Wer komische Fragen stellt, bekommt von komischen Leuten komische Antworten

Für alle LeserEs sind komische Leute. Nicht diese Ostdeutschen, die sind nicht viel anders als die Westdeutschen. Aber die Titelmacher vom MDR, die es tatsächlich fertigbringen, eine derart falsche Titelzeile zu formulieren: „Viele Ostdeutsche sehen kaum Fortschritte bei Meinungsfreiheit“. Und das, obwohl 51 Prozent der befragen Ostdeutschen sagten, die Möglichkeit, die eigene Meinung frei zu äußern, habe sich seit dem Mauerfall verbessert.
Anzeige

Im Westen ist nach der vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am Dienstag, 5. November, veröffentlichten Umfrage die Lage übrigens fast genauso. Dort habe sich die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung sogar für 53 Prozent der Befragten verbessert. Und meinen im Westen 20 Prozent, sie habe sich verschlechtert, so finden das im Osten 24 Prozent.

Ein Ergebnis, bei dem auch die Landeszentrale für politische Bildung gleich hellwach wurde.

Und auch sie ließ sich von der Einschätzung des MDR fokussieren auf eine Behauptung, die so eigentlich nicht in den Umfragergebnissen steckt.

Die Sicht der Landeszentrale für politische Bildung

Fast die Hälfte der Ostdeutschen glaubt, nicht sagen zu dürfen, was sie denken. Laut einer heute vom MDR veröffentlichten Studie sehen insgesamt 46 Prozent der Ostdeutschen nur sehr wenig bis keine Verbesserung der Meinungsfreiheit nach dem Mauerfall. Dieser Befund ist nicht überraschend. In Diskussionsveranstaltungen der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) wird der Vorwurf regelmäßig am offenen Mikrofon erhoben. Bereits im Mai veröffentlichte das Allensbach-Institut Befunde, wonach 58 Prozent der Deutschen mit Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit vorsichtig seien.

Dazu sagt Roland Löffler, Direktor der SLpB: „Die Meinungsfreiheit geht in Deutschland sehr weit. Tagtäglich kann jeder sagen, was er will, es erscheinen vielfältigste Tageszeitungen. 2018 gab es in Dresden 840 Demonstrationen, in Leipzig 547 (Quelle: rbb/Polizei und Ordnungsämter), es finden öffentliche Diskussionsveranstaltungen statt. Regelmäßig werden dabei die Grenzen des Möglichen ausgelotet. Demonstranten präsentieren beispielsweise für Politiker bestimmte Galgen oder skandieren menschenverachtende Parolen. In Internet beschimpfen und bedrohen Nutzerinnen und Nutzer Menschen anderer Ansichten. Die Meinungsfreiheit in Deutschland deckt sogar die rassistischen Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke. Dieser muss im Gegenzug und gerichtlich bestätigt hinnehmen, von seinen politischen Gegnern als Faschist bezeichnet zu werden. Meinungsfreiheit gilt für alle.“

Die vom mdr in Auftrag gegebene Studie lässt die Befragten einen Vergleich ziehen zum Leben in der DDR. In der DDR waren Repressalien gegen Andersdenkende schulischer, beruflicher und juristischer Alltag. Umso problematischer für das demokratische Verständnis erscheint heute die massive Diskrepanz von gefühlter Meinungsfreiheit einerseits und der verbrieften und gelebten Demonstrationsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit andererseits. „Wir müssen uns fragen, warum sachliche Kritik zu schnell als Zensur verstanden wird und wie wir das ändern können“, sagt Roland Löffler.

„Meinungsfreiheit hat auch Grenzen. Das Recht auf freie Meinung ist kein Freibrief für Beleidigungen, Bedrohungen und Volksverhetzung. Sie bedeutet auch keinen Anspruch auf Zustimmung oder gar den Schutz vor Kritik. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung soll den Diskurs befördern und die widerstreitenden Interessen in unserer Gesellschaft öffentlich mit einander ringen lassen. Der freie Diskurs ist der Kern unserer Demokratie, entgegengesetzte Positionen gehören dazu.“ Immerhin 51 Prozent der Befragten haben das bereits erkannt.

Und was sagt die Umfrage wirklich?

