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Junge Umweltschützerinnen demonstrieren gegen unnötige Verpackungen in Supermärkten

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    Mit einer „Plastic Attack“ haben am Montag, den 2. Juli, etwa zehn junge Umweltschützerinnen der Bundjugend Leipzig auf unnötige Verpackungen aufmerksam gemacht. Sie kauften Lebensmittel in einem Supermarkt in der Tarostraße und füllten diese anschließend in mitgebrachte Dosen und Flaschen um. Hintergrund der etwa zweistündigen Aktion ist die massive Verschmutzung der Ozeane mit Plastikmüll.

    Es ist kurz vor 16 Uhr, als sich zwei Polizisten, die zuvor lässig am Eingang des Rewe-Marktes in der Tarostraße gewartet haben, der kleinen Gruppe junger Frauen nähern. Letztere gehören zur Leipziger Jugendorganisation des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) und haben für 16 Uhr zur „Plastic Attack“ aufgerufen.

    Was martialisch klingt und laut Polizei sogar Plünderungen befürchten ließ, ist eigentlich ziemlich unspektakulär: Die Bundjugend-Mitglieder wollen bei Rewe einkaufen und anschließend öffentlichkeitswirksam die Lebensmittel von den Verpackungen „befreien“.

    Genau das passiert kurz nach 16 Uhr. Knapp zehn Menschen betreten den Rewe-Markt und verlassen ihn fünf Minuten später wieder. Sie haben Waren im Wert von etwa 100 Euro gekauft. Eigentlich wollten sie die Lebensmittel direkt vor dem Eingang auspacken, doch die Filialleitung hat ihnen und den anwesenden Journalisten keine Fotoerlaubnis für den Parkplatz erteilt. Also verlagert sich die Aktion auf eine Wiese an der Straße des 18. Oktober. Dort stehen zwei Einkaufswagen bereit. In den einen kommen die Verpackungen, in den anderen die Lebensmittel.

    Die Leipziger Bundjugend ist seit einem halben Jahr wieder aktiv, erzählt die 21-jährige Geographie-Studentin Miene. Dies sei die erste größere Aktion der Gruppe. „Wir haben nach etwas im Bereich Konsum gesucht“, sagt Miene. Vorbild sei eine „Plastic Attack“ der Berliner Bundjugend gewesen. Diese Aktionsform ist ziemlich neu und wurde in verschiedenen Ländern sowohl von Umweltschutzorganisationen als auch Einzelpersonen initiiert. Diese wollen damit gegen unnötige Plastikverpackungen demonstrieren.

    Mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Ozeane. Dort werden sie von Meeresbewohnern aufgenommen und können so in Lebensmittel kommen, die letztlich wieder von Menschen verzehrt werden. Die Ufer vieler Meere ähneln mittlerweile eher einer Mülldeponie.

    Auf der Wiese vor dem Rewe-Parkplatz sammelt sich derweil ebenfalls der Müll, allerdings in einem der beiden Einkaufswagen, sodass er später angemessen entsorgt werden kann. Die Aktivistinnen haben Dosen, Gläser und Flaschen mitgebracht, in die sie die Lebensmittel umfüllen, darunter Äpfel, Gurken, Gummibären, Milch und Kekse. Am Ende kleben die Jugendlichen einige Verpackungen auf einen gezeichneten Wal – das soll die Verschmutzung der Meere darstellen.

    Die doppelt verpackte Gurke und die aus mehreren kleinen Gummibärentüten bestehende große Gummibärentüte haben Miene besonders geärgert. Sie empfiehlt umweltbewussten Menschen, gezielt Lebensmittel zu kaufen, die nicht unnötig verpackt sind – oder gleich in sogenannte Unverpacktläden zu gehen.

    Nach knapp zwei Stunden ist die Aktion beendet. Was die Verantwortlichen des Rewe-Marktes von dieser Aktion halten und wie sie unnötigen Plastikmüll vermeiden wollen, war nicht zu erfahren. Sie wollten „kein Statement“ abgeben.

    Die befürchteten Plünderungen blieben übrigens aus.

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