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AG freier Träger der Jugendhilfe schlägt Alarm: Jugendhilfe-Vereine erwarten in den kommenden Jahren immer größere Probleme

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    Die sogenannte Jugendbande in der Innenstadt, Randalierereien im Clara-Park, pöbelnde Jugendliche am Grünauer Allee-Center - die Probleme mit Jugendlichen nehmen immer mehr zu. "Wir erleben immer mehr Jugendliche, die aus Langeweile und Überforderung auf die schiefe Band geraten", sagt Oliver Reiner, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft freier Träger der Jugendhilfe (AGFT) in Leipzig.

    Die Stadt werde immer später tätig – meist erst, wenn Straftaten begangen werden und die Situation eskaliert. Dabei wäre es viel wichtiger, schon vorher anzusetzen, sagt Reiner. „Wir brauchen Angebote, die Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit Bildungsaspekten und einfache Unterstützung ermöglichen. Doch genau diese werden seit Jahren vernachlässigt.“

    Berechnungen der AGFT haben ergeben, dass 3 Millionen Euro fehlen, um ein fachlich sinnvolles Niveau zu erreichen. Seit Jahren muss bei Jugendhilfeangeboten immer wieder das Personal reduziert werden, weil die Finanzierung fehlt. So werden die Wartezeiten bei Beratungsstellen immer länger, noch immer haben nicht alle Schulen einen Schulsozialarbeiter, Jugendtreffs werden immer unattraktiver, weil gute Angebote fehlen – dieses Jahr hat das Jugendamt den ersten während der Sommerferien sogar eine Zwangspause verordnet, weil die Betreuung nicht sichergestellt werden kann.

    „Und die Entwicklung wird so weiter gehen“, befürchtet Reiner. „Alleine durch Tariferhöhungen und Betriebskostensteigerungen erwarten die Träger im kommenden Jahr Mehrkosten von bis zu acht Prozent gegenüber 2011.“

    Die Stadt will diese Kostensteigerung nicht ausgleichen. Das hat sie jetzt auch im Jugendhilfeausschuss bestätigt. Damit wird es im kommenden Jahr einen weiteren Personalabbau in diesem Bereich geben müssen. Die Jugendhilfeträger haben sich jetzt mit einem Hilferuf an alle Stadtratsfraktionen gewendet und an konkreten Beispielen die Situation aufgezeigt. Sie hoffen, dass der Stadtrat das massive Problem endlich angemessen behandelt.

    Erst im Herbst hatte der Stadtrat eine neue Jugendhilfeplanung beschlossen.

    „Die für die Umsetzung nötigen Voraussetzungen werden aber nicht geschaffen. Anstatt ausreichend Sozialarbeiter einzusetzen, wird bisher nur die Verwaltung massiv ausgebaut“, kritisiert Reiner. Im Amt für Jugend, Familie und Bildung sind bereits die bisher drei Jugendhilfe-Koordinatoren auf sieben mehr als verdoppelt worden. Gleichzeitig läuft gerade eine Ausschreibung für weitere externe Koordinierungsleistungen.

    „Die Stadt investiert massiv in die Verwaltung des Mangels. Mit diesem Geld hätten auch acht dringend notwendige Sozialarbeiterstellen geschaffen werden“, rechnet Reiner vor. „Das Geld ist also da, nur wird es dort eingesetzt, wo es die Kinder und Jugendliche in Leipzig nicht erreicht. Dagegen wehren sich die Jugendhilfevereine.“

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