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Legida-Liveticker am 21.09.: Die Strecke ist blockiert, Mittwoch solls der Ring sein

Von Rene Loch, Michael Freitag. Alexander Böhm, Martin Schöler
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    Trotz der Ausschreitungen in der Vorwoche darf Legida auch heute wieder auf einer (kurzen) Route durch die Innenstadt laufen – sofern es den Gegendemonstranten nicht erneut gelingt, diese, wie in der vergangenen Woche, zu blockieren. Die Initiative „No Legida“ warnt unterdessen davor, dass sich abseits der eigentlichen Kundgebung erneut zahlreiche Hooligans in der Stadt aufhalten werden.

    +++ 22:45 Uhr: Das Fazit +++

    Zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen durfte Legida nur eine verkürzte Route laufen. Daran waren sie zum einen selbst schuld, schließlich war es ihr Nazihoolaufgebot von vergangener Woche, das die Polizei diesmal zu der Einschätzung brachte, den Aufzug mit den vorhandenen Kräften nicht absichern zu können. Und zum anderen waren das die Gegendemonstranten, die die Gunst der Stunde nutzten, auf der zivilgesellschaftlichen Demo mitliefen und an der Ecke Nikolaistraße/Am Brühl einfach stehen blieben beziehungsweise Platz nahmen.

    So wie die Polizeiautos an dieser Stelle platziert waren, schien sowieso jeder davon auszugehen, dass der Abend genau diese Entwicklung nehmen würde. Etwa 100 Meter weiter Richtung Goethestraße hatten zudem knapp 100 No-Legida-Aktivisten eine Sitzblockade errichtet, die von der Polizei jedoch geräumt wurde. Die Personen durften sich anschließend ohne weitere Maßnahmen entfernen.

    Knapp 1.000 Legidateilnehmer liefen anschließend an der zentralen Blockade vorbei und wurden dabei mit Obst und einigen Glasflaschen beworfen. Auf die No-Legida-Demonstranten flogen wiederum mehrere Plastikflaschen. Zwar kamen diesmal keine 150 Nazihools geschlossen zur Kundgebung, schaute man sich jedoch dort um, entdeckte man jene Personen aber dennoch – diesmal stärker verteilt. Nachdem vor einigen Monaten vor allem ältere Frustbürger das Bild prägten, scheint Legida nun nicht nur wieder etwas zu wachsen, sondern auch rein optisch wieder radikaler aufzutreten.

    So wie es aussieht, war dies heute nur die erste von drei rassistischen Demos in dieser Woche. Am Mittwoch soll angeblich ein Marsch um den Ring bis vors Rathaus folgen, und am Samstag hat die „Offensive für Deutschland“ von Ex-Legida-Chef Silvio Rösler eine Großkundgebung auf dem Augustusplatz angemeldet.

    +++ 20:33 Uhr: Rund um die Haltestelle Goerdelerring +++

    Im Nachgang der Demonstration kommt es derzeit zu einigen Problemen. Einige Legidas haben die Veranstaltung nicht, wie vorgesehen, Richtung Hauptbahnhof verlassen, sondern Richtung Höfe am Brühl. Insgesamt ist es ziemlich unübersichtlich gerade am Goerdelerring. Ein Legida-Teilnehmer wurde offenbar verprügelt, ein Teilnehmer von Legida wurde abgeführt. Zwischendurch kommt es immer wieder auch zu Schubsereien zwischen Gegendemonstranten und der Polizei.

    Zumindest klappt derzeit die strikte Trennung der Demonstranten nicht wirklich.

    +++ 19:50 Uhr: Die Strecke bei Legida ist blockiert, Mittwoch solls der Ring sein +++

    Legida läuft ... auf einer verkürzten Runde aufgrund einer Blockade. Foto: L-IZ.de
    Legida läuft … auf einer verkürzten Runde aufgrund einer Blockade. Foto: L-IZ.de

    Markus Johnke hat eine gute und eine schlechte Nachricht. Am Mittwoch, 23. September 2015, möchte man um den Ring laufen. Man hätte geklagt, nun sei diese Klage durch und die volle Ringrunde am Mittwoch ab 19 Uhr für Legida frei. Heute jedoch sei die Strecke für Legida blockiert und man laufe nur eine verkürzte Strecke. Die Polizei habe die Strecke nicht beräumen können.

