Ein letztes Wort zu Diederich Heßling

Das Untertan-Projekt: Das zähe Leben eines rücksichtslosen Karrieristen

Für alle LeserBevor wir das nun noch weiter zerlesene Reclam-Buch wieder ins Regal stellen – vielleicht noch ein paar Gedanken zum „Untertan“. Denn natürlich liest man das Buch nach Jahrzehnten anders. Aufmerksamer, weil man natürlich auch mehr Zeit hatte, diverse Spielarten des Diederich Heßling in der Wirklichkeit kennenzulernen. Und dabei eine recht beunruhigende Entdeckung zu machen: Die Diederiche sind keine Kleinbürger und keine armen Schweine. Also keine Untertanen im historischen Sinn.

Deswegen ist der Titel eigentlich irreführend. Leider. Obwohl so ein Titel natürlich zieht. Da griff man zu, weil man wusste: Das trifft einen Typus, den man schon satthatte, bevor er wirklich an die Macht kam. Der sich drückte, wo andere ihren Kopf hinhielten, der moralisch über andere richtete und sich selbst (heimlich natürlich) wie ein Ferkel benahm, der gegen Leute giftete, die sich für die Allgemeinheit plagten („Gutmenschen“), und sie mit Gehässigkeit aus dem Amt trat, um dann seine eigenen Zwecke für allgemeine zu erklären und sich die Taschen vollzupacken.

Man überliest es, wenn man nicht drauf achtet, dass dieser Diederich Heßling seine eigenen Unternehmer-Interessen von Anfang an mit Politik verbindet. Er ist ein Lobbyist in eigener Sache. Er betet nicht nur „die Macht“ an, auch wenn das große Teile des Buches ausmacht. Denn dass er sich gerade mit diesem querköpfigen Wolfgang Buck so gut versteht, hat vor allem damit zu tun, dass Buck sich traut, ihm seine Wahrheit ins Gesicht zu sagen.

Und dass Diederich weiß, dass Buck recht hat und ihn durchschaut. Was ihm dieser kurz mal ans Berliner Theater geflüchtete Rechtsanwalt ja schon früh gesagt hat, gleich im Prozess gegen den von Diederich angeschwärzten Fabrikanten Lauer: Buck beobachtet Diederich wie ein ganz besonderes Exemplar von genialem Schauspieler. Er sieht, dass Diederichs Reden reines Schauspiel sind – aber als solche bitter ernst gemeint.

Und er benennt das ganze Wilhelminische Regierungsgebaren als ganz großes Theater. Was es auch war.

Da ist man dann geneigt, diesen Typus und die Zeitbeschreibung ad acta zu legen, dem 1918 so schäbig untergehenden Kaiserreich zuzuweisen, und dann hat es sich. Aber Heinrich Mann wie Kurt Tucholsky haben es ja schnell gemerkt: Der Typus verschwand nicht. Im Gegenteil: Diese schwadronierenden Edel-Komparsen sollten ja 1933 erst recht die ganze Bühne besetzen – ohne Kaiser, aber mit einem Politik-Darsteller, der den Kaiser in seinen Reden bis ins übertriebendste Detail nachahmte.

Auch das ein Faden, der einen vom Eigentlichen wegführt, auch wenn er alle Wahrheit für sich hat. Dann wäre „Der Untertan“ ja quasi eine vorweggenommene Abrechnung mit den Nationalsozialisten und allen ihren eifrigen Mitläufern, die hinterher nie dabei gewesen sein wollen.

Aber Diederich betet ja nicht nur die Macht an, die ihn tritt (und tritt selber, wenn er glaubt, treten zu dürfen), er ist auch etwas, was Heinrich Mann im ganzen Buch nicht beim Namen nennt: ein Karrierist. Er buckelt nicht ohne Grund und Hintergedanken. Denn das hat er bei der Burschenschaft Neuteutonia vor allem gelernt: Wie man sich einen Aufstieg auf der Leiter nach oben sichert, indem man für den mächtigsten Mann in der Runde diensteifrigst den Schuhputzer, Kofferträger und „Fuchs“ macht. Das wird gern ausgeblendet, wenn über Burschenschaften geschrieben wird, dass sie vor allem ein System waren, in dem man Opportunismus lernte, die Art, sich in sensibel auf Rang bedachten Hierarchien nach oben zu dienen.

