Leipzigs Bildungsreport 2016

Ein Fünftel aller Kinder hat keine Chancen und bekommt auch keine im sächsischen Bildungssystem

Für alle LeserLeipzigs Bildungsreport ist ein gutes Argument. Nicht wegen seiner 226 Seiten und dem entsprechenden Papiergewicht. Sondern weil er allein mit Zahlen deutlich macht, was in der sächsischen Bildungspolitik falsch läuft und wie staatliche Ignoranz gerade da versagt, wo sie handeln müsste. Denn die Stadt Leipzig selbst kann wenig tun.

Es wird zwar viel darüber geredet in Deutschland, dass Bildung der Schlüssel zu besseren Chancen, Teilhabe, beruflichem Erfolg ist. Aber mehr als Gerede ist es nicht. Es folgt nichts draus. Denn man weiß genau, welche Bevölkerungsgruppe betroffen ist. Wo sie wohnt. Und man weiß, dass man hier nicht nur mit Sozialarbeitern gegensteuern muss, sondern mit etwas, was in den Sonntagsreden konservativer Politiker noch nicht einmal vorkommt: besseren Schulen. Wirklich besseren Schulen.

Denn es betrifft immer wieder die Kinder aus denselben Milieus, die vor allem eines sind: bildungsfern. Und das nicht aus Ignoranz, sondern schlicht, weil das Geld fehlt. Sogar eine Bertelsmann-Studie, die der Bildungsreport zitiert, belegt es: Bildung fängt mit der Möglichkeit zur Teilhabe an. Wenn Eltern die kulturellen, sozialen und kreativen Aktivitäten ihrer Kinder finanziell nicht unterstützen können (und die kosten in unserer Geizgesellschaft nun einmal alle Geld), dann bleiben die Kinder ausgeschlossen, bekommen weniger soziale und sprachliche Anregungen, bleiben oft genug auf die heimischen Unterhaltungsmedien angewiesen und weisen schon vor der Einschulung Entwicklungsrückstände von ein bis zwei Jahren auf, die auch durch eine Rückstellung von der Einschulung nicht wieder aufgeholt werden können.

Befundhäufigkeit bei Schulaufnahmeuntersuchungen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Befundhäufigkeit bei Schulaufnahmeuntersuchungen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Diese Kinder brauchen also auch noch bessere Kindergärten. Und zwar durchmischt, wie die Bertelsmann-Studie feststellt. Wenn wieder nur Kinder aus demselben Milieu unter sich sind, fehlt die Anregung zum Lernen und Sichentwickeln.

Das liegt nur scheinbar auf dem Tisch der Kommunen, die für’s Kita-Bauen zuständig sind. Doch sie kommen da schnell an ihre Grenzen, wenn die Gelder für zusätzliche Aufwendungen fehlen. Man ist ganz schnell beim desolaten sächsischen Betreuungsschlüssel, für den einzig und allein das Land zuständig ist. Gerade in Kindertagesstätten mit hohem Integrationsaufwand braucht es mehr qualifiziertes Personal, das sich um die Kinder kümmern kann, und deutlich kleinere Gruppen.

Genau an dieser Stelle versagt die sächsische Staatsregierung seit Jahren.

Auch weil sie so tun kann, als sei das einzig ein Problem der Großstädte, wo der Anteil der Kinder aus sozial schwachen Milieus höher ist und die Segregation der Bevölkerungsgruppen stärker ausgeprägt. Wer wüsste das besser als der Leipziger Sozialbürgermeister? Er kann die oben abgebildete Karte nehmen und weiß, dass alle seine großen Probleme genau da konzentriert sind, wo die sozialen Brennpunkte sind.

Da leben die Familien, die weit überdurchschnittlich auf Hartz IV angewiesen sind. Da leben aber auch überdurchschnittlich viele Migranten.

Und das Problem, das gerade jetzt bei sinkenden Arbeitslosenzahlen sichtbar wird: Von allein kommen diese Menschen aus ihrer Malaise nicht heraus. Dazu reichen ihre paar Kröten nicht. Und statt wirkliche Unterstützung von behördlicher Seite zu bekommen, werden sie besonders gern sanktioniert, weil die Oberbürokraten die Überforderung dieser Menschen immer wieder als Renitenz auslegen.

