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Gastkommentar von Christian Wolff: AfD zeigt wieder einmal ihr wahres Gesicht

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    Eigentlich sollte die grässliche Ermordung eines achtjährigen Jungen und die beiden weiteren Mordanschläge auf seine Mutter und eine weitere Frau auf dem Frankfurter Hauptbahnhof Anlass sein zur Trauer, Anteilnahme, zum Innehalten. Denn wieder einmal stehen wir fassungslos davor, zu welch grausamen Verbrechen Menschen fähig sind – auch solche, von denen wir es nicht erwarten.

    Niemand vermag zu ermessen, in welch dunkle Tiefe die Familie des Jungen gestürzt wurde. Doch Empathie und Compassion ist nicht jedermanns Sache – schon gar eine Fähigkeit von AfD-Politiker/innen. Als ob sie darauf gewartet haben, setzte die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel unmittelbar nach Bekanntwerden der unfassbaren Straftat einen Tweet in der üblichen AfD-Diktion ab: „… was muss noch passieren? Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“

    Wenig später twitterte die sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann: „Frau Merkel, was wollen Sie uns noch antun? Sie werden nie wissen, was es bedeutet Mutter zu sein, weder für ein Kind, noch für dieses Land! Aber ich verfluche den Tag Ihrer Geburt!“

    Man traut seinen Augen nicht. Im vollen Wissen darum, dass ein Asylbewerber aus der Schweiz der mutmaßliche Mörder des Kindes ist, macht die AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann Bundeskanzlerin Angela Merkel zur eigentlich Verantwortlichen für die Straftat. An Widerlichkeit ist dieser Tweet nicht zu überbieten. Es kommt aber noch schlimmer. In einem weiteren Tweet schreibt Hartmann: „Die Ohnmacht, all‘ die schrecklichen Gräueltaten nicht verhindern zu können, bringen einen zur Verzweiflung – und diejenigen, die es könnten, tun nichts! Es war unfair von mir, alle an diesem Tag Geborenen in Sippenhaft zu nehmen – mea culpa.“

    Wie bitte? MdB Hartmann macht sich selbst zum „Opfer“ der Straftat, indem sie ihre Widerlichkeit mit dem Mord zu entschuldigen versucht? Aber die Dreistigkeit der AfD kennt keine Grenzen: Hartmann verfälscht schnell ihre eigene, eindeutig auf Merkel gezielte Aussage: „Aber ich verfluche den Tag Ihrer Geburt!“. Jetzt „bedauert“ sie mit einem heuchlerischen „mea culpa“, die am 29. Juli 2019 Geborenen verflucht zu haben. Verlogener, gewissenloser geht es kaum.

    Aber es ist typisch für die AfD. So tickt diese Partei, so denken und handeln ihre Repräsentanten. Das dürfen wir der AfD nicht durchgehen lassen. Das muss, das kann jede/r wissen, der jetzt noch mit dem Gedanken spielt, diese Partei zu wählen. Eine Partei, die so zündelt, Hass sät und schürt, eine Partei, die Politiker/-innen der sog. „Alt-Parteien“, ob ein Walter Lübcke oder eine Angela Merkel, zum Abschuss freigibt, stellt nicht nur eine Gefahr für die Demokratie dar.

    Sie gehört in kein demokratisches Parlament! Jede/r von uns trägt dafür ein hohes Maß an Verantwortung und jede/r kann dazu beitragen, dass diese Partei in ihre Schranken gewiesen wird. Und so ganz nebenbei: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ist gut beraten, sich nach diesen Äußerungen von Verena Hartmann eindeutig und unmissverständlich von ihr und der sächsischen AfD zu distanzieren und klar auszusprechen: Das ist unvereinbar mit den Grundwerten des christlichen Glaubens.

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