Warum es in einer Welt der Schreihälse keine „richtigen Antworten“ gibt

Für alle LeserEs hat ja so kommen müssen. Denkt man so im Vorübergehen. Die blank geputzte Hauswand eignet sich perfekt, um in nächtlicher Stunde neue Graffiti-Sprüche dran zu sprühen. Und natürlich kommt jetzt auch das „Black Triangle“ vor. Wobei das nicht einmal der martialischste Spruch zum Thema ist, der dieser Tage in Connewitz auftaucht und – ja – was eigentlich bedeutet?
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Da bleibt nicht viel über als eine ziemlich peinliche Solidarität. Denn wenn der Ton schon so schrill ist, bleibt ja für leisere, nach Verständigung suchende Töne wieder kein Platz. Man schreit sich nur an.

Fast hätte ich hier das Wörtchen „noch“ eingefügt. Aber wenn man dann die Nachrichten des Tages liest, merkt man: Das ist schon lange so. Wir haben uns so an das Gegenseitig-Anschreien gewöhnt, dass vielen Kollegen nicht mal mehr auffällt, dass die ganze Zeit geschrieen wird. Dass ihre Überschriften mit Ausrufezeichen gespickt sind (Siehe Foto). Und dass es von Versalien nur so wimmelt. Versalien aber stehen drucktechnisch eben nicht nur für Blockschrift, sondern auch – für Lautstärke: Schreien! HIERHER! GUCKEN! ICH! WILL! AUFMERKSAMKEIT!

Wenn das alle machen, entsteht zwangsläufig ein Zustand, bei dem nur noch alle schreien – und keiner mehr zuhört.

Wo fiel mir das auf? Ja: Bei einem Nonsense-Text von Andreas Schwarzkopf auf der Online-Seite der Frankfurter Rundschau. Wo er gar als „Ressortleiter Meinung“ geführt wird. Was schon verblüfft: Da beschäftigen sie extra einen Redakteur, der Meinung produzieren soll. Tatsächlich hat er zum Attentat in Barcelona eine Art Glosse geschrieben. Eine von der ganz schlechten Sorte: Groß anfangen, den Lesern eine tolle Idee versprechen – und dann in Gesülze enden. Inhalt: null.

Mal abgesehen von der Orakelei in dem Stil „Warum?“

Das klang dann so: „Es kommen Emotionen, Gedanken und Fragen, an die man sich nach den Attentaten in Paris, Nizza, London, Berlin und anderen Orten bereits gewöhnt hat. Wann hört das auf? Wie lässt sich der Irrsinn stoppen? Wer kann das verhindern? Manch einer reagiert eher mit Abwehr, weil er es nicht schon wieder ertragen kann, sich mit Toten und Verletzten sowie mit der Verwundbarkeit offener Gesellschaften zu beschäftigen.“

Und dann fragt er noch die dümmste aller Fragen, die man seit 2001 stellen kann: „Unternehmen wir genug gegen Terrorismus?“

Das ist, wie man weiß, freilich auch die am häufigsten von der Politik formulierte Frage.

So funktionieren Frames.

Ich kann gar nicht oft genug daran erinnern. Denn „Terrorismus“ ist nur ein Frame. Keine politische Richtung, keine Religion, nicht mal eine Haltung. Nur ein Rahmen, den ein paar Strippenzieher und denkfaule Journalisten gezogen haben, um ein Phänomen einzukasteln, irgendwie auf eine kleine, überschaubare Fläche zu zwängen, mit Emotionen zu vermengen und dann immer wieder rauszuholen, weil das Bild so hübsch passt auf alles Mögliche: Terrorismus.

Misstraut den Ismen. Manche Leute lernen das noch, wenn sie scheinbar so randständige Fächer wie Philosophie, Kulturwissenschaften und Politikwissenschaft studieren. Ismen sind nur Schablonen, mit denen Schablonen-Denker versuchen, Dinge einfach und sortierfähig zu machen, um sich nie wieder mit den ganzen komplizierten Ursachen und Erscheinungsformen dahinter zu beschäftigen.

