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Sachsens Sportlehrer sind über den Umgang mit ihrer Petition im Landtag richtig sauer

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    Es geht nicht nur um Bewegung beim Schulsport, weil Sachsens Kinder viel zu oft übergewichtig sind. Der Mensch braucht Bewegung – auch um besser denken zu können. Lehrer wissen das. Aber Sachsens Kultusminister augenscheinlich nicht. Und nun hat es Sachsens Landtag auch noch fertiggebracht, die Petition „Für eine bewegte Schulzukunft unserer Kinder und Jugendlichen“ einfach ohne Anhörung und Überprüfung abzulehnen. Vielleicht schon Ergebnis von zu wenig Sport? Sachsens Sportlehrer jedenfalls sind sauer.

    In der 86. Plenarsitzung des Sächsischen Landtages am 30. Januar wurde ihre Petition jedenfalls ohne weitere Anhörung oder Überprüfung abgelehnt. „Damit werden auf einen Schlag die 29.535 Stimmen unserer Unterstützer entwertet. So geht sächsisch?! Wir haben eine andere Vorstellung von demokratischer Mitbestimmung“, kritisiert das Robert Venus im Namen des Vorstands des sächsischen Sportlehrerverbandes.

    Mit guten Argumenten hatte man monatelang Unterschriften gesammelt und die Petition im Frühjahr 2018 eingereicht – und als Ergebnis erntet man nur selbstgefälliges Schweigen.

    In seiner Stellungnahme listet der Sportlehrerverband den peinlichen Vorgang noch einmal auf. Besonders entsetzt zeigt sich der Verband, weil dieser klammheimliche Vorgang ausgerechnet in einer Zeit passiert, in der Sachsens Regierung immerfort eine „neue Gesprächskultur“ postuliert. Aber die ist augenscheinlich gar nicht ernst gemeint. Man redet zwar mit allen möglichen Leuten, hört sich auch geduldig das Gerede wütender Bürger an.

    Aber wenn Fachleute sich mit begründeten Argumenten zu Wort melden, ernten sie völlige Ignoranz. Nicht nur im Bereich Schule, wo ja auch noch die Unterschriftensammlung zu einer Volksabstimmung über längeres gemeinsames Lernen läuft.

    Wenn Digitalkonzerne in den Unterricht eingreifen wollen

    Aber das Schulsystem in Sachsen ist zu einem Sparmodell verkommen, in dem es sichtlich nicht mehr um die Kinder und ihren Bildungserfolg geht, sondern nur noch um Geld und Effizienz. Und Christian Piwarz, mittlerweile der dritte CDU-Kultusminister, der das durch falsches Sparen angerichtete Desaster irgendwie in Ordnung bringen will, reagiert nicht wirklich anders als seine gescheiterte Vorgängerin, nur dass er noch rücksichtsloser in die Bildungsinhalte eingreift und die Stundentafel in Fächern kürzt, die er –  so aus Juristensicht – für überflüssig hält: Sport und Deutsch.

    Und er hat auch nicht wirklich das Gespräch mit den Sportlehrern gesucht.

    Die Begründung zur Ablehnung der Petition zeigt aber, dass es tatsächlich um einen Machtkampf geht – in diesem Fall den der Digitalkonzerne um die Hoheit in den Schulen. Denn Deutsch und Sport hat Piwarz vor allem gekürzt, um Platz zu schaffen für neue Lehrinhalten, allen voran die mit Trommelfeuer begleitete Digitalisierung des Unterrichts.

    „Grundlage für die weiteren Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung der sächsischen Schulen ist die Festlegung 3.4 des Handlungsprogramms der Sächsischen Staatsregierung ‚Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen‘ vom 9. März 2018“, heißt es in der Begründung der Ablehnung. „Um einerseits neue Lerninhalte wie beispielsweise Digitalisierung, Medienbildung und eine Verstärkung der politischen Bildung in den Unterricht aufzunehmen und anderseits die Belastungen der sächsischen Schülerinnen und Schüler zu senken, wurde vereinbart, die Lehrpläne und Stundentafeln bis zum 1. August 2019 so zu überarbeiten, dass die Unterrichtsbelastung unter Beachtung der Vorgaben der Kultusministerkonferenz um 4 Prozent gesenkt wird. Dabei sollen alle Fächergruppen in den Blick genommen werden. Gleichzeitig – und darauf weist das Handlungsprogramm ebenfalls hin – soll so auch zusätzliches Lehrerarbeitsvolumen zur Absicherung des Unterrichts gewonnen werden.“

