2 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Nach Linksunten-Verbot: Spontandemo löst Polizeieinsatz in Connewitz aus

Mehr zum Thema

Mehr

    Drei Tage nach dem Verbot des Internetportals „Indymedia Linksunten“ haben am Montagabend mutmaßlich linke Aktivisten in Connewitz eine Spontandemonstration abgehalten. Die Polizei geht von etwa 50 Teilnehmern aus. Die Beamten zeigten in der Folge verstärkte Präsenz. Ein Hubschrauber der Bundespolizei kam zum Einsatz, um größere Personenansammlungen aufzuspüren und die Bahnanlagen im Leipziger Süden in den Blick zu nehmen.

    Das Verbot der linken Internetplattform „Indymedia Linksunten“ schlägt noch immer Wellen. Am Wochenende wurde bekannt, dass Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) die Öffentlichkeit zu angeblichen Waffenfunden bei den drei identifizierten Portalbetreibern angelogen hatte. Zwar fanden Polizisten bei den Razzien in Freiburg am vergangenen Freitag gefährliche Gegenstände. Allerdings nicht in den Privaträumen jener drei Aktivisten, die das anonyme Portal betrieben haben sollen, sondern in den Räumlichkeiten eines linksalternativen Kulturzentrums, in welchem „Indymedia Linksunten“ bis 2014 zu öffentlichen Konferenzen eingeladen hatte.

    Die Demonstration am Montagabend soll laut diversen Twitter-Beiträgen im Zusammenhang mit dem Indymedia-Verbot gestanden haben. Bestätigt ist dies jedoch nicht. „Über Notruf teilte eine Hinweisgeberin gegen 20.40 Uhr mit, dass 50 Vermummte im Bereich Bornaische Straße/Pfeffingerstraße auf der Straße liefen und Feuerwerkskörper zündeten“, beschreibt Andreas Loepki die Szenerie. „Zudem soll mindestens ein Plakat mitgeführt worden sein, auf welchem wohl ein Schriftzug zu lesen war, der sich gegen Kapitalismus und Imperialismus wandte.“

    Als die Polizei vor Ort eintraf, war von den Demonstranten nichts mehr zu sehen. Sach- oder Personenschäden lagen nicht vor. „Über Linksunten wüsste ich wahrscheinlich mehr“, scherzte Loepki.

    Die Beamten zeigten bis in die späten Abendstunden in Connewitz verstärkte Präsenz, um weitere unangemeldete Versammlungen zu unterbinden. Darüber hinaus kreiste ein Helikopter der Bundespolizei über dem Leipziger Süden, der auch die nahe gelegenen Bahnanlagen in den Blick nahm. Mitte Juni hatten mutmaßliche Linksextremisten im Großraum Leipzig mehrere Kabelschächte in Brand gesetzt, wodurch der Zugverkehr in der Region erheblich beeinträchtigt wurde. Seitdem kommt es immer wieder zu Hubschraubereinsätzen über Leipzig.

    Die aktuelle LEIPZIGER ZEITUNG ist jetzt im Handel

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