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Zwei Damen in Liebe zur Musik: Anneke van Giersbergen und Vic Anselmo im Geyserhaus

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    Mit der niederländischen Rockband „The Gathering“ wurde sie bekannt. Seit knapp zehn Jahren wandelt sie auf Solopfaden, und ist seither auch in Leipzig häufig zu Gast. Am 29. April findet die Sängerin, Pianistin und Gitarristin Anneke van Giersbergen sich auf der Bühne der GeyserHaus-Kneipe „UnterRock“ ein.

    Rückblende

    2011. Tatort Parkbühne Geyserhaus. Ein bemerkenswertes Schauspiel. Der Bühnenrand wurde von Menschen belagert. Rund 400 Gäste feierten eine Sängerin, deren Shirt nur knapp ihre Weiblichkeit verhüllen konnte. Ihre Stimme verzauberte die Anwesenden ebenfalls. Sogar der Geyserhaus-Geschäftsführer Thomas Farken zeigte sich begeistert als er damals sagte, so etwas wie diesen Auftritt von der Niederländerin Anneke van Giersbergen hätte es im Geyserhaus und ganz speziell auf der dazugehörigen Parkbühne so noch nicht gegeben.

    Während er noch ihrer atemberaubenden Show nachsehnte, musste er aber auch die reife Leistung von Rufus Spencer loben. Aber nach dem Auftritt des Singer-Songwriters startete ein stimmungsvolles Intro eine Show, die zum Schluss den letzten Sitzenbleiber auf den Parkbühne-Bänken von denselbigen hochriss. Die Erinnerungen verblassten nicht, schon gar nicht an den Humor der rotgelockten Sängerin. Schickte sie damals ihre Band Backstage und flirtete mit dem Publikum. Ihr laszives Zwinkern unterstrich ihr als Scherz gemeintes Ansinnen, anzügliche Pfiffe aus dem Publikum folgten. Dann ruckelte sie am Mikro, weil sie wusste, dass das der Soundmensch hasst. Sie lachte, das Publikum auch.

    Ein Liebeslied?, fragte sie. „Jaaaa“ schallte es ihr entgegen. Zeit darüber nachzudenken, wie es war als sie im Anker mit Petter Carlsen und Anathema 2010 allein die Massen begeisterte. Anneke van Giersbergen betonte in einem der L-IZ gegebenen Interview, sie fühle sich in Leipzig wohl, verwies auf ihren Besuch in der Thomaskirche und dass sie sich sofort in die Parkbühne Geyserhaus verliebt hat. Das Leipziger Publikum sei hier auch „very nice“.

    Nach einem intimen Set aus Liebesliedern passierte dann etwas, was Geyserhaus-Geschäftsführer Thomas Farken als „noch nicht da gewesen“ bezeichnete. Die Fans ließen Bänke Bänke sein, liefen zum Bühnenrand, applaudierten, riefen ausgiebig nach der Sängerin, die inzwischen die Bühne verlassen hat. Nach ihrer Rückkehr für eine Zugabe wegen der zum Bühnenrand geströmten Menschen sichtlich überrascht, war die Sängerin so euphorisch, dass sie unentwegt auf der Bühne umher lief, hüpfte und ihr damals blondiertes Haar in und her schwang. Sie fand schließlich Halt am Mikrofon und vollendete eine Show, die hinterher so mancher als „Hammer!“ bezeichnete.

    Anneke – ein Phänomen

    Was macht die Sängerin so einzigartig? Diese Frage dürfte so manchen beschäftigt haben. Denn ihre Anfänge bei der niederländischen Prog-Metalband The Gathering machten sie zunächst einem erlesenen Publikum bekannt. Spätestens mit dem 1997er Album „Nighttime Birds“ prangte ihr Konterfei von nahezu jeder Metalzeitschrift. Zusammen mit der Lacuna-Coil-Sängerin Christina Scabbia galt sie als die neue Femme de Metal. Eine neue Generation von Metalsängerinnen war plötzlich da, die ganz ohne metaltypische Klischees auskam. Dabei hatte The Gathering sich nie einer Tradition verschworen, öffnete sich mit dem 1998er Werk „How To Measure A Planet“ und dem Nachfolger „If. Then. Else.“ auch elektronischen Klängen. Der Stern der Niederländer begann mit Anbruch des Milleniums zu sinken, Anneke van Giersbergen war schließlich die Band zu limitiert und fand den Weg in den Folk und Rock. 2007 trennten sich ihre Wege, sie begann Solo eine neue Karriere. Die Musik hat sich mit dem Wechsel vom Progressive Rock hin zum Power Rock zwar verändert, aber unverwechselbar blieben ihre Stimme und ihr Gespür für stadiontaugliche Hymnen.

    Zunehmend trat sie auch als Gastsängerin bei Genregrößen wie Napalm Death, Anathema, Moonspell und ihren Landsleuten von Within Temptation in Erscheinung. Zusammen mit den anderen Heavy-Rock-Sirenen Kari Rueslåtten (ex-The 3rd and the Mortal) und Liv Kristin (ex-Theatre of Tradgedy) ging sie auf Tour. Ob Solo oder mit neuer Band – irgendwie bleibt Anneke van Giersbergen ein Phänomen. Sie wandelt zwischen Pop und Rock so selbstsicher, dass es einen wundert, warum ihre Alben im Radio nicht gespielt werden. Andererseits will man sie nur für sich haben. Ob ihr Auftritt im Geyserhaus am 29. April dieselben Wellen schlägt wie ihr Konzert auf der Parkbühne im Jahr 2011 wird sich zeigen.

    Wer ist Vic?

    Neben ihr wird die lettische Sängerin Vic Anselmo ihren Auftritt bestreiten. Vielleicht bringt die schöne Lettin mit der bezaubernden Stimme das Blut der Gäste ebenso in Wallung wie Anneke van Giersbergen es mit Leichtigkeit seit Jahren schafft. Die Lettin besitzt eine klassische Ausbildung am Piano und im Gesang. Ihre Karriere begann schon im Alter von zehn Jahren und sorgt seit 2011 für enthusiastische Reaktionen bei Fans und Kritikern. In den letzten Jahren arbeitete Vic Anselmo außerdem mit verschiedenen Musikern und Bands wie Mick Moss (Antimatter), Anneke van Giersbergen (ex-The Gathering) und Duncan Patterson (ex-Anathema) zusammen. Mit ihrem dritten Album „Who Disturbs The Water“ beschritt Vic neue Wege. Mit dem renommierten holländischen Produzenten Joost van den Broek an ihrer Seite, nahm sie ein Album auf, auf welchem Piano- und Gesangsparts live und in einem Stück eingespielt, dezente Streicherarrangements und Percussions danach hinzugefügt wurden. Kritiker meinen, dadurch entwickele das Werk eine ganz besondere Wärme.

    Wer: Anneke van Giersbergen, Support: Vic Anselmo
    Wann: 29.04.2016, 20 Uhr
    Wo: UnterRock im GeyserHaus, Gräfestraße 25, 04129 Leipzig
    Eintritt: Karten im Vorverkauf: 16 Euro (ermäßigt mit Leipzig-Pass 14 Euro) + VVK-Gebühr
    Karten an der Abendkasse: 20 Euro (ermäßigt mit Leipzig-Pass 18 Euro)

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