    Die hier genannte Medienbildung hat übrigens auch nichts mit souveränem Umgang mit Medieninhalten zu tun. Auch hier geht es ausschließlich um Technik und die hohe Kunst des Programmierens. Und dass der Kultusminister meint, politische Bildung noch extra im Lehrplan unterbringen zu müssen, sagt eine Menge über deren Nicht-Vermittlung in schon existierenden Fächern wie Ethik oder Sozialkunde.

    Fakten geschaffen in Windeseile

    Noch im Frühjahr nutzte das Sächsische Kultusministerium die Zeit, „um kurz vor den Sommerferien 2018 noch Tatsachen zu schaffen. Im Zuge des sogenannten ‚Handlungsprogrammes zur Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen‘ wurde eine veränderte Stundentafel ab dem Schuljahr 2019/2020 angekündigt. Darin findet sich auch eine Kürzung des Schulsports in allen Schularten wieder“, schreibt der Sportlehrerverband jetzt in seiner Stellungnahme.

    „Die bei der Petitionsübergabe von allen politischen Lagern zugesagte breite Aussprache zur Thematik im parlamentarischen Rahmen hat bis heute nicht stattgefunden. Erst durch einen telefonischen Hinweis am Dienstag, den 29.01.2019, erfuhren wir, dass der Sächsische Landtag unsere Petition am Mittwoch, den 30.01.2019 in seiner 86. Plenarsitzung ohne weitere Anhörung und Prüfungsschritte ablehnen wird. Unsere Internetrecherche am besagten Tag bestätigte dies (siehe TOP 20, zum Nachlesen hier klicken, S. 23, Stand: 31.01.2019). Eine Bestätigung von offizieller Seite steht weiterhin aus.“

    Die berechtigte Frage: „So geht sächsisch?! Neben der inhaltlichen Bagatellisierung unseres Anliegens und den praxisfernen Argumentationslinien von nichtgenannter Quelle in der Drucksache 06/02184/4 ist die -en bloc- Ablehnung unseres Anliegens, im Rahmen aller anderen Petitionen an diesem Tag, zu hinterfragen. Diese Vorgehensweise spiegelt auch der 15. Platz im Ranking (S. 19, 48, Stand: 31.01.2019) des Petitions-Atlas 2018 von openPetition wider.“

    Der Verband jedenfalls ruft jetzt seine Mitglieder auf, sich selbst an die gesprächsfaule Regierung zu wenden, die seit der desaströsen Bundestagswahl 2017 zwar ständig von Dialog redet, aber Petitionen nach wie vor behandelt wie Zumutungen, über die man nicht gewillt ist, mit den fachkundigen Bürgern zu reden.

    Wenn auch noch Musik und Kunst auf die Kürzungsliste des Schulministers geraten

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      4 KOMMENTARE

      1. Liebe Sabine Friedel,
        erst einmal vielen Dank, dass Sie sich als die persönliche Sabine Friedel der SPD-Fraktion Sachsen ‚identifiziert‘ haben.
        (Hätte ja sonstwer sein können, der da mit oder in Ihrem Namen schreibt ^^)

        Sicher, die Bürgerinnen und Bürger müssen begreifen, welche demokratischen Parteien und welche auch individuelle Persönlichkeit innerhalb dieser, sich für ihre Belange und für ein menschenfreundliches, lebenswertes Miteinander aller Menschen in der Gesellschaft einsetzt und damit auch die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen im Blick hat.

        Das eine sind die Wahlen, meist wird da nur mit plakativen Sprüchen oder ewig langen, allgemein gehaltenen Parteiprogrammen argumentiert.
        Die Wähler bilden sich aber ihre Meinung innerhalb der Wahlperiode.
        Sicher ist es zeitaufwendig und anstrengend neben guter Arbeit im Parlament auch noch öffentlich über die Erfolge und gegenüber dem Koalitionspartner nicht durchsetzbare Forderungen, persönlich zu berichten.

