Warum die Kirche der Revolution auch die erste Kirche der Stadt Leipzig war

Leserclub"Nun ist es so weit!", freut sich die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Nikolai. Der Geburtstag der Nikolaikirche wird gefeiert. Die Festwoche vom Sonntag Exaudi (17. Mai) bis zum Pfingstfest (24. Mai) wird der Höhepunkt in der Feier des 850. Jubiläums der Nikolaikirche. Wäre da nur nicht diese Ungewissheit: Wann wurde die Kirche nun wirklich gegründet? Niemand weiß es.
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Zumindest nicht genau. Selbst viele Leipziger Feuilletonisten tun sich schwer und zelebrieren derzeit die alten, faulen Witze, Leipzig hätte doch gerade erst 1965 seinen 800. Geburtstag gefeiert, jetzt sei schon der 1.000. dran. Man kann Leser auch für dumm verkaufen.

Stadtrecht und Stadtkirche

1965 feierte Leipzig 800 Jahre Stadtrecht. Irgendwann um das Jahr 1165 herum verlieh der Markgraf von Meißen, Otto der Reiche, seiner Stadtgründung auf heutigem Leipziger Gebiet das Hallesche und Magdeburgische Stadtrecht. Damit war der Markt begründet (auf dessen Existenz die Leipziger Messe ihr Jubiläum „850 Jahre Leipziger Messe“ begründet), damit war aber auch die Gründung einer Stadtkirche nötig, die damals, ganz klassisch, natürlich auf dem Markt stand – die Kirche St. Nikolai. Deswegen feiert die Nikolaikirche in diesem Jahr auch ihren 850. Geburtstag. Und Leipzig könnte auch 850 Jahre Stadtrecht feiern, wenn nicht die 1.000 Jahre Ersterwähnung viel schöner klingen würden.

Dabei sind es völlig unterschiedliche Dinge. Und auch unterschiedliche Orte. Denn als Otto der Reiche begann, in seiner Markgrafschaft planmäßig Städte anzulegen, tat er das ganz bewusst außerhalb der schon existierenden alten Burgwarde und Siedlungen. Denn Städtegründungen waren damals ein Akt zur Schaffung moderner Infrastrukturen. Die neuen Städte wurden um einen großen, rechteckigen Markt in einem klaren geometrischen Straßenraster angelegt. Auch in Leipzig war das so. Das 1015 von Thietmar von Merseburg erwähnte urbs libzi war der alte Burgward mit der Siedlung drumherum auf dem heutigen Matthäikirchhof.

Die neue Stadt aber wurde südöstlich davon auf unbebautem freiem Feld angelegt. Im Zentrum ein Marktplatz, der durchaus mit dem heutigen Nikolaikirchhof identisch sein könnte. Denn die Straßenbezeichnungen Neumarkt und Alter Neumarkt erzählen davon, dass es zuvor auch einen Altmarkt gegeben haben muss. Und zwar in der um 1165 neu gegründeten Stadt, die schon kurz nach ihrer Gründung ein augenscheinlich beträchtliches Wachstum hinlegte, so dass der alte Marktplatz den Bedürfnissen des Handelsplatzes nicht mehr genügte. Die junge Stadt Leipzig übertrumpfte damit auch viele anderen Stadtgründungen aus der Zeit Ottos und seiner Nachfolger, die nach einem ganz ähnlichen Schema angelegt wurden – zu nennen wären hier Borna, Brandis, Colditz oder Döbeln.

Konkurrent Wurzen

Oder als kleines Achtungszeichen: Wurzen. Denn hier war es der Bischof von Meißen, der schon um 1150 begann, planmäßig eine Stadt anzulegen. Der Mann wusste sehr genau, dass man richtig Geld verdienen konnte, wenn man den zentralen Marktplatz einer Region besaß. Und der entwickelte sich nun einmal nicht zu Füßen irgendwelcher Burgen oder Burgwarde, wie es einige Leipziger Stadtbilderklärer gern auf dem Richard-Wagner-Platz erzählen, den sie auch kurzerhand zum Kreuzungspunkt von Via Regia und Via Imperii erklärt haben.

Diesen Kreuzungspunkt schuf erst Otto der Reiche mit der Gründung der Stadt Leipzig. Er liegt also auf dem Nikolaikirchhof.

Er befindet sich auch nicht auf dem Leipziger Markt, der auch nicht „durch Verlagerung des ersten slawischen Marktes der Siedlung Lipsk“ entstand, wie das sonst recht verlässliche Leipzig Lexikon (www.leipzig-lexikon.de) erzählt. Denn der heutige Marktplatz war im Hochmittelalter noch eine „imposante Lehmgrube“, wie es Henning Steinführer erzählt. Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde dieser neue große Markt angelegt – und wahrscheinlich zog zu diesem Zeitpunkt auch der erste Tagungsort der Leipziger Ratsherren vom Nikolaikirchhof um an die Ostseite des neuen Marktes.

Auf alten Leipziger Stadtansichten ist auch noch die Budenstruktur der Bebauung am Nikolaikirchhof zu erkennen.

Kirchengründung erst 1176?

Das Problem der Datierung bleibt, denn sowohl Stadtrecht als auch Marktrecht und Kirchengründung basieren auf dem legendären „Stadtbrief“, der wahrscheinlich viel später erst ausgestellt wurde und möglicherweise die unter Otto dem Reichen erfolgte Stadtgründung mit ihren Rechten erst nachträglich schriftlich festhielt. Wobei die Forscher rätseln: Gab es überhaupt je einen echten Stadtbrief?

Dass die Anlage der (neuen) Stadt Leipzig planmäßig erfolgte, ist noch heute im Straßenraster zu erkennen. Und Ottos Nachfolger akzeptierten augenscheinlich die Urkunde, die die Leipziger Anfang des 13. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Streit ums Thomaskloster vorlegten.

