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Auch Leipzig bekommt seine Cranach-Ausstellung im Bildermuseum

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    2015 ist nicht nur Leipzigs großes Jubiläum. Auch einer der ganz großen mitteldeutschen Maler hat runden Geburtstag: Lucas Cranach der Jüngere wird 500 Jahre alt. Und das würdigt nicht nur Sachsen-Anhalt mit einer großen Landesausstellung. Auch das Leipziger Museum der bildenden Künste schaut mal tief in seinen Fundus. Denn hier in Leipzig gibt es eine der größten Cranach-Sammlungen weltweit.

    Nur eines ist noch nicht zu Ende geklärt: Wie soll die Ausstellung eigentlich heißen, die da vom 3. September bis zum 15. November gezeigt werden soll, liebevoll drapiert rund um den Geburtstag des am 4. Oktober 1515 in Wittenberg Geborenen?

    Der Arbeitstitel lautet bislang „Lucas Cranach – Vater, Sohn und Werkstatt“.

    Dass nicht nur der Sohn im Mittelpunkt der Ausstellung stehen soll, begründet das Museum so: „Lucas Cranach d. Ä., um 1472 in Kronach/Oberfranken geboren und 1553 in Weimar gestorben, zählt neben Albrecht Dürer, Matthias Neithard, genannt Grünewald und Albrecht Altdorfer zu den wichtigsten Künstlern der deutschen Renaissance. Mit großem Erfolg leitete Cranach einen Werkstattbetrieb in Wittenberg und Weimar, der für das sächsische Herrscherhaus, für Reformatoren, wie Martin Luther, aber auch für katholische Würdenträger, wie Kardinal Albrecht von Brandenburg, wichtige Aufträge ausführte. Sein Sohn Lucas Cranach d. J. (1515 Wittenberg – Wittenberg 1586) führte diesen Werkstattbetreib fort.“

    Man will also die Tradition dieser berühmten Werkstatt unterstreichen, die mit ihrer Bildproduktion nicht nur den Mächtigen und Reichen aus den Ländern der Reformation ein Gesicht gab, sondern auch den Bildkanon der lutherischen Lehre schuf, der damit zur ersten großen Bilderwerbung für ein neues Zeitalter in Deutschland wurde.

    Das Museum der bildenden Künste Leipzig verfügt mit 18 Gemälden, 10 Zeichnungen und 59 Druckgrafiken über einen außerordentlich beeindruckenden Cranach-Bestand.

    Lucas Cranach d.J.: Allegorie der Erlösung (1557). Foto: Museum der bildenden Künste Leipzig
    Foto: Museum der bildenden Künste Leipzig

    Aus Anlass des 500. Geburtstags von Lucas Cranach d. J. sollen nun ausgewählte Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken beider Künstler präsentiert werden, von Vater und Sohn. Was so eindeutig nicht immer zu trennen ist, weil beide die hoch professionelle und spezialisierte Werkstatt in die wie am Fließband entstehenden Bilderwelten eingespannt haben.

    In einem Raum dieser Kabinettausstellung sollen auch die Ergebnisse jüngerer restauratorischer Untersuchungen und Einblicke in den Entstehungsprozess der Gemälde veranschaulicht werden. Seit 2011 ist das Museum der bildenden Künste Leipzig Partnerinstitution des weltweiten Projekts „Cranach Digital Archive“. Ziel ist dabei eine umfassende Untersuchung aller aus der Cranach-Werkstatt stammenden Werke – auch mit Infrarotaufnahmen, UV-Aufnahmen, Röntgenaufnahmen. Es geht um die Maltechniken in der Werkstatt, dendrologische Untersuchungen (wie alt ist das Holz der Tafeln, auf denen gemalt wurde?), man versucht Unterzeichnungen und Veränderungen während des Malvorganges sichtbar zu machen. Denn viele Bilder sind ja mit Hilfe von Schablonen gefertigt worden. Mit welchen Geräten wurde gearbeitet? Sind unterschiedliche Malweisen der verschiedenen Mitarbeiter der Werkstatt nachweisbar?

    Über das Holz, auf dem die Wittenberger malten, weiß man ja schon was: Die Leipziger Bilder wurden ausnahmslos auf Rotbuche oder Linde gemalt, die weiße Grundierung war Kreide und Knochenleim. Und alle Bilder hatten eine Unterzeichnung, was schon sehr viel verrät über die emsige Werkstatt, die in flottem Tempo bestellte Bildmotive abarbeiten musste. Und wenn man von Insektenfraß und Schäden aus Kriegs- und Auslagerzeiten absieht, sind die Bilder alle noch in einem guten Zustand. Und einige haben schon einen turbulenten Lebenslauf mit wiederholten Restaurierungen hinter sich. Über einige dieser „Restaurierungen“ fluchen die heutigen Restauratoren, weil dabei oft auch orginale Rahmen verloren gingen oder die Rettungsversuche die Sache eher „verschlimmbessert“ haben.

    Es wird also nicht nur ein Einblick in die berühmteste Malewerkstatt Mitteldeutschlands, sondern auch einer in die zum Teil sehr aufregende Arbeit der Restauratoren im Museum der bildenden Künste.

    Und weil so viel zu erzählen ist, gibt es gleich drei Kuratoren: Rüdiger Beck, Dr. Marcus Andrew Hurttig und Dr. Jan Nicolaisen.

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