Nachdenken über ... AfD-Wähler, Teil 3

Menschen werden wütend, wenn sie abgeschrieben werden

Für alle LeserGehen wir also in Teil 3 dieses Nachdenkens zurück zum Interview des Deutschlandfunk Kultur mit der Soziologin Cornelia Koppetsch, die eben nicht nur sagte: „Und es müsste letztlich eine Sprache entwickelt werden, mit der man die Phänomene, die momentan mit Kategorien der AfD diskutiert werden, sprachlich neu besetzt ...“, wie es der Deutschlandfunk kurz zusammenfasst. Sie hat auch ganz am Ende festgestellt, wo die große Leere bei unseren heutigen sozialen Demokraten ist.

„Außerdem ist es zum Beispiel nicht zu verstehen, dass wir in einer EU leben, die zwar alles dafür tut, Märkte zu liberalisieren und sehr, sehr viel Binnenmarkt und Freihandelszonen und dergleichen geschaffen hat, aber nichts, aber auch fast gar nichts dafür getan hat, einen Sozialplan, eine Solidargesellschaft auf EU-Ebene zu schaffen, also Sozialgesetzgebungen zu erneuern“, sagt Koppetsch. „Und das ist meines Erachtens unabdingbar, wenn man wirklich eine Gesellschaft auf die transnationale Ebene – und daran führt ja kein Weg vorbei – heben will. Das heißt, wir brauchen eine Vorstellung, wie eine EU jenseits eines Marktmodells funktionieren soll. Was ist das …“

Das gilt aber nicht nur für die EU. Das gilt auch für Deutschland und Sachsen. Die Rechtspopulisten verweisen zwar ständig auf die EU. Aber sie lenken damit auch davon ab, dass die Fehlentwicklungen in ihren eigenen Ländern stattfinden. Dass es ihr eigenes Land ist, das sich den neoliberalen Glaubenssätzen unterworfen hat. Ihre eigene Partei sowieso. Die redet viel und sie will vieles nicht, aber sie macht nicht einen einzigen belastbaren Lösungsvorschlag.

Außer den, sich wieder in der nationalen Enge zu verkriechen und so zu tun, als ginge einen das da draußen gar nichts an.

Also zurück zu den Linken. Diesmal ohne Anführungszeichen, weil auch Naomi Klein keine benutzt. Das ist die Wirtschaftsforscherin, die wie keine andere erforscht hat, was dieser Neoliberalismus eigentlich ist, wie er funktioniert und wie er seit Reagan und Thatcher die westlichen Gesellschaften ausplündert.

Wer das Thema nie aus den Augen verloren hat, der kennt ihren Bücher „No logo“ (2000) und „Die Schock-Strategie“ (2007). Im ersten Buch erzählte sie, wie große (Marken-)Konzerne unsere Gesellschaften aushöhlen, Arbeit entwerten und die Produktionsprozesse nicht nur ausgelagert und aufgesplittet haben, sondern den Augen der Käufer völlig entzogen. Die meisten Konsumgüter des Westens werden heute in Ländern Asien uns Afrikas unter miserablen Arbeitsbedingungen erzeugt und dafür alle Ressourcen geplündert und zerstört, während diese Auslagerung in Billigproduktion als „Globalisierung“ verkauft wird. Mit dieser Entkernung verschwanden Millionen Industriearbeitsplätze in den USA, Frankreich, USA, aber auch in Deutschland.

Mit der „Schock-Strategie“ erzählte Klein, wie es die großen Konzerne im Verein mit der Politik der US-Regierung anstellen, sich „neue Märkte zu erschließen“. Mit Gewalt nämlich. Manchmal werden die Schocks künstlich erzeugt (Putsche in Südamerika, Kriege in Nahost), manchmal kommen Naturkatastrophen zu Hilfe, die dann von gewinnorientierten Unternehmen radikal ausgenutzt werden, um mit ihren „Rettungsaktionen“ richtig Profit zu machen, manchmal helfen Staatskrisen (wie der Zusammenbruch des Ostblocks 1990 oder die Staatsschuldenkrise 2008), die den neoliberalen „Reformern“ Zugriff verleihen auf Regierungen und Sanierungsprogramme, die vor allem aus dem mittlerweile zum Werkzeug gewordenen neoliberalen Dreiklang bestehen: Deregulieren, Privatisieren, Staatsrückbau. Ach ja: Profitmaximierung.

