Beate Schücking erneut zur Rektorin der Universität Leipzig gewählt

Beate Schücking bleibt Rektorin der Universität Leipzig. Im dritten Wahlgang konnte sich die 61-jährige Medizinerin gegen ihren Herausforderer Jan Palmowski von der Universität im englischen Warwick durchsetzen. Schücking erhielt im Erweiterten Senat 44 von 78 Stimmen, Palmowski 23. Zudem gab es acht Enthaltungen und drei ungültige Stimmen. Der Universität ist ein Debakel nur knapp erspart geblieben: Hätte im dritten Wahlgang kein Kandidat die nötigen Stimmen erhalten, wäre das Rektorverfahren gescheitert gewesen.
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„Ich fühle mich super.“ Die alte und neue Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, war nach ihrer Wiederwahl sichtlich erleichtert. Drei Wahlgänge waren nötig, um eine Entscheidung herbeizuführen. In den ersten beiden Durchgängen hätten mindestens 42 Mitglieder des Erweiterten Senats für Schücking oder ihren Kontrahenten Jan Palmowski stimmen müssen. Schücking erhielt jedoch lediglich 36 beziehungsweise 39 Stimmen, für Palmowski votierten jeweils 24 Mitglieder. Zudem gab es vor allem im ersten Wahlgang eine hohe Anzahl an Enthaltungen.

Im dritten Wahlgang war für den Erfolg nur noch die Mehrheit der tatsächlich anwesenden Mitglieder notwendig. Mit 44 Stimmen erhielt Schücking dabei vier mehr als nötig. 23 Senatsmitglieder votierten für Palmowski, acht enthielten sich und drei wählten ungültig. Wäre auch im dritten Wahlgang keine ausreichende Mehrheit zustande gekommen, hätte das Verfahren komplett von vorn beginnen müssen. Dies wäre bereits der zweite Neustart gewesen.

Im Januar 2016 war schon der erste Versuch gescheitert, nachdem sich die beiden zur Wahl vorgeschlagenen Kandidaten zurückgezogen hatten. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit zwischen Hochschulrat und anderen Gremien über die Nichtnominierung der amtierenden Rektorin Schücking. Am Ende drohte der Erweiterte Senat sogar mit einer Klage.

Im zweiten Anlauf verlief das Verfahren deutlich geordneter

Diesmal landete Schücking neben Palmowski und Enrico Schleiff auf dem Wahlvorschlag. Letzterer zog seine Bewerbung kurzfristig zurück, so dass es im Erweiterten Senat auf einen Zweikampf hinauslief.

Beide Kandidaten erhielten zu Beginn jeweils 30 Minuten, um die Senatsmitglieder in einer kurzen Rede sowie einer anschließenden Fragerunde von sich zu überzeugen. Palmowski betonte, dass Exzellenzinitiative und Internationalisierung große Bedeutung für ihn hätten. Die beabsichtigte Kürzung der Studierendenzahl sähe er „als großes Problem für die Universität und die kulturelle Vielfalt der Region.“ Zugleich räumte Palmowski ein, dass die Wahl zu einem für einen Rektorwechsel ungünstigen Zeitpunkt stattfinde.

Schücking bedankte sich für das Vertrauen, das ihr der Erweiterte Senat mit der ersten Wahl vor sechs Jahren geschenkt hätte. „Ich hoffe, dass ich Sie nicht enttäuscht habe.“ Sie stehe für Teamarbeit und ein gutes Miteinander, erklärte sie. Angesprochen auf mangelnde Mitbestimmung und Transparenz bei den Kürzungsvorschlägen vor ein paar Jahren, entgegnete die 61-jährige Medizinerin: „Wir haben das politisch eingesetzt. Der Aufruhr an der Universität war ein Teil der Strategie, die nicht funktioniert hätte, wenn alle Gremien beteiligt worden wären.“

Nach der Wahl kündigte Schücking an, das Tagesgeschäft nun „nahtlos“ weiterzuführen. Besonders wichtig sei in diesem Jahr die Exzellenzinitiative. Zum knappen Abstimmungsergebnis sagte sie: „Wir kommen aus einer Kürzungssituation und haben schwierige Zeiten hinter uns.“ Der StuRa der Universität zeigte sich in einer Pressemitteilung „erleichtert“ über den Ausgang der Wahl. „Die Studierendenschaft hat nun Klarheit darüber, wie es an der Universität weitergeht.“

Die zweite Amtszeit der wiedergewählten Rektorin wird laut Schücking offiziell frühestens am 1. März beginnen.

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