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Wenn rechtsradikale Männer reden: „Frauen fordern“-Kundgebung in Leipzig + Video

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    Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Gruppe namens „Frauen fordern“ in Leipzig demonstriert. Zu sehen waren damals vor allem Deutschlandfahnen sowie männliche Besucher und Biker. Bei einer ähnlichen Kundgebung am Samstag, den 29. Juni, bot sich am Naturkundemuseum Leipzig ein nahezu identisches Bild. Diesmal hatten die Rechtsradikalen jedoch prominenten Besuch: André Poggenburg hielt ein Plädoyer gegen Frauenquoten und „Me too“. Der Großteil der ausschließlich männlichen Wortbeiträge drehte sich allerdings um Muslime.

    Eine Gruppe namens „Frauen fordern“ hatte für Samstag, den 29. Juni, zu einer Kundgebung vor dem Naturkundemuseum aufgerufen. Etwa 75 Personen folgten dem Aufruf – etwas mehr als bei einer ähnlichen Kundgebung im vergangenen Jahr. Ungefähr genau so viele Menschen protestierten gegen die Versammlung. Dazu hatte „Leipzig nimmt Platz“ aufgerufen.

    Was genau die Frauen fordern, war leider nicht zu erfahren. Es sprachen ausschließlich Männer. Auch das Publikum war männlich dominiert. Zur Hälfte bestand es aus Bikern, die jedoch nach weniger als einer Stunde wieder verschwanden. Zurück blieben etwa 25 Personen mit einigen Deutschlandfahnen.

    Zu den Rednern gehörte der ehemalige AfD-Politiker André Poggenburg, der nun Vorsitzender der Partei ADPM ist. Als einziger Redner wollte er „Themen der Frauenbewegung“ aufgreifen und tat dies, indem er sich gegen Quotenregelungen und „Me too“ aussprach. Dann gings umgehend in die Gegenrichtung, denn derzeit gebe es laut Poggenburg eine „Hetzjagd auf die Männerwelt“. Außerdem bezeichnete er Politiker als „Volksschädlinge“. Der Begriff war vor allem im Nationalsozialismus populär, unter anderem wegen einer „Volksschädlingsverordnung“.

    Dass es den Männern auf dem Podium kaum um Frauenrechte geht, wurde gleich zu Beginn deutlich. So sagte der erste Redner: „Wir haben uns hier eingefunden, weil wir in Sorge um unser Vaterland sind. Wir wollen nicht, dass es islamisiert wird.“ Die Wortmeldungen richteten sich daraufhin überwiegend gegen Muslime und Migranten, aber auch gegen Vertreter der Kirchen und die „Lügenpresse“.

    Einige Gegendemonstranten befanden sich ebenfalls am Naturkundemuseum. Es blieb bei verbalen Auseinandersetzungen. Teilnehmer der „Frauen fordern“-Kundgebung äußerten, dass unter den Protestierenden „ein paar hübsche Mädels“ dabei seien. Gegen Ende ertönten alle Strophen des Deutschlandliedes.

    Eigentlich sollte es im Anschluss an die Kundgebung einen Aufzug zum Rathaus geben. Dieser fiel jedoch ohne Angabe von Gründen aus. Somit war die Veranstaltung nach etwas mehr als einer Stunde beendet.

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    1 KOMMENTAR

    1. Männer reden im Namen irgendwelcher Frauen und fühlen sich gleichzeitig von diesen gejagt. Soso. Das hat was.

      Ich will denen jetzt mal nicht allen unterstellen, dass sie mit Frauen in ihrem bisherigen Leben noch keine Erfahrung gemacht haben, aber wenn bei diesen „Erfahrungen“ sowas rauskommt, würde ich mal meinen eigenen Umgang mit Frauen hinterfragen. Die Zeiten, dass Frauen sich von diesen Hanseln gängeln lassen, sind lang vorbei, wer sich heut benimmt wie in der Steinzeit muss halt damit rechnen, von starken Frauen ein paar Takte dazu gesagt zu bekommen.

      Aber müssen die sich dann auch noch öffentlich so zum Affen machen? Gibts denn da keine anonyme Selbsthilfegruppe?

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