Vor Pfingsten wird es richtig bunt. Bevor die schwarzgekleideten Besucher des Wave-Gotik-Treffens die Stadt bevölkern, beginnt Leipzig mit der farbenprächtigen Sommerbepflanzung seiner Grünanlagen. Düsterer geht es am Landgericht zu, dort werden drei Raubtaten verhandelt, die 2025 in einer Sommernacht zwischen zwei und drei auf der Eisenbahnstraße stattgefunden haben.
Morgens halb zehn in Leipzig
Viele Menschen schätzen im Winter seine heilenden Kräfte. Doch der Salbei ist nicht nur gut für den Hals, sondern als pflegeleichter Dauerblüher auch das Jahr über unbedingt was fürs Auge. Deshalb gehört er auch zum Blumensortiment, das die Stadt heute seit 09:30 Uhr in die öffentlichen Grünanlagen pflanzt. Zudem startet die Sommerbepflanzung mit Löwenmäulchen, Goldmarie und Studentenblumen. Wie der für die Beete zuständige Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig mitteilt, begannen die Gärtnerinnen und Gärtner heute um halb zehn mit den Arbeiten am Mendebrunnen auf dem Augustusplatz. Dort sollen die insektenfreundlichen Sommerblumen schon bald wieder zahlreiche Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anziehen.

Nach und nach werden anschließend auch die übrigen Frühblüher im Stadtgebiet durch Sommerpflanzen ersetzt. Insgesamt setzt die Stadt rund 38.000 Pflanzen in 44 Arten und Sorten in die öffentlichen Anlagen. Bis in den Herbst hinein sollen unter anderem auch Begonien, Vanilleblumen, Pelargonien und Eisenkraut das Stadtbild prägen und Besucherinnen und Besucher der Parks mit ihren Farben erfreuen.
Einen Schwerpunkt bildet erneut der Dahliengarten im Clara-Zetkin-Park. Dort werden fast 21.000 Sommerblumen sowie 860 Dahlienknollen in 30 Sorten gepflanzt. Der zur sogenannten „Dahlienterrasse“ gehörende Blumengarten entstand 1955 im Zuge der Umgestaltung von König-Albert- und Johannapark zum großflächigen „Zentralen Kulturpark Clara Zetkin“.
Zusätzlich kümmern sich die Beschäftigten der Bauhöfe in Wiederitzsch/Lindenthal, Liebertwolkwitz/Holzhausen, Engelsdorf/Mölkau und Böhlitz-Ehrenberg um die Pflanzung von etwa 2.500 weiteren Blumen. Auf den städtischen Friedhöfen kommen zudem 4.100 Pflanzen in Beete und Pflanzgefäße.
Morgens um zwei in Leipzig
Vor der 6. Strafkammer des Leipziger Landgerichts beginnt heute ein Prozess, für den vorsorglich vier weitere Verhandlungstage anberaumt wurden. Die Anklage wirft dem Beschuldigten insgesamt drei Taten vor, die sich am 09.08.2025 zwischen etwa 2 und 4 Uhr im Bereich der Eisenbahnstraße ereignet haben sollen. Demnach soll M.M. zunächst einen mutmaßlich Geschädigten mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt haben.
Anschließend soll er in einem Lokal unter Vorhalt eines Messers die Öffnung der Registrierkasse sowie die Herausgabe von Bargeld verlangt haben. Eine ähnliche Tat soll sich danach in einem weiteren Lokal ereignet haben. Laut Staatsanwaltschaft scheiterte die Herausgabe von Bargeld jeweils am Widerstand der mutmaßlich Geschädigten und weiterer anwesender Personen. Im Rahmen der Eröffnungsentscheidung wurden die Vorwürfe als gefährliche Körperverletzung in Tatmehrheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung in zwei Fällen bewertet.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis leiden und deshalb nicht in der Lage gewesen sein, „das Unrecht der Taten einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln“, weshalb es sich bei dem Prozess um ein sogenanntes Sicherungsverfahren handelt. Ein Sicherungsverfahren ist ein besonderes Strafverfahren gegen Beschuldigte, die aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung möglicherweise schuldunfähig sind und deshalb nicht regulär verurteilt werden können.
Das Gericht prüft dabei vor allem, ob von der Person weiterhin eine Gefahr ausgeht und ob deshalb eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet werden muss. Die nächsten Verhandlungstage am Leipziger Landgericht sind für den 08.06.2026, 23.06.2026, 24.06.2026 und 30.06.2026 angesetzt. Über den Prozess berichtet unser Reporter Lucas Böhme.
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