Und dann kommt einem so ein schönes Interview unter, wie es Laura Cwiertnia mit dem Soziologen Michael Hartmann in der „Zeit“ führte. Scheinbar von einem ganz anderen Thema handelnd, nämlich der Elite, die in Deutschland tatsächlich Politik macht. Schätzungsweise 4.000 Menschen, wie Hartmann feststellt.

„In unserer letzten Elitestudie untersuchten wir nur die wichtigsten Machtpositionen: Konzernmanager, Ministerpräsidenten, Bundesrichter, einige Journalisten. Andere zählen auch die Oberbürgermeisterin von Köln dazu. Aber egal wie man rechnet: In Deutschland umfasst die Elite im Kern etwa 1.000, breiter gefasst maximal 4.000 Leute“, sagt er. Und stellt im Interview dann fest, dass diese wirklich politikmachende Elite nicht nur in einer Welt lebt, die mit dem normalen Leben der meisten Menschen nichts mehr zu tun hat, sondern auch kaum noch Aufstiege von Menschen zulässt, die nicht zu dieser Elite gehören.

Die Gründe, warum das so ist, skizziert er natürlich.

Aber dieser Zustand, der auch eng verquickt ist mit der zunehmenden Spreizung zwischen reich und arm und dem allgegenwärtigen Lobbyismus, erinnert schon frappierend an die Zustände im Wilhelminischen Reich. Auch da bestimmten nicht viel mehr Menschen, wie Politik gemacht wurde. Und es waren fast ausschließlich die Reichen und Wohlhabenden. Die Möglichkeiten, die Decke zu dieser Machtelite von unten her zu durchstoßen, waren denkbar gering.

Das Ergebnis war natürlich eine in vielen Belangen inkompetente Politik. Und ein Reichstag, in dem Männer dominierten, die nicht wegen ihrer Kompetenz dort saßen, sondern wegen ihrer Fähigkeit, sich in hochsensiblen Hierarchien wie den damaligen Parteien hochzudienen.

Wir sollten über unsere Parteien nachdenken, meldet sich da ein ganz frecher Gedanke.

Der nicht ganz neu ist – aber „Der Untertan“ bestätigt ihn. Denn das Buch zeigt ja die beginnende Karriere eines Mannes, dessen einzig wahrnehmbare Kompetenz das Sich-hoch-Dienen in sensiblen Hierarchien ist. Nach außen hin wirkt er wie ein wortgewaltiger Nationalist. Inwendig – wir durften es ja sehen – ist er völlig verunsichert und extrem auf die Urteile seiner Umwelt und das Wohlwollen seiner Vor-Gesetzten angewiesen. Der patriotische Typus ist ein Mensch ohne Rückgrat, mit dem Blick immer nach oben, um auch nur ja kein Zeichen möglicher Gnade oder Ungnade zu übersehen. Wissend, dass Ungnade den Verlust all dessen bedeutet, was er sich so rückenkrümmend erdient hat.

Und selbst seinen ziemlich suspekten Kampfgefährten gegenüber legt er nie das Misstrauen ab, denn jedes Mal wenn er mit Blümchen, Kunze und Konsorten beisammen ist, befürchtet Diederich natürlich zu Recht, dass ihn einer entlarven könnte, ertappen könnte dabei, kein wirklich waschechter Kaisertreuer zu sein.

