Mit welchem Buch beginnen wir das Jahr 2026? Mit einem gesunden natürlich. Wer die Minis aus dem Buchverlag für die Frau sammelt und sich beispielsweise auf die Titel zu Kräutern, Obst und Gemüse fokussiert, der bekommt mit der Zeit eine richtige (Mini-)Bibliothek zum gesunden Essen. Und erfährt dabei Dinge über all die Früchte, die auf dem Frischemarkt oder im Gemüseregal des Supermarkts liegen, die man für gewöhnlich nicht weiß.

Man kauft ja in der Regel so ein, wie man es einst von den Eltern gelernt hat. Und vor mancher Frucht steht man dann und weiß nicht, was man mit ihr anfangen kann. Mit Roter Bete zum Beispiel. Oder traditionell: Roter Beete.

Wobei schon das Rot im Namen irritiert. Denn es gibt Rote Bete in de verschiedensten Farben. Es ist eine uralte Kulturpflanze, archäologisch schon in 8.000 Jahre alten Fundstellen nachgewiesen. Und gesund ist das Wurzelgemüse auch noch. Sogar gesünder als der viel gepriesene Spinat. Welche Inhaltsstoffe in der Knolle zu finden sind, erzählt Grit Nitzsche natürlich, genauso wie sie auf die Vielfalt der Beten zu sprechen kommt.

Eine Vielfalt, die man auch im eigenen Garten aussäen kann, wenn man dort die richtige Erde hat und die wichtigen Tipps beachtet, wie man mit der Bete umgehen muss, damit sie schöne dicke Knollen an der Sprossachse bildet.

Und natürlich erfährt man auch, wie man sie einlagert, um das ganze Jahr über diverse leckere Gerichte aus der Roten Bete bereiten zu können. Gerichte, die natürlich auch durch ihre knallrote Farbe für Entzücken auf dem Tisch sorgen.

Ein Eckchen im Garten für die Rote Bete

Aber bevor man dahin kommt, erzählt einem die Autorin natürlich erst einmal, welche Vielfalt an Beten es tatsächlich gibt. Und Vielfalt ist nicht untertrieben. Da heißt die eine Sorte gleich mal festlich Moulin Rouge, die nächste Yellow Mangel (die natürlich gelb ist) und eine weiße Sorte Avalanche. Es gibt sogar geringelte Sorten und solche in Walzenform.

Man merkt schnell, dass Gärtner sich mit diesem Gemüse in der Geschichte so einiges ausgedacht und ausprobiert haben. So nebenbei erfährt man natürlich auch, dass die Rote Bete direkt verwandt ist mit Mangold und Zuckerrüben. Und da ging es nicht nur ums Magenfüllen, sondern auch um wunderbaren Geschmack wie bei der Sorte Monalisa oder gute Lagerfähigkeit wie bei der Roten Kugel.

Der fleißige Gärtner findet also schon einmal eine Vielfalt, die ihn ins Grübeln bringen dürfte. So eine Pflanze gehört eigentlich in den Garten. Und wenn man dann auch die Tipps zur richtigen Lagerung beherzigt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dann ist der Weg frei für fröhliche Küchenexperimente, bei denen man die Vielfalt auch in Smoothies, Brotaufstriche, Dips und Salate verwandeln kann.

Bevor man sich an wirklich fröhliche Dinge wagt wie Herzhafte (und natürlich knallrote) Waffel, fruchtige Rote-Bete-Rollen, gefüllte Blättertaschen oder – und da wird’s dann richtig rot auf dem Tisch – die exotische Rote-Bete-Suppe. Man kann das Früchtchen in Herbstsalate stecken, in Bunte Hefeplinsen oder Kartoffeltaler mit Roter Bete.

Lust auf Rot

Wenn sich das alles vor den Augen des Lesers und der Leserin aufblättert, wird erst sichtbar, wie vielfältig der Einsatz der Bete in der Küche sein kann. Man wird regelrecht auf Ideen gebracht, ob das nun Bete-Klößchen betrifft, Rote-Bete-Zwiebel-Gemüse oder Birnen-Bete-Tarte. Gnocchi bekommen richtig Farbe mit Roter Bete, aber auch das Rote-Bete-Risotto oder der Rote-Bete-Kuchen im Glas.

Zum Färben mit Roter Bete gibt es zuvor natürlich ein eigenes Kapitel. Denn wer Rote-Bete-Saft schon mal auf sein schönstes Hemd gekleckert hat, der weiß, wie stark der Saft färbt und wie schwer man ihn wieder herausbekommt. Wie man das schafft, erzählt Grit Nitzsche natürlich auch. Genauso wie das Gegenteil: Wie man mit Rote-Bete-Saft ganz natürlich färben kann.

Also wird auch das wieder ein Entdeckerbüchlein für alle, die mal wieder Neues aus dem Gemüseregal oder dem eigenen Garten heimholen wollen, um ihre Küche mit lauter frischen Ideen zu bereichern. Und ein kräftiges Rot auf den Tisch zu bringen. Das Auge darf mitessen und der Esser staunen. Und die Möglichkeiten der Küchenkunst sind wieder um ein ganzes leckeres Kapitel reicher.

Grit Nitzsche „Rote Bete“, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2025, 6 Euro.

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