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Herr L.s Begegnung mit dem Haifisch

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    LeserclubWie ist das, wenn man einen Haifisch besucht? Sieht man ihn seine Beute begutachten? Die Zähne fletschen? Ist Herr L. eine Beute für den Mann, der sein Unternehmen nach dem Räuber der Meere benannt hat? Oder nur ein kleiner Fisch, dem man gnädig ein wenig Trockengebäck und ein Glas Wasser anbietet? „Aber so setzen Sie sich doch, mein lieber Herr L.!“

    So wird man da begrüßt. Zwar kein Küsschen rechts und links, aber ein breites Grinsen, ein kräftiger Händedruck, denn man ist ja vom Bau und weiß anzupacken. Und zuzupacken. Und manchmal auch ein bisschen nachzuhelfen. Ein trockener Händedruck, wie L. feststellte, etwas kühl. Ein kurzer Griff an seinen Oberarm. Das lernten diese Leute heute. Und gaben selbst dem kleinen Fisch das Gefühl, einen großen, beeindruckenden Freund gefunden zu haben. Einen, der Liebe zu schätzen wusste. Und Treue. Und fröhliches Hecheln.

    Aber L. hatte auch gelernt, den Leuten dabei in die Augen zu schauen. Freundlich, interessiert und so wach, wie man nach drei Töpfen Kaffee sein kann. Und da ihn seine Freunde nie so begrüßten, wusste er, dass die meisten dieser freundlichen Zeitgenossen ihn dann bestenfalls mit freundlichem Misstrauen anschauten, auf jedes Zeichen achtend, das ihnen verriet, ob dieser kleine Reporter biegsam war, schmiegsam oder ein widerspenstiger Bursche, dem man noch ein paar Paragraphen vorlesen lassen musste.

    Doch Mister Shark schaute ihn gar nicht an.

    Mister Shark hatte die kleine, kräftige Dame erspäht, die L. nun auch erst seit 5 Minuten kannte. Sein Freund Oleg hatte sie ihm an der Straßenecke vorgestellt. Wie versprochen. Denn allein sollte L. nicht ins Becken des Haifischs gehen. Dazu war dessen Freundlichkeit längst viel zu bekannt.

    „Ich habe genau eine Stunde, guten Tag, Herr L. Ich hoffe, Sie sind gut vorbereitet. Hoffmann übrigens mein Name, Frau Doktor Ludmilla Hoffmann. Ich hoffe, Sie können sich das merken.“

    Oleg grinste nur. Woher er Frau Doktor Hoffmann kannte, würde er L. bestimmt später noch verraten, in einer trauten Stunde auf dem Dach.

    „L.“, sagte L.

    „Das müssen Sie mir nicht erzählen. Ich kenne Sie übrigens, kann es sein, dass wir uns jüngst erst begegnet sind?“

    „Oh, das müsste ich aber wissen“, sagte L, und erntete einen kleinen strengen Blick. „Für gewöhnlich vergesse ich eindrucksvolle Personen nicht so schnell, Frau Doktor.“

    „Sagen Sie einfach Frau Hoffmann. Sonst merkt Herr Überall noch, dass wir uns gerade erst begegnet sind, junger Mann. Gehen wir rein.“

    Und sie gingen rein. Ohne Oleg. Sie wollten ja keinen amerikanischen Western nachspielen, nur Herrn Shark auf einen seiner vielen Zähne fühlen.

    Selbst das blonde Mamsellchen im Vorzimmer war beeindruckt. Nicht von Herrn L., den hatte sie ja erwartet. Aber ihr strahlendes Lächeln erlosch, als sie neben ihm Frau Dr. Hoffmann eintreten sah. Da gab es wohl schon ein paar keineswegs nette Begegnungen. Vielleicht im Gerichtssaal. Ein Gedanke, der Herrn L. durchaus ein wenig grämte, denn die Berichterstattung aus dem Gericht hatte schon vor Jahren ein anderer Kollege übernommen, einer, der lieber über Schlägertypen, Einbrecherbanden und Vorstadtganoven berichtete. So etwas lieben die Leser. Und grausten sich gar köstlich. Und sprangen jedes Mal mit Fluten von Leserbriefen an, wenn sich ihre kleine verträumte Stadt doch wieder als ein kleines Chicago entpuppte.