    +++ 19:22 Uhr: „Ed“ spricht, Legida ist geschrumpft +++

    Er ist „Ausländer“ – zumindest war es Markus Johnke wichtig, den Holländer „Ed“ so anzukündigen. Der wiederum mag Burkhard Jung nicht, „Jung muss weg“-Rufe erschallen. Allerdings aus relativ wenigen Kehlen, denn heute scheint sich Legida irgendwie auf nur noch 400 Teilnehmer einzulaufen. Die versprechen lauthals, alle wiederzukommen.

    Für Ed ist es eine Lüge der „Lügenpresse“, dass es richtige Flüchtlinge sind, die da kommen, es ist das immer gleiche Lied vom „falschen“, nämlich vom „Wirtschaftsflüchtling“ gesungen. Der nur ans Geld der Deutschen möchte. Manchmal fragt man sich ehrlich, was für eine Ausbildung zum Beispiel Markus Johnke hat, wenn er sich selbst als Internetunternehmer tituliert. Die Angst vor arbeitswilligen neuen Mitmenschen scheint so groß zu sein, dass diese hier auch vom zweiten Sprecher zu faulen und gierigen Menschen abgestempelt werden müssen. Dass es sich dabei auch um Rassismus handelt, hatten wir ja bereits vor Wochen auf L-IZ.de ausführlich erläutert.

    Wenn „Ed“ davon spricht, dass die Legida-Teilnehmer die angeblich paradiesischen Zustände der Flüchtlinge finanzieren, sollte er sich vielleicht doch nicht so sicher sein – angesichts des Publikums vor sich.

    Lauschen wir einfach noch ein wenig … Ok, den Rest kann man abkürzen. Muslime sind schlecht, Deutsche sind gut. Diese Haltung ist unter den Rassisten seit der ersten Sekunde von allen GIDAs bekannt.

    +++ 19:16 Uhr: Es war alles ganz anders … +++

    Markus Johnke schreibt Anzeigen gegen hundert Menschen, so Markus Johnke über Markus Johnke. Eine Blockade hätte es vergangene Woche nicht gegeben, man sei hier widerrechtlich an der Demonstration gehindert worden. Steine und Flaschen hätten die Legida-Teilnehmer irgendwie doch geworfen – dies ist aber für Johnke „irgendwie verständlich“, denn man sei ja dazu genötigt gewesen, auszubrechen. Alles in allem für den Vorstand von Legida ein Vorfall, bei dem Legida im Recht und alle andere sich falsch verhalten haben.

    Auf der Route von Legida sei heute die Route eventuell blockiert, da eine Stunde vorher dort eine andere Demonstration verlaufen soll. Trotz Eingreifen des anonymen Legida – Anwaltes sei dieser Zustand nicht beseitigt.

    Markus Johnke spricht bei Legida. Foto: L-IZ.de
    Markus Johnke spricht bei Legida. Foto: L-IZ.de

    +++ 19:15 Uhr: Markus Johnke sagt mal wieder Guten Morgen +++

    Offenbar gabs auch noch Beileidsbekundungen aus Chemnitz und Dresden zu den Vorgängen in der vergangenen Woche. Nun hätten natürlich laut Markus Johnke die Menschen Angst, wovor sagt er nicht wirklich. Gemeint ist offenbar aber wieder mal die Lage mit den Flüchtlingen. Ausführlich schildert er die Situation in Bayern, welche eine SPD-Dame geäußert haben soll. Man sei hier am Ende und weit über das hinaus, was für Menschen machbar sei.

    Und flott formuliert er „man würde noch mehr hier her einladen wollen“. Von Einladungen zu sprechen, während Menschen auf der Flucht sind, ist eine interessante Sicht. Es gäbe nun auch syrische Pässe zu kaufen und es gäbe Bücher, in denen beschrieben sei, wie man „das deutschen Sozialsystem unterwandern“ könne. Es werden wieder alle Bilder bedient, die die Menschen so richtig gegen Ausländer aufbringen sollen. So sei nun auch in Dresden eine Frau vergewaltigt und der Täter sei „kein Deutscher“ gewesen.

    Fazit: Der Flüchtling ist ein Betrüger, der Frauen vergewaltigt und natürlich alles tut, um den Deutschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Warum Johnke nicht in die NPD eingetreten ist, kann eigentlich nur noch damit zu tun haben, weil es bei dieser Partei neben dem „schlechten Image“ auch keine bezahlten Posten mehr in den Parlamenten gibt.

