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Klimaforschung im Kohlerevier: Forschungszentrum CLAIRE erhält Zuschlag für erste Förderphase

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    Die Antragsskizze für das Forschungszentrum CLAIRE (Center for Climate Action and Innovation – Research & Engineering, dt.: Zentrum für Klimamaßnahmen und Innovationen – Forschung & Technologien) hat die erste Hürde im Wettbewerb „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Freistaats Sachsen genommen. Die Freude ist groß im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das dieses Vorhaben koordiniert.

    Das CLAIRE-Konsortium kann jetzt die eingereichte Antragsskizze in den kommenden sechs Monaten zu einem begutachtungsfähigen Konzept ausarbeiten. 500.000 Euro stehen jetzt dafür zur Verfügung, das Forschungszentrrum CLAIRE tatsächlich zur Umsetzungsreife zu bringen. Möglicher Standort: am Störmthaler See.

    „Wir freuen uns sehr, unsere Ideen für ein Zentrum für Klimamaßnahmen und Innovationen gemeinsam mit unseren Partnern in der jetzt folgenden Konzeptionsphase weiter präzisieren zu dürfen. Die jüngsten dramatischen Hochwasserereignisse in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben mal wieder gezeigt, wie dringend notwendig es ist, verbesserte Prognosesysteme zu entwickeln und operationell einzusetzen. CLAIRE wird die Entwicklung, die Erprobung und praktische Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft, beim Wasser- und Energiemanagement sowie in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und in urbanen Räumen vorantreiben“,  sagt Prof. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des UFZ.

    Und weiter: „Ziel des geplanten Forschungszentrums ist, mittels neuartiger digitaler Zwillinge von Ökosystemen einen kontinuierlichen, digitalen Daten- und Entscheidungsraum mit hoher Aktualität und räumlich-zeitlicher Auflösung aufzubauen. Wir müssen unsere Städte und Kommunen mit ihren Infrastrukturen so umbauen, dass sie weniger verwundbar und zukunftssicher sind. Dazu brauchen wir verlässliche Daten und Prozesswissen auf regionaler und lokaler Ebene, um darauf aufbauend innovative natur- und technologiebasierte Lösungsoptionen zu entwickeln. Mit Reallaboren, die von Wissenschaft, Unternehmen, Fachbehörden und Zivilgesellschaft im Mitteldeutschen Revier und der Lausitz gemeinsam betrieben werden, wollen wir regionale Transformationsprozesse hin zu einer kohlenstoffneutralen und klimaresilienten Gesellschaft unterstützen und damit eine nachhaltige Wertschöpfung in den Bergbaufolgeregionen ermöglichen.“

    Das Zentrum CLAIRE soll zudem ein Ort der Ausbildung werden. Gemeinsam mit der Universität Leipzig und unter Beteiligung der Technischen Universität (TU) Dresden, der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg sowie der Handelshochschule Leipzig (HHL) soll eine School for Climate Innovation Leipzig (SCIL) entstehen. Diese soll interdisziplinäre Spitzenforschung mit großen Freiheiten, Transferorientierung, gesellschaftlicher und politischer Relevanz sowie neuartige Lehr- und Ausbildungskonzepte anbieten.

    Eine vom BMBF und Freistaat Sachsen eingesetzte Perspektivkommission hatte aus den fast 100 eingereichten Konzeptskizzen für die sächsische Lausitz und das Mitteldeutsche Revier je drei Ideen pro Region ausgewählt. Die Forschungskonsortien erhalten für die Dauer von sechs Monaten eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro, um ihre Projektskizze zu einem begutachtungsfähigen Antrag auszubauen. Bis Mitte des kommenden Jahres müssen sie den fertigen Vollantrag für ein Großforschungszentrum eingereicht haben. Jeweils ein Konzept pro Region wird anschließend voll gefördert.

    Auch Forscher der Universität Leipzig sind am Projekt CLAIRE beteiligt.

    Der Meteorologe Prof. Johannes Quaas sieht in der Entscheidung der Perspektivkommission die Arbeit des Projektteams bestätigt. „Das Thema ‚Climate Action‘ – Handlungswissen und Anwendung für den Klimawandel – ist von überragender und stetig wachsender Bedeutung für uns und unsere Wirtschaft in der Region, aber auch weit darüber hinaus. Es wird in Zukunft wenige Wirtschaftsbereiche geben, die nicht stark vom Klimawandel beeinflusst sind“, sagte er am Freitag.

    „Gerade hat uns der extreme Niederschlag gezeigt, wie wichtig belastbare Vorhersagen, Vorsorge und Anpassung sind. Wir an der Uni Leipzig freuen uns darauf, Georg Teutsch dabei zu unterstützen, dieses Zukunftsthema in CLAIRE in unserer Region umzusetzen. Die Universität Leipzig wird maßgeblich die neuen Köpfe für Klima-Innovation ausbilden.“

    Das UFZ koordiniert CLAIRE (Center for Climate Action and Innovation – Research & Engineering). Beteiligt sind an dem Konsortium 13 weitere wissenschaftliche Institutionen: Fraunhofer IMW Leipzig, iDiv Halle-Jena-Leipzig, Universität Leipzig, TU Dresden, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, HHL Leipzig, DBFZ Leipzig, TROPOS Leipzig, IPK Gatersleben, IPB Halle, PIK Potsdam, ZALF Müncheberg und das MPI-BGC Jena.

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