        Aber sehr wichtig, damit dem falschen Bild des Politikers, der einmal gewählt, sich seines Postens sicher, sich nicht mehr um die Belange des ‚Wahlvolkes‘ kümmert, widersprochen wird.

        Sich nicht nur von anderen darstellen zu lassen, sondern selbst zu berichten (und sich damit den ‚eigenen Vorstellungen‘ potentieller Unterstützer zur Diskussion zu stellen) –
        dafür ist die lokale Presse (insbesondere die L-IZ) eine gute Plattform.
        Um sich zu informieren, wird kaum jemand sämtliche Seiten aller Parteien und Politiker selbst durchsuchen.

        Und dass auch SPD-Minister (im Gegensatz zu CSU-Ministern in Berlin) sich auf Grund der Koalitionsmehrheit der CDU nicht immer mit klugen Ideen durchsetzen können,
        und das trotz einer vom Wirtschaftsministerium gestarteten, regen Bürgerbeteiligung, kann man hier z.B. nachlesen:
        https://www.l-iz.de/politik/sachsen/2019/01/Fortschreibung-des-saechsischen-Klimaprogramms-scheitert-am-Unwillen-der-CDU-256034

        Gerade in der jetzigen Zeit der rechtspopulistisch geprägten bis zur gesteuerten Fehl- bzw. Halbinformation, muss eine umfassende, inhaltlich lesenswerte Information aller Bürger, nach bestem Wissen und Gewissen ein wesentliches Ziel sein.
        Und das nicht, irgendwie ’neutral‘, sondern so dass man einen denkenden Menschen hinter den Aussagen erkennt.

        Also, noch einmal vielen Dank für ihre Antwort (auch im Namen der Mitlesenden).

      2. Liebe Ellen,

        ein Vorher-Nachher-Vergleich zu den Stundentafeln findet sich auch hier: https://www.spd-fraktion-sachsen.de/neue-stundentafel-ist-gut-ueberlegt-und-ausgewogen/

        An gleicher Stelle kann man unser fortwährendes Drängen auf Lehrplanentschlackung, neues Bildungsverständnis etc. ebenfalls in vielen Beiträgen nachlesen.

        Hm. Auf den Rest ist schwer zu antworten. Nein, ich nehme mir nicht jeden morgen nach dem Aufstehen vor: „So, heute machen wir mal wieder Politik. Worum es geht, ist eigentlich egal. Hauptsache, ich kann auf Teufel-komm-raus irgendwelchen Parteien-Konsens herstellen!“ (Glaubt man das wirklich, wenn man so etwas schreibt?). Meine Motivation liegt darin, etwas zu verändern. Wenn ich allein dazu nicht die Kraft habe, muss ich Unterstützung suchen. Und dann natürlich auch damit leben, wenn die Unterstützung eigene Vorstellungen hat. Und abwägen: Sind mir die Veränderungen, die ich gemeinsam mit den Unterstützern bewirken kann, die Kompromisse, die ich dafür schließen muss, wert? Für den Bildungsbereich kann ich ein paar Veränderungen, die ich mit bewirken konnte, aufzählen:

        – Neues Schulgesetz mit niedrigeren Mindestschülerzahlen, neuem Bildungs- und Erziehungsauftrag, Schulsozialarbeit an allen Oberschulen, Freigabe der Bildungsempfehlung

        – schrittweise Absenkung Kita-Schlüssel und zusätzliche Gewährung Vorbereitungszeit

        – 5.000 neue Lehrerstellen, über 400 Stellen Schulassistenz, EG 13 für alle Lehrer in allen Schularten, Absenkung Pflichtstundenmaß Grundschullehrer

        Auf der oben benannten Seite gibt’s weitere. Welche Kompromisse bin ich, sind wir dafür eingegangen? Wir konnten unsere Maximalvorstellungen (z.B. Gemeinschaftsschule, z.B. Schulverwaltungspersonal vom Land, z.B. Schulsozialarbeit an allen Schularten) nicht durchsetzen.

