der 1950er Jahre erinnern. Dazu passt ja dann auch die Musik von Michael Wendler. Und wahrscheinlich passen auch all diese Serien im TV genau dazu, weil sie vielleicht nicht mal die Gemütslage dieser Menschen treffen, die da Abend für Abend in ihren Eigenheimen sitzen und mit sich nichts Besseres anzufangen wissen, als sich in eine TV-Soap zu versenken, ab und zu in einen Putzfimmel verfallen oder versuchen, die ganze Zeit den treuen Ehemann, die brave Ehefrau zu spielen und dabei bereitwilligst zu leiden.

Und je mehr Anekdoten Kaschinski dazu erzählt, umso mehr verstärkt sich das Gefühl, dass er diese Welt der Schneckengehäuse nur zu gut kennt und dass sehr viele Männer und Frauen in diesen Welten leben, in denen die Behauptung des richtigen Rollenbildes am Ende den Kern des ganzen Zusammenseins ausmacht. Mit all den nur halb lustigen Witzen über Klamottenberge, Schminkzeiten, Diät-Probleme und pubertierende Gören, was in diesem Buch die Tochter der Familie betrifft, die überhaupt nicht erst Konturen als Mensch gewinnt.

Deswegen funktionieren ja all diese Stereotype. Sie sind wie Schneckengehäuse, in denen man sich seiner selbst vergewissert, weil man doch noch alle Muster erfüllt, die einen etwa als Mann in einer Männerwelt kennzeichnen. Und als Frau in einer von Männern vorgezeichneten Frauenwelt, in der es um Schönheit, Schlankheit, tolle Klamotten und Schminke geht, aber nie und nimmer um eine eigene Persönlichkeit.

Man ist geneigt, diese Stereotype allein im deutschen TV zu verorten. Aber dann fallen einem lauter Szenen von Begegnungen in der näheren und weiteren deutschen Provinz ein, in denen genau diese Muster zu Vorschein kamen, als Schenkelklatscher des Einverständnisses.

Kann es sein, dass tatsächlich viele deutsche Paare in diesen Mustern feststecken? Die dort landen, weil der Druck enorm ist, diese Bilder von Mann-und-Frau-Sein nachzuahmen als Bestätigung, als leichtester Weg, sich in die Umgebung einzupassen, in der alle so reden und sich mit diesen zum Teil sehr kränkenden Vorurteilen auch gegenseitig versichern, unbedingt dazuzugehören. Was ja überschaubare Gemeinschaften auch bestärkt und stabilisiert. Denn mit Kumpel, mit denen man so herzlich über das angetraute Wesen hat lachen und spotten können, kann man doch durch dick und dünn gehen? Oder zumindest das Gefühl haben, dass man sich auf sie tatsächlich verlassen kann.

In einer Geschichte, in der Franz sein erst langsames Ankommen in der kleinen Dorfgemeinschaft als Zugezogener beschreibt („Dorfleben“), wird ein Teil dieser Mechanismen sichtbar. Fünf Jahre dauert es, bis der Nachbar mit ihm überhaupt so gnädig ist, ein Wort zu wechseln. Fünf Jahre bis zum Akzeptiertwerden. Aber wenn man das weiterdenkt, ahnt man auch den Druck, der in dieser Dorf(männer)gemeinschaft herrschen muss, dieses Dazugehören zu behaupten. Man ist ruckzuck bei den Reaktionen aus der deutschen Provinz auf Flüchtlinge und Migranten.

Und Kaschinski versucht auch das Thema mit einer Art deftigem Humor anzugehen, lässt seinen Helden in „Integration“ erst einer syrischen Familie ein neues Zuhause in der Einliegerwohnung geben und ihn dann zum Kopf einer Bürgerinitiative mutieren, die mit Stimmungsmache und Anzeigen bei den Behörden dafür sorgt, dass die Familie ausgewiesen wird. Ein Geschichte, bei der einem durchaus schwindelig werden kann, weil sie natürlich die ganze deutsche Schizophrenie zeigt, aber eigentlich auch nicht lustig ist, sondern geradezu zynisch. Da bleibt einem (wenn man vorher die vielen Ehe-Glossen lustig fand) das Lachen im Hals stecken.

