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Ab Mittwoch sieht man im Leipziger Hauptbahnhof Industriearchitektur einmal so, wie sie sonst kein Fotograf sieht

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    Wir leben noch im „Jahr der Industriekultur“, auch wenn manche Veranstaltungen, die zum Besuch der eindrucksvollen Industriebauten aus der Vergangenheit eingeladen hätten, wegen Corona ausgefallen sind. Aber einen besonders eindrucksvollen Blick auf alte Industriearchitektur kann man ab Mittwoch, 2. September, in den Hauptbahnhof Promenaden werfen. Einen, den so nicht mal die damaligen Architekten hatten.

    Im September wagt nämlich die Ausstellung „Industrie.Kultur.Bauten“ im Leipziger Hauptbahnhof einen neuartigen Blick auf das Thema Industriearchitektur in Deutschland. In multi-perspektivischen Komplettabwicklungen macht der Fotograf Jörg Dietrich die Fassadenansichten der oft überdimensionierten und im Stadtbild verbauten Industriegebäude erfahrbar.

    In einem zweiten Bereich zeigt die Ausstellung Fassadenfronten sächsischer Bahnhöfe, die aufgrund ihrer Ausdehnung ebenfalls oft kaum mit klassischer Fotografie dargestellt werden können.

    Der Bahnhof Eilenburg. Foto: Jörg Dietrich/Panoramastreetline

    „Damit beziehen wir den, für die Industrialisierung Grundlagen schaffenden, Bahnverkehr ein. Über die Industriearchitektur hinausgehend erweitern wir die Ausstellung um einen Bereich mit Fokus auf die Stadtentwicklung sächsischer Städte im Zuge der Industrialisierung und können so zeigen, wie Baustile der Gründerzeit, Jugendstil, Art Deko oder Historismus unsere Innenstädte neu geprägt haben“, betont der Fotograf Jörg Dietrich

    Panoramastreetline zeigt die Architektur der Epoche der Industrialisierung in völlig neuen Perspektiven. Durch eine spezielle Foto- und Bildbearbeitungstechnik erstellt der Fotograf Jörg Dietrich überdimensionale Panoramen – sogenannte Streetlines. Eifrige Leser/-innen kennen ihn schon aus dem 2015 im Lehmstedt Verlag erschienenen Band „Panorama des Leipziger Rings“.

    „Diese Gebäude- und Stadtansichten zeigen wir im Leipziger Hauptbahnhof in teils über drei Meter breiten Drucken“, betont er. „Als Beitrag zum sächsischen Themenjahr zur Industriekultur richten wir mit den Architekturansichten einen Blick auf ehemalige Kernindustrien Leipzigs, aber auch auf kreative Umnutzungen in Kleinstädten wie das Beispiel der Alten Baumwolle in Flöha zeigt.“

    Die Leipziger Buntgarnwerke. Foto: Jörg Dietrich / Panoramastreetline
    Die Leipziger Buntgarnwerke. Foto: Jörg Dietrich/Panoramastreetline

    Sachsen ist eine der Keimzellen der Industrialisierung in Deutschland und gehörte zum vorletzten Jahrhundertwechsel zu den am dichtesten besiedelten und industrialisierten sowie zugleich wohlhabendsten Gebieten Europas. Es war eine Zeit, als Chemnitz als deutsches Manchester bezeichnet wurde.

    Dass die Geschichte seitdem für Sachsen viele Herausforderungen und Rückschläge bereithielt, hat für die historische Architektur Sachsens widersprüchliche Folgen gehabt. Einerseits mussten die historischen Bauten nur selten moderneren Gebäuden weichen oder wurden durch Werkserweiterungen überbaut. Andererseits stehen seit der „Wende“ viele Gebäude leer und verfallen oder werden abgerissen.

    „In der Folge sehen wir im sächsischen Stadtbild eine Vielfalt historischer industrieller Architektur wie kaum irgendwo in Deutschland, gleichzeitig ist dieses Bauerbe nach 30 Jahren Wiedervereinigung vielerorts mehr bedroht denn je“, stellt Dietrich fest.

    Die Gebäude- und Stadtbildperspektiven der Ausstellung geben dank der technischen Bearbeitung einen ungewohnten Blick auf Industriearchitektur. Statt den typischen Blick von einem Standpunkt aus abzubilden, wurden für die Panoramen Aufnahmeserien von mehreren Positionen entlang der jeweiligen Straßenfront aufgenommen. Zu einem nahtlosen Panoramablick, der sogenannten Streetline, verarbeitet, kann der Betrachter die Straßenfassade visuell entlangspazieren.

    Zu sehen ist die Ausstellung „Industrie.Kultur.Bauten – Ein neuer Blick auf Industriearchitektur“ in den Promenaden Hauptbahnhof Leipzig vom 2. bis 21. September.

    Die Ausstellung „Industrie.Kultur.Bauten“ ist ein Beitrag zum Jahr der Industriekultur in Sachsen und wird gefördert durch die Stadt Leipzig.

    Das Panorama des Leipziger Rings in einem Bildband: die Pracht von 1840 und die Brillanz von 2015

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