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Sind Sachsens Schulen beim Umgang mit Straftaten eine Black Box?

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    Vielleicht ist es gar nicht so verwunderlich, wenn jetzt erstmals der Innenminister die Landtagsanfrage zu Straftaten an sächsischen Schulen beantwortet – und nicht der Kultusminister. Denn nicht nur in der Gesellschaft ist das Klima rauer geworden. Die Aggressionen schwappen auch in den Schulbereich. Aber im letzten Jahr haben die registrierten Straftaten wieder leicht abgenommen, kann Petra Zais nun erfahren.

    Auch wenn sich die Zahl der Straftaten an sächsischen Schulen seit Jahren auf hohem Niveau bewegt. Immer wieder werden auch Lehrkräfte Opfer von Gewalt, wie zuletzt die Forsa-Umfrage im November 2016 aufzeigte. Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, hat zum Thema erneut eine Parlamentarische Anfrage gestellt. Die Antwort der Staatsregierung liegt nun vor.

    Im Schuljahr 2016/17 wurden demnach 3.215 Straftaten in sächsischen Schulbereichen erfasst. Im Schuljahr 2013/14 waren es 3.511 Fälle, im Schuljahr 2014/15 3.417 und im Schuljahr 2015/16 3.832 Fälle.

    Die Zahl ist also leicht rückläufig.

    Aber so recht kann Petra Zais den Zahlen nicht trauen.

    Besonders häufig kommt es an Oberschulen zu Straftaten (970 Fälle im Schuljahr 2016/17), erschreckend hoch sind aber auch die Fallzahlen an Grundschulen (494 Fälle). Die häufigsten Delikte an Schulen sind Diebstähle (1.482 Fälle im Zeitraum November 2016 bis Dezember 2017), Körperverletzungen (641 Fälle) und Sachbeschädigungen (576 Fälle).

    Meist sind es Schüler, die von Übergriffen betroffen sind.

    Aber manchmal bekommen auch Lehrer und Lehrerinnen die Aggression direkt zu spüren.

    Bei Straftaten gegenüber Lehrerinnen und Lehrern kommt es besonders häufig zu Bedrohung (2015: 30 Fälle, 2016: 36 Fälle) und vorsätzlicher einfacher Körperverletzung (2015: 30 Fälle, 2016: 30 Fälle), aber auch zu gefährlicher und schwerer Körperverletzung (2015: 9 Fälle, 2016: 10 Fälle). Für das Jahr 2017 wurden seitens des Innenministers keine Angaben gemacht, da diese der Polizeilichen Kriminalstatistik entnommen werden, die für 2017 noch nicht vorliegt.

    „Die Sicherheit der Lehrkräfte verdient mehr Aufmerksamkeit“, beont Petra Zais. „Der Freistaat Sachsen muss als Arbeitgeber für den Schutz der Lehrerinnen und Lehrer sorgen und im Ernstfall Hilfe garantieren. Angesichts der Fallzahlen wundert es mich, dass es sachsenweit nur einen Schulleiter gibt, der durch Rechtsschutz in einem Strafverfahren unterstützt wird. Es dürfte deutlich mehr Lehrkräfte geben, die vom Freistaat zu Recht Beistand in einer schwierigen Situation erwarten.“

    Und dann ist da die große Grauzone, die dadurch entsteht, dass nicht alle Fälle als Straftaten geahndet werden.

    „Problematisch finde ich zudem den Umgang mit Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen an Schulen. Erziehungsmaßnahmen liegen weitgehend im Ermessen der Lehrkraft oder der Schulleitung“, kommentiert das Petra Zais. „Sie werden statistisch ebenso wenig erfasst wie Ordnungsmaßnahmen, welche immerhin bis zum Ausschluss von der Schule führen können. Hier braucht es mehr Transparenz, um Willkür vorzubeugen. Der Einsatz solcher Maßnahmen muss für alle Beteiligten berechenbar werden. Schule darf in einem solch sensiblen Bereich keine ‚Black Box‘ sein.“

    Eines jedenfalls scheinen die Zahlen zu bestätigen: Wie sehr das Klima in den Schulen auch vom herrschenden Klima in der Gesellschaft geprägt wird. Und natürlich von den Lernbedingungen vor Ort.

    Grundsätzlich zeigt sich Zais überzeugt, dass ein positives Sozialklima die beste Gewaltprävention darstellt.

    „Dazu gehört für mich gegenseitige Wertschätzung, ganzheitliche Bildungsansätze und Schulsozialarbeit. Da gibt es in Sachsen noch viel Luft nach oben“, sagt Zais. Und wundert sich trotzdem: „Ich bin irritiert, dass sich nunmehr Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller (CDU) berufen fühlt, meine Anfrage zu beantworten. Zuletzt kam die Antwort noch aus dem Kultusressort unter Brunhild Kurth (CDU), bei dem das Thema aus meiner Sicht auch einzuordnen ist.“

    Immer mehr Straftaten erzählen vom rauer werdenden Klima an sächsischen Schulen

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