Schöne digitale Welt: Sechs starke Reden zum Zustand einer algorithmisch entgleisten Welt

Für alle LeserWer wissen möchte, warum unsere Gesellschaft derzeit so heftig zu entgleisen droht und was das mit der schönen neuen Medienwelt zu tun hat, der sollte besser nicht die Digitalminister fragen. Und schon gar nicht die Betreiber der großen Netzwerke und Suchmaschinen. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie wissen es wirklich nicht. Und das hat auch mit der Gier zu tun, die blind macht gegenüber menschlicher Not.
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Der Band ist in dem Sinne kein Fachband. Die Beiträge sind nicht erst für dieses Buchprojekt entstanden. Die Beiträge von Richard Gutjahr, Sascha Lobo, Georg Mascolo, Miriam Meckel, Ranga Yogeshwar und Juli Zeh sind im Grunde ihre Reden innerhalb der Tübinger Mediendozentur, die zwischen 2016 und 2019 gehalten wurden und in denen sie sich auf völlig unterschiedliche Weise damit beschäftigen, wie die neuen digitalen Medien – also vor allem die „social media“ – in unserer Gesellschaft wirken, wie sie tatsächlich funktionieren, warum sie den klassischen Journalismus systematisch zerstören und die Hassspiralen in allen Ländern des Westens anheizen.

Denn das hat mit der Funktionsweise dieser Netzwerke und ihren Belohnungsprogrammen zu tun und mit der Tatsache, dass die Internet-Konzerne bis heute jede Verantwortung für die Redaktion der Inhalte von sich weisen. Die Netze sind geflutet mit Verschwörungstheorien, Hass, Verleumdung und Fakenews. Und die Konzernchefs berufen sich nur zu gern auf Meinungs- und Pressefreiheit, wenn sie erklären, dass sie gar nicht gewillt sind, diese Fluten von Hass einzudämmen.

Wie sich das anfühlt, wenn man selbst zum Ziel eines solchen Angriffs aufs Persönlichste wird, berichtet Richard Gutjahr in seinem Text.

Sascha Lobo geht dann – ganz Sozialwissenschaftler – darauf ein, wie die Algorithmen unsere Gesellschaft zerlegen. Eben weil sie das Haschen um Aufmerksamkeit eingebaut haben: Es geht um Werbung, nichts anderes, und um die Verweilzeiten der Nutzer auf den Seiten der Netzwerke und um möglichst viele und möglichst schnelle Emotionen. Die Netze werden zu Erregungsmaschinen.

Und sie lassen dadurch – so Lobo – direkt in die Köpfe der Menschen schauen. Als Gesellschaftswissenschaftler weiß er, dass die zivilisatorische Hülle unserer Gesellschaft dünn ist. Dass Zivilisation vor allem Zähmung bedeutet und das Erlernen von Nachdenklichkeit und Mäßigung. Nur so schafft die menschliche Gesellschaft einen friedlichen Zustand und ein verlässliches Regelwerk, das ihr Funktionieren sichert. Und ihren Fortschritt.

Und genau an diese Wurzel dieses Regelwerks haben Mark Zuckerberg und seine Kollegen aus den anderen Erregungsmaschinen die Axt angelegt. Worauf Miriam Meckel in ihrem Beitrag „Der berechenbare Mensch“ noch genauer eingeht. Die IT-Konzerne legen zwar ihre Algorithmen nicht offen, aber man merkt eben doch, wie sie aus all den Spuren, die der Nutzer im Netz hinterlässt, nicht nur eine Filterblase erzeugen, die dem Ausgespähten nur noch zeigt, was er schon immer bevorzugt hat.

Echokammer ist von den Autoren dabei der bevorzugte Begriff: Die Nutzer bekommen nur noch das Immergleiche zu sehen, werden regelrecht eingesponnen in das, was die Maschine für sie als Wohlfühlsphäre berechnet. Sie bekommen vom Immergleichen immer mehr. Alles andere verschwindet für sie, wird nicht mehr angezeigt. Und dieser Mechanismus führt auch zur Vereinseitigung und Radikalisierung. Wer nicht mehr mit anderen Sichtweisen, Meinungen und belastbaren Fakten konfrontiert wird, fühlt sich in diesem Kosmos mit den immer selben Echos Gleichgesinnter bestätigt.

Statt den Diskurs aller mit allen zu ermöglichen, wie es einst die Schöpfer des Internets wollten, erzeugen diese Mechanismen lauter Echokammern, in denen Menschen mit ihren Ansichten regelrecht gefangen sind: Die Gesellschaft zerfällt.