Dummheit kann in Deutschland auch hohe Ämter bekleiden und sehr viel Verwüstung anrichten.

Kinder in SGB-II-Familien. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Kinder in SGB-II-Familien. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

„Parallel zur Arbeitsmarktentwicklung sank auch die SGB-II-Quote deutlich und befand sich 2015 auf einem Tiefstand seit der Einführung dieser Leistungen“, stellt der Bildungsreport fest. „Bei den Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren war immer noch mehr als jede/-r Fünfte auf Leistungen gemäß SGB II angewiesen. Zwar ging die SGB-II-Quote fast flächendeckend zurück, sie hatte aber immer noch eine Spannweite von 35 Prozentpunkten (insgesamt) und mehr als 50 Prozentpunkten bei Leipziger/-innen unter 15 Jahren.“

Von Chancengerechtigkeit kann da keine Rede sein.

Die Kinder kommen nicht nur aus Familien, die nun seit Jahren schon versuchen, irgendwie in prekären Verhältnissen zurande zu kommen, wo das Geld für Anregungen und Bildung fehlt und auch die Eltern den Kindern keinen Ansporn geben können.

Und dann kommen sie in Schulen, die auf ihre mitgebrachten Handicaps nicht einmal reagieren, indem sie etwa einen Ausgleich schaffen für das, was diesen Kindern zu Hause fehlt. Sozialarbeiter sind kein Ausgleich, sondern ein Notbehelf. Mehr nicht.

Ein Ausgleich wären Schulen mit kleineren Klassen, besonders qualifizierten Lehrern und Extraangeboten, die den Kindern helfen, ihre Entwicklungshandicaps zu mindern und gleichzeitig Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Denn genau da fehlt es ihnen massiv.

Vor dem „Hintergrund gesellschaftlicher Teilhabe ist diese Situation als problematisch einzuschätzen“, heißt es im Bildungsreport. Und das ist noch harmlos ausgedrückt.

Wobei der Sozialbürgermeister weiß, dass das Problem früh beginnt, in den wenigen so wertvollen Jahren vor der Schule.

Aber viele Kinder aus sozial schwachen Familien gehen auch nicht in die Kita.

„Einzelne Nutzergruppen sind dennoch nach wie vor unterrepräsentiert, wie zum Beispiel Kinder mit Migrationshintergrund, die stark unterdurchschnittliche Beteiligungsquoten aufweisen. Etwa 40 % von ihnen werden eingeschult, ohne zuvor die Chance auf institutionelle Förderung genutzt haben zu können“, heißt es im Report. Aber bei Schuleintritt ist es schon zu spät. Da sind die wichtigsten Entwicklungsfenster schon zugeschlagen.

Nachgewiesener Förderbedarf bei den Schülern. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Nachgewiesener Förderbedarf bei den Schülern. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Die Probleme, die bei der Schulaufnahmeuntersuchung festgestellt werden, erzählen davon, dass viele Kinder eine falsche Kindheit erleben – ohne die nötigen Anregungen zu körperlicher und geistiger Bewegung, ohne sprachliche Herausforderungen. Viele verbringen ihre Tage mit den technischen Verdummungsgeräten unserer Zeit. Ergebnis: Bei 31,7 Prozent der Kinder werden Sprachprobleme festgestellt, bei 22,2 Prozent gibt es schon Probleme mit der Sehschärfe, 18,7 Prozent haben Probleme mit der Körperkoordination usw. Selbst diese Zahlen zeigen, dass es fast immer um ein Fünftel der Kinder geht, die in ihren frühen Jahren ausgegrenzt waren, nicht mitgetobt haben, weil sie vorm Bildschirm ruhiggestellt wurden. Und genau da lernt es eben nicht richtig sprechen noch denken noch neugierig sein. Sozial interagieren schon gar nicht.

