Sie werden noch eine Rolle spielen bei der Klimaanpassung der Stadt Leipzig: Die Handschwengelpumpen, die heute noch im Stadtgebiet zu finden sind. Von einst über 230 Pumpen, die im 19. Jahrhundert im Stadtgebiet aufgestellt wurden, blieben reichlich 50 erhalten. Doch anders als vor 100 Jahren dienen sie nicht mehr der Wasserversorgung der Bevölkerung. Dafür wachsen ihnen neue Aufgaben zu.

Wie nur wenige Städte in Deutschland ließ Leipzig die gusseisernen Gehäuse öffentlicher Wasserpumpen künstlerisch gestalten. Alle fünf Grundtypen, entworfen ab Mitte des 19. Jahrhunderts, finden sich noch heute in der Innenstadt und verteilt über das gesamte Stadtgebiet.

Von über 230 Pumpen blieben etwas mehr als 50 erhalten. Obwohl ein Markenzeichen der Stadt und denkmalgeschützt, sind viele vom Verfall bedroht. 30 wurden seit den 1980er Jahren restauriert, die ersten schon zu DDR-Zeiten. Nur die reichliche Hälfte von ihnen spendet heute noch Wasser. Die bürgerschaftliche Initiative LEIPZIG GIESST möchte weitere reaktivieren, um mit ihrer Hilfe Stadtbäume gießen zu können.

Doch natürlich sind die Pumpen auch technische Denkmale, die man aufsuchen kann. Deswegen werden sie auch am Tag des offenen Denkmals am 11. September eine Rolle spielen. Der Arbeitskreis Gohliser Geschichte im Leipziger Geschichtsverein hat eine ganze Ausstellung zu Leipzigs historischen Handschwengelpumpen gestaltet, die am 11. September erstmals zu sehen sein wird.

Die Ausstellung zeigt Entwicklung, Gestaltung, Standorte und Perspektiven der Leipziger Handschwengelpumpen, außerdem vergleichbare Pumpen anderswo. Bis zum 30. September im Stadtbüro zu sehen, geht sie anschließend auf Wanderschaft und kann beim Arbeitskreis gebucht werden, zum Beispiel von Bürgervereinen oder Schulen. Nächste Station ist voraussichtlich ab Anfang Dezember das Infobüro des Magistralenmanagements Georg-Schumann-Straße.

Plakatmotiv zur Ausstellung "Historische Handschwengelpumpen in Leipzig". Grafik: Arbeitskreises Gohliser Geschichte
Plakatmotiv zur Ausstellung „Historische Handschwengelpumpen in Leipzig“. Grafik: Arbeitskreises Gohliser Geschichte

Und mit dem Verweis auf den Kooperationspartner LEIPZIG GIESST wird schon deutlich, welche Rolle diese Pumpen in Zukunft spielen können. Denn mit zunehmend heißen Sommern und den ausbleibenden Regenfällen sind die Leipziger selbst gefragt, sich verstärkt um die Bäume an der Straße vor ihrem Haus zu kümmern.

Denn das schafft die Leipziger Stadtreinigung mit ihren Wasserwagen allein nicht. Das Wasser aus den Pumpen kann dabei helfen, die Bäume in der Nähe zu gießen. Es ist übrigens kein Trinkwasser, denn es stammt direkt aus Brunnen unterhalb der Pumpen.

Was die Restaurierung dieser Pumpen auch so aufwendig macht, denn nicht nur ihr historisches Gehäuse aus Gusseisen muss ja wieder saniert und restauriert werden, auch der Brunnen muss inspiziert und das Pumpengestänge meist erneuert werden.

Die Ausstellung im Stadtbüro informiert darüber. Wobei es vielleicht keine gute Idee ist, ausgerechnet am Tag des offenen Denkmals in diese Ausstellung zu gehen, wenn damit zu rechnen ist, dass sie überlaufen ist. Ein Besuch an den Folgetagen bis zum 30. September ist empfehlenswert.

Eröffnung am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 11. September, um 15 Uhr im Stadtbüro am Burgplatz (im Stadthaus), Eingang Markgrafenstraße. Anschließend 15:30 Uhr Innenstadtrundgang zu historischen Handschwengelpumpen

Dauer der Ausstellung: 11. bis 30. September 2022
Öffnungszeiten: Mo.–Do. 13–16 Uhr, Fr 13–16 Uhr

Ausstellung des Arbeitskreises Gohliser Geschichte im Leipziger Geschichtsverein. Mit freundlicher Unterstützung der Bau und Service Leipzig GmbH, der Tochterfirma der Kommunalen Wasserwerke Leipzig, die sich um die Restaurierung der Handschwengelpumpen kümmert.  Gefördert mit Mitteln der LEIPZIGSTIFTUNG.

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