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Unter dem Motto „Hier verbrennt man keine Bücher. Man kann das besser: Man beerdigt Schriftsteller“ liest der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete algerisch-französische Autor Boualem Sansal am Mittwoch, dem 1. Juli, um 19:30 Uhr im Garten des Literaturhauses Leipzig. Im Zentrum des Abends, der in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum veranstaltet wird, steht eine Vorpremiere: Sansals gerade in Frankreich erschienener Roman „Die Legende“, in dem der Autor seinen Gefängnisaufenthalt in Algerien und die Zeit nach seiner Freilassung verarbeitet.
Der Roman schildert seine Verhaftung, wie ihm nach Tagen des Verhörs in fünf Minuten der Prozess gemacht wurde, ohne Anwalt – und Sansal wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit, Spionage und Terrorismusvorwürfen – und trotz seiner schweren Krankheit – zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde.
Im Gespräch mit Alfonso de Toro, langjährigem Freund Sansals und Kenner seines Werks, gibt der 81-jährige Sansal Einblick in seine vermeintlichen „Verbrechen“. Er hatte getan, was Schriftsteller, was Intellektuelle tun müssen: seine Meinung äußern und über ein Land und dessen Präsidenten, Abdelmadjid Tebboune, berichten, den die Insassen des Gefängnisses, in dem Sansal in Haft war, nur „Teb den Verfluchten“ nannten.
Sansal dagegen hieß bei den Mitinsassen nur „Die Legende“, denn er ist für sie ein Quell der Hoffnung, gemeinsam schreiben sie Gedichte und spekulieren über einen möglichen Regimewechsel.
Nach zahlreichen internationalen Bemühungen wurde der Autor im November 2025 endlich freigelassen. „Die Legende“ hat Sansal im Anschluss innerhalb von 40 Tagen geschrieben. Es ist ein atemloser Bericht, ein wütendes Buch, dessen deutsche Übersetzung im Sommer im Merlin Verlag erscheinen wird. In Leipzig, wo man sich sehr früh für die Freilassung Sansals eingesetzt und eine von hier ausgegangene Protestresolution weltweit mehr als 27.000 Unterschriften gefunden hatte, liest der Autor nun erstmals aus seinem Text.
Karten gibt es an der Abendkasse oder unter: https://rausgegangen.de/events/boualem-sansal-friedensstifter-und-demokrat-0/
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