Terrorismus ist übrigens ein Frame, der einen Frame einschließt. Einen der berühmtesten Frames, die die deutschen Nazis verwendet haben: Terror. (Lesetipp: Viktor Klemperer „LTI“)

Den Begriff gab es schon vorher. Aber richtig Furore machte er erst, als knallharte Militärs ihn in ihr Vokabular und ihre Vorgehensweise einbauten. Nämlich in dem Moment, als man (gerade von deutscher Seite) meinte, die geltenden Regeln der Kriegsführung, mit denen man den Krieg des 19. Jahrhunderts gerade ein bisschen gezähmt hatte (Stichwort: Genfer Konvention) im Interesse der eigenen „heiligen Sache“ und der präfaktischen Sowieso-Überlegenheit der deutschen Kultur einfach mal außer Kraft setzen zu können. Wer sowieso einer edlen Nation angehört, der darf Menschen nicht so edler Völkerschaften einfach: terrorisieren.

Im 1. Weltkrieg emsig ausprobiert. Im Nazi-Reich dann zum System erhoben. Als steil ansteigende Kurve im Auslesewerkzeug Ngram von Google sehr gut nachvollziehbar. Und die Nazis haben den Begriff noch zusätzlich aufgeladen – übrigens genauso wie das Wort Fanatismus – und es im eigenen Sinne positiv umgemünzt: Sie waren es, die mit Bombenterror anfingen, die Städte anderer Länder zu terrorisieren. Stichworte: Guernica und Coventry und London. Was die heutigen Nazi-Deppen aus ihrem vergesslichen Hirn gestrichen haben.

Das Fatale ist: Seitdem ist der Begriff Terror als Frame nicht mehr auszurotten. Er beherrscht das Denken vieler Menschen. Er macht sie (das ist ja der Sinn solcher aufgeladenen Frames) zum Selberdenken unfähig. Wo einmal Terror draufklebt, wird nicht mehr darüber nachgedacht, woher das kam und was es eigentlich ist. Von den Journalisten, die mit solchen Termini um sich schmeißen, ganz zu schweigen. Die wissen aber zumeist noch, dass solche Worte echte SCHREIENDE Worte sind. Das Wort Terror auf einer Titelseite allein genügt, um die Leser anzuschreien. Dann auch noch in Versalien – TERROR – wird es ein Schrei, den gar niemand mehr überhören kann. Und dann noch Ausrufezeichen dahinter.

Das ist unsere Zeit.

Denn genau das passiert seit dem 9. September 2001 in ganz Europa, dem Tag, der nicht die Welt veränderte. Das ist Bockmist, der gern erzählt wird. Nein: Der Tag änderte unsere Weltwahrnehmung, weil jetzt eine ganze Phalanx von wirklich interessierten Institutionen und Personen alles dafür tat, damit die Welt nur noch an TERROR dachte. Wer nur noch an Terror denkt, der handelt so, wie von Schwarzkopf dann – na ja – irgendwie beschrieben: „Die Terroristen zwingen uns erneut, uns mit inzwischen bekannten Fragen zu beschäftigen. Haben wir wirklich bereits die richtigen Lehren aus den bisherigen Attentaten gezogen? Ganz offensichtlich nicht. Noch immer arbeiten beispielsweise europäische Sicherheitskräfte nicht ausreichend zusammen, um Attentäter an ihren Taten zu hindern. Die europäischen Staaten müssen sich auf Fragen, ob sie genügend gegen die hiesigen Ursachen des Terrorismus unternommen haben.“

Ein Satzkonstrukt, an dem so ziemlich alles schief ist.

Denn die Terroristen zwingen uns zu gar nichts. Sie haben nicht mal eine politische Agenda. Sie wollen nur töten, zerstören, schockieren. Es ist genau dieselbe Denkfalle, in die die „Rote Armee Fraktion“ getapst ist. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit schrumpft ja nicht nur für die Betroffenen auf Stecknadelkopfgröße. Die Terrormacher sehen einen noch viel kleineren Ausschnitt. Für sie hat sich die ganze Welt auf die rettungslose Alternative Tod und … reduziert.