Ranga Yogeshwar zitiert dazu den polnischen Soziologen Zygmunt Baumann: „Soziale Medien fördern nicht unsere Dialogfähigkeit, da es so einfach ist, Kontroversen zu meiden … Die meisten nutzen die sozialen Medien nicht, um Gemeinsamkeit zu fördern, nicht um ihren Horizont zu erweitern, sondern im Gegenteil, um sich in einer Komfortzone zu verstecken, in der sie lediglich die Echos ihrer eigenen Stimme hören …“.

Und das ist gewollt. Deswegen kommen die IT-Konzerne auch nicht aus ihrer Falle heraus, die sie sich selbst gebastelt haben. Die Filterblasen „sind auch das Resultat einer digitalen Werbestrategie, die unsere Gesellschaft in spezifische Kundensegmente isoliert und separat anspricht“, so Yogeshwar.

Genau dieser Mechanismus, der die gezielte Kundenansprache zum Verkaufsvorteil macht, erzeugt zwangsläufig genau dieselbe Separierung in allen anderen Bereichen. „Diese neuen intelligenten Medien informieren dann nicht mehr, sondern verändern und formen gezielt das Verhalten ihrer Nutzer“, schreibt Yogeshwar.

„Was sich hier abzeichnet, ist ein breitflächiger Angriff auf den freien Willen. Der Nutzer der Zukunft möchte nicht, er wird gemöchtert. Die konsequente Anwendung dieser Werkzeuge in der politischen Welt wären das Ende der Demokratie.“

Die Besonnenheit hat dort keine Chance mehr. Denn was Facebook und Co. da erzeugen, ist eine „Erregungsbewirtschaftung“. Belohnt und befeuert werden alle Themen, die sofort jede Menge Erregung erzeugen. Und die größte Erregung erzeugt man mit Hass, Wut, Angst, Empörung …

Was das mit dem Turbo-Ich der modernen Welt zu tun hat, darauf kommt schließlich Juli Zeh zu sprechen, die zu verstehen versucht, was Menschen eigentlich in den „social media“ suchen, von welchen Nöten sie eigentlich getrieben werden und womit gelockt. Und dazu muss man wohl erst einmal akzeptieren, dass auch diese Netzwerke Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung sind.

Sie sind die Nutznießer einer Entwicklung, in der der Mensch immer mehr zum Einzelkämpfer gemacht wird, immer einsamer wird, immer mehr darauf getrimmt, in einem beständigen Kampf aller gegen alle mitzuhalten, sich fit zu halten für einen ewigen Wettstreit, in dem es keine echten Belohnungen gibt. So nebenbei haben sich alte Räume der Identität aufgelöst, wurden regelrecht zertrümmert – von der Familie angefangen bis zur überschaubaren Gemeinde. Soziale Sicherheiten wurden systematisch ausgehöhlt.

Entstanden ist eine Welt, in der sich immer mehr Menschen fühlen wie auf einem Pulverfass.

Juli Zeh jedenfalls wundert sich nicht mehr darüber, dass immer mehr Menschen verzweifeln, emotional regelrecht Amok laufen und nach etwas suchen, das ihnen die Urbedürfnisse nach Geborgenheit und Sicherheit wenigstens wieder zu erfüllen verspricht. Und genau da steht unsere Gesellschaft völlig auf dem Kopf: „Glück oder wenigstens Zufriedenheit wird nicht als Ergebnis sozialer Balance, sondern als Ergebnis von erfolgreicher Bedürfnisbefriedigung betrachtet. Leider ist das ein großer Trugschluss“, schreibt Zeh.

Der Bewohner der modernen Konsumwelt ist ein „Bedürftigkeitswesen, Aufmerksamkeitswesen, Angstwesen. Was uns am Ende der Aufklärung entgegentritt, gleicht weniger einem mündigen Bürger als einem verunsicherten Kind.“

Und genau da greifen die „sozialen“ Netzwerke mit ihrem faschistoiden Belohnungswesen. Denn nichts anderes sind die gerade bei Facebook grundlegenden Bewertungskriterien. Der berühmte Daumen, von dem die Nutzer/-innen tatsächlich glauben, es sei eine Belohnung, eine echte Anerkennung für ihre soziale Aktivität. Sie vergeben doch auch ständig welche, oder? Je mehr Likes, je mehr zustimmende Kommentare, je mehr Friends, umso mehr soziale Anerkennung, oder?