Dass Schocks die Entwicklung vorantreiben, war die verblüffende Erkenntnis von Naomi Klein. Aber dazu gehört auch die schon von Friedman formulierte Feststellung, dass man solche Schocks braucht, um Gesellschaften so zu verunsichern und zu destabilisieren, damit sie bereit sind, die neoliberale Ochsenkur über sich ergehen zu lassen. Denn nur in solchen Schocksituationen kann man die natürliche Solidarität von Gesellschaften, die solche milliardenschweren Diebstähle sonst verhindern würden, kurzzeitig aushebeln. Naomi Klein: „Die Schock-Strategie zielt darauf, diese zutiefst menschliche Hilfsbereitschaft zu unterdrücken und stattdessen von der Schutzlosigkeit anderer zu profitieren, um Reichtum und Vorteile für einige wenige zu maximieren.“

In ganz Osteuropa hat das die Macht der Oligarchen erst geschaffen. Und es verwundert nicht, dass ein Oligarch wie Donald Trump sich mit den Oligarchen des Ostens pudelwohl fühlt.

Die Sätze schrieb Naomi Klein übrigens in ihrem 2017 erschienenen Buch „Not is not enough“, das auf Deutsch als „Gegen Trump“ erschien. Auch dieses Buch ein Buch, das auf einen Schock reagierte, die von vielen für unmöglich gehaltene Wahl des Grabschers, Prahlhanses und Rassisten Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten.

Im Lauf des Buches kommt Klein dann zur Erkenntnis, dass die Trump-Wahl gar kein Schock war, sondern nur das logische nächste Stück einer langen Entwicklung, in der die neoliberalen Rezepte in den USA immer weiter vorangetrieben wurden, die die Gesellschaft zutiefst spalteten und bei immer mehr Menschen gerade aus Arbeiterschaft und Mittelschicht das Gefühl erzeugten, dass nichts mehr geht. Ein Gefühl, das nicht nur ein Gefühl war, denn die Industriearbeitsplätze waren ja tatsächlich demontiert und exportiert worden, die Einkommen der Arbeiter tatsächlich um 10 Prozent gesunken.

Der neoliberale Arbeitsmarkt schafft auch Arbeitsplätze – aber lauter billige und prekäre, die nicht für ein selbst gestaltetes Leben reichen. Und die Demokraten hatten dem rabiaten Wahlkampf Donald Trumps am Ende nichts entgegenzusetzen.

Denn sie hatten keine Vision. Was man nach der verklärten Regierungszeit Barack Obamas nur nicht so merkte. Aber die Chance, das kleine Zeitfenster zu nutzen, in dem Obama auch die Mehrheiten im Kongress hinter sich hatte, um die amerikanische Gesellschaft auf einen neuen, zukunftsfähigen Weg zu bringen, hat Obama vertan. Regelrecht vergeigt. Denn anders als Deutschlandfunk Kultur suggeriert, geht es nicht um eine neu zu entwickelnde Sprache.

Da gilt mal wieder ein Goethe-Spruch, den mancher gedankenlos im Mund führt, nur begriffen wird er scheinbar selten: „Der Worte sind genug gewechselt, / Laßt mich auch endlich Taten sehn! / Indes ihr Komplimente drechselt, / Kann etwas Nützliches geschehn.“

Das steht im ersten Teil von „Faust“. Und ist eigentlich sehr deutlich.

Wir haben jetzt ganze Jahrzehnte erlebt, in denen uns die neoliberalen Rezepte schöngeredet wurden. Wir wurden von neoliberalen Parteien regiert, die das Denken im Dienste der großen Konzerne regelrecht verinnerlicht haben. Und Hillary Clinton wurde 2016 als nichts anderes empfunden, als eine Vertreterin des Großkapitals und des neoliberalen Establishment.

Aber wofür stand Hillary wirklich? Wo war ihre glaubwürdige Vision für die Zukunft?

„Der Worte sind genug gewechselt …“. Ein Menschenleben ist kurz und Menschen halten es nicht aus, für den Rest ihres Lebens in Zuständen ausharren zu müssen, die sie als ungerecht und einengend empfinden, in denen sie sich machtlos fühlen und ausgegrenzt. Denn genau da holt die AfD ja ihre Wähler ab: aus einem Gefühl tiefster Machtlosigkeit. Mit Rabatz suggeriert man ihnen wenigstens ein bisschen Stolz und das falsche Versprechen auf Selbstbestimmung.

Was fehlt?

Das Gegenangebot.

