Ute Hartwig-Schulz, Gründerin des Künstlerguts Prösitz bei Grimma, im Interview

Für alle LeserUte Hartwig-Schulz hat Anfang der 1990er Jahre in Prösitz bei Grimma Fuß gefasst, ein altes Bauerngut erworben und saniert. Die studierte Bildhauerin bringt sich gesellschaftlich stark in und für ihre Region ein. Ihre künstlerische Arbeit umfasst viele Gebiete. Nicht nur, dass sie die Kunst aufs Land holt, mit ihrer Tätigkeit für die Via Regia, für die sie die Via Regia Sculptura gründete und betreut, ist sie ein wichtiger Botschafter für die Region.

Mit Kunstprojekten an Schulen vermittelt sie gelebte Kunst bei den Kleinsten und macht Mut, es selbst einmal auszuprobieren. Das wichtigste ihrer Projekte ist allerdings das Künstlergut Prösitz, das sie bereits seit Anfang der 90er Jahre ins Leben rief. Mit diesem Projekt schuf die damals, selbst frisch gebackene Mutter, einen Raum für junge Künstlerinnen mit Kindern, denen sie die Möglichkeit geben wollte, gemeinsam mit ihren Kindern zu leben und zu arbeiten.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Durch eigene Betroffenheit! Wer sich für einen künstlerischen Beruf entscheidet, hat immer mit einem Spagat zwischen Selbstaufgabe und Existenzsicherung zu tun. Für Mütter ist dies eine Dreifachbelastung. Oftmals übernehmen sie die alleinige Verantwortung für alles. Da sehe ich einen riesigen Bedarf und eine schlichte Notwendigkeit hilfeleistend zu sein.

Als ich nach meinem Studium der Bildhauerei nach Prösitz kam, bot mir der Bauernhof in Prösitz eine Grundlage in räumlicher wie auch materieller Hinsicht. Heute bin ich glücklich, diesen lokalen „Reichtum“ mit der betroffenen nächsten Generation von Bildhauerinnen teilen zu können. Dies wiederum ist aber nur durch Unterstützung des Staates oder anderer Geldgeber möglich. Von alleine geht nichts.

Sie geben den Stipendiatinnen einen Raum zur persönlichen Weiterentwicklung. Das bedeutet aber auch ein Maximum an Organisation und Unterstützung. Bleibt da auch noch Zeit für ihre eigene Kunst?

Zunächst einmal geht es mir um die Grundhaltung, die hinter allem liegt. Das heißt, dem Leben zugewandt zu bleiben, das Schöne im Leben zu sehen und natürlich auch das Schöpferische wertzuschätzen. Wenn es konkret wird, dann verweise ich inhaltlich gerne auf die Kunstgeschichte und auch auf Frauenthemen.

Meine künstlerischen Inhalte formen sich dann entsprechend der konkreten Aufgabe. Beispielsweise haben wir hier in Prösitz ein massives Umweltproblem: Das ist der Lärm an der Autobahn, die bei uns 500 Meter entfernt ist. Da ist mir wichtig, hier mit meinen Möglichkeiten aufmerksam zu machen und zwar mit der Erinnerung an Kulturleistungen unserer Vorfahren.

Da verweise ich dann gerne auch auf die griechische Kultur, wo man mit Umweltakustik im Amphitheater ganz gezielt unsere Sinne erreicht hatte. Heute scheint die Wirkung von Umweltakustik schlechthin vergessen. Der Mensch mit all seinen Sinnen scheint nicht wichtig zu sein. Was für ein fatales Menschenbild!

Ute Hartwig-Schulz in einer Ausstellung, die sie in Polen zeigen konnte. Foto: Detlef Rohde

Ute Hartwig-Schulz in einer Ausstellung, die sie in Polen zeigen konnte. Foto: Detlef Rohde

Kann man von der Kunst im ländlichen Raum leben?

Ja.

Das Leben und Arbeiten auf dem Land mag ja seine Vorzüge haben. Wäre es für Sie nicht einfacher in einer Großstadt tätig zu sein?

Meine Motivation ist, gestaltend zu wirken, mich auszudrücken und zwar dergestalt, dass ich das Gefühl habe, ich bin inwendig erfüllt. Das ist auch wie eine Selbsterfüllung, eine Selbstentfaltung, die mit der Gewissheit einhergeht, dass ich wirksam sein kann auf dieser Welt. Dabei ist es unerheblich, ob ich in der Stadt oder auf dem Lande lebe.

Sie versuchen seit Jahren, der Kunst im ländlichen Raum zur Geltung zu verhelfen. Wie kann man sich das vorstellen?

Das ist eine interessante Frage, weil ich denke, Kunst zu produzieren, ist nicht in erster Linie eine Anfertigung „wie Brötchen backen“. Die Idee, die ich in meiner Arbeit äußern möchte, wandelt sich in eine Skulptur oder in ein Objekt oder eine Installation um. Insofern ist zuerst die Idee da und dann die materielle Umsetzung. Ob das, wie bei „Vineta“, ein großes schwimmendes Objekt auf dem See ist oder eine Kleinplastik, die man in die Hand nehmen kann, die Spielbreite ist da ganz weit.