Und das, was hier schon nicht passiert ist, das zieht sich dann durch die komplette Bildungskarriere und durchs Leben.

„Bedenklich ist, dass ein erheblicher Anteil der nach Rückstellung eingeschulten Kinder anschließend an einer Förderschule eingeschult wurde“, stellt der Bildungsreport fest. „2015/16 begannen von den 180 Einschüler/-innen der Förderschulen 69 nach einer vorherigen Rückstellung (38,3 %). Auf der anderen Seite wurden, wie in den letzten Berichtsjahren auch, 20 % der im letzten Jahr zurückgestellten Kinder an einer Förderschule eingeschult. Der Aufschub um ein Jahr reicht anscheinend vielfach nicht aus, um individuelle Entwicklungsverzögerungen aufzuholen. Eine geschlechtsspezifische Analyse des Einschulungsjahrgangs 2015/16 untermauert die Erkenntnisse der letzten Jahre. Jungen sind ungleich härter von der Selektion zur Schuleingangsphase betroffen. Sie werden mehr als doppelt so häufig wie Mädchen von der Einschulung zurückgestellt oder an einer Förderschule eingeschult.“

Das also auch noch. Das kommt dann oben drauf. Und da wollen wir noch gar nicht von den idiotischen Rollenbildern sprechen, die das Fernsehen für Jungen bereithält.

Und die Lage in Leipzig entspannt sich überhaupt nicht. Denn gerade für die Bevölkerungsgruppe, für die qualitativ wirklich gute Angebote geschaffen werden müssten, gibt es nicht mehr als 08/15.

„In Leipzig sank der Anteil der unter 15-Jährigen, die auf Leistungen gem. SGB II angewiesen waren in den letzten Jahren kontinuierlich, ihre absolute Zahl stieg allerdings seit 2010 an. Insgesamt war 2015 noch mehr als jede/-r fünfte Leipziger/-in unter 15 Jahren auf diese Transferleistungen angewiesen. Stadtweit betraf das insgesamt 16.394 Kinder und Jugendliche“, so der Bildungsreport.

Die sozialen Disparitäten zwischen den besser situierten und den sozial schwachen Ortsteilen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Die sozialen Disparitäten zwischen den besser situierten und den sozial schwachen Ortsteilen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bildungsreport 2016

Es ist schon erstaunlich, dass eine Gesellschaft wie die unsere glaubt, dass man ein Fünftel aller jungen Menschen einfach irgendwo abstellen und abservieren kann und dass das keine Probleme schafft, die unsere Gesellschaft dann unterminieren.

Denn lebenslange Chancenlosigkeit, die frisst sich auch mit sozialen Verwerfungen in unsere Gesellschaft.

Die Bilanz, die der Bildungsreport zieht, ist letztlich ernüchternd: „Neben dem gesondert gelagerten Fall der Förderschulen konzentriert sich das Thema auf Abgänger/-innen von Mittel-/Oberschulen in kommunaler Trägerschaft. Hier verließ mehr als jede/-r zehnte Schüler/-in die Schule ohne mindestens einen Hauptschulabschluss. Die entsprechende Quote lag konstant mindestens doppelt so hoch wie der Wert auf Landesebene. Diese Abgänger/-innen ohne Abschlusszeugnis wiesen zudem eine hohe räumliche Konzentration auf.“

Eigentlich wollte Leipzigs Stadtpolitik die sozialräumliche Segregation verhindern. Hat sie aber eindeutig nicht. Kann sie auch kaum, wenn sie keine Hoheit über Mieten, Kita-Qualität und Schul-Qualität hat, alles Themen, bei denen sich die sächsische Regierung verweigert. Das interessiert sie nicht. Oder die zuständigen Ministerinnen und Minister sind geistig überfordert, die Folgerungen aus diesen Problemlagen zu ziehen. Was wahrscheinlich der Fall ist. Sie kümmern sich lieber darum, die Hürden fürs Gymnasium zu erhöhen. Als wenn sie Menschen wie Möhrengemüse sortieren könnten und nicht in der Pflicht stünden, ein Schulsystem zu schaffen, das allen Kindern wirklich die gleichen Chancen bietet.

