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Kunstinstallation ZUCKER.RAUSCH.GERMANIA am Ort des alten Siegesdenkmals auf dem Leipziger Markplatz

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    Das „Ding“ steht ab 21. August wieder auf dem Markt. Aber anstelle eines Kriegsmonuments, das unter dem Namen „Leipziger Siegesdenkmal“ diesen Ort 60 Jahre lang bis 1946 dominierte, nimmt jetzt die temporäre Installation „Zucker.Rausch.Germania“ für einen Monat seinen Platz ein. 150 Jahre nach der Gründung des Kaiserreiches und dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges stirbt auf dem Leipziger Marktplatz ein Pferd aus Zucker.

    Militaristische Symbole sind überall in unseren Städten präsent und neue nationalistische Bewegungen wollen daran anknüpfen. Diese Monumente kann man abreißen oder auch stehen lassen – und kommentieren. Die Künstler/-innen richten den Blick auf historische Kriegsdenkmäler neu aus und hinterfragen die Motive, unter denen sie errichtet wurden.

    Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble begleitet das Projekt als Schirmherr und kommentiert die Bedeutung der Aktion: „Das süße und vergängliche Material verfremdet die überlieferten Zeitzeugnisse aus Stein und Bronze. Die Künstler der Initiative wollen vor den rauschhaften Übersteigerungen von Nationalismus und Militarismus warnen. Zugleich erinnern sie an die vielfältigen gesellschaftlichen Auf- und Umbrüche der Epoche nach dem Deutsch-Französischem Krieg und der Reichsgründung – Veränderungen, die Deutschland bis heute prägen.“

    Der künstlerische Leiter der Aktion, Schaubühnen-Vorstand René Reinhardt, über die Motivation: „Wir haben uns die Frage gestellt: Wann ist Nachkriegszeit eigentlich vorbei? Was getan, erduldet, erlitten wurde, bleibt anwesend, drängt nach Verarbeitung und Versöhnung. Dafür braucht es Räume und Zeit. Wir wollen die Siegesmonumente immer wieder und auf verschiedene Weise abrüsten und entwaffnen, mindestens so lange, wie wirklicher Frieden noch keine Selbstverständlichkeit auf unserem Planeten ist.“

    Weitere künstlerische Intervention in Berlin, Brno und Strasbourg vernetzen die Aktion Europaweit.

    Kunstprojekt der Schaubühne Lindenfels hinterfragt Kriegsmonumente
    unter Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble
    21.8.-19.9.2021, Marktplatz Leipzig

    Zucker: ungewöhnliches Material für eine Skulptur

    Zucker war Treibstoff für die Preußischen Eroberungsfeldzüge, geprägt von entfesseltem Nationalismus und patriarchalen Männerfantasien. Als bleibendes Material für ein Denkmal ist Zucker jedoch gänzlich ungeeignet. Genau deshalb stellten sich die Künstler:innen der Herausforderung und erschaffen die wohl erste Pferdeskulptur aus Zucker.

    Weitere Informationen und Begleitprogramm unter: www.schaubuehne.com 

    Beteiligte Künstler/-innen:

    René Reinhardt: Idee und Konzeption
    Elisabeth Schiller-Witzmann: Szenografie
    Robert Frenzel: Skulptur
    Thadeusz Tischbein: Video

    „Zucker.Rausch.Germania“ ist ein Projekt der Schaubühne Lindenfels unter Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble in Kooperation mit Festival Meeting Brno, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Die Spieler-GbR und Groupe Tongue.

    Gefördert durch die Stadt Leipzig, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von #TakePlace.

    Die Aktion auf dem Leipziger Marktplatz ist Teil des Themenjahres 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“.

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