        „Solange die SPD nicht begreift, dass sie als kleiner Koalitionspartner der CDU … nicht wirklich irgendetwas entscheiden darf“ – also hm. Dass wir als SPD kleiner Koalitionspartner sind, haben wir sehr schnell begriffen. Das fing bei der Verkündung der Wahlergebnisse an und wird uns bei jeder Verhandlung mit dem Koalitionspartner erneut vor Augen geführt. Dass wir nicht wirklich etwas entscheiden dürfen – also hm. Da, wo wir selbst die Minister/innen stellen, schon. Und da, wo die CDU die Minister stellt, können wir nicht wirklich was allein entscheiden. Zweimal Ja heißt dann, es wird gemacht (siehe oben). Einmal Ja und einmal Nein heißt, es wird nicht gemacht (das ist nun mal so).

        Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass nicht nur die SPD was begreifen muss, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger: Nämlich dass die Größe und damit das Gewicht, welches irgendwelche Koalitionspartner erhalten, in ihren Händen liegen. Und veränderbar sind. Im September ist es wieder soweit.

      3. Liebe Sabine Friedel,

        nun, dass jetzt nicht nur in sogenannten Neben- sondern auch in Hauptfächern gekürzt wird,
        den Vorteil kann ich nicht erkennen.
        Und die Sportlehrer wollen bestimmt nicht, dass dafür andere wichtige Stunden wegfallen, sondern einfach nur, dass der Sportunterricht im jetzigen Umfang an den Schulen erhalten bleibt .

        Und es fällt ja nicht „pro Schuljahr [nur] eine Stunde weg“, bei 38 Schuljahreswochen, sind das im Jahr jeweils 38 Unterrichts-Stunden, die ersatzlos wegfallen.

        Gekürzt werden pro Jahr und Schüler 38 Unterrichts-Stunden in folgenden Fächern (ohne Garantie meinerseits, abgeschrieben von (1*):
        Grundschule:
        3. Klasse Musik
        4. Klasse Deutsch, Sport

        Oberschule:
        5. Klasse Mathematik
        6. Klasse Englisch, 2. Fremdsprache im Wahlbereich
        7. Klasse Biologie, Sport
        (neu dazu kommt Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung)
        8. Klasse Sport
        (neu dazu kommt Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung)
        9. Klasse Sport
        10. Klasse Sport,
        2 Wochen-Stunden (76 Stunden pro Jahr und Schüler) im Bereich Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung, Geschichte, Geographie entfallen, weil man sich jetzt (bereits rechtsgültig ab 2018/2019?) für eines dieser 3 Fächer entscheiden muss.. (Was wird eigentlich in der 10. Klasse in Geschichte gelehrt?)

        Gymnasium:
        5. Klasse Mathematik, Technik/Computer
        6. Klasse 2. Fremdsprache
        7. Klasse Biologie, Sport
        (neu dazu kommt Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft)
        8. Klasse 2. Fremdsprache, Sport, Profilunterricht
        (neu dazu kommt Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft)

        Nun, wenn man sich das so anschaut, werden da einfach pro Woche irgendwelche 1 bis 2 Unterrichts-Stunden ersatzlos gestrichen.
        Der von Ihnen beschworene ‚Erfolg der Sportlehrer‘ hält sich also in Grenzen.
        Und Musik und Kunst- wenn es nur 1 Stunde gab, wurde offensichtlich nicht auf Null gekürzt.

        Wenn man das wirklich so zusammenrechnen will, komme ich auf 21 wegfallende Stunden pro Woche über alle Schulformen.
        Und für den einzelnen Schüler auf eine (Dreiviertel-)Stunde (im groben Schnitt) weniger Unterricht pro Woche, die ihm eher fehlen wird.

        Eine wirkliche Entlastung der Schüler hätte bedeutet, die Lehrpläne zu überarbeiten.
        Also, Bildungsinhalte nach humanistischen Gesichtspunkten zu entschlacken, um geisteswissenschaftlich-ethische Inhalte zu erweitern, etc. und neu zu ordnen.
        Auch unter dem Gesichtspunkt, fächerübergreifend lernen zu können, um die Welt, und das eigene Leben und Wirken in dieser, in Zusammenhängen begreifen zu können.