Denn wenn man das weiterdenkt, dann passt diese abgründige Geschichte in den Reigen der Ehe-Kalamitäten. Denn einer echten Bekanntschaft mit ihren Untermietern weicht das Vermieterehepaar aus, verreist am Tag einer Einladung zum gemeinsamen Essen kurzerhand in einen spontan bestellten Wochenendurlaub, von dem man sich nicht wirklich vorstellen kann, dass der besonders entspannt war, nachdem man die Geschichte zum Familienurlaub im Ferien-Ressort („Urlaub“) gelesen hat.

Wenn man sich aber auf andere Menschen gar nicht erst einlässt, weil man zuallererst besorgt darüber ist, was die eigenen Kumpels aus dem Dorf dazu sagen würden, dann hat „Integration“ keine Chance. Dann arbeitet Mann sich doch nur wieder daran ab, seinen guten Ruf im Dorf zu verteidigen, sichtlich befürchtend, dass eine simple Geste der Menschlichkeit dafür sorgen könnte, das er er selbst (wieder) zum Außenseiter wird.

Da wundert man sich eigentlich nicht mehr, dass Frauen wie Männer in der Realität dieser Dorfidylle in Scharen entfliehen und lieber in die großen Städte ziehen, wo man den Nachbarn nicht beweisen muss, dass man ein harter Macho ist, der über seine Frau herzieht, wenn er mit seinen Kumpels unterwegs ist. Nur um das eigentlich schäbige Bild aufrechtzuerhalten, dass er zu Hause das Sagen hat und das weibliche Wesen an seiner Seite im Griff. Oder es zumindest lächerlich findet.

Denn wenn man jemanden lächerlich findet, muss man sich ja nicht auf ihn oder sie einlassen, kann beim Äußerlichen und Oberflächlichen bleiben. Und sich quasi als ausgeliefert definieren in der Partnerschaft. Denn wie sonst liest sich das, wenn der Held meint: „Sobald du verheiratet bist, wird alles anders.“ Quasi aus weiblicher Berechnung, denn vor der Heirat sind Frauen verführerisch und anschmiegsam wie die Kätzchen – danach aber übernehmen sie das Regime? Zwingen den Angetrauten, außer Haus zu rauchen und mit seinen Kumpels anderswo Skat zu kloppen?

Hätte ich solche Anekdoten nicht schon oft genug gehört, würde ich sagen: Ist doch alles nur Männerwitz.

Ist es wohl leider nicht, auch wenn es Kaschinski gelingt, etliche seiner Geschichten in die pointierte Groteske zu treiben und damit ad absurdum zu führen. Doch die Pointe sitzt nur in der Übertreibung ins Maßlose. Sie sprengt den vorgegebenen Rahmen der Rollenbilder nicht. Und man versteht nur zu gut, wenn sich die aktuelle Lebensgefährtin in diesem Rahmen nicht sehen möchte. Auch nicht als ein Wesen, das „anders tickt“. Denn das ist eine Schablone, eine männliche Ausrede, dass man sich auf Frauen nicht wirklich einlassen möchte, nicht mal nach der Heirat. Eine Schablone, die die deutschen Hoheitskriege um Frauenbilder und (Anti-)Feminismus bestimmt.

Und natürlich „brauchen“ Männer, die „gar nicht ticken“ solche Schablonen. Das minimiert Irritationen, macht es ihnen leichter, Frauen für „zickig“ zu erklären, wenn sie die erwartete Schablone verlassen. Und es erhöht logischerweise den Druck, im alten Rollenmuster zu bleiben. Jenem schönen äußeren Schein, der so wichtig ist, in einem von Tratsch bewohnten Dorf akzeptiert zu werden. Egal, wo das Dorf steht und das Eigenheim mit dem rasierten Garten und dem geputzten Auto davor. Eindruck schinden ist alles.

