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Bis 2020 hat die Uni Leipzig Zeit, ihre neuen Strukturen zu finden

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    Wohin geht die Reise an Sachsens Hochschulen? Die Frage schwelt vor sich hin, während die Hochschulen noch immer versuchen, irgendwie die angewiesenen Stellenkürzungen zu verdauen. Auch das Rektorat der Universität Leipzig reagiert mit gemischten Gefühlen auf die jüngsten Entscheidungen zum Stellenabbau an Sachsens Hochschulen.

    „Wir sind nach wie vor froh, dass es gelungen ist, den Abbau weiterer 754 Stellen ab 2017 zu verhindern. Wir sind außerdem erleichtert, dass wir mit einer Übergangsfinanzierung die Möglichkeit haben, wissenschaftliche Stellen, die in diesem Jahr abzubauen wären, vorerst weiter zu finanzieren“, sagt Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking. „Aber es ist schmerzlich, dass wir gerade in der Vorphase des nächsten Exzellenzwettbewerbs zusätzliche Einschnitte hinnehmen müssen.“

    Die Universität Leipzig trägt die Hauptlast des Stellenabbaus an Sachsens Hochschulen. Die Hochschule hatte in den Vorjahren bereits insgesamt 72 Stellen für den Abbau benennen müssen. Bis zum 15. Januar wird die Universität nun, wie vom Wissenschaftsministerium erbeten, „die Wertigkeit“ für weitere 29 Stellen mitteilen. „Da die TU Dresden vom Abbau ausgenommen bleibt, haben wir es nun mit neun Stellen mehr als geplant zu tun“, sagt Schücking.

    Mit Zuschussvereinbarungen wird auch der Abbau von Stellen, die seit 2011 zur Streichung vorgesehen sind, gestreckt. Denn die Studierendenzahlen an staatlichen Hochschulen sind ja nicht gesunken, sondern bewegen sich weiter um die 105.000. Stichwort: Zuschussvereinbarung.

    „Da wir in der Landesrektorenkonferenz 2013 über die Zuschussvereinbarung mit der Staatsregierung Überlastpakete aushandeln konnten, lassen sich Stellen aus diesen Mitteln des Hochschulpaktes bis 2020 weiterfinanzieren“, kommentiert Beate Schücking diesen Puffer für fünf Jahre. „Wir gewinnen damit Zeit und Flexibilität. Das heißt aber auch: Nach 2020 wird sich der Stellenabbau voll auswirken. Die große Aufgabe, zukunftsweisende Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen, gibt es also weiterhin.“

    Hintergrund sind die Prognosen für die Studierendenzahlen, die auch von der Kultusministerkonferenz (KMK) in der Vergangenheit stets zu niedrig angesetzt wurden. Insbesondere im Westen der Republik sind die Studienanfängerzahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen und haben auch die von der KMK definierte Schwelle von 40 Prozent eines Jahrgangs deutlich übertroffen. Offen ist, was ab 2020 passiert. Die KMK geht in ihren Prognosen von einem leichten Rückgang aus – von 516.000 Studienanfängern bundesweit im Jahr 2013 auf voraussichtlich fast 473.000 im Jahr 2024. Das würde für Sachsen rund 96.000 Studierende an den staatlichen Hochschulen in Sachsen im Jahr 2025 bedeuten, also etwa dem Wert entsprechen, den CDU und SPD 2014 in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben.

    Aber im Detail ist völlig offen, wie genau sich die Zahl zusammensetzt – ob die Fachhochschulen attraktiver werden oder ob die jungen Leute doch lieber an den Universitäten studieren.

    Das Problem an den 2011 von Sabine von Schorlemer verordneten Stellenstreichungen ist, dass sie schlicht prozentual auf alle Hochschulen umgelegt wurden. Das war eine simple und auch strategisch in keiner Weise untersetze Rasenmäher-Methode. Die Uni Leipzig leidet besonders darunter, weil sie nun einmal die größte betroffene Hochschule ist. Denn die TU Dresden wird, weil sie aktuell „Elite-Universität“ ist, verschont. Die dort geplanten Stellenstreichungen wurden einfach auf die anderen Hochschulen umgelegt.

    Wie die Uni Leipzig nun weiter verfahren werde, will Schücking mit dem Senat der Universität beraten. Fest stehe bereits, dass erneut eine Strukturkommission eingesetzt wird, die sich mit den entsprechenden Fragen beschäftigen soll, so Schücking.

    „Auch wenn das große Schreckensszenario eines sich stetig fortsetzenden Stellenabbaus abgewendet werden konnte und wir aktuell durchatmen können: Der Gesamtverlust von 101 Stellen in fünf Jahren ist alles andere als leicht zu verkraften“, sagt die Rektorin, die sich zum Thema auch immer wieder mit der damaligen Hochschulministerin Sabine von Schorlemer angelegt hatte. „Dennoch sehe ich die Universität auf gutem Wege. Wir werden die kommenden Jahre nutzen, um neu gewonnene Stärken weiter auszubauen und weitere zu entwickeln. Jüngste Erfolge wie der Zuschlag für zwei neue Sonderforschungsbereiche bestärken uns darin, trotz des Stellenabbaus optimistisch in die Zukunft zu blicken.“

    Was zumindest schon einmal andeutet, wohin die Reise gehen könnte: Stärkung von Forschungsbereichen, die die Universität auch international wieder stärker ins Gespräch bringen. Parallel dazu Zusammenlegungen von Studienfächern (wie in der Archäologie) und auch Verhandlungen mit Nachbaruniversitäten – wie bei den Pharmazeuten, zu denen man nun schon seit ein paar Jahren mit der Uni Halle konferiert.

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