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Entführungskrimi in Leipzig-West: Vorbestrafter Sexualtäter verschleppte Zwölfjährige in Transporter + Update

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    Unvorstellbar müssen die Ängste gewesen sein, die eine Zwölfjährige aus Leipzig gestern Nachmittag, 7. Juni 2017, ausgestanden hat. Ein 36-Jähriger zerrte die Schülerin offenbar auf dem Heimweg an der Schönauer Brücke in Leipzig-Grünau in einen Transporter. Die Teenagerin befand sich anschließend über drei Stunden in der Gewalt des vorbestraften Entführers.

    Um 15:30 Uhr erreichte die Polizei ein Notruf. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein aufgeregtes Mädchen, dass den Beamten mitteilte, sie sei entführt worden. Die junge Anruferin konnte den Polizisten zwar nur ihren Vornamen, ihr Alter und eine Beschreibung des Transporters angeben, bevor die Verbindung abbrach. Die Polizisten veranlassten sofort eine großangelegte Suchaktion. Rund um die Gerhard-Ellrodt-Straße und die Rippachtalstraße errichteten Polizisten Straßensperren und durchsuchten vorbeifahrende Autos.

    Aufgrund der detaillierten Beschreibung des Fahrzeugs durch das Entführungsopfer fanden die Ermittler rasch heraus, dass es sich um einen Miettransporter vom Typ Ford Transit handeln müsse. Die Identität des Mieters war für die Beamten daraufhin leicht ermittelbar. Frank L. hatte sich das Fahrzeug für die Entführung bei einer Leipziger Kfz-Vermietung organisiert.

    Nachdem die Beamten in Erfahrung gebracht hatten, wer die Schülerin in seiner Gewalt hatte, war offenbar höchste Eile geboten. Der Leipziger ist nach Informationen der Bild-Zeitung wegen Sexualdelikten vorbestraft. Bereits damals ging es um pädophile Neigungen, mindestens aber um einen Versuch, mit Minderjährigen in näheren Kontakt zu kommen. Schon 2012 fanden Ermittler kinderpornographische Schriften in seinem Besitz. Zusätzlich soll der Mann eine Minderjährige mit Nacktaufnahmen erpresst haben. Für diese Delikte wurde er seinerzeit zu einer Geldstrafe verurteilt. Inwieweit der Mann anschließend in psychologische Betreuung kam ist noch offen.

    Haftbefehl unvermeidlich

    Am frühen Abend lokalisierten Einsatzkräfte das Fahrzeug im Bereich der A38 nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. „Wir haben die technischen Möglichkeiten ausgeschöpft, die uns bei so einer Gefahrenlage zur Verfügung stehen“, berichtet Polizeisprecher Andreas Loepki.

    Um 18.10 Uhr entdeckten Polizisten den Transporter im fließenden Verkehr nahe des Dorfs Großgörschen. Zwanzig Minuten später nutzten Beamte von Sondereinsatzkommando und Mobilen Einsatzkommando bei Söhesten eine günstige Gelegenheit, um das Fahrzeug zu stoppen. Der Fahrer wurde festgenommen, das Mädchen lebend befreit. An dem Großeinsatz waren Beamte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt.

    Die genauen Hintergründe des Verbrechens sind derzeit noch unklar. „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht“, stellte Loepki klar. Gegenüber der Polizei hat sich der Täter mittlerweile zur Tat geäußert. Den Inhalt des Geständnisses halten die Ermittler unter Verschluss. „Wir haben einen Ermittlungsstand erreicht, an dem wir unweigerlich einen Haftbefehl beantragen müssen“, so Loepki. Frank L. soll noch im Laufe des heutigen Tages dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Aufgrund des Tatverlaufs gilt die Untersuchungshaft bis zu einer Gerichtsverhandlung als quasi sicher.

    Update 16:50 Uhr: Amtsgericht erlässt Haftbefehl

    Das Amtsgericht hat am Donnerstag-Nachmittag Haftbefehl gegen Frank L. erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Entführer Freiheitsberaubung, Körperverletzung sowie ein Sexualdelikt vor. Nähere Details zu den Tatumständen gaben die Ermittler mit Rücksichtnahme auf die schutzwürdigen Interessen des entführten Kindes nicht bekannt. Darüber hinaus hat die Familie der Geschädigten die Medien gebeten, von Recherchen im Umfeld des Mädchens Abstand zu nehmen. L-IZ.de wird dieser Bitte selbstverständlich Folge leisten.

    Wie werden solche Fälle vor Gericht behandelt? Geben Sie uns die Möglichkeiten, Fälle zu Ende zu recherchieren …

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