So gesehen lesen sich die meisten Geschichten wie ein Forschungsausflug in die Provinz, die nur beim Durchfahren gemütlich, nett und freundlich aussieht mit all den hübschen Eigenheimen inmitten grüner Rasen. Eine Provinz, die immer wieder auch Politik wird, die aber auch Werbung und Medien beherrscht. Denn diese Stereotype sind überall gegenwärtig. Es sind Rollen, die man sich anziehen kann wie ein neues Hemd. Auch wenn man irgendwann ahnt, wie absurd sie eigentlich sind. Aber „lachend Tränen darüber vergießt“ man nicht wirklich.

Franz Dirk Kaschinski Frauen ticken anders und Männer gar nicht, Einbuch Buch- und Literaturverlag, Leipzig 2019, 13,90 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Rezensionen
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

„Vielfalt erleben“ – Museumsnacht in Halle und Leipzig am 9. Mai
Quelle: Kulturamt

Quelle: Kulturamt

In 80 Tagen ist es soweit: Eintauchen in die Museumsnacht in Halle (Saale) und Leipzig und „Vielfalt erleben“. Zum zwölften Mal laden die beiden Städte am 9. Mai ein, einen Samstagabend mit Freunden, dem Partner, der Familie oder allein unter dem Nachthimmel durch die Straßen und Gassen von Halle und Leipzig zu schlendern, sich von den Lichtern der teilnehmenden Einrichtungen locken zu lassen, in andere Welten einzutreten und bekannte Welten neu zu entdecken.
Leipzig hat keine rechtliche Handhabe, Laubbläser in der Stadt zu verbieten
Laubbläser bei der Arbeit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich war die Petition zu den von der Leipziger Stadtreinigung verwendeten Laubbläsern eine ziemlich derbe, ein Appell an die Faulheit der Leute, die mit den lauten Geräten herumfuhrwerken. Einen Appell, den das Amt für Umweltschutz so ernst nahm, dass es quasi eine neue Regel zur Anschaffung von Laubbläsern formulierte. Die gefiel augenscheinlich auch dem Petitionsausschuss des Stadtrates, sodass der sie als Beschlussempfehlung übernahmen.
Leipzigs Verwaltung will zusammen mit der Leipzig Netz GmbH erstmals Panoramabilder fürs gesamte Straßennetz aufnehmen lassen
Blick in die Lützner Straße. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Leipziger werden in diesem Jahr etwas erleben, was es so lange nicht gab. Jedenfalls nicht seit den Tagen, als Google für sein Streetview-Angebot Kamerawagen mit hochaufragender Kamerastange durch Leipzig fahren ließ. Denn solche Fahrzeuge werden auch 2020 fahren, wenn der Stadtrat kurzerhand zustimmt. Nur dass es keine Google-Fahrzeuge sein werden, sondern Fahrzeuge der Leipzig Netz GmbH, der Netz-Tochter der Leipziger Stadtwerke.
Die Leipziger Buchmesse gibt zum ersten Mal allen Balkanstaaten eine gemeinsame Plattform
Das Blaue Sofa. Foto: Leipziger Messe, Tom Schulze

Foto: Leipziger Messe, Tom Schulze

Für alle LeserDer Frühling naht. Und damit jene kleine Zeitspanne, in der das Buch wieder für ein paar Tage die Hauptrolle spielen darf in der einstigen Buchstadt Leipzig. Und nicht ganz grundlos betont die Leipziger Buchmesse: „Leipzig liest und debattiert 3.700 Mal“. Denn bei „Europas größtem Lesefest Leipzig liest vom 12. bis 15. März“ wird Leipzig für drei Tage wieder zu der Stadt in Deutschland, in der wirklich einmal über die vielen Probleme der Gegenwart diskutiert wird. Und zwar auf anderem Niveau als in den deutschen TV-Talkshows.
Zahl der bewaffneten Rechtsextremisten in Sachsen hat 2019 wieder zugenommen
Zahl der bewaffneten Rechtsextremisten in Sachsen sinkt nicht. Montage L-IZ.de