Aber auch das Immaterielle, also die geistige Schöpfung und die geistige Tat sind meiner Meinung nach „Produkte“. Meine Ideen finden auch in Prozessen eine Form. So zum Beispiel im Prozess, das Künstlerhaus zu leiten. Die Idee dahinter ist, dass die Handlung als Tat eine künstlerische Entscheidung ist. Ich handle bei der Leitung des Künstlerhauses so gestaltend mit, dass daraus wiederum ein Schöpfungsprozess wird und zwar so freiheitlich wie möglich. Auch das sehe ich als ein Produkt an. Ein mehrwertschaffendes Produkt.

Hat Kunst, wie Sie sie leben, eine soziale Bedeutung für die Menschen?

Kunst ist Mitteilung und Austausch. Was für die Literatur und Musik gilt, trifft auch für die Bildende Kunst zu. Daher hat Kunst per se auch eine soziale Komponente. Das Programm des Künstlergutes jedoch unterstreicht die Möglichkeit eines alternativen Zusammenlebens zugunsten der Produktion von Kunst. Gerade in jüngster Zeit hat sich in den Projekten eine Öffnung zur „sozialen Praxis“ offenbart.

Wie nimmt die Bevölkerung ihre Arbeit und ihr Wirken wahr?

Durch Kunst im öffentlichen Raum! Tatsächlich arbeite ich durch visuellen Botschaften im ländlichen als auch urbanen Raum. Dort, wo auch Kenntnisnahme und Sichtbarkeit zu erwarten sind, gerade dort erarbeite ich gestalterische Möglichkeiten. Damit einher geht ein zwangsläufiges Vordenken. Das Kunstwerk muss erst entstanden sein, damit sich seine Wirksamkeit entfalten kann. Das „Echo von Prösitz“ beispielsweise hat seine Wirksamkeit voll entfaltet.

Der Leuchtturm von Mutzschen

Es gibt auch immer wieder Kritik an ihren Projekten. Zuletzt geriet der „Leuchtturm von Mutzschen“ in die Kritik. Verliert man da nicht die Lust, überhaupt etwas zu machen?

Gottseidank gibt es Kritik! Dies zeigt mir, dass Leute ihre Gedanken und Meinungen zu erkennen geben. Das ist ein löblicher Vorgang, weil dann erst die Möglichkeit des aktiven Austauschens gegeben wird. Gerade da beginnt die eigentliche Wirksamkeit zwischen Kunstwerk und Betrachter. Was hätte ich verpasst, wenn ich nicht neue und andere Gedanken herausfördern wollte?

Wenn Sie Projekte im öffentlichen Raum angehen, dann kommt nach der Idee immer auch gleich die Frage nach der Finanzierung. Zwar gibt es Fördertöpfe für Kunstprojekte, wer aber je einen Antrag zu eben diesen Geldern ausgefüllt hat, weiß, dass es einfacher ist den Heiligen Gral zu finden. Lässt sie das nicht manches Mal verzweifeln?

Verzweifeln ist nicht das richtige Wort. Tatsächlich verbringe ich beinahe 80 % meiner Zeit mit Antragstellungen, Verwaltung und sonstigen behördlichen Dingen. Das ist der Preis, den ich zahle, damit unterm Strich KUNST herauskommt.

Was würden Sie sich von den Entscheidungsträgern an den Geldtöpfen wünschen?

In einigen Fällen konnte ich mitverfolgen, wie Förderprogramme ent- und abgewickelt werden. Da sitzen Menschen mit hoher Verantwortung. In der Regel geht es ja auch demokratisch zu. In der Regel sind alle Regeln gut geklärt und das Geld ist begrenzt. Daher kann es nur gut funktionieren, wenn es ein Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten gibt. Ich wünsche mir von den Entscheidungsträgern einen Vertrauensbonus.

Sie könnten ihr Leben doch viel geruhsamer gestalten. Warum nehmen Sie all das auf sich?

Kunst ist erst gut, wenn man den Aufwand dahinter nicht bemerkt. Ich hatte mal im Zusammenhang mit unserem Donnerstag-Zirkel ein Objekt in der Johanniskirche Mügeln aufgehängt. Eine Besucherin der damaligen Ausstellung meinte, dass dieses Objekt keine Kunst sei sondern zur Kirche dazugehöre. Das war das größte Lob, das ich mir denken konnte. Da hatte ich eine vollkommene Symbiose zwischen Altem und Neuem schaffen können. Mir ist es eine große Erfüllung, wenn ich meine Welt in die Welt tragen kann.

Sie haben 2019 einen weiteren Abschnitt ihres Schaffens unter dem Titel „Durchreise“ beendet. Wie sehen ihre Pläne für den nächsten Abschnitt aus?

Meine Personalausstellung im Schloss Königshain wurde erfreulicherweise bis 22. Januar verlängert. Allerdings muss man sich anmelden. Ab Februar bereite ich mich intensiv für meine Ausstellung „Unerzählt… Ungesehen… Unerhört!!!“ im Schillerhaus Leipzig vor. Diese ist eine Kooperation mit der GEDOK Mitteldeutschland und wird im Sommer eröffnet werden. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

Was würden Sie sich persönlich für das Jahr 2020 wünschen?

Den Weltfrieden.

Das Interview führte Detlef Rohde.

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