In Ost wie West haben sich nach Ansicht der Befragten seit dem 9. November 1989 die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung verbessert. Der Kommentator „oller Kerl“ unter dem MDR-Beitrag hat vollkommen recht, wenn er schreibt: „Die Überschrift ist nicht nachvollziehbar oder wurden nur vom Staat All Inclusive finanzierte befragt? Noch nie konnten wir unsere Meinung freier äußern! Im Gegenteil! Vor 40 Jahren wären mindestens die Hälfte im Stasiknast verschwunden was heute meist gossenhaft verbal geäußert wird. Für Ältere ist die Verrohung nicht mehr nachvollziehbar. Unsere Enkel wachsen mit Shitstorm auf. Respekt ist anders!“

Recht hat er. Denn wenn im Westen 20 Prozent äußern, die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung hätten sich verschlechtert, und im Osten 24 Prozent, dann kann das nur Ignoranz oder Dummheit sein oder historisches Unwissen. Spätestens mit dem Aufkommen des Internets haben sich die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung vertausendfacht.

Aber vielleicht steckt etwas anderes dahinter, etwas, was man mit Meinungsfreiheit nicht fassen kann, sondern nur mit Grenzüberschreitung. Denn da sichtlich ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung meint, sie stieße auf Einschränkungen, dann kann dahinter auch die schlichte Tatsache stecken, dass sie Gegenrede bekommen. Oder auch gleich mal eine Anzeige bei der Polizei, weil sie Dinge von sich gegeben haben, die strafwürdig sind – wie Lüge, Hassrede oder Verleumdung. Denn unwidersprochen bleiben die Vorstöße rechtsradikaler Gruppen, die Grenzen des Sagbaren immer weiter zu verschieben, ja nicht. Da verwechseln sie Gegenrede mit Verbot. Und die AfD schlüpft dann regelmäßig in die Opferrolle.

Wir haben also ein Bild wie aus der Kindergartengruppe vor uns, in der ein Kind unbedingt stänkern muss, dafür von den anderen Kindern ausgeschimpft wird, lauthals ins Jammern verfällt und die Kinder, die es ausgeschimpft haben, dann bei der Erzieherin verpetzt.

Das ergibt dann auch gleich den Eindruck, dass ausgerechnet die Partei, die permanent andere verleumdet und verunglimpft, den Eindruck erzeugt, man dürfe nicht (mehr) alles sagen. Als wenn das, was sie von sich gibt, früher hätte gesagt werden dürfen oder gar normal war. Was aber nicht der Fall war. Nicht mal in der DDR. Denn Verleumdungen und Beleidigungen haben im Meinungsaustausch einer Gesellschaft nichts zu suchen.

Verblüffender Befund: Bürger 2. Klasse sogar im Westen?

Vielleicht muss das auch erst einmal wieder gelernt werden. In Ost wie West übrigens, wie die MDR-Umfrage zeigt, die andererseits sehr klare Befunde bringt: Nur 10 Prozent der Ostdeutschen wollen die DDR wiederhaben (Westen: 3 Prozent). Ihre wirtschaftliche Situation schätzen 82 Prozent im Osten wie im Westen als gut ein. Das kann also nicht der Grund sein für das Gemurre und Gezeter.

Was übrigens auch die Untersuchungen der Leipziger Soziologen bestätigt: AfD-Wähler sind meist weder arm noch arbeitslos, sondern zum größten Teil in gut bezahlter Stellung. Ihnen geht es nicht schlecht – und trotzdem pflegen sie das Gefühl, nur Bürger 2. Klasse zu sein. Oder gehört das schon zur Opferattitüde?

Übrigens sagen das selbst 27 Prozent der Befragten im Westen, was schon aufmerken lassen sollte. Denn im Osten sagen es mit 42 Prozent zwar anteilig mehr. Aber augenscheinlich hat da ein nicht gerade kleiner Teil der Gesellschaft das Gefühl, dass er politisch keinen Einfluss hat und immerzu benachteiligt wird. Jener Teil, den vor allem die AfD bei Wahlen einsammeln kann.

Ob er mit den Anteilen derer, die gesagt haben, die Meinungsfreiheit sei kleiner als 1989, identisch ist, zeigt die Umfrage freilich nicht.

Aber es wäre folgerichtig, aus diesem (permanenten) Gefühl benachteiligt zu sein auch eine Redekultur zu schlussfolgern, in der besonders häufig aus der Opferrolle heraus geredet wird, in der das Übertreten von Grenzen des Respekts schon als Einengung einer Meinungsfreiheit empfunden wird, ohne dass die Sprecher tatsächlich zu echten Teilnehmern des gesellschaftlichen Diskurses werden. Denn wer andere beleidigt und niedermacht, versetzt sich von vornherein in die Außenseiterrolle.