Was Naomi Klein übrigens in „No logo“ umtreibt. Noch einmal explizit zugespitzt hat sie es 2014 in „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“. Hier hat sie noch einmal anschaulich gezeigt, warum unsere heutigen Umweltkatastrophen genau mit dieser von Gier getriebenen neoliberalen Wirtschaftspolitik zu tun haben, mit dem irren Glauben an unendliches Wachstum und das völlig verfehlte Vertrauen in „die Märkte“. Und mit der Behandlung von Menschen und Umwelt als Wegwerfmasse. Was nicht „in Wert gesetzt“ werden kann, wird entsorgt wie Abfall, irgendwo hingekippt, wo es keiner sieht. Diese Ideologie geht mit der Erde genauso um wie mit den Menschen.

In dieser Marktradikalität gibt es nur noch ein absehbar katastrophales Ende. Weshalb ja unsere Fernsehsender voller Dystopien sind. Bis hin zu erfolgreichen Netflix-Serien, die alle von irgendwelchen Endkämpfen des „Guten“ gegen das angreifende „Böse“ erzählen. Rette sich, wer kann! Was für eine bescheuerte Vision …

Was eigentlich schon nahelegt, wie ein Gegenentwurf gegen den wild gewordenen Rassismus aussehen kann, denn die neoliberalen Politiker haben ja keine Visionen. Sie drucksen nur herum, versuchen irgendwie sich selbst als Retter von Demokratie und Liberalität zu verkaufen, obwohl ihre Rezepte eindeutig beides unterhöhlen.

Jede Gegenvision muss eine des Bewahrens sein, eine der Solidarität, des gemeinsamen Heilens einer zerstörten Welt.

Eine Bewegung, die den Klimawandel nicht zum Thema macht und Vorschläge macht, wie wir als Gesellschaft eine Welt schaffen, in der unsere Lebensgrundlagen erhalten bleiben und Menschen eine würdige Arbeit bekommen, von der sie leben können, braucht gar nicht erst zur Wahl anzutreten. Sie hätte ja nichts, das Wähler überzeugen könnte.

Die Skizze so einer Vision haben übrigens eine Reihe kanadischer Gruppen schon 2017 entworfen – auch unter dem Eindruck des Wahlerfolges von Trump, der sofort die rücksichtslosesten Vertreter der alten Fossilwirtschaft in sein Kabinett holte. Was Naomi Klein besonders sauer machte. Ein paar Federstriche genügten, und Trump hatte selbst die mickrigen Fortschritte der Klimapolitik aus der Obama-Zeit wieder zunichte gemacht.

Aber das Leap-Manifest geht nicht nur auf die Bewahrung der Schöpfung ein, sondern auch auf die Rückgewinnung eines sozial handelnden Staates, auf die Aufwertung wirklich nachhaltiger Berufe, auf die heute endlich diskutierte CO2-Steuer, auf umweltfreundliche Verkehrssysteme … der Sprung (leap) in eine ökologische Wirtschaftsform wäre ein riesiges Investitions- und Arbeitsbeschaffungsprogramm. Auch für die Arbeiter im Bergbau und in den fossilen Industrien.

Das Leap-Manifest wurde in Deutschland auch von der Degrowth-Bewegung übernommen. Das ist also alles nicht neu. Und unsere Parteien können sich daraus bedienen und wirklich einmal überzeugende Wahlprogramme schmieden. Aber wie der NABU Sachsen jetzt bei einer Abfrage bei den Parteien zur Landtagswahl feststellte, haben nur Grüne, Linke und SPD Teile dieser Politik im Programm. Manchmal wirklich nur Teile, als traute man sich nicht, mit einer wirklich nachhaltigen Vision für Sachsen in den Wahlkampf zu ziehen. Vielleicht auch, weil man es im Kopf nicht zusammenbekommt, dass Klimagerechtigkeit, Artenschutz und soziale Gerechtigkeit zusammengehören, dass sie sich in einem solidarischen Gesellschaftsmodell bündeln, in dem auch „denen da unten“ nicht nur wieder etwas zugetraut wird, sondern Kompetenz zugestanden wird, in ihrem Bereich die Dinge zum Besseren zu wenden.

Das würde nicht an Hass und Vorurteile appellieren, sondern Menschen als souveräne Mitglieder unserer Gesellschaft akzeptieren. Und es würde – statt die Ängste immer weiter zu schüren – Visionen entwickeln. Für dieses Land, für jede Region.

Womit sich der Kreis schließt: Menschen halten es nicht aus, wenn ihnen ihr eigenes Leben immer nur als alternativlos, chancenlos und unveränderbar verkauft wird. Das macht wütend. Es gibt immer Alternativen. Und zwar auch positive, visionäre, die wirklich den Bürgern ein Angebot machen, eine lebenswerte Zukunft mitzugestalten.