Jetzt wissen wir: Ein Fünftel aller Kinder hat praktisch keine Chancen und wird durch rigide Auslese immer weiter behindert.

Und die anderen Kinder versuchen – oft mit starkem Druck ihrer Eltern – sich wenigstens auf die Normalschule Gymnasium zu retten, weil die Oberschulen in Sachsen sich längst zu Null-Bock-Schulen entwickelt haben, Schulen, an denen Kinder lernen, dass es eigentlich egal ist, ob sie etwas aus sich machen oder nicht.

So frisst sich die Null-Bock-Stimmung in unsere ganze Gesellschaft hinein.

Noch mal aus dem Bildungsreport zitiert: „Das Bildungssystem in Leipzig neigt auch bei anderen Indikatoren zu einer hohen, sozialräumlichen Selektivität. Diese beginnt bereits bei den Einschulungen und lässt sich u. a. über die Bildungsempfehlungen der Klassenstufe 4, der Bildungsbeteiligung im Hauptschulbildungsgang und ausbleibenden Schulerfolg nachweisen.“

Und an jeder Schaltstelle sind die Möglichkeiten der Kommune, helfend einzugreifen, noch geringer.

Eigentlich erwartet man so langsam eine richtige Wutrede des sonst so beherrschten Sozialbürgermeisters – wahlweise im Stadtrat oder im Landtag. Denn das, was die bräsigen sächsischen Bildungspolitiker hier mit den Kindern der wirklich Armen anrichten, das ist brandgefährlich, dumm und verantwortungslos.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/04/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

 

BildungspolitikBildungsreport
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Linke Abgeordnete kritisiert, dass Sachsen das Menschenrecht auf Bildung für geflüchtete Kinder nicht einlöst
16. Schule in Volkmarsdorf. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist eine symptomatische Antwort auf eine grundlegende Frage, die die Landtagsabgeordnete der Linken, Juliane Nagel, jetzt von der Staatsregierung bekommen hat. Laut der Antwort auf ihre aktuelle Anfrage bleibt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EA) des Landes untergebracht werden, hoch. Und damit bleiben sie auch monatelang der Schule fern. Sachsens Flüchtlingspolitik verhindert auch hier frühe und sinnvolle Integration.
Erste Wasserstofftankstelle der Region Leipzig im Güterverkehrszentrum eröffnet
Eröffnung der Wasserstofftankstelle in Leipzig. Foto: H2 MOBILITY/ Michael Bader