Merkt man das in der Situation nicht mehr? Oder werden Menschen in einem Milieu, in der das Abwerten anderer Diskussionsteilnehmer zur Norm wird, regelrecht gefangen in ihrer Sicht auf die anderen, die gerade deshalb nicht als gleichwertig betrachtet werden? Man schimpft und lamentiert und reagiert mit Abschottung, wenn man merkt, dass das ständige Provozieren von der Mehrheit der Gesellschaft nicht als Bereicherung empfunden wird, eben nicht als akzeptable Meinung.

Die Meinungsfreiheit ist gewährleistet. Aber augenscheinlich fallen viele Menschen auf die regelmäßige Behauptung herein, das ausgerechnet jene Leute, die seit fünf Jahren versuchen, auf allen Kanälen ihre Parolen auszuschütten, genau daran gehindert würden. Nur: Von wem? Sie sind doch überall präsent mit ihrem Quatsch?

Augenscheinlich geht es gerade hier gar nicht um Meinungsfreiheit, sondern um etwas völlig anders: Meinungshoheit.

Dieser Kampf ist tatsächlich im Gang. Nur dass die einen mit Respekt miteinander reden und die anderen immer lamentieren, sie dürften nicht sagen, was sie eben lauthals in die Welt geblökt haben. Eigentlich stört sie nur, dass die einen immer noch eine andere Meinung haben. Und die schränkt natürlich die Meinungshoheit jener Leute ein, die gern wollen, dass sich alle anderen ihrer Meinung unterordnen. Aber das ist dann die Meinungsfreiheit von Diktatoren. Und die bekommen in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit natürlich Gegenrede. Noch viel zu wenig, wie ich finde.

Wer schimpft und droht, hat den Meinungsaustausch schon verlassen. Der vergiftet die Atmosphäre. Das hat mit Freiheit nichts mehr zu tun, denn hier wird die Redefreiheit aller anderen bewusst zerstört. Bei der Zerstörung von Meinungsfreiheit hört Meinungsfreiheit auf.

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

MDRMeinungsfreiheit
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Vom Elend des Fundamentalismus
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie grausame Enthauptung des französischen Geschichtslehrers Samuel Paty auf offener Straße im Pariser Vorort Conflans-Saint-Honorine durch einen Islamisten und der tödliche Messerangriff eines syrischen Islamisten auf zwei Touristen in Dresden am 4. Oktober 2020 legt schonungslos offen: Jede Form von Fundamentalismus ist nicht nur menschenfeindlich, Fundamentalismus ist der Vorhof des Terrorismus.
Alle Jahre wieder: Leipzig ringt um seine Erinnerungskultur für Todesopfer rechter Gewalt
Gedenkstein für Kamal Kilade, der am 24. Oktober 2010 im Park gegenüber vom Hauptbahnhof von zwei Neonazis ermordet wurde. © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, ab 23. Oktober im HandelIn diesen Tagen jährt sich der Mord an Kamal Kilade zum zehnten Mal. Neonazis erstachen den 19-jährigen Iraker in der Nacht zum 24. Oktober 2010 im Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Polizei und Staatsanwaltschaft erkannten damals kein rassistisches Tatmotiv; erst das Gericht sprach von einem „Mord aus niederen Beweggründen“. Im Urteil steht: „Wir sehen als einzigen Grund für den tödlichen Messerstich, dass Marcus E. das Opfer nicht als Menschen gesehen hat, sondern als Ausländer, dessen Leben nichts wert war.“
Umweltminister Wolfram Günther zum Start der Deichöffnung am Leipziger Ratsholz
Umweltminister Wolfram Günther im Gespräch mit Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Foto: SMEKUL – Tom Schulze

