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Glaube und soziales Engagement: Bethlehemgemeinde am Fuß des Fockebergs

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    Die Bethlehemgemeinde hat keinen großen Kirchenbau. Es kam nie dazu. Sicher hätten sie nichts dagegen gehabt, wenn sie ein repräsentatives Gebäude bekommen hätten. Vielleicht wäre aber auch die Gemeinde eine andere. Am Fuß des Fockebergs treffen sich Familien, denen Glauben und soziales Engagement wichtig sind. In sozialen Fragen arbeitet man auch ohne Berührungsängste mit der Andreasgemeinde zusammen, die theologisch deutlich konservativere Wege geht.

    Die Bethlehemgemeinde ist erst 100 Jahre alt. 1912 löste sie sich aus der Andreasgemeinde. Eine „richtige“ Kirche haben sie nicht, auch wenn es immer wieder Planungen dazu gab. Pfarrer Christoph Maier sieht gerade das als Stärke: „Wir sind eine Gemeinde, die sich sehr stark als Gemeinschaft versteht.“ In den Gottesdiensten versammeln sich viele junge Familien – logisch in der Südvorstadt. Das Gelände mit der großen Wiese und auch der benachbarte Fockeberg bieten sich für Familienveranstaltungen an: „Es ist ein Paradies für Kinder mitten in der Stadt.“ Gerade erst haben sie den Zugangsbereich zum Grundstück neu gestaltet. Durch ein Guckloch können Kinder biblische Geschichten entdecken. Klar, das alte Buch ist auch für diese Gemeinde Grundlage. Die Auslegung, die praktiziert wird, kommt bei jenen gut an, denen andere Gemeinden zu konservativ sind: „Ich stelle immer wieder fest, dass Aussteiger aus anderen, sehr konservativen Gemeinden bei uns landen.“

    Gemeinsam mit der Peterskirche und der Andreasgemeinde ist Bethlehem in der Asyl- und Flüchtlingsarbeit engagiert. In der Tarostraße wird gerade ein Flüchtlingscafé etabliert. Eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst ist beantragt. Ehrenamtliche sind mobilisiert. Als Regionalpfarrer der Johanniter-Unfallhilfe ist Pfarrer Christoph Maier in der Ernst-Grube-Halle ein Ansprechpartner für Ehrenamtliche. „Die Johanniter sorgen für ihre Freiwilligen sehr gut, soweit ich das sehen kann. Das ist ja auch meine Aufgabe dort gewesen: für die Freiwilligen da zu sein. Wie der Einsatz konkret läuft, dazu kann ich nichts sagen. Zumindest kann ich aber sagen, dass die Johanniter dort sehr umsichtig vorgehen. Es ist den Johannitern wichtig, dass die Ehrenamtlichen die Eindrücke und Erlebnisse verarbeiten und reflektieren können. “

    Bei der politischen Arbeit zum Thema Flüchtlinge gibt es einen engen Kontakt zu Pfarrer Andreas Dohrn von der Peterskirche. „Es ist uns wichtig, die Kräfte stark zu machen, die für eine offene Gesellschaft stehen.“ Deshalb gibt es auch innerhalb der Gemeinden viele Aktivitäten, die deutlich machen sollen, warum (auch) aus biblischer Perspektive soziales Engagement für Flüchtlinge wichtig ist. Zielgruppe dafür ist die eigene Gemeinde. Selbstverständlich gibt es viele Menschen, die auch ohne christliche Motivation einfach helfen. Auch hier ist die Zusammenarbeit gut.

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