Wie Terror und Terrorismus zu Frames wurden. Quelle: Google Ngram

Wie Terror und Terrorismus zu Frames wurden. Quelle: Google Ngram

Nach dem Oder suche ich noch. Denn alle Ideen, die die Terrormacher in der Regel für ihre Art Gesellschaft entwickeln, laufen in der Regel auf Terror hinaus. Was selbst dann zur Katastrophe wird, wenn doch mal so eine Art Gesellschaftsvision dahintersteckt wie 1917 bei den Bolschewiki. In dem Moment, in dem sie den Terror zum Instrument der Politik gemacht haben („Weißen Terror“ mit „Rotem Terror“ bekämpfen), haben sie ein ganzes Land und eine ganze Revolution in einen fatalen Frame gesteckt. So nachhaltig, dass der Terror selbst sich am Ende als Stalinismus institutionalisierte und alles verschlang, was an der Revolution mal zukunftsweisend war.

Zum „Terrorismus“ haben den Terror übrigens die Journalisten und Politiker der 1970er Jahre gemacht, als lauter gescheiterte linke Sektierer versuchten, sich mit blutigen Attentaten und Entführungen noch einmal Medienaufmerksamkeit zu erzwingen. Die Ngram-Kurve zeigt es deutlich: Damals wurde der Frame Terrorismus geschmiedet, mit dem Politiker bis ungefähr 1990 so richtig Rambazamba machen konnten.

Dann aber flachte die Kurve ab. Auch weil einige etwas klügere Politiker endlich begriffen hatten, dass man einige Gemengelagen entschärfen kann, wenn man die „edlen Helden“ aus ihrer Heldenecke holt und sie zu Gesprächen drängt. Bekannte Beispiele sind die Friedensgespräche in Nahost (Palästina) und die Befriedung der IRA in England/Nordirland.

Der Frame „Terrorismus“ verblasste ein bisschen. Was aber ein paar Leuten gar nicht gefiel, denen das Wort viel zu wichtig war, weil man damit Politik machen konnte und gleich ganze Staaten zu Horten des „Terrorismus“ machen konnte. Das war die Clique um George W. Bush, der den „Kampf gegen den Terror“ schon erklärt hatte, bevor die Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers flogen.

Die ganze Geschichte erzähle ich hier nicht noch einmal. Aber unübersehbar sorgen die beiden Frames Terror und Terrorismus dafür, dass wirklich nicht mehr darüber diskutiert wird, worum es eigentlich geht und wo die Ursachen liegen. Und sie liegen ganz bestimmt nicht da, wo Schwarzkopf sie sucht. Er sucht sie natürlich wieder bei den anderen. Nicht bei uns und unserem Framing.

Logisch, dass Schwarzkopf in einem müden Pfeifen endet: „Bei all den Fragen steht fest: Es wird noch dauern, bis die richtigen Antworten gefunden sind – und vor allem, bis sie wirken.“

Wer in Frames gefangen ist, stellt nicht mal die richtigen Fragen. Da ist es schlicht unmöglich, auch nur etwas Ähnliches wie „richtige Antworten“ zu finden.

Das ist bei der „Schlacht ums Black Triangle“ im Kleinen genauso wie im „Kampf gegen den Terrorismus“ im Großen. Die Leute, die da schreien und die meisten Ausrufezeichen verwenden, hören sich gar nicht zu. Und wahrscheinlich hört auch kaum ein anderer etwas, weil nur die Schreihälse auf der Bühne stehen und so laut sind, dass auch die anderen alle nicht mehr zum Denken kommen.

Was den „Kampf gegen den Terrorismus“ betrifft, habe ich das dumme Gefühl: Das ist beabsichtigt. Denn Menschen, die in Schockstarre sind, fangen ja nicht an, nach den richtigen Fragen zu suchen. Sie kommen über das leidige „Warum?“, das dann als Schild neben die Trauerkerzen gestellt wird, meist nicht mehr hinaus.

Aber das ist die falsche Frage.

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