Nur stehen halt keine ordentlichen Daten in der winzigen Urkunde. Man kann den Zeitpunkt der Stadtgründung nur eingrenzen durch den Beginn der Regierungszeit Ottos des Reichen (1156) und das Todesdatum der vermerkten Zeugen. Irgendwann zwischen 1156 und 1170 hat Otto hier also angewiesen, das Land zu rastern und einen Marktplatz anzulegen. Vielleicht in direkter Konkurrenz der Wurzner Stadtgründung durch den Bischof von Meißen. Denn wenn Wurzen den Handel an sich gezogen hätte, wäre es mit den schönen Goldtalern für Otto den Reichen Essig gewesen.

Ob die Leipziger gleich mit der Stadtgründung begannen, auch die Marktkirche St. Nikolai zu bauen, ist auch so sicher. Da geht es in den diversen Quellen drunter und drüber. Manche halten auch die Thomaskirche für die ältere der beiden Stadtkirchen (was natürlich die Frage aufwirft, ob sie vielleicht sogar mit der für 1017 bei Thietmar von Merseburg erwähnten Kirche St. Peter identisch ist und erst mit der Gründung des Chorherrenstifts umgewidmet wurde und einen neuen Namenspatron erhielt …).

Mehrere Quellen geben für die Gründung von St. Nikolai erst das Jahr 1176 an. Aber das Jahr kann auch für den Beginn des Baus einer steinernen Basilikakirche stehen. Denn die Stadtgründer werden nicht binnen 20 Jahren gleich eine neue Stadt aus Stein aus dem Boden gestampft haben, sondern wahrscheinlich auch die erste Kirche erst einmal aus Holz gebaut haben. So dass die Verbindung von Stadtgründung und Kirchengründung fast zwingend zusammengehört. Die Friedliche Revolution von 1989 kam also direkt aus dem Herzen der Stadt Leipzig.

Nur eben weiß niemand, ob Otto hier gleich 1156 die Vermesser kommen ließ oder eher erst 1170. Die Stadtgründung in Wurzen könnte nahe legen, dass es eher schon um 1156 war.

Aber da keiner das so genau weiß, nimmt man für gewöhnlich lieber irgendein unverdächtiges Jahr zwischen 1156 und 1170 und feiert damit die Stadtgründung – 1165 hört sich doch ganz gut an. Irgendwas wird da schon gewesen sein. Vielleicht stand ja sogar ein Häuflein bärtiger Kaufleute vor der kleinen Holzkirche und schüttelte die Köpfe: „Das Ding ist viel zu klein für unsere Zwecke. Das sieht nach nüscht aus. Wir müssen da was Richtiges hinstellen. Was Großes, damit die Leute Augen machen, wenn sie zum Markt kommen.“ Und dann haben sie in ihre Geldbeutel geguckt und nachgerechnet: „Nu ja, ein paar Jährchen wird’s noch dauern. Aber das kriegen wir hin.“

Es gibt also gute Gründe, das jetzt zu feiern.

Hier schon mal die wichtigsten Termine im Nikolai-Festkalender in der Übersicht:

17. Mai: 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst mit der Propsteigemeinde und Kindergottesdienst, anschließend Kirchencafé und Spielstraße für Kinder auf dem Nikolaikirchhof

18. Mai: 17 Uhr Nikolaikirche: „… und betet für sie zum Herrn“, Friedensgebet (anschließend Empfang im Alten Rathaus Leipzig)

19. Mai: ab 17 Uhr Nikolaikirche: Kirchenführungen Spezial

20. Mai: 20 Uhr Nikolaikirche: Festkonzert mit amarcord

21. Mai: 20 Uhr Nikolaikirche: Bibelarbeit mit Prof. Fulbert Steffensky, Zürich

22. Mai: 20 Uhr Nikolaikirche: Festvortrag: „Die Bedeutung der Aufklärung für das 21. Jahrhundert“, Prof. Kurt Biedenkopf, Dresden

23. Mai: ab 15 Uhr: Nikolaikirche und Nikolaikirchhof „… eine Zeitreise“, Gemeindefest mit einem Gang durch die Jahrhunderte der Nikolaikirche; 15 Uhr – Biblische Zeit: Nikolaikirche: Eröffnung des Gemeindefestes, Geburtstagsständchen des Kindergartens St. Nikolai, Musical zur Jona-Geschichte, – 16 Uhr – Gründungszeit: Nikolaikirchhof: Anschnitt der Geburtstagstorte, Kaffeetafel, Kinderspielstube (bis 3-Jährige mit Erwachsenen), Musik und Tanz mit Nimmersêlich, Eselreiten rund um die Nikolaikirche, – 17 Uhr – Reformationszeit: Nikolaikirche: Orgelmusik PLUS (Nikolaikantor J. Wolf und Nimmersêlich), Nikolaikirchhof: Handwerkermarkt zum Mitmachen, Eselreiten rund um die Nikolaikirche, Kinderspielstube, Nordkapelle: Angebot persönlicher Segnung (durch Angehörige der Communität Christusbruderschaft Selbitz), – 18 Uhr – Revolutionszeit: Nikolaikirchhof: Großaktion, Umschmieden eines Schwertes zur Sichel, Präsentation der Einrichtungen des Gemeindehauses, Lichterlauf, Kinderspielstube, 19 Uhr: Jubiläumszeit – Nikolaikirche: Abschlussprogramm, Nikolaikirchhof: Abendessen und Ausklang des Tages

24. Mai: 10 Uhr in der Nikolaikirche –  Der Geburtstag: Festgottesdienst zum Pfingstfest mit Abendmahlsfeier

1.000 JahreNikolaikirche* Leserclub *
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