Denn keiner weiß besser als Diederich, dass das alles nur Rolle ist, eine angelernte Melange aus angelesenen und ausgedachten Kaiserzitaten. Wenn wirklich einer mal kratzt – wie es Wolfgang Buck auf fast amüsierte Art tut – kommt ein ganz anderer Diederich zum Vorschein: das weiche, zutiefst verunsicherte Kind, das nie, niemals wirklich weiß, ob das richtig ist, was es tut.

Im ganzen Buch langt dieser Diederich niemals bei sich selbst an. Nicht einmal zuhause bei Guste und den Kindern kann er die Maske fallen lassen. Und wird von Guste, wie wir wissen, dann doch in einer Nacht ertappt, in der sie ihn mit straffem Zeigefinger zu Boden verweist: „Sei mein Schklave!“

Wer die Sache jetzt auf das Gebiet von Sadismus und Masochismus ausweiten möchte, kann das tun. Beide Verhaltensweisen haben zutiefst etwas mit einer verunsicherten Sexualität zu tun, und die hat wieder mit einer verunsicherten Persönlichkeit zu tun. So wie bei Diederich.

Was aber passiert mit einer Gesellschaft, wenn hochsensible Hierarchien, in denen jeder jedem misstraut, dafür sorgen, dass vor allem dieser Typus überlebt und am Ende die Abgeordnetenbänke füllt?

Oder gibt es da Protest, weil einige Leute sich auf den Schlips getreten fühlen, weil sie den gut bezahlten Sitz als selbst verdiente Frucht ihrer Arbeit verstehen und empört die Unterstellung von sich weisen würden, sie hätten dafür die Reden anderer Leute übernommen, sich hochgedient und die ganze Zeit in Angst gelebt, beim Theaterspielen erwischt zu werden?

Frag ich einfach mal. Wer will, darf ruhig widersprechen. Begründete Widersprüche veröffentlichen wir gern in voller Länge.

Aber ich schätze mal: Da werden keine kommen. Denn die Leute, die wirklich mit dem Willen in die Politik gegangen sind, Dinge kompetent zu verändern, denen geht es meistens wie dem alten Buck: Sie haben nicht den richtigen Stallgeruch, ihre Aufrichtigkeit stört. Und wenn sie auf einer mit Vernunft begründeten Position verharren, werden sie von hochbeleidigten Parteihierarchien ganz schnell kaltgestellt, abgeschoben und tauchen auch auf der nächsten Parteiliste zur nächsten Wahl nur noch ganz unten auf, wo ihre Chancen, wiedergewählt zu werden, gegen Null gehen. (Mal abgesehen vom Jagdeifer bestimmter Medien, solche Unangepassten mit Halali zur Strecke zu bringen.)

Und da das auf der gesamten Karriereleiter so ist – bis ganz nach oben zu den ganz wenigen Posten, wo wirklich Macht ausgeübt wird – hat das natürlich fatale Folgen. Dann wird auch „große Politik“ erstaunlich untertänig, feige und tatenlos. Und es taucht kaum noch ein Mensch vom Format des alten Buck auf, dem man zutrauen würde, er würde das Kreuz haben, Politik auch wieder gegen die von Wulckows zu machen.

Freundlich, beharrlich, kompetent und – ochjemine, sogar so ein Wort – kommunikativ. Weil solche Menschen andere Menschen nicht verachten, wie das bei den Diederichen der Normalfall ist. Und weil ihr Auftritt nicht nur Theater ist, ein Theater, das kaschiert, dass hinter den lautstarken Reden der Diederiche nichts ist als die ewige Furcht, beim Schwindeln ertappt zu werden.

Der Typus braucht keinen Kaiser, um sich genau so zu benehmen und lauter aufgebrezelten Unfug über Volk, Nation, Heimat und Familie von sich zu geben.

