Einhundert Synagogen sind heute Dank Alex Jacobowitz bildlich zu Gast in Leipzig. Und die begehrten Tickets fürs Sommertheater im Grassi gibt es auch ab heute. Viel los – was über die Radtour von Burkhard Jung nicht hinwegtäuschen sollte. Zudem beginnt an der Lukaskirche wieder der große Gesang dieser wunderschönen Stadt. Volkslieder, im besten Sinne des Wortes.

Der Oberbürgermeister weiß ein Rad….

Wie schon sein Vorgänger tritt auch Burkhard Jung seit Beginn seiner Amtszeit in die Pedale, um auf öffentlichen Fahrradrunden Stadtteile zu erkunden. Vor allem aber, um von den Sorgen zu erfahren, die sich auf diesen Wegstrecken so ergeben. Unter dem Motto „50 Jahre Grünau – auf neuen Wegen durch die Stadt“ lädt er heute Nachmittag gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des „Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs“ (ADFC) Leipzig e. V. zur diesjährigen Oberbürgermeister-Radtour ein.

Start der Fahrt ist um 16 Uhr am Cottaweg am RB-Trainingszentrum. Geplantes Ende ist gegen 18 Uhr am Schulzentrum Miltitzer Weg in Grünau-Nord. Während der rund zweistündigen Radreise durch den Leipziger Westen, Lindenau und Grünau werden bestehende Verkehrsanlagen in Augenschein genommen und erprobt. Der ADFC e. V. möchte entlang der Strecke Vorschläge zur Verbesserung der Qualität von Radwegen und Radfahrstreifen sowie zum Schließen bestehender Lücken im Radwegenetz vorstellen. Zudem soll eine mögliche Radvorrangroute präsentiert werden, die künftig eine schnelle und sichere Verbindung zwischen der Innenstadt und Grünau ermöglichen könnte.

Die etwa 7,8 Kilometer lange Strecke mit fünf Stationen startet nach der Begrüßung am Cottaweg 7 und führt über die Erich-Köhn-Straße, William-Zipperer-Straße, Hebelstraße, Demmeringstraße, Plautstraße, den Lindenauer Hafen, die Lützner Straße, Schönauer Straße, den Dölziger Weg, die Suhler Straße sowie die Jupiterstraße bis zum Schulzentrum Grünau. Zur Teilnahme sind alle interessierten Radfahrerinnen und Radfahrer eingeladen.

Welches Gewicht Stadtteilrundgänge oder -fahrten haben, wird sich in der Realität zeigen. Im Herbst letzten Jahres versprach Burkhard Jung schnelle Abhilfe bei für Rollstühle und Rollatoren nötigen Übergängen auf der Wolfgang-Heinze-Straße am Connewitzer Kreuz. „Das sollten wir gleich machen“ war der Satz, der nun über ein halbes Jahr nachhallt.

Häng Dich ran, heute radelt der Oberbürgermeister nach Grünau. Foto: Steffen Peschel

Leipzig singt sich durch den Sommer

Die Bürgerstiftung Leipzig startet heute erneut ihr Bürgersingen im Johannapark. Bis zum 9. September 2026 sind Interessierte jeweils mittwochs von 17 bis 18 Uhr auf die Wiese vor der Lutherkirche eingeladen, gemeinsam bekannte Volkslieder anzustimmen. Das offene Singangebot richtet sich an Menschen aller Generationen sowie an Gäste mit und ohne Behinderung. Nach Angaben der Veranstalter kommen regelmäßig rund 200 Teilnehmer zusammen.

Unter der Leitung der Musikpädagogin Gabriele Lamotte entsteht dabei für eine Stunde ein „Chor, der keiner ist“. Gesungen werden unter anderem Klassiker wie „Sah ein Knab ein Röslein stehen“, während beim Lied „Laurentia“ auch Bewegung gefragt ist und viele Teilnehmer sportlich in die Knie gehen. Traditionell endet das Bürgersingen mit dem Kanon „Dona Nobis Pacem“. Das Leipziger Bürgersingen gibt es seit 2015. Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. Und natürlich sind auch all jene eingeladen, die nicht selbst singen, sondern nur lauschen wollen.

Der Eintritt ist frei, vor Ort bittet die Bürgerstiftung Leipzig jedoch um Spenden. Liederhefte können online eingesehen (und dann ausgedruckt) bzw. beim Termin direkt ausgeliehen oder gekauft werden. Zudem stehen einige Exemplare speziell für blinde Menschen zur Verfügung.

Das Bürgersingen vereint Jung und Alt. Foto: Winfried Kurtzke / Bürgerstiftung Leipzig

Alex Jacobowitz zeigt einhundert Synagogen

Er ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein unermüdlicher Chronist. Heute kommt er nicht zum Musizieren ins Leipziger Ariowitsch-Haus, sondern stellt als Autor und Fotograf seinen Bildband „100+ Synagogen in Deutschland“ (Verlag Hentrich & Hentrich) vor.

