Eine in Paris lebende portugiesische Familie soll in die alte Heimat zurückkehren, um eine Weinplantage zu bewirtschaften. So verlangt es das Testament eines verstorbenen Angehörigen. Wie bringt man die frohe Kunde Freunden und Kollegen möglichst schonend bei? "Portugal, Mon Amour" versucht das Publikum mit Culture-Clash zu verzaubern.

Maria (Rita Blanco) arbeitet als Putzfrau in den Häusern der Reichen. José (Joaquim de Almeida) verdient sein Geld als Bauleiter. Das Paar ist unter den Nachbarn sehr beliebt. Als Josés Bruder stirbt, eröffnet sich ihnen die Chance, nach Portugal zurückzukehren. Als die Nachbarschaft davonWind bekommt, schmiedet sie einen Plan, um die beiden zum Bleiben zu überreden.
Ruben Alves’ locker-fruchtige Komödie ist nicht weniger als die französische Überraschung des Frühjahrs. Klein gestartet, begeisterte der Streifen dank Mundpropaganda in unserem Nachbarland knapp 1,5 Millionen Zuschauer. In Deutschland wird “Portugal, Mon Amour” diesen Erfolg wohl nicht wiederholen. Schuld sind die Portugiesen, die hierzulande kaum wahrgenommen werden, während sie in Frankreich die drittgrößte Bevölkerungsgruppe darstellen.

Dass das hiesige Publikum offen für Culture-Clash-Komödien ist, bewies zuletzt mit “Almanya” ein Film, der den Nerv der jungen deutsch-türkischen Generation getroffen hatte. “Portugal, Mon Amour” zischt hierzulande am Publikum vorbei. Alves spielt mit französischen Ressentiments, die hierzulande keiner kennt. Der Wortwitz seines Drehbuchs sorgt bestenfalls für ein paar Schmunzler zwischendurch. Viel zu Lachen hat der deutsche Zuschauer trotz hervorragendem Ensemble leider nicht.

F 2013, R: Ruben Alves, D: Rita Blanco, Joaquim de Almeida, Roland Giraud, 91 Min, FSK 0.

Filmstart ist der 29. August, zu sehen in den Passage Kinos.

Die Seite zum Film:
www.portugal-mon-amour.de

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