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Kirchenbauwerke gehören zu vielen Ortschaften. Sie sind bekannt als Wahrzeichen, Ortsmittelpunkt oder Orientierungsmarke. Die Gotteshäuser haben architektonisch, kunsthistorisch und regionalgeschichtlich vielfältige Bedeutung. Manche Kirchen werden inzwischen anderweitig genutzt. So auch ein katholischer Sakralbau in Großkayna, einem Ortsteil von Braunsbedra, im Saalekreis in Sachsen-Anhalt.

Die Kirche Heilige Drei Könige zu Großkayna aus dem Jahr 1935 war die katholische Kirche in Großkayna, einem Ortsteil von Braunsbedra, im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Das nach den Heiligen Drei Königen benannte Gotteshaus gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Norbert mit Sitz in Merseburg im Dekanat Merseburg des Bistums Magdeburg. Der Sakralbau steht als Baudenkmal im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt mit der Erfassungsnummer 094 20746.

Geschichte

In den 1920er Jahren wuchs Großkayna aufgrund des Wohnsiedlungsbaus der Bergbau- und Energiebetriebe erheblich. 1920 hatte die Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt AG in Großkayna ein Kraftwerk errichtet, und bereits seit 1906 wurde bei Großkayna in einem Tagebau Braunkohle abgebaut. Ende 1910 hatte Großkayna noch 857 Einwohner, bis 1933 kletterte die Einwohnerzahl auf 3.572.

Die Katholiken in Großkayna gehörten zunächst zur Kirchengemeinde Weißenfels. Katholische Gottesdienste fanden bis Weihnachten 1924 in einer evangelischen Kirche statt. Danach wechselten die Gottesdienstorte mehrfach: zunächst vom Gasthof Ohm im April 1925 in einen Raum, den die Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt AG zur Verfügung stellte.

Am 6. April 1930 wurde die in einer massiven Baracke der Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt AG eingerichtete Notkapelle genutzt. Als eine Glashütte neue Eigentümerin des Kapellengrundstückes wurde, musste die Kapelle Mitte Oktober 1931 wieder aufgegeben werden.

Ab 20. November 1931 wurde eine neue Kapelle, die in der Kantine der Gewerkschaft Michel-Vesta eingerichtet worden war, die nächste Heimstätte der ortsansässigen Katholiken. Mitte 1935 wurde in Großkayna eine zu Weißenfels gehörende Filial-(Pfarr)-Vikarie gegründet. Vikar Franz Külpmann wurde ihr erster Seelsorger, er blieb bis 1939 in Großkayna.

1931 hatte die lokale Gewerkschaft den Katholiken von Großkayna einen Bauplatz für eine Kirche an der Teichstraße geschenkt. Nachdem sich jedoch herausstellte, dass dieser Bauplatz über einer kohleführenden Erdschicht lag, wurde am 8. Juni 1934 das heutige Kirchengrundstück zur Verfügung gestellt.

Pläne des Architekten Wilhelm Ulrich aus Halle (Saale) kamen nicht zur Ausführung, stattdessen begann am 4. Juni 1935 der Bau der Kirche nach Plänen von Johannes Reuter aus Bitterfeld.

Am 23. Juni 1935 war die Grundsteinlegung, am 22. September 1935 war die Konsekration (Weihe) der Kirche von Caspar Klein, dem Erzbischof des Erzbistums Paderborn, zu dem Großkayna damals gehörte. 1939 waren von den 3.620 Einwohnern Großkaynas rund 650 katholisch.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche am 30. November 1944 von Bomben stark beschädigt und das Pfarrhaus völlig zerstört; Josef Immekus, von 1939 bis 1949 Pfarrvikar von Großkayna, musste in eine Wohnung im Dorf ziehen. Im Oktober 1945 begann der Wiederaufbau.

Aufgrund der Flucht und Vertreibung von Deutschen aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 vergrößerte sich die Zahl der Katholiken in Großkayna weiter. 1948 gehörten fast 3.000 Katholiken zur Vikarie Großkayna.

Am 1. Oktober 1950 folgte die Erhebung der Filialkirchengemeinde Großkayna zur selbstständigen Pfarrei, Johannes Bindig wurde ihr erster Pfarrer.

Da in den 1960er Jahren Teile von Großkayna dem Braunkohleabbau weichen mussten, sank die Einwohnerzahl von Großkayna erheblich. 1972 wurden die Tagebaue Großkayna und Kayna-Süd sowie das Kraftwerk Großkayna stillgelegt.

Architektur und Ausstattung

Das Kirchengebäude und das rechtwinklig daran angebaute Pfarrhaus stehen auf dem Grundstück Grüne Straße 1 an der Ecke zur Nordstraße. Das Kirchengebäude entstand nach Entwürfen des Architekten Johannes Reuter aus Bitterfeld.

Das Gotteshaus ist ein schlichter Saalbau mit eingezogenem Turm. Über dem Eingangsportal gibt es ein sogenanntes Ochsenauge – ein kleines, ovales Fenster –, darunter das Wappen von Erzbischof Caspar Klein, der die Kirche geweiht hat. Er ließ anlässlich seines 70. Geburtstages 1935 eine Kollekte für die Kirche durchführen; das Patrozinium geht auf seinen Vornamen zurück.

Die Wandmalerei auf der Rückwand des Altarraums zeigt Jesus Christus auf den Armen Marias, davor die anbetenden Heiligen Drei Könige.

Zusätzlich zum Hochaltar, auf dem der Tabernakel stand, wurde nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils im Altarraum ein Volksaltar aufgestellt.

Jüngere Vergangenheit und Gegenwart

Am 8. Juli 1994 wurde das Bistum Magdeburg gegründet, zu dem Großkayna seitdem gehörte. Ab 1996 bildeten die Geiseltalgemeinden Großkayna, Mücheln und Braunsbedra/Neumark eine Seelsorgeeinheit, ihr Pfarrer war in Braunsbedra ansässig.

Am 1. September 2007 entstand der Gemeindeverbund Merseburg – Bad Dürrenberg – Leuna – Großkayna – Schkopau – Braunsbedra/Neumark – Bad Lauchstädt – Langeneichstädt – Mücheln. Damals gehörten noch rund 110 Katholiken zur Kirchengemeinde Großkayna. Am 20. August 2009 erfolgte in der Kirche der letzte Gottesdienst und die Profanierung (Entwidmung) der Kirche.

Das Kirchengebäude wurde im Jahr 2013 versteigert; unter dem Namen „Sport- und Zirkuskirche Geiseltal“ nutzt es seitdem das Zentrum für Zirkus und bewegtes Lernen e.V. aus Halle (Saale) als Gruppen-, Trainings- und Veranstaltungsraum für Klassenfahrten, Seminare, Proben und Kulturveranstaltungen. Das einstige Pfarrhaus hat eine große Selbstversorger-Küche und bietet zudem in sechs Zimmern 34 Schlafplätze für Übernachtungen. Der einstige Sakralbau kann für private Veranstaltungen gemietet werden.

Koordinaten: 51° 17′ 32,4″ N, 11° 55′ 53,6″ O

Die Kirche Großkayna auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hl._Drei_K%C3%B6nige_(Gro%C3%9Fkayna)

Zirkus Klatschmohn: zirkusklatschmohn.de

Zirkuskirche Großkayna: www.zirkuskirche.de

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