Montage L-IZ.de

Für alle LeserNatürlich konnte auch Kerstin Köditz, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, noch nicht ahnen, dass es am Wochenende vom 15. zum 16. Februar Haftbefehle gegen zwölf Mitglieder einer rechtsextremen Terrorzelle namens „Gruppe S.“ hageln würde. Erst am 17. Januar hatte es in Dresden deutliche Urteile für die Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ gegebenen. Da fand erstmals tatsächlich auch die CDU klare Worte, was schon überraschte.
Diagnose: Paranoide Schizophrenie – Wie eine Krankheit ein ganzes Leben aus den Angeln hebt
Mara Majeskie: Diagnose: Paranoide Schizophrenie. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMara Majeskie ist ein Pseudonym. Verständlicherweise. Wenn es um Krankheiten, Behinderungen und das Nicht-so-Sein wie die anderen geht, dann beginnen in unserer Gesellschaft die Tabus und Aversionen. Sie liegen ganz dicht unter der Oberfläche. Denn mit den Nicht-Perfekten und Normierten kann unsere Eliten-Gesellschaft nichts anfangen. Da wird sie abweisend und verachtend. Und so schreibt Mara von sich auch lieber in der dritten Person.
Ein Schelm und sein Helfer + Video
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserAufmerksame L-IZ.de & LEIPZIGER ZEITUNG-Leser kennen den Namen bereits. „Der Schelm“, ein Online-Versandhandel von Adrian Preißinger, der die L-IZ.de bereits 2016 und 2018 beschäftigte und bis heute neonazistische und antisemitische Literatur als „wissenschaftliche Schriften“ im Netz vertreibt. Illegal versteht sich. Dem NDR ist nunmehr zuzurechnen, dass herauskommt, dass der ebenfalls bekannte Leipziger Neonazi und Ex-NPD-Stadtrat Enrico Böhm den Laufburschen für den Gewohnheitskriminellen Preißinger macht. Was zwischen 2016 und 2018 Ahnung war, bestätigt sich durch eine Recherche der Hamburger Kollegen.
Wasserwerke verleihen Wassi-Wanderpokal an Kita St. Martin in Grünau
Foto: Leipziger Gruppe

Foto: Leipziger Gruppe

Die Schwimmkinder der christlichen Kita St. Martin in Leipzig-Grünau erhalten den Wassi-Wanderpokal 2019. Engagement der Eltern, verlässliche Zusammenarbeit mit der Kita und die Freude der Kinder am Schwimmenlernen waren am Ende ausschlaggebend für die Auszeichnung. In diesem Jahr übergeben die Leipziger Wasserwerke diese Auszeichnung gemeinsam mit dem SC DHfK Leipzig zum 15. Mal. Ausgezeichnet wird dabei eine Kindereinrichtung, die mit besonderem Ehrgeiz und Erfolg an den Schwimm-Lernkursen des Vereins teilgenommen hat.
Geschichten erzählen & Geschichten spielen – ein neuer Kurs für Seniorinnen und Senioren im Budde-Haus
Heinrich-Budde-Haus in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Ab 13. März lädt das Budde-Haus in Leipzig-Gohlis jeweils freitags von 10.00 bis 11.30 Uhr neugierige Seniorinnen und Senioren zu einem besonderen Kurs ein.
Am 25 April im Haus Auensee: In Extremo
In Extremo © Jens Koch

