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Der neue Kalender „Das alte Leipzig“ zeigt diesmal Fotografien aus dem Atelier von Paul Faulstich

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    Ja wo wohnte er denn? Christoph Kaufmann meint: am Lindenauer Markt 2. Das Leipziger Adressbuch von 1920 meint: gleich um die Ecke, in der Kuhturmstraße 1a. „Faulstich, P., Fototechn.“. Auch unterm Namensverzeichnis ist er hier registriert: „Kaufmann und Fototechniker“. Telefon-Nr. 38459. Auch 1935 hat sich daran nichts geändert. Nur dass er jetzt als Chemiker fungiert. Und dabei ist er der Held des neuen Kalenders „Das alte Leipzig“ für 2021.

    Den präsentierten am Mittwoch, 2. September, das Stadtgeschichtliche Museum und die LTM wieder gemeinsam am Mendebrunnen auf dem Augustusplatz. Ein doppeltes Jubiläum. Denn es ist der 20. historische Kalender, den beide Institutionen gemeinsam herausgebracht haben. Und es ist quasi der Abschied für Christoph Kaufmann, der nach einem Leben im Fotoarchiv des Stadtgeschichtlichen Museums in den Ruhestand geht.

    Ohne ihn hätte es diese 20 Kalender nicht gegeben, die in großen Schwarz-Weiß-Aufnahmen eben nicht nur das Leipzig vor 100 Jahren zeigen, sondern damit auch die Arbeit wichtiger Leipziger Fotografen wieder ins Bewusstsein hoben.

    Und der neue Kalender bringt den Käufern des Kalenders erstmals den Fotografen Paul Faulstich näher, der ganz bewusst auch besondere Perspektiven suchte, um sein Leipzig ins Bild zu bannen.

    Leipzig erlebte am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und erhielt den Status einer Großstadt. Das Stadtbild veränderte sich enorm. Der Fotograf Paul Faulstich dokumentierte den Wandel, den die Stadt erfuhr. Seine Motive zeigen repräsentative Kultur- und Bildungsbauten und bringen uns das großstädtische, quirlige Leben nahe. Aufnahmen aus der Vogelperspektive, von Türmen und Dächern der Stadt, machen die zunehmende Ausdehnung der wachsenden Metropole sichtbar.

    Seine Motive zeigen repräsentative Kultur- und Bildungsbauten wie das Gewandhaus in der Grassistraße sowie den für Leipzig typischen neuen Gebäudetypus der prachtvollen Messehäuser. Der umtriebige Fotograf dokumentierte die modernen Bauten einer selbstbewussten Stadt in der Weimarer Republik, darunter die ersten Hochhäuser in der Goethestraße und am Augustusplatz sowie das Grassimuseum am Johannisplatz. Viele seiner Motive haben einen lebendigen Charakter und bringen uns das großstädtische, quirlige Leben nahe.

    Faulstichs Aufnahmen aus der Vogelperspektive von Türmen und Dächern der Stadt machen die zunehmende Ausdehnung der Stadt sichtbar. Leipzigs Grenzen gehen nun weit über den Promenadenring hinaus bis in die stark industriell geprägten östlichen und westlichen Stadtteile Reudnitz, Anger-Crottendorf, Plagwitz und Lindenau. Einige seiner Aufnahmen zeigen Plätze und Straßen, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend im Kontext einer neuen Zeit gestaltet wurden, wie zum Beispiel der Rossplatz oder das Areal um den Blücherplatz.

    Das alte Leipzig. Kalender für 2021. Foto: LTM
    Das alte Leipzig. Kalender für 2021. Foto: LTM

    Und wer war dieser Paul Faulstich?

    Der 1872 in Mechterstädt bei Gotha geborene Carl Paul Ernst Faulstich hatte sein fotografisches Atelier zunächst am Lindenauer Markt 2. Meint zumindest Christoph Kaufmann, der die Kalender-Motive wieder zusammen mit Jutta Amann zusammenstellte und mit kleinen Erläuterungstexten versah.

    Im Jahr 1936 verlegte er sowohl die Wohnung seiner Familie als auch sein „Atelier Helionovum“ an den Rossplatz 6. Faulstichs fotografische Arbeiten umfassen ein breites Repertoire. Er führte zahlreiche Arbeiten für die Stadt Leipzig aus, darunter für das Hochbau-, das Messe- und das Verkehrsamt.

    Mit seinen Fotos dokumentierte er das sich im 20. Jahrhundert rasant veränderte Stadtbild und das geschäftige, großstädtische Treiben. Infolge der schweren Bombardierungen Leipzigs starb Faulstich am 4. Dezember 1943: Er war nach den Angriffen in das Gebäude am Rossplatz zurückgekehrt und erlitt dabei schwere Verletzungen, denen er schließlich erlag.

    Höchste Zeit also, den Fotografen einmal mit einem eigenen Kalender mit Fotos aus den Beständen des Stadtgeschichtlichen Museums zu würdigen. Mit Christoph Kaufmann gemeinsam stellten am Mittwoch Volker Bremer (Geschäftsführer der LTM GmbH), Marit Schulz (Prokuristin der LTM GmbH) und Dr. Anselm Hartinger (Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig) den Kalender am sonnenbeschienenen Mendebrunnen vor.

    Der Kalender wurde wieder in einer Auflage von 2.500 Exemplaren gedruckt wurde.

    Der Historische Kalender 2021 „Das alte Leipzig“ wird von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig herausgegeben. Er zeigt 13 spannende Motive aus dem Atelier Paul Faulstich, die zwischen 1925 und 1936 fotografiert wurden.

    Zu jedem Bild vermitteln Kurzbeschreibungen überraschende und wissenswerte Hintergründe. Der Kalender erscheint im Hochformat 40 x 50 cm und ist seit seinem erstmaligen Erscheinen im Jahr 2002 ein begehrtes Sammlerstück. Interessenten erhalten ihn für 19 Euro in der Tourist-Information (Katharinenstraße 8, 04109 Leipzig), im Buchhandel sowie in vielen Leipziger KONSUM-Filialen.

    Der Kalender ist u. a. in diesen Buchhandlungen erhältlich:

    Buchhandlung Bücherwurm, Gohliser Straße 20
    Buchhandlung Grümmer, Zschochersche Straße 18
    Buchhandlung Hugendubel, Petersstraße 12–14
    Buchhandlung Südvorstadt, Karl-Liebknecht-Straße 126
    Buchmeile im Moritzhof, Zwickauer Straße 127
    Ludwig Presse & Buch, PROMENADEN Hauptbahnhof
    Thalia, Karl-Liebknecht-Straße 8–14
    Verlagsbuchhandlung Bachmann im Alten Rathaus, Markt 1

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