Seit dem 4. Jahrhundert leben Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Mit dem Wachstum der jüdischen Gemeinden entstanden über die Jahrhunderte zahlreiche Synagogen – architektonisch eindrucksvolle Gotteshäuser, die häufig einen unverwechselbaren Charakter besitzen. Während einige dieser Gebäude den Krieg überstanden, existierten viele der zugehörigen Gemeinden nach 1945 nicht mehr. Zahlreiche Synagogen ohne aktive jüdische Gemeinschaft wurden in der Nachkriegszeit verkauft oder abgerissen. Jacobowitz´ Bildband richtet den Blick auf die Vielfalt und Gegenwart jüdischer Sakralarchitektur in Deutschland.

Blick in die Straubinger Synagoge. Foto: Alex Jacobowitz / Verlag Hentrich & Hentrich

Vorgestellt werden sowohl seit Jahrhunderten erhaltene Synagogen als auch umgenutzte Gebäude, in denen das jüdische Erbe weiterhin sichtbar bleibt. Ebenso dokumentiert das Werk neue Gotteshäuser, die von wiederbelebten Gemeinden errichtet wurden. Der Band spannt dabei einen weiten architektonischen Bogen: von handbemalten fränkischen Landsynagogen über die UNESCO-Weltkulturerbestätten in Erfurt und Wörlitz bis hin zu modernen Synagogenbauten in Mainz und am Frankfurter Flughafen.

Auch barocke, klassizistische, romanische und neomaurische Sakralbauten sowie ein Bauhaus-Tempel in Hamburg finden Beachtung. Autor Alex Jacobowitz beschreibt das Werk als Dokumentation der Synagogen, ihrer Geschichte und der Menschen, die jüdische Tradition in Deutschland lebendig halten. Jacobowitz, geboren 1960, ist US-Amerikaner und Israeli, spielt Xylophon mit Schwerpunkt auf traditioneller jüdischer Musik. In den Jahren 2002 und 2003 war er als Kantor für die jüdische Gemeinde Augsburg tätig. Von 2008 bis 2013 gehörte er dem Vorstand des Förderkreises Görlitzer Synagoge e.V. an. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren für jüdische Kultur, Musik und Literatur in Europa. Die Buchvorstellung findet von 19 bis 21 Uhr im Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstraße 14) statt. Der Eintritt ist frei.

Musiker, Autor, Fotograf: Alex Jacobowitz stellt in Leipzig seinen Synagogen-Bildband vor. Foto: Archiv Jacobowitz

VVK-Start für´s Sommertheater im Grassi

Seit den 80er Jahren ist das Sommertheater der Theaterhochschule eine feste Größe in der Kulturlandschaft. Einst als Pilgerort im Garten des früheren Standortes der Schauspielschule Schwägerichen- / Ecke Beethovenstraße, hat es seine feste Saison-Spielstätte seit 2008 im Innenhof des Grassi Museums. Heute beginnt der Vorverkauf für die traditionell schnell ausgebuchten Vorstellungen. Das diesjährige Sommer-Stück der „Hochschule für Musik und Theater Leipzig“ (HMT) verbindet Shakespeare mit Fußball.

Die Studierenden des zweiten Studienjahres des Schauspielinstituts bringen unter der Regie von Jörg Steinberg (Ausstattung von Andrea Eisensee) das Stück „Ein Königreich für einen Ball“ auf die Bühne. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Fußball Menschen weltweit in seinen Bann zieht – und welche Verbindungen sich dabei zu Shakespeare herstellen lassen.

Die Handlung führt in eine mystische Johannisnacht, in der seit Jahrhunderten die Figuren aus Shakespeares Werken lebendig werden und ihren alten Streit austragen: Was ist für die Menschheit bedeutender – Komödie oder Tragödie? Im Jahr 1857 droht der fragile Waffenstillstand der rivalisierenden Lager durch eine unbeabsichtigte Ohrfeige endgültig zu zerbrechen. Um den Untergang von Shakespeares Dramenwelt zu verhindern, müssen die Gegner etwas finden, das stärker ist als ihr gegenseitiger Hass. Dabei könnte ausgerechnet ein Ball zur entscheidenden Hoffnung werden.

Premiere ist am 1. Juli 2026. Weitere Vorstellungen folgen am 2., 3., 4., 5., 7., 8., 9., 10., 11. und 12. Juli; montags bleibt spielfrei. Karten kosten 20 Euro, ermäßigt 10 Euro, für HMT-Studierende 3 Euro. Tickets gibt es ab heute bei allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen sowie online über Reservix.

Die Plätze im romantischen Grassi-Innenhof sind begehrt. Foto: HMT / Siegfried Duryn

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