© Jens Koch

Vom Akustik-Trio zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Von einer Idee, harter Arbeit, unbeirrtem Glauben zumehreren Top-10-und drei Nr.-1 Alben. Zu ausverkauften Tourneen, bebenden Burgen und treuesten Fans auf der ganzen Welt. Vom neuesten Album „Kompass zur Sonne“ zu einem aufregenden Meilenstein: 25 Jahre In Extremo!
Was Zinkisotope im Zahnschmelz über prähistorische Pflanzen- und Fleischfresser verraten
Fossile Zähne eines Leierhirsches (Rucervus eldii) aus der Fossiliensammlung der Höhle von Tam Ham Marklot. Foto: Nicolas Bourgon

Foto: Nicolas Bourgon

Für alle LeserWie bekommt man eigentlich heraus, was Menschen in der grauen Vorzeit gegessen haben? Und prähistorische Tiere? Denn der Mageninhalt hat sich ja in der Regel nie erhalten. Nur Teile des Skeletts überdauern unter günstigen Voraussetzungen, und davon auch nur die widerstandsfähigsten Teile. Die Zähne zum Beispiel. Aber da fällt Leipziger Forschern schon was ein, wie man selbst aus Zähnen die Ernährungsgewohnheiten herauslesen kann.
12. Notenspur-Salon Richard Wagner – “Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven”
Alte Handelsbörse © Stadt Leipzig

© Stadt Leipzig

Hochwertige Musik in angenehmer Atmosphäre, geistige Anregungen, kulinarische Genüsse: Das waren schon im 18. und 19. Jahrhundert die Ingredienzien der bürgerlichen Musiksalons, wie es sie auch in Leipzig gab. In dieser Tradition lädt der 12. Notenspur-Salon „Richard Wagner“ Musikfreunde und -interessierte in die Alte Handelsbörse am Leipziger Naschmarkt zu gemeinsamen Klangerlebnissen und guten Gesprächen ein.
Leipzig bekommt immer mehr Förderabsagen für kommunale Straßenbauvorhaben
Straßenbau in der Lützner Straße. Archivfoto: Gernot Borriss

Archivfoto: Gernot Borriss

Für alle LeserJetzt dürfen sich alle mal aufregen. Am Montag, 17. Februar, regte sich auch Steffen Wehmann, Sprecher für Haushalt und Finanzen der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, ein bisschen auf. Denn mittlerweile merken auch die Leipziger Ratsfraktionen, was es bedeutet, wenn die Sächsische Staatsregierung lieber Milliardenrücklagen bildet, aber die Förderung für kommunale Investitionen so knapp hält, dass selbst eine Stadt wie Leipzig keine Fördergelder mehr bekommt.
OBM-Wahl 2020: Wenn der Kandidat zur gemanagten Marke wird
So warb Sebastian Gemkow an der Baustelle der CG Gruppe in der Prager Straße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserNormalerweise nehmen sich Kandidat/-innen, die in einer Wahl Erfolg haben wollen, frei für die Zeit des Wahlkampfes, lassen vor allem Abende und Wochenenden frei für Wahlveranstaltungen und Foren, wo sie vor Publikum erklären können, was sie vorhaben und wie sie es machen wollen. Doch im Leipziger OBM-Wahlkampf erlebten die Wähler/-innen zum ersten Mal etwas anderes. Ein Kandidat sagte Forum um Forum ab.
OBM-Wahl 2020: Was ein Wahlkampf in Österreich mit dem OBM-Wahlkampf in Leipzig zu tun hat
Ja, wo radelt er denn? Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm 1. März wählt Leipzig seinen Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre. Und es sieht – oberflächlich betrachtet – wie ein Duell morgen gegen gestern aus, links gegen rechts, zukunftsoffen gegen konservativ. Und so weiter. Aber wer genau hingeschaut hat, hat gemerkt, dass Leipzig einen Wahlkampf erlebt, der zumindest für Leipzig neu ist. Einer, bei dem ein Kandidat Verstecken spielt.