    Das andere war immer so kompliziert.

    Warum sie Herrn Shark als Herrn Überall bezeichnete, hatte sie L. zumindest auf dem kurzen Weg zum prachtvollen Sitz der Shark GmbH erzählt: „Er hat überall seine Finger drin, wenn es um dubiose Baugeschäfte geht. Wirklich überall.“

    „Der Eindruck kann täuschen“, hatte L. gewagt einzuwerfen.

    „Dieser Eindruck, Herr L., täuscht ganz gewiss nicht.“

    Dann hatte sie schon blindlings auf den richtigen Knopf gedrückt und – als sich der Lautsprecher räusperte – trocken gesagt: „Zu Herrn Shark.“ Schon waren sie drin. L. hatte schon erwartet, er würde sich an einer schwer bewachten Pforte noch umständlich legitimieren müssen – mit Rückruf in der Redaktion, ob er auch der richtige wäre. Aber das fiel diesmal aus. Auch  Iwan hatte seine billigen Wachschränke abgezogen, so, wie es Oleg versprochen hatte.

    Nur war dann unübersehbar, dass Herr Shark tatsächlich einen Mann am Tisch platziert hatte, dem man schon auf zehn Meter den emsigen Aktenfuchser ansah, etwas ungebügelt freilich, was vielleicht an seiner etwas unsportlichen Körpermasse lag. Sein Händedruck fiel entsprechend schwammig aus. „Winkel“, sagte er nur. Mehr nicht. Als müsste L. wissen, wer Herr Winkel war.

    Aber Frau Doktor Hoffmann wusste es.

    „Der Herr Winkel ist der Anwalt-Spezi des Herrn Shark“, sagte sie nur trocken. „Wenn Sie nachher Post von ihm bekommen, müssen Sie sich nicht wundern. Wer im Trüben fischt, schreibt gerne Briefe, die mit lauter feinen Paragraphen gespickt sind, nicht wahr, Herr Winkel?“

    Doch Winkel antwortete nicht, weil Herr Shark ihn mit einem flüchtigen, aber recht scharfen Blick streifte. Hier hatte nur einer etwas zu sagen.

    Trockengebäck gab’s freilich nicht. Wasser oder Kaffee zur Auswahl. Aber L. verzichtete lieber. Er wollte nicht abgelenkt sein. Dass Frau Doktor Hoffmann recht resolut neben ihm Platz genommen hatte, das lenkte ihn schon genug ab. Gerade in der Aufwärmphase. Denn Herr Shark hatte die Rolle als Gastgeber genutzt, ihm einen flotten, mitreißend forschen Vortrag über sein „Sie wissen ja, sehr erfolgreiches Unternehmen“ zu halten und auch nicht zu vergessen, mit angelernter Dezenz auf all seine wohltätigen Taten in dieser Stadt hinzuweisen, „die nun fürwahr, wie Sie wissen, keine reiche Stadt ist. Da hilft ein so verantwortungsvolles Unternehmen wie das unsere, wo es nur kann …“

    „Das unsere?“, wollte L. schon dazwischen fragen. Aber da hatte Frau Doktor ihn beinah zärtlich angestupst. Jetzt noch nicht. Sie bevorzugte, wie es schien, auch die freundliche Aufwärmphase, ließ Herrn Shark sogar die hübsche Szene im Kinderheim noch einmal etwas ausführlicher erzählen, wie ihm das Herz aufgegangen war, als er da mit dem riesigen Plüschbären stand, den er den Kindern – mit Medieneinladung natürlich – spendierte. Und diese Kinderaugen, diese Begeisterung! „Haben Sie auch Kinder, Herr L.?“

    Und wäre L. noch ein struppiger Anfänger gewesen wie damals, er hätte gar nicht gemerkt, wie die Augen des lieben Herrn Shark ihn jetzt fokussierten und die Anspannung um drei Grad gestiegen war, während die Raumtemperatur um 5 Grad fiel.

    Diese Leute liebten Theater. Also wurde auch L. mal ein bisschen theatralisch: „Ach, Sie wissen ja, Herr Shark, wie das ist: In dieser Zeit, mit all diesen Gefahren, und das Geld, wer kann sich heute noch guten Gewissens Kinder leisten?“

    Plopp. Nur der blasse Herr Winkel hatte ein bisschen gezuckt.

