Riesige Insekten bereichern jetzt die Ausstellung zu „Carolas Garten“

Für alle LeserYadegar Asisi hat ein Gespür für die Themen der Zeit. Und er verwandelt diese Themen in riesige Panoramabilder, die man besuchen kann. Seit dem 6. Januar 2019 ist „Carolas Garten – Eine Rückkehr ins Paradies“ von Yadegar Asisi im Panometer Leipzig zu sehen und erfreut sich mit über 280.000 Besuchern großer Beliebtheit beim Publikum. Jetzt gibt es zum riesigen Gartenbild noch eine faszinierende ergänzende Ausstellung.

Denn für Yadegar Asisi ist ein einmal präsentiertes Panorama-Projekt niemals vollendet. Im Ausstellungsrundgang zu „Carolas Garten“ werden daher seit Freitag, 31. Januar,  zusätzliche, eigens für die Ausstellung in Leipzig geschaffene Arbeiten präsentiert. Darunter von Yadegar Asisi selbst entworfene und mit Unterstützung des Biologen Mirko Wölfling realisierte dreidimensionale Objekte erweitern das Konzept.

CAROLAS GARTEN -- Trailer

Unter künstlerischer Verwendung von Pflanzen- bzw. Tierpräparaten vertieft Asisi damit den Fokus auf die Artenvielfalt der Natur, ihren unermesslichen biologischen Schatz und die überwältigende Schönheit in ihren komplexen Farb- und Formvarianten und ihren ineinandergreifenden Systemen unmittelbar vor unseren Füßen. Auf all das, was wir beim genaueren hinschauen auch in unseren Gärten entdecken können. Man muss sich halt nur niederknien und genauer nachschauen, was da krabbelt, summt und flirrt.

Im zentralen Panorama-Raum sind zusätzlich großvolumige Insektenmodelle von Julia Stoess aus Hamburg installiert worden. In bis zu 250facher Vergrößerung sind unter anderem von der Honigbiene und dem Maikäfer über Ameisen bis hin zur Libelle oder der Florfliege allesamt Insekten zu entdecken, die bei genauer Suche auch im Panorama zu finden oder im Habitat ‚Garten‘ zu verorten sind, auch wenn sie wie die Varroamilbe nicht mit bloßem Auge entdeckt werden können. Sie verweisen in ihren faszinierenden Formen und Funktionen auf das Ineinandergreifen komplexer Abläufe in der Natur und können in ihrer Ästhetik wie unter einem Mikroskop erkundet werden.

Yadegar Asisi. Foto: Tom Schulze / Panometer

Yadegar Asisi. Foto: Tom Schulze / Panometer

Bereits 2009 hatte die Designerin Julia Stoess für die „Amazonien“-Ausstellung in Leipzig das überdimensionale Modell einer Stechmücke realisiert.

Voraussichtlich bis Ende 2020 wird die von Bazon Brock präsentierte Ausstellung „Carolas Garten“ im Panometer Leipzig zu sehen sein. Zentrales Thema ist für Asisi die Faszination für und die Ehrfurcht vor der überwältigenden Schönheit der Erde. Anders als bei „Everest“, „Amazonien“ oder „Great Barrier Reef“ thematisiert er hier die Natur vor unserer Haustür. Ein vermeintlich banaler Ort wie ein Garten wird in der Darstellung zu einem unentdeckten Biotop mit faszinierenden Pflanzen und Lebewesen, die in ihrer Diversität allesamt ineinandergreifen und unser Umfeld bestimmen.

Der Garten einer verstorbenen Mitarbeiterin in Leipzig war für drei Jahre Explorationsort, um die Recherchen für das Projekt durchzuführen. Weit mehr als 100 Aquarelle, Zeichnungen, Acrylmalereien, Fotografien sowie Ausstellungsfilme und nun dreidimensionale Objekte sowie Insektenmodelle präsentieren den Garten unter Themenpaaren wie Mensch und Natur, Werden und Vergehen sowie Farbe und Licht. Im Panorama kulminiert die Darstellung, indem die Besucher wie aus Perspektive eines Insekts einen Garten als Paradies und Sehnsuchtsort erfahren.

Eine etwa 25 Meter große Biene ist dabei, eine Kamille zu bestäuben und Nektar zu sammeln. Ringsherum öffnet sich der Blick auf den umgebenden Garten mit riesigen Blumen, Wild- und Nutzpflanzen, Insekten und anderen Details. Einerseits thematisiert das Rundgemälde eine Welt, die jedem bekannt scheint, andererseits eröffnet das Projekt Blicke und Einsichten auf Strukturen und Details, die ansonsten kaum wahrgenommen werden. Die Betrachter befinden sich selbst inmitten der hundertfach vergrößert dargestellten Welt und werden Teil der Szenerie.

Julia Stoess und Yadegar Asisi amn Modell einer Gemeinen Florfliege. Foto: Tom Schulze / Panometer

Julia Stoess und Yadegar Asisi amn Modell einer Gemeinen Florfliege. Foto: Tom Schulze / Panometer

Obgleich das Panorama einen Garten als Grundlage hat, sind die Inhalte auch hier von Yadegar Asisi malerisch komponiert. Er stellt Elemente nebeneinander und verwebt sie ineinander und miteinander, die in der Natur nicht zeitgleich und zusammen auftreten. Die Elemente wie zum Beispiel die vier Jahreszeiten sind so miteinander verwoben, dass der Ablauf der Szenerie völlig natürlich erscheint.

Weitere Rundgemälde von Yadegar Asisi werden derzeit in Berlin, Dresden, Lutherstadt Wittenberg, Pforzheim, Hannover und Rouen (Frankreich) gezeigt. Ein neues Ausstellungshaus in Konstanz ist derzeit in Planung.

Carolas Garten oder Die Rückkehr ins Paradies direkt vor unseren Augen

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