Foto: H2 MOBILITY/ Michael Bader

Für alle LeserDie Mobilität auf unseren Straßen wird sich ändern. Das steht fest. Ob tatsächlich das individuell besessene Auto die Zukunft sein wird, ist offen. Wahrscheinlich nicht. Das verkraften unsere immer kompakteren Städte nicht. Derzeit fokussiert sich die Entwicklung trotzdem erst einmal auf alternative Antriebe. Das erste E-Taxi fährt jetzt bei 4884 und die erste TOTAL-Tankstelle stellt jetzt auch Wasserstoff bereit.
Hochrechnung: Rund 490.000 Sachsen sind von Depression betroffen
Arbeiten, auch wenn's hart wird. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas passiert eigentlich mit einer Gesellschaft, in der die Ansprüche an Mobilität, Flexibilität und Verfügbarkeit der Beschäftigten immer weiter wachsen? In der auch die Freizeit immer weiter durchplant, optimiert und nutzbar gemacht wird? – Sie zeigt Überlastungserscheinungen. Die Menschen sind dafür nicht gemacht und erkranken psychisch. Die Barmer Ersatzkasse hat jetzt einmal Zahlen für 2016 vorgelegt.
Warum hat die Rheinische Post die Zahlen eher als der Abgeordnete, der gefragt hat?
Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSören Pellmann ist sauer. Und das wohl zu Recht. Seit 2017 sitzt er für die Linkspartei im Bundestag. Und er nimmt seine Arbeit ernst und beschickt die Bundesregierung auch immer wieder mit Anfragen zu Themen, bei denen die Regierung immer nur herumdruckst. Normalerweise bekommt ein Abgeordneter nach einer Woche Antwort. Aber nun tauchen dise Zahlen auf einmal in der Presse auf, ohne dass Pellmann die Antwort der Verteidigungsministerin bekommen hätte.
Gedichtetes und Geträumtes von Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr
Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit Michelle Steinbeck hat der Verlag Voland & Quist eine neue große Autorin gewonnen. Eine mit einer richtigen Vor-Geschichte. Darauf spielt schon das Zitat an, das die 1990 geborene Schweizerin ihrem Buch beigegeben hat: Elke Heidenreich „Wenn das die neue Generation ist, dann gnade uns Gott.“ Hinter dem Zitat steckt der Skandal, den Heidenreich 2016 mit ihrem Auftritt im „Literaturclub“ ausgelöst hat.
Ein Gastbeitrag zu einem Lichtfest-Demontage-Artikel der LVZ
Endlich mal nur Frauen beim Lichtfest 2018 auf der Bühne. Das Thema? 100 Jahre Kampf um Gleichberechtigung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Politiker rechnen mit Lichtfest ab – nächste Feier ohne Meier?“, titelte die LVZ (auch online) am 13. Oktober. Ein Beitrag, der gegen den künstlerischen Leiter des Lichtfestes, Jürgen Meier, zielte, aber aus der Politik nur Vertreter der CDU und ausgerechnet der AfD zu Wort kommen ließ. Bewusst wurde darauf angespielt, es handele sich ja bei Meier um einen Westdeutschen. Völlig daneben jedoch fand die Übernahme rechter Argumentationsmuster dabei der Leipziger Professor für Romanische Literaturwissenschaft und Kulturstudien Alfonso de Toro. Sein Kontra dazu hier als Gastbeitrag.
DOK-Festival freut sich über hohen Frauenanteil und Eröffnungsfilm von Werner Herzog
Werner Herzog (l.) im Gespräch mit Gorbatschow. Foto: DOK Leipzig / Lena Herzog

Foto: DOK Leipzig / Lena Herzog

Für alle LeserAls angeblich erstes Filmfestival der Welt hatte sich das DOK eine Frauenquote für die Regie im Deutschen Wettbewerb auferlegt. Nun sind nicht nur in diesem Wettbewerb, sondern auch im gesamten Programm die Regisseurinnen in der Überzahl. Die Organisatoren freuen sich zudem über prominente Namen zum Auftakt: Der diesjährige Eröffnungsfilm kommt von Werner Herzog und porträtiert Michail Gorbatschow, den letzten Präsidenten der ehemaligen Sowjetunion.
Auch selbstständige Sachsen meiden, wo es geht, die Wohltaten des Jobcenters
Kassensturz mit Groschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen wollen arbeiten. Für sie ist Arbeit nicht nur Sinngebung, sondern auch ein Stück ihres Stolzes. Und das würde wohl auch funktionieren, wenn es kein „Hartz IV“ gäbe und die Sanktionspraxis der Jobcenter, bei der ja die sächsischen besonders eifrig sind. Da arbeiten die Sachsen lieber für einen Hungerlohn, als sich bürokratisch drangsalieren zu lassen. Oder sie versuchen sich als Selbstständige durchzuschlagen, auch wenn’s eigentlich nicht zum Leben reicht.
SPD-Stadträtin fordert den OBM auf, kleinere Müllfahrzeuge kaufen zu lassen
Sammelfahrzeug im Einsatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVerwaltungen machen es sich gern einfach. Viele neue Vorschriften haben oft nur den Zweck, Kosten und Aufwand (für die Verwaltung) zu reduzieren und sich anstrengende Änderungen zu ersparen. So auch bei der nun auch in der Leipziger Abfallwirtschaftssatzung auftauchenden Neuregelung, Straßen, die schmaler als 3,55 Meter sind, künftig nicht mehr mit Abfallfahrzeugen zu befahren. Da vermisste auch Nicole Bärwald-Wohlfarth ein bisschen Anstrengung im Eigenbetrieb Stadtreinigung.
Warum eine Umfrage zum Sicherheitsempfinden nur von rosa Elefanten erzählt
Kleiner Willy-Brandt-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Der Artikel über den Fragebogen enthält mehr Vorurteile als der Fragebogen selbst....wie sicher fühlen sie sich in ihrem Umfeld....was ist an dieser Frage unwissenschaftlich?“, fragte uns Leser/-in „peku“ unter unserem ersten Bericht dazu. Zu Recht. Weil diese Frage den Blick auf das richtet, was an dieser Umfrage schon im Ansatz nicht stimmt. Der Fragebogen macht einen Frame auf, einen Rahmen. Oder noch genauer: Er verengt den Fokus. Damit wird er unwissenschaftlich.
Neue Thüringer Festtagskuchen: 60 neue Rezepte aus der fruchtigen Thüringer Backwelt
Gudrun Dietze: Neue Thüringer Festtagskuchen & mehr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Erfolge, die erzählen sehr viel über das, was Menschen wirklich wichtig ist. So wie das Buch „Thüringer Festtagskuchen“ von Gudrun Dietze, das 1993 im Leipziger Verlag für die Frau erschien. Es stand damals auch für ein sich deutlich wandelndes Verlagsprofil. Und es verkaufte sich bis heute 250.000 Mal. Da ist selbst der Verlag überrascht.
Ein neues „Plakatgate“: Leipziger CDU kritisiert „linken Hass“
Unbekannte veröffentlichten dieses Plakat. Foto: Marco Santos