    So hübsch können Überleitungen sein.

    „Glauben Sie wirklich, dass ich mit Ihnen über Geld reden werde?“

    „Ich? Nie und nimmer, Herr Shark. Was glauben Sie, wie sehr ich mich schon über die Steuern geärgert habe. Es geht uns doch allen so.“

    „Glauben Sie mir, Herr L. Ihre Steuersorgen sind … sagen wir es mal so … eher kleine Fische gegen die unseren.“

    „Glauben Sie nicht, dass sich das aufklären wird?“

    „Natürlich wird sich das aufklären. Da bin ich mir sicher. Nichts, ich betone: nichts an unserem Firmeneintrag in Panama ist in irgendeiner Weise gesetzwidrig, oder wie ihr geschätzter Kollege von der Konkurrenz schrieb … von Geschmäckle. Wir hier bei der Shark GmbH haben uns immer an die Regeln gehalten. Jeder einzelne Euro ist redlich verdient. Dass staatliche Institutionen dann und wann meinen, sie müssten die hiesigen Unternehmen doch wieder mit einer gewissen … sag ich mal so, Strenge … ja, Strenge ist wohl das richtige Wort …. Wir fühlen uns etwas streng behandelt. Das, mein lieber Herr L., haben wir so nicht verdient. Das können Sie auch schreiben, dazu stehe ich.“

    „Waren es nicht eher Dollar?“

    „Spielt das hier eine Rolle?“

    „Nur, wenn sie nicht versteuert sind.“

    „Herr L., sie unterst…“ Jetzt sah er wirklich nicht mehr wie der freundliche Teddyspender aus. „Ich sag es mal so, Herr L.: Wenn das bei Ihnen in ihrer kleinen Zeitung so zu lesen sein wird, bekommen sie ein sehr deutliches Schreiben von meinem Anwalt.“

    „Oh, ich freu mich schon drauf“, warf Frau Doktor Hoffmann ein.

    „Eigentlich war das keine Frage“, sagte L. „Nur so ein Gedanke. Können Sie einfach streichen, Herr Shark. War nicht wichtig. Aber woher stammte das Geld?“

    „Welches Geld?“

    „Die 10 Millionen, die sie da auf dem Konto haben.“

    „Die 10 Millionen hat nur Ihr werter Kollege rausposaunt. Sie können sicher sein, dass die Zahl nicht stimmt. Es sollte sich ja herumgesprochen haben, dass diese Zeitung nicht immer ganz bei der Wahrheit bleibt, um nicht gar ein anderes Wort zu benutzen, das derzeit in aller Munde ist, nicht wahr? Sie und ich, Herr L, sind Leute, die es mit Zahlen sehr genau nehmen. Ich, weil mir bei allem, was ich tue, immer ein ganzer Heu… na ja … Schwarm von Aufpassern auf den Fersen ist. Niemand wird so streng durchleuchtet wie die Baubranche, das sollten sie eigentlich wissen. Werden meine Leute nach Tarif bezahlt? Haben Sie schon einmal erlebt, wie penetrant die Gewerkschaft sein kann? Und wie oft der Zoll auf meinen Baustellen auftaucht? Wie da jedes Mal für Stunden die Arbeit niederliegt, weil diese Herren Beamten von jedem einzelnen Arbeiter die Papiere prüfen, ob der auch rechtmäßig bei uns arbeiten darf? Jüngst erst wieder, bei unserer Baustelle draußen bei Ma …“

    „Marinade-Heinrich?“

    „Ich sehe, Sie sind auf dem Laufenden. Was meinen Sie, wie viele Arbeitsplätze wir dort schaffen?“

    „Ich dachte, das Autohaus lässt sich der Herr Kater …“

    „Vergessen Sie Herrn Kater! Ohne uns würde in dieser Stadt niemand bauen. Wir stecken da mit drin. Mit unserer Leistung und … ich betone es ja ungern: Mit unserem Geld …“

    „Und anteilsmäßig?“

    Kurzes Innehalten, Taxieren.