        Aber vom im März 2018 beschlossenen ‚Handlungsprogramm der CDU/SPD-Staatsregierung‘ ist bei Kultusminister Christian Piwarz (CDU) (und bei Finanzminister Dr. Matthias Haß (CDU)) wohl nur die Kürzung um 4% angekommen.
        Welche Fächer scheint relativ boogie zu sein, wichtig ist laut dem von Ihnen verlinkten Artikel:
        „Allerdings braucht Sachsen mit der Kürzung der Stundentafel auch weniger Lehrer. Das Papier von Kultus- und Finanzministerium rechnet damit, dass zum kommenden Schuljahr etwa 800 Vollzeitstellen eingespart werden könnten.“

        Naja und die „gleichzeitige Einhaltung der KMK-Standards“, da gibt es sicher wichtigeres im Moment..
        In Sachsen ist ja sowieso, wie immer, alles in Ordnung, sagt auch,
        die nur an praktischem ‚Human-Kapital‘ interessierte ‚Wirtschaft‘:

        Bildungsmonitor 2018 – Platz 1
        „Erneut ist Sachsen auf Platz 1 der 16 Bundesländer und hat sich im Vergleich zu den Vorjahren sogar leicht verbessert.
        Sachsen schneidet in den meisten der zwölf untersuchten Handlungsfelder sehr gut ab. Besondere Stärken weist Sachsen auf bei
        Förderinfrastruktur (Platz 1),
        Schulqualität (Platz 1) und
        der Vermeidung von Bildungsarmut (Platz 1).

        Schwächen zeigt Sachsen dagegen bei dem erstmals erfassten Bereich Digitalisierung. Verbesserungsbedarf gibt es bei der IT-Ausstattung an Schulen, den Medienkompetenzen der Lehrkräfte und der Nutzung digitaler Medien. Kritisiert wird auch die unausgewogene Altersstruktur der Lehrer.“
        (schule.sachsen.de/6622.htm)

        Erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
        Und wessen Interessen die vertreten, kann man u.a. hier sehr ausführlich nachlesen:
        Neue Soziale Marktwirtschaft: Lautsprecher des Kapitals
        „Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft streitet für die Freiheit der Unternehmen. Sie ist so erfolgreich, dass selbst ihre Gegner sie schon nachahmen“
        Von Götz Hamann 4. Mai 2005 Quelle: (c) DIE ZEIT 04.05.2005 Nr.19
        https://www.zeit.de/2005/19/insm

        Aber, wenn Sie öfter mal die L-IZ lesen, finden Sie über die letzten Jahre auch hier sehr viele interessante und inhaltswertvolle Artikel zum Thema Bildung und Politik und Wirtschaft, und das Für und Wider ‚der Digitalisierung‘. Und das auch regional gesehen.

        Und, solange ‚Die SPD‘ nicht begreift, dass sie als kleiner Koalitionspartner der CDU nur der Buhmann für diese ist, und nicht wirklich irgendetwas entscheiden darf.. Gute Nacht.

        Mal schau’n, wenn es grundsätzliche Proteste gegen die Stundenkürzungen und die Ausrichtung der Bildung unserer Jugendlichen nach rein wirtschaftlichen Interessen gibt,
        wer da in der Außendarstellung der CDU, das mit der Kürzung der Bildung erfunden hat.

        Da ist der Umgang des Petitionsausschusses mit den berechtigten Bürgeranliegen, der in diesem Falle 29.535 Unterstützer, wohl das kleinere Übel…

        Und nix für ungut, liebe Sabine Friedel, mir ist nunmal die Zukunft (und Gegenwart) unserer Kinder und Jugendlichen wichtiger, als irgendwelcher ‚Parteien-Konsens‘ auf Teufel komm raus. Und Zahlen und Zustände ’schön reden‘ bringt da nichts.
        __________________________________
        Die neue Stundentafel habe ich am Ende dieses Beitrages gefunden:
        https://slv-gewerkschaft.de/veraenderte-stundentafeln-fuer-grundschulen-oberschulen-und-gymnasien-ab-dem-schuljahr-2019-2020/

      4. Schade. Wenn man das liest, dann scheint Hopfen und Malz wirklich verloren zu sein. Aber war es tatsächlich so schwarz-weiß?