Buchtipp: Naomi Klein „Gegen Trump“, S. Fischer, Frankfurt am Main 2017

Nachdenken über …

Warum der Sachsen-Monitor die Frage nach der Gerechtigkeit auf seltsame Art umschifft

Warum nicht nur AfD-Wähler in der Angstfalle stecken

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

NPD und AfD eingeladen: Klimadiskussion in Dresden nach Kritik abgesagt
NPD und AfD sollten an einer später abgesagten Klimadiskussion teilnehmen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Klimadiskussion unter dem Titel „Fakten statt Geblubber“, die am Freitagabend, den 23. August, in Dresden stattfinden sollte, ist abgesagt. Die Organisatoren, die Dresdner Gruppen von „Parents for Future“ und „Scientists for Future", reagierten damit auf massive Kritik, nachdem unter anderem die rechtsradikalen Parteien AfD und NPD eingeladen waren.
Von Diktatur halten die Berliner nicht viel
Diskriminierungserfahrungen der Berliner. Grafik: Berlin-Monitor

Grafik: Berlin-Monitor

Für alle LeserBerlin hat jetzt auch einen Monitor. So wie Thüringen einen Thüringen-Monitor hat und Sachsen einen Sachsen-Monitor. Und die ersten Ergebnisse, die am Mittwoch, 21. August, vorgestellt wurden, zeigen etwas, was der Sachsen-Monitor eher verwischt als deutlich macht: In Großstädten ticken die Menschen anders als in ländlichen Regionen. Nicht nur die Lebenswelten driften auseinander, auch die Einstellungen zu Demokratie und Weltoffenheit.
LVB sehen keine Zukunft mehr für die Straßenbahnverbindung zum Völkerschlachtdenkmal
Buslinie 70 auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das so eine gute Idee ist? Leipzig denkt zwar intensiv über den Ausbau des Straßenbahnnetzes nach, um den Anteil des ÖPNV im täglichen Verkehr deutlich zu erhöhen. Aber die bis jetzt noch bestehende Ausweichstrecke über die Richard-Lehmann-Straße soll 2021 im Zuge der Komplettinstandsetzung der Schlachthofbrücke am MDR zurückgebaut werden. Eine notwendige Sanierung der Gleise, so die LVB, sei nicht förderfähig.
Was kann man tun, wenn Vorgesetze kein Vorbild sind und mit den Mitarbeitern nicht kommunizieren?
Treppenhaus im Neuen Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bilanz, die Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning am Dienstag zog, war knapp, aber deutlich: „Stadt-Mitarbeiter sind zufrieden und dennoch kritisch“. Die Stadtverwaltung von Leipzig bietet zwar eine Menge interessanter und abwechslungsreicher Arbeitsplätze. Aber in der Mitarbeiterführung gibt es in einem Viertel der Stadtverwaltung spürbare Probleme.
Dornier 328NEU soll ab 2023 am Flughafen Leipzig/Halle gebaut werden
Wirtschaftsminister und Vize-MP Martin Dulig und Fertigungsleiter Nico Neumann betreten die D328NEU. Foto: SMWA/Bonss

Foto: SMWA/Bonss

Für alle LeserSeit ein paar Tagen schon wurde gemunkelt. Seit Mittwoch, 21. August, ist es jetzt offiziell: Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC) und die 328 Support Services GmbH (328SSG) haben am Mittwoch, 21. August, ihre Pläne zur Gründung eines neuen Flugzeugherstellers am Flughafen Leipzig/Halle bekannt gegeben.
Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?
Ein Ei und das andere: AfD und Pegida als Einheit auch in der Optik. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa ackern sich die demokratischen Parteien die ganze Zeit ab, sich in einem relativ fairen politischen Wettbewerb zu behaupten – und dann kommt eine Marketingtruppe in Blau-Rot und beansprucht einfach mal die Wende für sich. Oder doch die Friedliche Revolution? Zahlreiche bekannte Bürgerrechtler verwahren sich gegen den Missbrauch. Aber hat nicht eher Andreas Wassermann recht, der in seinem „Spiegel“-Essay schreibt: „Die AfD gehört zum Erbe von '89“?
Warum kann die SPD ihre Erfolge in der Regierungskoalition nicht in Wählerstimmen ummünzen?
Klare Ansage in Lindenau. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWie macht man eigentlich Wahlkampf als Noch-Regierungspartei, auch wenn man die ganzen fünf Jahre immer nur der kleine Koalitionspartner war wie die SPD in Sachsen? Eine nicht ganz unwichtige Frage in einer Zeit, wo die SPD immer wieder dafür abgestraft wird, weil sie als kleiner Koalitionspartner der CDU das Weiterregieren ermöglicht. Da geht selbst das unter, was die SPD gegen den großen Partner durchgesetzt hat. Wie soll der Wähler das sortieren?
Mehr als 1.000 Menschen protestieren gegen Mini-Poggenburg-Kundgebung + Video
Etwa 1.000 Menschen demonstrierten in Connewitz. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserEtwa 1.000 Menschen beteiligten sich am Mittwochabend, den 21. August, an einer antifaschistischen Demonstration des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ durch Connewitz. Anlass war eine Kundgebung von André Poggenburg auf der Richard-Lehmann-Straße. An dieser beteiligten sich zehn Personen.
Ticketverlosung: Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend
Ringelnatz-Lesung im Botanischen Garten. Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