Und Michael Hartmann merkt es zwar nicht extra an, beobachtet das Phänomen aber eben nicht nur im Politikbetrieb und in der Wirtschaft, sondern auch in der Wissenschaft und in den Medien. Wer dort auf einflussreiche Posten kommen will, tut gut daran, die sensiblen Aussortierungsmuster der geltenden Hierarchien zu kennen. Wer den richtigen Stallgeruch hat und die richtigen Regeln kennt, kommt irgendwann auf einen dieser Posten, auf dem man gefragt ist, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

Nicht mehr Kompetenz sorgt dafür, dass jemand auf der Karriereleiter ganz nach oben kommt, sondern das richtige Rollenspiel im entscheidenden Netzwerk. Wer von den schon Einflussausübenden nicht als „einer der ihren“ (das, was Diederich ja unbedingt werden will) akzeptiert wird, hat keine Chancen und darf sich auch Jahrzehnte später nicht darüber wundern, dass er für die Beförderung immer nur zweite oder dritte Wahl war.

Ergebnis ist natürlich ein Land, in dem es Diederiche in allen Ausprägungen gibt. Menschen, die gelernt haben, auf die richtige Art nach oben zu buckeln und nach unten zu treten und sich der Konkurrenz zu erwehren. Ein ziemlich schauspielerndes Land, in dem es nicht einmal mehr eine Rolle spielt, wie gut geschauspielert wird. Und wir haben leider eine Menge sehr mieser Schauspieler, die oft nicht einmal mehr verbergen, dass ihnen die kompetente Ausfüllung ihres Amtes egal ist.

Oder mal so gesagt: Wir haben eine drittklassige Elite, die längst schon wieder genauso snobistisch ist wie zu Diederichs Zeiten. Oder dünkelhaft, um das mal zu übersetzen. Und dienstbar, wie wir wissen. Das verstecken sie nicht mal mehr, dass sie anderen Leute dienen, aber ganz bestimmt nicht dem Volk oder den Bürgern.

Ein ziemlich grantiges Fazit. Erst recht, wenn man meint, den Diederich erst einmal bei den neuen nationalistischen Rechten suchen zu müssen. Da ist er auch zu finden – in seiner beleidigten Variante. Aber falls sie eine Regierungschance bekommen, dann kann man sicher sein, dass sich dann die Karriere-Diederiche auch dort einfinden, angelockt wie die Wespen von der Erdbeermarmelade. Nur zu bereit, sich für jedes Pöstchen und jeden Orden an der Brust ganz und gar zu verbiegen.

Hartmann empfiehlt insbesondere der SPD, sich endlich wieder auch Nicht-Akademikern zu öffnen. Aber das allein ist nicht das Problem. Denn die anderen Hierarchien funktionieren ja genauso weiter, sie wurden ja sogar extra so umgebaut, dass sie vor allem Karrieristen nach oben schleusen, Leute, die „zu jeder Schandtat bereit“ sind, wenn das von ihnen verlangt wird.

Das alles bleibt im Grunde nur als sehr beunruhigende Einsicht. Aber nicht ganz neu – dazu sind einem im Leben schon zu viele Diederiche über den Weg gelaufen, gut bezahlt, ein bisschen einflussreich und rücksichtslos, wenn es darum geht, die Konkurrenz niederzutreten und dann das Lied vom Wettbewerb zu singen.

Also ab ins Regal mit dem Buch, falls wir es später noch einmal brauchen. Es hat Glück gehabt, dass wir es in der Straßenbahn nicht häufiger als Wurfgeschoss benutzt haben. Früher konnte man in Leipzigs Straßenbahnen noch Bücher lesen. Heute herrscht dort ein Lärm wie auf dem Jahrmarkt. Noch so ein seltsames Phänomen.

Aber vielleicht verständlich in einer Welt, die von Diederichen regiert wird. Wo der Lärm das Nachdenken verhindert, kommt ja kein Mensch auf die Idee, hinter die Maske der Emporgekommenen zu schauen. Mal nachzuschauen, wie viel davon Verunsicherung und wie viel davon auswendig gelernter Rollentext ist …

Das „Untertan-Projekt“.

Untertan-Projekt
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