    „Wir hatten nicht abgesprochen, dass das Gespräch diese Wendung nimmt, Herr L.“

    „Entschuldigung“, sagte L. „Das muss mir völlig durch die Lappen gerutscht sein. Aber ich hatte Ihnen doch die ganze Liste mit Fragen schicken lassen.“

    „Sie haben was?“

    „Ihnen meine Fragen zukommen lassen. Mach ich immer so. Schreib das alles auf, geb’s der Sekretärin, die faxt das durch und jeder weiß, was ich alles wissen will.“

    „Darf ich fragen, wann das gewesen sein soll?“

    „Na vorhin doch, bevor ich los bin. Sie wissen ja, wie kurzfristig unser Termin zustande kam. Geht Ihnen ja bestimmt genauso: Wenn ein Termin wichtig ist, lässt man alles stehen und liegen …“

    „Und wie viel Fragen sollen das gewesen sein, wenn ich fragen darf?“

    „Na so Stücker 20. Ich hab nicht nachgezählt.“

    „Und Sie wollen mir sagen, dass das Autohaus dabei war?“

    „Na sicher doch. Und das Grundstück am See.“

    Das war der Moment, als Herr Winkel tatsächlich seinen goldigen Füllfederhalter fallen ließ, mit dem er die ganze Zeit eifrig herumgespielt hatte. Und Herr Shark lehnte sich so weit zurück, wie es der Stuhl zuließ und schien wirklich nachzudenken, was er L. dazu würde sagen wollen. Vielleicht spielte er auch damit, das Gespräch kurzerhand zu beenden. Denn dass weder L. noch ein anderer Kollege seiner Zeitung zur pompösen Projektpräsentation im Rathaus gekommen war, das musste er wissen. Wenn er nicht gar irgendwo eine dicke Sündenmappe zu jeder einzelnen Zeitung in dieser Stadt liegen hatte. Oder gar jedes Detail sowieso im Hinterkopf speicherte: Wer spielte das Spiel mit und erschien zu jedem kleinen Termin? Und wer versuchte hier eine Extrawurst zu braten und irgend so ein Zeug wie unabhängige Journalisterei zu machen?

    1. zumindest gab sich alle Mühe, möglichst arglos dreinzuschauen. Er war ja nur neugierig. Er litt ja selbst drunter. Das machte so wenige Freunde. Zumindest in der Welt eines Herrn Shark, der seine Fingerkuppen bedächtig aneinander legte und mit einer gewissen Bedächtigkeit erklärte, dass das Wohnprojekt am See ja wohl schon seit einigen Jahren auf der Wunschliste des amtierenden Bürgermeisters stünde und dass der Wunsch der hiesigen Stadtgesellschaft schon seit Jahren da war, dieses markante Ufergelände mit einer niveauvollen Wohnbebauung aufzuwerten – „ganz davon zu schweigen, dass es in dieser unserer Stadt an einem nennenswerten Angebot derart begehrter Wohnformen ja bekanntlich fehlt, Herr L. Darüber haben Sie selbst jüngst erst sehr ausführlich geschrieben.“

    Hatte er tatsächlich. Ein klein wenig anders natürlich. Von Häusern an Seen und Flüssen hatte er ganz bestimmt kein Wort geschrieben.

    „Außerdem, Herr L., wissen Sie, dass die Stadt selbst hier der Initiator ist …“

    „Aber Sie haben keinen unterschriebenen Vertrag?“

    „Für das Bauprojekt? Natürlich!“ Ziemlich heftig war er nach vorn geschnellt und fixierte L. nun so, wie es L. eigentlich die ganze Zeit erwartet hatte. Lauter war er auch im Ton geworden. „Wofür halten Sie mich eigentlich? Für einen … Verbrecher?“

    Das ließ Herr Shark tatsächlich im Raum stehen, ein paar Augenblicke lang, genug, dass ein ängstliches Kaninchen bestimmt erschrocken zurückgezuckt wäre. Aber irgendwie war die Nacht für Herrn L. doch etwas zu schlaflos gewesen. Er zuckte nicht, sondern merkte nur, wie ein paar Hintergedanken in seinem Kopf fröhlich kicherten und sich hübsche Synonyme für das Wort Verbrecher auszudenken begannen. Die musste er erst einmal mühsam zur Ruhe scheuchen, ohne dabei auch noch zu grinsen.