    +++ 18:57 Uhr: Ein erneuter Livestreamversuch bei Legida +++

    In der vergangenen Woche wurde letztlich nur ein Kurzfilm von Legida gezeigt. Markus Johnke hüpfte kurz über die Bühne und dann versuchte man zu marschieren. Mal sehen, ob es heute wieder ein paar Worte ans Volk gibt, die man nicht verpassen sollte. Erneut bauen wir also den Livestream von Legida einfach mit ein und harren der Dinge die da kommen. Ein paar Worte werden wir dann, wenn überhaupt etwas kommt, natürlich darüber auch verlieren. 19 Uhr solls losgehen mit dem Livekino – erfahrungsgemäß verspätet sich Legida immer etwas. Derzeit werden die Demovorgaben verlesen. Vielleicht hören heute ein paar mehr zu, was man so darf auf einer Demo. Vermummungen zum Beispiel nicht – letzte Woche schien das einige bei Legida wenig zu interessieren.

    18:45 Uhr: Legida wollte Merkel die Meinung sagen. 20 kamen. +++

    Noch so eine kleine „Nebengeschichte“, während sich Gegenprotest und Legida sammeln. Am Sonntag hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Bundeskongress der Gewerkschaft Verdi eine Rede. Für Legida die ideale Gelegenheit, der „Volksverräterin“ endlich mal die Meinung zu sagen – schließlich findet jener Kongress auf dem Gelände der Neuen Messe statt.

    Die Resonanz auf den Aufruf fiel jedoch bescheiden aus. Etwa 20 Besorgte sammelten sich in der Nähe des Messegeländes, wurden durch die Polizei jedoch am Betreten gehindert. In der Gruppe schlenderten sie anschließend noch ein wenig durch die Gegend, bevor sie schließlich in einem nahe gelegenen Fastfood-Restaurant landeten. Im Gegenzug hatten sich auch etwa 30 No-Legida-Aktivisten eingefunden, die nach knapp drei Stunden gut gelaunt wieder abzogen.

    Heute dürften sich einige also erneut gegenseitig wiedererkennen.

    +++ 18:31 Uhr: Während sich alles sammelt … +++

    Mal eine kleine „Nebengeschichte“ so von „Lügenpresse“ zu „Lügendemonstranten“: In der vergangenen Woche verbreitete Legida die Falschmeldung, dass „Asylanten“ aus der Massenunterkunft in Messehalle 4 in einem Supermarkt geklaut und randaliert hätten und dieser daraufhin sogar geschlossen werden musste. Merkwürdigerweise wussten weder Polizei noch die Verantwortlichen des Supermarktes etwas davon. In einem Statement der Polizei hieß es dazu: „Wir verurteilen Meldungen, die nur aus Gerüchten bestehen und das Ziel der Rufschädigung von Flüchtlingen haben, auf das Schärfste.“ Für Legida und seine Anhänger hingegen waren diese Dementis nur ein weiterer Beleg dafür, dass das System die vermeintliche Wahrheit unter der Decke versteckt.

    Sicher auch ein Grund, aus welchem der heutige Ticker „Realitätsverweigerung im Endstadium“ heißt. Irgendwie ist es wirklich egal, was das Leben so macht. Verschwörungen sind einfach besser für manche zu verstehen.

    Sportive Teilnehmer sind bei Legida auch heute wieder vertreten. Heute finden polizeiliche Vorkontrollen statt. Foto:L-IZ.de
    Sportive Teilnehmer sind bei Legida auch heute wieder vertreten. Heute finden polizeiliche Vorkontrollen statt. Foto:L-IZ.de

    +++ 18:21 Uhr: Ein unglücklicher Autovermieter +++

    Hat es also wieder geklappt. Noch in der vergangenen Woche gab es etwas Aufregung rings um einen auf dem Platz von Legida geparkten Mietwagen der in Leipzig für ihr sonstiges Engagement in vielen Bereichen bekannte Firma „Autovermietung Mau“. Der namensgebende Inhaber zeigte sich gegenüber L-IZ.de eher unglücklich über die Vorliebe seitens Legida, die Autos bei ihm zu mieten. Heute hatte er deshalb die Mitarbeiter seiner Firma angewiesen, jeden Mieter eines Wagens zu fragen, wofür dieser genutzt werden soll. Genutzt hat selbst das nichts, erneut steht ein Pkw aus seiner Firma plakativ bei Legida auf dem Platz herum. Und ein unglücklicher Autovermieter muss dem Treiben erneut hilflos zusehen.

