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Die Kunst des Erinnerns und Verdrängens: Oliver Zahn gastiert mit „Lob des Vergessens“ in der Schaubühne Lindenfels

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    Auf dem Leipziger Marktplatz bringt ja seit geraumer Zeit ein Karussell mit einem Zuckerpferd die Spaziergänger ins Grübeln. Es ist Teil des Schaubühne-Projektes „Zucker.Rausch.Germania“. In diesem Rahmen zeigt die Schaubühne Lindenfels auch zwei Extra-Programme. Eines ist Oliver Zahns Solo „Lob des Vergessens“, eine Performance über die Flucht und Vertreibung Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg und Praktiken des Vergessens.

    Auf dem Marktplatz selbst gibt es ja im Rahmen von „Zucker.Rausch.Germania“ die Performance AeReA von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi zu sehen. (Alle Aufführungstermine findet man hier).

    Am Freitag, 17. September, und Samstag, 18. September, jeweils 20 Uhr gibt es im Ballsaal der Schaubühne dann Oliver Zahns „Lob des Vergessens“.

    Worum geht es in „Lob des Vergessens“?

    „Lob des Vergessens“ ist ein Duett – die Begegnung zweier verkörperter Archive auf einer Bühne. Links ungefähr 1.200 nummerierte Tonbänder – das ethnografische Tonarchiv des Instituts für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa, das die deutsche Geschichte von Flucht und Vertreibung in Form von Liedern und Erzählungen von Zeitzeug/-innen zu bewahren versucht. Rechts als lebendiges Archiv der 1989 geborene Theatermacher Oliver Zahn, Enkel und Urenkel von Vertriebenen, der zu dieser familiären Vergangenheit allerdings wenig Bezug hat.

    Im Aufeinandertreffen dieser Archive werden Lücken und Leerstellen auf beiden Seiten sichtbar, die die Chance bieten, die Prozesse, Politiken und Potenziale des Vergessens zu untersuchen. In einer Landschaft aus Tonbändern erklingen dabei zwischen Glitches und Interferenzen gespenstische Stimmen, populäre Lieder und unvertraute Dialekte – immer auf der Suche nach wirkmächtigen Strategien und Techniken des kollektiven Vergessens.

    Oliver Zahn ist Theatermacher und Performer. Seine choreografisch-diskursiven Performance-Essays kreisen oftmals um Geschichtsschreibung, Erinnerungspolitik, kollektives Gedenken und immaterielles Wissen. Die Basis dafür bilden stets ausgiebige Recherchen – ethnografisch, archivbasiert und im verkörpernden Selbstversuch. Zahns Arbeiten werden auf wichtigen Festivals im deutschsprachigen Raum und an großen Häusern präsentiert und touren international.

    Entstanden sind so bisher unter anderem „Situation mit ausgestrecktem Arm“ (2015, über die Kulturgeschichte der „Hitlergruß“-Geste), „Situation mit Doppelgänger“ (2015, mit Julian Warner; über kulturelle Aneignung im Tanz, Imitation und Minstrel Shows), die Tanzfonds-Erbe-Produktion „Zweiter Versuch über das Turnen“ (2017/18, über die Zugehörigkeit zum „Volkskörper“ anhand von Geschichte und Praxis der deutschen Turnbewegung).

    Lob des Vergessens. Performance: Oliver Zahn & Tonarchiv des IVDE. Stimme: Eva Löbau. Licht- und Videoeinrichtung: Laura Kansy. Technische Gestaltung: Dennis Dieter Kopp.

    Eine Produktion von Oliver Zahn. Koproduziert mit den Münchner Kammerspielen. Das Gastspiel in der Schaubühne Lindenfels wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

    Tickets in der Schaubühne, online über www.schaubuehne.com und an allen Reservix-VVK-Stellen: 15 und 9 Euro (erm.) oder 25 Euro (Soli-Preis).

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