    An seiner statt hakte Frau Doktor Hoffmann ein. „Die Frage war keine Unterstellung, Herr Shark.“

    „Natürlich war sie das“, sagte Shark, auch wenn er wohl lieber gebrüllt hätte. Aber dazu kannte er Frau Doktor Hoffmann wohl zu gut. „Der … der Herr hat mir unterstellt, ohne Vertrag so ein Projekt … das IST eine Unterstellung. Und das verbitte ich mir nicht nur, das wird ein Nachspiel …“

    Und weil er jetzt wirklich laut werden zu wollen schien, räusperte sich Herr L. lieber. „Darf ich konkretisieren, Herr Shark?“

    „Was denn konkretisieren? Sie haben mir gerade unterstellt, dass ich …“

    Oja. Wenn es um die saubere Fassade ging, war Herr Shark sichtlich sensibel. Aber eigentlich interessierte das L. nicht.

    „Ich formuliere es mal so: Haben sie einen Kaufvertrag für das Grundstück?“

    Herr Winkel nahm jetzt tatsächlich seinen goldigen Federhalter und begann, sich ein paar fein ziselierte Notizen zu machen. Hätte es eine Uhr im Raum gegeben, dann hätte man sie wohl ticken gehört oder schnurren. Aber es gab keine. Und hinterher kam L. die Zeitspanne, die Herr Shark brauchte, um sich ein wenig zu entspannen, doch erstaunlich lang vor. Lang genug für Frau Doktor Hoffmann, ihm freundlich ein kleines Schriftstück über den Tisch zu reichen, über das sich Herr Shark anfangs noch einmal echauffieren wollte. Zumindest hatte er sich schon wieder in Stellung gebracht.

    Aber L. wusste nun, dass er so falsch nicht lag.

    „Es gibt keinen Kaufvertrag, stimmt’s?“

    Es könnte wohl einen geben, deutete Shark dann noch an, als er sich kurz mit Herrn Winkel verständigt hatte. Aber der hatte eher mit einem vorsichtigen Kopfschütteln reagiert.

    „Doch, es gibt einen“, sagte Shark.

    Aber an der Stelle war wieder Frau Doktor Hoffmann dran: „Den will ich sehen. Bis heute Nachmittag, 15 Uhr. Pünktlich.“

    „Aber das steht Ihnen doch gar nicht …“

    „Natürlich nicht, mein sehr geehrter Herr Shark. Wir hatten oft genug miteinander zu tun. Aber sie haben mein kleines Schriftstück vor sich liegen. Sie können es unterschreiben oder bleiben lassen. Sie können ihren Herrn Winkel in die Spur schicken oder mit dem Herrn Bürgermeister telefonieren. Aber um 15 Uhr habe ich einen unterschriebenen Kaufvertrag – oder …“

    „Wollen Sie mir drohen?“

    „Ganz und gar nicht, werter Herr Shark. Ich kündige Ihnen nur an.“

    Natürlich unterschrieb er nicht. Dazu war ihm das Ganze wohl doch zu überfallartig gekommen. Und natürlich war L. unzufrieden, weil er die Hälfte seiner Fragen nicht beantwortet bekommen hatte. Aber hatte er mit etwas Anderem gerechnet?

    Deswegen war er auch eher verlegen, als er sich draußen von seiner Begleiterin verabschiedete. Die freilich nicht viel Federlesens machte.

    „Schicken Sie mir den Text, bevor Sie ihn veröffentlichen. Am besten auch vor 15 Uhr. Oder trauen Sie sich das alleine zu?“

    Traute er sich?

    „Eigentlich ja“, sagte L. „Aber ich schicke ihn trotzdem. So ein Angebot …“

    „Sparen Sie sich den Honig. Ich kenne den Herrn Shark schon länger als Sie. Der versteht es nicht anders.“

    „Und wenn er doch …“

    „Glauben Sie?“ Sie hatte sichtlich ihren Spaß an der Sache. Und war schneller davonstolziert, als L. noch einen schönen Tag wünschen und sich bedanken konnte. Und nun? Was hatte er nun wirklich erfahren? Und was bedeutete das? Eine Frage, die leicht überschattet wurde, als zwei bullige Gestalten neben ihm aus dem Schatten auftauchten.

    Die komplette Geschichte zum Nachlesen.

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