    +++ 18:13 Uhr: Na dann fangen wir mal an – Ein Blick zurück +++

    Trotz der Ausschreitungen in der Vorwoche darf Legida auch heute wieder auf einer (kurzen) Route durch die Innenstadt laufen – sofern es den Gegendemonstranten nicht erneut gelingt, diese, wie in der vergangenen Woche, zu blockieren. Die Initiative „No Legida“ warnt unterdessen davor, dass sich abseits der eigentlichen Kundgebung erneut zahlreiche Hooligans in der Stadt aufhalten werden.

    Selten zuvor war ein Statement auf der offiziellen Legida-Facebookseite mit solch großer Spannung erwartet worden wie Anfang der vergangenen Woche. Schließlich war es den Gegendemonstranten nicht nur erstmals gelungen, den geplanten Spaziergang auf wenige Meter zu beschränken, auch kulminierten die Neonaziausschreitungen in der Auflösung der Legidakundgebung. Am Mittwochabend danach meldeten sich die frustrierten Bürger dann schließlich zu Wort.

    17:40 Uhr: Die Polizei beginnt erneut alles rings um den Demoort abzusperren. Foto: L-IZ.de
    17:40 Uhr: Die Polizei beginnt erneut alles rings um den Demoort abzusperren. Foto: L-IZ.de

    Und natürlich war alles ein großes Missverständnis. Anders als von der „Lügenpresse“ dargestellt und in diversen Videos festgehalten, kam es zu keinem „Durchbruch“ zu Beginn des Aufzuges. Stattdessen hätten die Menschen von hinten gedrückt, sodass jene in den vorderen Reihen gar keine andere Wahl mehr hatten, als loszulaufen. Ähnlich verhält es sich mit den Ereignissen, die zum Ende der Demo geführt haben. Wieder gab es Druck von hinten, weshalb die Vermummten in den ersten Reihen notgedrungen Flaschen und Steine auf die Polizeibeamten werfen mussten.

    Es folgte ein massiver Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken seitens der Polizei. Und jene Hooligans, die über die Absperrgitter kletterten, brachten sich in Wirklichkeit nur vor den „linken Gutmenschen“ in Sicherheit. Bereits am Montagabend hatte Legida „allen“ Demoteilnehmern gedankt. Die eigenwillige Sicht auf die Dinge, die zwei Tage später folgte, endete dann konsequenterweise mit dem Satz „Legida ist und bleibt friedlich“. Angesichts der Ereignisse vergangener Woche eher ein Wunsch.

    Legida am 14.09. massiver unterwegs als noch in den vergangenen Wochen. Nach eskalierenden Hooliganübergriffen bricht die Polizei die Demonstration ab. Foto: L-IZ.de
    Legida am 14.09. massiver unterwegs als noch in den vergangenen Wochen. Nach eskalierenden Hooliganübergriffen bricht die Polizei die Demonstration ab. Foto: L-IZ.de

    Spannend war nun die Frage, welche Konsequenzen das Geschehen auf die folgenden Anmeldungen haben würde: Zumindest oberflächlich betrachtet scheinbar keine. Legida bekam zunächst erneut die Route vom Willy-Brandt-Platz zum Augustusplatz zugesprochen, wenn auch mit verschärftem Hinweis seitens des Ordnungsamtes, dass der Aufzug wegen Mitführens von Waffen und Vermummungsgegenständen aufgelöst werden kann. Im Laufe des Nachmittags wurde bekannt, dass die Route kurzfristig geändert worden ist: Sie führt nun Goethestraße, Straße am Brühl und Richard-Wagner-Straße zurück zum Willy-Brandt-Platz.

    Unter dem erwähnten Beitrag auf Facebook fanden sich nur wenige Stimmen, die die gewalttätigen Ausschreitungen kritisierten. Einige bedankten sich bei den Hooligans, ohne die man gar nicht voran gekommen wäre. Auch daran ist man bei der Veranstaltung irgendwie schon gewöhnt, bei früheren Demonstrationen hatte es diesen Dank sogar auf der Legida-Bühne gegeben. Andere glaubten schlicht den Ausführungen von Legida, wonach sich alles gegen die Abendlandverteidiger verschworen hätte. Auch heute sollen wieder zahlreiche Hooligans in der Stadt sein.

    Genau wie in der Vorwoche gibt es diesmal keine Informationen, welche Redner bei Legida zu erwarten sind. Am vergangenen Montag betraten – auch wegen der vorzeitigen Auflösung – lediglich Orgachef Johnke selbst sowie ein „Kevin aus dem Publikum“ die Bühne. Offensichtlich fällt es zunehmend schwer, Menschen für einen Auftritt vor den zuletzt noch rund 600 Demonstrationsteilnehmern zu begeistern.

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