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Antifaschistisches Ladenschlussbündnis ist zurück

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    Das antifaschistische „Ladenschlussbündnis“ hat nach jahrelanger Pause eine neue Kampagne gegen rechte Strukturen in Leipzig gestartet. Im Fokus stehen Rocker, Hooligans, Securityfirmen und Kampfsportteams. Das Bündnis war bereits vor etwa fünf bis zehn Jahren aktiv und engagierte sich erfolgreich gegen Geschäfte, die rechte Modemarken im Sortiment hatten.

    Wenn es um Rassismus, Sexismus und völkische Ideologie geht, haben sich in den vergangenen Jahren Parteien und Gruppen wie AfD, Pegida und „Identitäre Bewegung“ in den Vordergrund gedrängt. Menschenfeindliche Einstellungen rückten so sehr in den politischen Mainstream, dass klassische Neonazis fast in Vergessenheit gerieten. Deutlich zeigt sich das an der Bedeutungslosigkeit, in welche die NPD mittlerweile gefallen ist.

    Tatsächlich befinden sich auch klassische Neonazis seit Jahren wieder im Aufschwung. Sie beteiligen sich beispielsweise an Demonstrationen oder Angriffen auf Geflüchtete, Muslime und politische Gegner. So etwas wie der von Neonazis dominierte Angriff auf Connewitz am 11. Januar 2016 galt viele Jahre als undenkbar. Und wenn sie schon nicht handgreiflich werden, landen sie stattdessen zum Beispiel in den Mitarbeiterbüros des einen oder anderen Bundestagsabgeordneten, wie Recherchen in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt haben.

    In Leipzig gelingt es antifaschistischen Akteuren mit unterschiedlichem Erfolg, auf Neonazi-Strukturen aufmerksam zu machen. Während sich für die Kundgebungen und Aufzüge von „A monday without you“ teilweise nur einige Dutzend Personen interessierten, protestierten im August 2016 etwa 1.000 Personen gegen das Kampfsportevent „Imperium Fighting Championship“.

    Altes Bündnis gegen Nazistrukturen kehrt zurück

    Nun ist ein Bündnis zurückgekehrt, das schon viele Jahre zuvor erfolgreich gegen Neonazis mobil gemacht hat: das sogenannte Ladenschlussbündnis. Dieses wurde 2007 gegründet, um Geschäften den Kampf anzusagen, die die bei Neonazis beliebte Modemarke Thor Steinar verkauften.

    Ein besonderer Fokus des Bündnisses lag auf dem Gebiet rund um Dresdner Straße und Täubchenweg im Leipziger Osten. Dort, wo heute Antifa-Fahnen und antirassistische Aufkleber das Bild prägen, sorgten noch vor etwa fünf Jahren ein rechtes Kleidungsgeschäft, eine Neonazi-WG und diverse Szenekneipen für Probleme.

    Im Kampagnenaufruf für die Wiederbelebung des Ladenschlussbündnisses finden sich vielfältige Männerbünde: Rockerclubs, Bürgerwehren, Securityfirmen, Kampfsportgruppen oder auch Hooligans in Fußballvereinen. „Rechte Männer bleiben gern unter sich und versuchen sich als wehrhafte Verteidiger des Abendlandes zu inszenieren“, stellt das Bündnis fest.

    Als erstes Projekt für die Neuauflage des Bündnisses haben die Initiatoren nun einen Häuserkomplex in der Kamenzer Straße auserkoren. Dieser geriet zuletzt im Januar 2018 in die Schlagzeilen, nachdem die Polizei dort ein Neonazikonzert verhindert hatte. Bereits vor zehn Jahren wurde das Objekt für solche Veranstaltungen genutzt. Seit dem vergangenen Jahr soll zudem ein rechtes Freefight-Team dort trainieren.

    Was das Bündnis konkret unternehmen möchte, lässt es vorerst offen. Im Leipziger Osten gab es damals beispielsweise eine große Demonstration. Ein Ziel ist es laut Bündnis auf jeden Fall, „die Verbindungen zwischen AfD und offenen Nazis aufzuzeigen“. In Zeiten, in denen beide Seiten immer stärker miteinander kooperieren, dürfte da einiges zum Vorschein kommen.

    Liveticker zu rechte Strukturen zerschlagen: Connewitz, Fight-Nacht & eine Demonstration

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