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Zucchini-Büchlein: Was man mit der leckeren Verwandten des Kürbis so alles anfangen kann

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    Eigentlich gehört so manches leckere Gemüse, das man im Gemüseladen findet, längst zu unserem Alltag. Aber natürlich fremdelt man eben doch mit dem einen oder anderen grünen Ding, das da liegt. Also braucht es dann und wann doch einen kleinen Ratgeber, der einem verrät, was man zum Beispiel mit Zucchini anfangen kann.

    Und was das überhaupt ist. Denn selbst Carola Ruff ist verblüfft, dass die Zucchini erstaunlich spät nach Deutschland kam. Erst vor ungefähr 50 Jahren – und auch da nur, weil wahrscheinlich italienische Köchinnen und Köche diese Kürbisfrucht mitgebracht haben, weil sie vorher schon lange zur mediterranen Küche gehörte. Sie stammt aber genauso wie Tomate, Mais und Kartoffel aus Amerika, wurde dort von den Menschen schon lange vor Ankunft der Spanier kultiviert und zu der Gartenköstlichkeit gemacht, die sie heute ist.

    Natürlich erzählt Carola Ruff auch kurz die Geschichte der Zucchini, bevor sie erzählt, was alles drin ist in der Zucchini und sie zu einem der wertvollsten Sommergemüse macht. Denn glücklicherweise wächst sie auch in unseren Breiten. Wie und wann man sie sät, erfährt man genauso wie den richtigen Umgang mit diesem Gemüse, das man mit den richtigen Tipps auch ein bisschen länger aufbewahren kann.

    Denn die normale Saison ist auch für Zucchini begrenzt. Das Wort Saisongemüse sollten wir möglichst bald wieder lernen, denn Saisongemüse ist regional, kennt nicht die ganzen klimaschädlichen Transportwege all der exotischen Früchte, die uns vorgaukeln, dass wir die Ernte der Welt jederzeit billig und frisch im Laden kaufen können.

    Und auch was Pflege und Ernte betrifft, gehört die Zucchini zu jenen Ernteprodukten mit der geringsten CO2-Fracht. Wir haben es selbst in der Hand, unsere Welt besser zu machen. Durch unseren bewussten Einkauf – oder die eigene Pflanzfreude im Garten. Dann wissen wir sogar genau, wo die Leckereien auf unserem Tisch herkamen.

    Und wenn wir dann auch noch wissen, wie man sorgsam damit umgeht, ist der Verarbeitung zu leckeren Mahlzeiten das Feld eröffnet. Und dann bitten auch die üblichen fleischverschlingenden Männer nicht mehr, dass die Zucchini in der Pfanne doch bitte durch ein Schnitzel ersetzt werden möge. Warum auch?

    Carola Ruff hat in diesem Büchlein die verschiedensten Rezepte gesammelt, mit denen man die Zucchini zum ganz selbstverständlichen Bestandteil seiner Ernährung machen kann. Und bei manchen Rezepten wird auch ein alter Fleischesser schwach werden, weil sie ein wirklich deftiges Essvergnügen versprechen – die Zucchinisticks mit Avocado-Sauce zum Beispiel, die Zucchini-Tomaten-Suppe oder das gegrillte Gemüse. Oder wie wäre es mit Zucchini-Fritatta, einem Süßkartoffel-Zucchini-Gratin oder einer Zucchini-Quiche?

    Und sogar in den süßen Leckereien kann die Zucchini landen. Auch in jenem ältesten Rezept, das Carola Ruff hat auftreiben können in ihrer Familie: dem Zucchinikuchen „Tante Anni“. Es lohnt sich wirklich, die Rezeptsammlungen von Omas und Tanten einmal richtig zu durchforsten. Man wird auf jeden Fall Entdeckungen machen und ein wenig eintauchen in die Welt, als die Oma noch jung war und begeistert jede neue Idee aus Funk und Fernsehen ausprobierte. Und so manches dieser Rezepte ist seitdem zum legendären Familienrezept geworden, über dem die Töchter und Söhne, Enkel und Enkelinnen grübeln: Wie hat das Tantchen nur gemacht?

    Und oft genügt sogar ein schon bekanntes Grundrezept, um auch diesem Gemüse einen Platz im Vorratsschrank zu verschaffen – zum Beispiel als Zucchini-Bärlauch-Aufstrich, Zucchini-Pfirsich-Marmelade oder Teil des leckeren Antipasti-Gemüses in Öl, das man rausholt, wenn die Chianti-Flasche auf den Tisch kommt. Vielleicht gar zusammen mit einem leckeren Zucchini-Brot – als Apfel-Brot oder Käse-Nussbrot zum Beispiel.

    Das Gewächs ist vielseitig. Umso mehr verblüfft es natürlich, dass die Bewohner der Mittelmeerländer das 400 Jahre früher wussten als die Deutschen, denen tatsächlich wohl erst die Italiener erklären mussten, was man mit diesem Gemüse alles anstellen kann. Wer es noch nicht ausprobiert hat, findet hier auch noch einmal extra aufbereitet die wichtigsten Tipps zum Umgang mit der Zucchini. Auch wenn die Saison jetzt erst einmal vorbei ist. Aber der nächste Frühling kommt bestimmt. Und sogar im großen Blumentopf auf dem Balkon kann man sich seine Zucchini züchten. Samt Blüten, die man ebenfalls frittieren und essen kann.

    Dafür kann man ganz beruhigt sämtliche elektronischen Geräte ausschalten – auch während der Stunden in der eigenen Gärtnerei. Denn es ist ein ganz eigenes Erlebnis, der Natur bei Wachsen zusehen zu können und zu spüren, dass man Nahrung auch selbst anbauen kann. Vom schmackhaften Zubereiten ganz zu schweigen. Und sogar die Knirpse kann man ein bisschen austricksen, die immer nur Nudeln haben wollen: Für die gibt es Zoodles.

    Die sehen genauso aus. Und sind ganz bestimmt genauso lecker. Man muss es den Kleinen nur erst später verraten, wenn sie nichts anderes mehr haben wollen als Zoodles mit leckerer Soße. Und irgendwann ist auch das ein „Tante Anni“-Rezept und alle sind sich sicher, dass das in der Familie schon immer die Lieblingsspeise aller Kinder war.

    Carola Ruff Zucchini-Büchlein, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2020, 5 Euro.

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