Wäre da nicht die dumme Tatsache, dass das nicht genügt, dass jeder, der auch nur nachlässt in seiner Aktivität auf diesen Seiten, sofort an Sichtbarkeit verliert, gar heruntergerankt wird. Oder so formuliert: Wer nicht dranbleibt, nicht weiter in einer enormen Frequenz twittert und postet, der verliert die Belohnung.

Und so sitzen gerade die, die sich nach Zuspruch und Anerkennung sehnen, verzweifelt an ihren Geräten und füllen den digitalen Orkus mit immer neuen Kommentaren und Tweets, haben gar keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Wer nachdenkt, verliert Zeit. Wer die Argumente der anderen erst mal durch den Kopf gehen lässt, wird zu langsam, das Anerkennungsfeuerwerk wandert zu anderen, der Placebo-Zuspruch geht verloren.

Von nichts profitieren die IT-Giganten so sehr wie von diesem Bedürfnis nach Anerkennung. Das so groß ist, dass die Nutzer auch die permanente Dauerüberwachung und das Abgreifen ihrer persönlichsten Daten akzeptieren. „Egal, ob der einzelne User darüber nachdenkt oder nicht: Wer sich in der digitalen Sphäre bewegt, spürt den Bewertungsdruck mindestens als Hintergrundrauschen, wenn nicht schon als schrillen Imperativ“, schreibt Zeh. „In diesem Sinn ist die digitale Sphäre wie ein gigantischer Hausmeister, der den Menschen beibringt, dass jeder kleine Fehltritt einen sozialen Rausschmiss nach sich ziehen kann.“

Gerade diese Befeuerung der Emotionen führt dazu, dass in den Netzwerken die Gleichförmigkeit immer weiter forciert wird.

Und statt Individualität und Freiheit erleben die Nutzer: „Wachsender Konformismus, wachsende Bedrohungsgefühle, wachsende Abneigung gegen Abweichung und schwindende Toleranz: Das klingt wie ein Rezept zur Herstellung von Rechtsradikalität, und vielleicht ist es das auch“, schreibt Juli Zeh. Die durchaus sieht, was mit einer Gesellschaft passiert, in der sich immer mehr Menschen nur noch in den „social media“ informieren: „Die derzeitige Entwicklung der politischen Sphäre stützt diese traurige These.“

Und da erinnert man sich an die Worte von Ranga Yogeshwar zur Wirkung dieser „Erregungsbewirtschaftung“: „Doch Besonnenheit hat keine Chance in einer explosiven kommerziell betriebenen Medienlandschaft, die den Gesetzen der Erregungsbewirtschaftung folgt, die jede Äußerung, jedes Argument, jeden Zukunftsgedanken sofort zum Anlass einer neuen Erregungskaskade umfunktioniert, ökonomisch ausschlachtet und in seiner Wirkung neutralisiert.“

Auch deshalb ist die Berichterstattung in den „klassischen“ Medien in den letzten Jahren immer hysterischer geworden: Sie folgen demselben Erregungszwang. Wer nicht an der Spitze der Erregung ist, wird nicht mehr wahrgenommen. Eine fatale Entwicklung, findet nicht nur Yogeshwar, denn das „führt unweigerlich zu einer populistischen Erregungskultur“ und es „zerstört die Existenzgrundlage eines unabhängigen Journalismus und somit auch ein zentrales Instrument der Demokratie.“

Die sechs Reden zur Tübinger Mediendozentur und die klugen Einführungstexte der beiden Herausgeber Bernhard Pörksen und Andreas Narr bringen sehr genau auf den Punkt, welche zentrale Rolle die großen IT-Konzerne für die Radikalisierung in unserer Gesellschaft spielen und an welchem Kipppunkt unsere Demokratie angekommen ist.

Und – siehe Juli Zeh – was das mit unserem falschen Denken über Bedürfnisse, Identität und Belohnungssysteme zu tun hat. Wer darüber nicht nachdenkt, befördert Radikalisierung und blind gewordene Gnadenlosigkeit. Denn dann werden genau die Gefühle entfesselt, die immer obenauf liegen und jederzeit aktiviert werden können. Und missbraucht. In medialen Kampagnen genauso wie in der Politik.

Ein herrlich kompaktes und sehr lebendiges Buch.

Bernhard Pörksen; Andreas Narr Schöne digitale Welt, Herbert von Halem Verlag, Köln 2020, 21 Euro.

Der Leipziger OBM-Wahlkampf in Interviews, Analyse und mit Erfurter Begleitmusik

 

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