VerlosungAm 13. September gibt es im Botanischen Garten Lesung Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des 4. Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
„Friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen“: 80-Jährige Seniorin soll wegen versuchten Mordes ins Gefängnis
Erika S. nimmt zum Prozessauftakt neben ihrem Verteidiger Hagen Karisch Platz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserÄußerlich gefasst nahm Erika S. am Mittwoch ihr Urteil entgegen: Die 80-Jährige soll wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann ins Gefängnis. Sie hatte versucht, ihn und sich selbst mit Schlaftabletten zu töten, da sie mit der Pflege des schwer Demenzkranken überfordert war. In seiner Urteilsbegründung ging der Richter auch auf die Frage ein, warum die Kammer trotz schwieriger Umstände diese harte Entscheidung traf.
Grüne machen sich Jugendparlaments-Antrag zum Klimanotstand zu eigen und fordern eine Klimaanpassungsstrategie
Gewitterzelle über Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer deutlicher wird, dass die älteren Politiker in einem völlig anderem Verhältnis zur Zeit leben. Sie haben sich augenscheinlich daran gewöhnt, dass alles seinen gemächlichen Gang geht und dass man selbst für wichtige Richtungsentscheidungen jahrelang Zeit hat. Und nur die jungen Leute scheinen zu spüren, dass auch eine Stadt wie Leipzig keine Zeit mehr hat, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Im April stellte das Jugendparlament seinen Antrag zum Klimanotstand.
Vielfalt der Industriekultur: Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur
Zur feierlichen Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur kamen heute Akteure aus der Stadt Leipzig und der Region in die VDI-GaraGe, um gemeinsam über das facettenreiche Thema „Industriekultur und Strukturwandel" zu sprechen. © Industriekultur Leipzig e.V.

© Industriekultur Leipzig e.V.

Mit einem Netzwerktreffen der diesjährigen Akteurinnen und Akteure aus Leipzig und der Region sowie dem bereits traditionellen Industrie|Kultur|Festival #4 unmittelbar im Anschluss werden am Mittwoch die 7. Tage der Industriekultur Leipzig feierlich eröffnet.
Innenminister Wöller hat drei mobile Verkehrsschulen für Kinder und Jugendliche übergeben
Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister des Innern. Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller hat heute auf dem Verkehrsübungsplatz am Stadion Heiliger Grund in Meißen gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Sachsen e.V. (LVW), Andreas Nowak, drei Fahrzeuge, die zukünftig als mobile Verkehrsschulen genutzt werden, übergeben. Diese werden durch die Gebietsverkehrswacht Meißen e.V., die Gebietsverkehrswacht Torgau e.V. sowie die Kreisverkehrswacht Vogtland e.V. zur Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.
SPD-Fraktion legt nach: Wo bleiben die Prüfergebnisse für die anderen geplanten Fahrradstraßen in Leipzig?
Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa war sich Leipzigs Straßenverwaltung im Juli ziemlich sicher: Die nördliche Karl-Liebknecht-Straße, die die Leipziger eigentlich nur noch KarLi nennen, kann nicht zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Es gibt dort zu wenige Radfahrer/-innen. Beantragt hatte das das Jugendparlament. Aber so will das zumindest die SPD-Fraktion nicht stehen lassen. Sie beantragt jetzt eine richtige Vorlage zu den Fahrradstraßen in Leipzig. Nur über der KarLi bleibt ein Fragezeichen.
Am 25. August: Familienführung im Völkerschlachtdenkmal
Foto vom Fundamentbereich des Völkerschlachtdenkmals , "Foto: SGM"

"Foto: SGM"

Das Völkerschlachtdenkmal hat neben einer schönen Aussicht noch vieles mehr zu bieten. Was dies alles ist, zeigt die Familienführung am Sonntag, dem 25.8., um 10.30 Uhr, bei welcher der beeindruckende Denkmalbau gemeinsam erkundet wird.