Foto: Marco Santos

Für alle LeserErneut sorgt ein satirisches Plakat in den Schaufenstern der Abgeordnetenbüros von Leipziger Landtagsabgeordneten der Linkspartei für Aufregung bei der CDU. Im Zusammenhang mit den rechtsradikalen Demonstrationen in Chemnitz sind dort „Fahndungsplakate“ mit Abbildungen von CDU-Politikern und Neonazis zu sehen. Bereits im Januar 2018 hatten ähnliche Plakate im Zusammenhang mit Polizeigewalt beim G20-Gipfel wütende Reaktionen und Strafanzeigen hervorgerufen.
Gastkommentar von Christian Wolff: SPD am Scheideweg
Mal wieder Wirbel bei der SPD. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Positive zuerst: Bei den Landtagswahlen im Freistaat Bayern hat es keinen Durchmarsch rechtsradikaler Parteien gegeben. Die AfD hat ein im Vergleich zu den Befürchtungen eher bescheidenes Wahlergebnis erreicht: 10,2 %. Dieser Stimmenanteil ist noch viel zu hoch, aber weniger als erwartet. Vor allem kann man das katastrophale Wahlergebnis der SPD nicht mit einem Erfolg der AfD erklären. Die SPD ist kein Opfer rechter Stimmungsmache geworden.
Mindestens 131.000 erwerbstätige Sachsen stecken in der Armutsfalle fest
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserArmut ist ein weites Feld. Was Armut wirklich bedeutet, wissen nur die, die schon lange vor Monatsschluss wissen, dass das Geld nicht zum Nötigsten reicht und sie wieder Abstriche an den normalsten Dingen der Welt machen müssen: keine Straßenbahnfahrt, kein Obst aus dem Frischeregal, kein warmes Essen unter der Woche, Billigfleisch nur aus dem Supermarkt usw. Und nach wie vor sind hunderttausende Sachsen arm, obwohl sie arbeiten.
Lene-Voigt-Gesellschaft feiert 20 Jahre Gaffeeganne wieder mit offener Vortragslust
Gaffeeganne 2013. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon ein Weilchen her, dass der Wettbewerb um die Gaffeeganne der Lene-Voigt-Gesellschaft aus dem Kalender verschwand. Aus mehreren Gründen. Natürlich ging es um die Kraft, ihn zu organisieren, eine Vorsitzende, deren Fehlen sich auf einmal heftig bemerkbar machte. Aber eigentlich war er auch an seine Grenzen gekommen. Es musste sich etwas ändern. Aber nur was?