        Im März berichten Medien über die geplante Stundentafelkürzung in den Fächern Sport, Musik und Kunst (z.B. hier: https://www.saechsische.de/sparen-an-schulstunden-3894480.html). Das Kultusministerium sieht vor, die dritte Sportstunde in allen Schularten und Klassenstufen zu streichen. Damit fallen in der Grundschule pro Schuljahr eine Stunde weg, also insgesamt vier; an der Oberschule pro Schuljahr eine Stunde, also insgesamt sechs. Und am Gymnasium in den Klassen sieben bis zehn nochmal eine Stunde, also insgesamt ebenfalls vier. In Summe 4+6+4 insgesamt 14 Stunden.

        Von den Landtagsfraktionen gibt es Kritik, von Eltern- und Schülerrat – und natürlich vom Sportlehrerverband. Binnen kürzester Zeit kommen die knapp 30.000 Unterschriften für die Petition zusammen, ein tolles Signal. Im April wird die Petition im Landtag übergeben. Im Mai und Juni finden Gespräche zwischen den Fraktionen und dem Sportlehrerverband statt. Auch das Kultusministerium meldet sich. Solange die Gespräche laufen, wird die Petition nicht abgeschlossen.

        Ende Juni korrigiert das Kultusministerium seine Pläne. Es bleibt bei der Stundentafelkürzung – aber anders als im März geplant werden alle Fächergruppen einbezogen. Auch diese Kürzung geht am Sport nicht spurlos vorüber: In der Grundschule wird eine Stunde in Klassenstufe vier gestrichen. In der Oberschule je eine Stunde in den Klassenstufen sieben bis zehn (also insgesamt vier) und im Gymnasium – um den Gleichlauf mit der Oberschule zu erreichen – eine Stunde in der Klassenstufe sieben. Macht 1+4+1 insgesamt 6 Sportstunden in allen Schularten. Vorher 14, nachher 6.

        Die überarbeiteten Pläne werden im Juni vorgestellt. Nach den Sommerferien nimmt der Petitionsausschuss seine Arbeit an der Petition wieder auf. Ein Bericht wird geschrieben, kommt im Herbst auf die Ausschusstagesordnung und wird dann zwei Monate später an das Plenum übergeben. Das beschließt Ende Januar.

        Soweit die Geschehnisse. Dass der formale Umgang des Petitionsausschusses mit dieser Petition viele Fragezeichen entstehen lässt, ist mir klar. Es wäre klüger, bei solchen Themen, die viele bewegen, anders zu agieren: Die Petenten einzuladen. Eine Anhörung durchzuführen. Mit Zwischennachrichten zu arbeiten. Den abschließenden Bericht ausführlich zu gestalten. Hier ist der Ausschuss leider ein Gefangener seiner Regularien und kann aus diesem Beispiel viel über die Verbesserung seiner Arbeit lernen.

        Aber ist „Eure Stimme für den Schulsport in Sachsen“ wirklich „nichts wert“? Ich denke, der Verband hat eigentlich allen Grund, stolz auf diesen Erfolg zu sein. Innerhalb kürzester Zeit konnte er zehntausende Menschen mobilisieren. Und hat es geschafft, einen großen Unterschied zu bewirken. Ja, es werden nicht null Sportstunden gekürzt. Aber es werden auch nicht 14 Sportstunden gekürzt. Mehr als die Hälfte des Stundenkontingents konnte gerettet werden. Mehr als die Hälfte des Stundenkontingents haben die Unterstützerinnen und Unterstützer erfolgreich verteidigen können. Zählt das nichts? Wer so argumentiert, der trägt aus meiner Sicht nicht nur zu Verdruss und Resignation bei. Er macht sich selbst auch kleiner, als er ist und misst den 30.000 Unterstützerinnen und Unterstützern keine Stimme bei. Kein Erfolg, weil es nicht 100prozentig so geworden ist, wie wir es wollten? Hm.

        Ich war im Sportunterricht eher eine Niete. Aber ich hatte eine tolle Sportlehrerin, Frau Fischer. Wenn ich mal wieder wie ein Kartoffelsack an der Kletterstange hing und unter den Blicken meiner 25 Mitschüler mit mega Aufwand tatsächlich zwei Meter nach oben geschafft hatte, dann hat sie das anerkannt. „Gut Sabine, noch lange nicht oben, aber weiter oben als vorher. Gut!“ Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie nicht gesagt hat, meine zwei Meter seien nichts wert.

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