Foto: SMEKUL – Tom Schulze

Für alle LeserEs schien sogar die Sonne, als Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am Donnerstag, 22. Oktober, im Leipziger Ratsholz zusammen mit Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen den Bau eines Durchlasses im Hochwasserschutzdeich startete. Über diesen soll der ökologisch enorm bedeutsame Leipziger Auwald künftig bei Hochwassern geflutet werden, die statistisch gesehen einmal in 25 Jahren vorkommen.
30 Jahre deutsch-deutsche Parallelwelt: Höchste Zeit, die betonierten Vorurteile zu demontieren
Die neue Leipiger Zeitung Nr. 84: 30 Jahre ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„30 Jahre ...“ steht einfach auf der Titelseite. Und natürlich geht es um 30 Jahre deutsche Unzufriedenheit. Auch vor unsanierten Häusern. Denn mittlerweile wirkt es einfach nur noch seltsam, wenn 30 Jahre nach der Deutschen Einheit hunderte Häuser in Leipzig unsaniert sind und leerstehen. Kann es sein, dass die schöne neue Dingwelt, über die einige unserer Autor/-innen in der neuen „Leipziger Zeitung“ Nr. 84 schreiben, einige ganz erhebliche Baufehler hat?
Jetzt kann eine Petition für ein Rauchverbot an LVB-Haltestellen und S-Bahn-Stationen mitgezeichnet werden
LVB-Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm September gab es ja im Stadtrat eine klare Unterstützung für den Antrag des Jugendparlaments, mehr Rauchverbote an sensiblen Orten in der Stadt anzuordnen. „Die gesundheitlichen Schäden des Rauchens sollten allgemein bekannt und verständlich sein“, hatte das Jugendparlament argumentiert. Aber es ist mit den Raucher/-innen genauso wie mit anderen seltsamen Erwachsenen: Sie verhalten sich systematisch unvernünftig. Auch an Haltestellen zwischen lauter Nichtraucher/-innen. Dagegen hat Torsten Saro eine Petition eingereicht, die jetzt mitgezeichnet werden kann.
Ein Richtungswechsel beim Pestizideinsatz in der deutschen Landwirtschaft ist noch nicht zu sehen
Bericht „Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland“. Cover: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Cover: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Für alle LeserEs ist ja nicht nur Südtirol, wo über den massenhaften Einsatz von Pflanzenschutzmitteln diskutiert wird und wo jetzt die Agrarlobby versucht, den Autor des Buches „Das Wunder von Mals“ wegen Rufmord ins Gefängnis zu bringen. Das Thema betrifft die komplette europäische Landwirtschaft, die von riesigen Monokulturen dominiert wird, die ohne den Einsatz von Pestiziden gar nicht mehr funktionieren würden. Da hätten wir schon gern erfahren, wie viele Tonnen Pflanzenschutzmittel zum Beispiel auch in Sachsen jedes Jahr ausgebracht werden.
Grüne kritisieren: Stadtverwaltung hängt bei Maßnahmen zur Klimaanpassung schon wieder hinterher
Aktuell erfreuen sich die Marienkäfer am warmen Oktober in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig muss sich ändern. Dass war zwar schon vor 2018 klar, als der erste von drei aufeinanderfolgenden Hitze- und Dürresommern die Stadt heimsuchte. Aber die drei Sommer, in denen Wiesen und Bäume vertrockneten und auch die Schäden im Auwald nicht mehr zu übersehen waren, haben richtig Druck auf die Kombüse gebracht. 2019 beschloss der Stadtrat zwar nicht das 10-Punkte-Programm der Grünen gegen Hitze im Stadtgebiet. Aber die Verwaltung bot an, einen Maßnahmeplan vorzulegen. Im Sommer 2020 sollte die Bestandsaufnahme fertig sein.
Corona zwingt zur Online-Variante: DreamHack Leipzig kehrt 2021 zu ihren Ursprüngen zurück
Dreamhack Leipzig 2020. Foto: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Foto: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Für alle LeserVor über 25 Jahren beschloss eine Gruppe von Freunden, in einer Grundschule im schwedischen Malung eine LAN-Party zu feiern. Was sie damals nicht wussten: Mit dem Namen DreamHack, den sie dieser Zusammenkunft aus Gaming-Enthusiasten ein paar Jahre später gaben, legten sie den Grundstein für das weltweit führende Gaming-Festival. Inzwischen finden Events in verschiedenen Kontinenten statt.
Wenn Freiheit Wüsten baut: Was Leipziger Schottergärten mit den Fehlern der menschlichen Vernunft zu tun haben
Ein völlig zugeschotterter Vorgarten. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs sieht derzeit ganz so aus, als wäre die Menschheit nur ein Zwischenergebnis, ein leider missglückter Versuch der Natur, Intelligenz zu erschaffen. Denn es gibt kaum ein Gebiet, auf dem der Mensch derzeit nicht beweist, dass er unfähig ist, aus seinem Wissen auch die richtigen Handlungen abzuleiten, egal, ob es die Klimaaufheizung ist, die Vernichtung der Arten, die Corona-Pandemie ... Selbst beim Thema Vorgärten versagen diese seltsam lernunfähigen Geschöpfe.
Donnerstag, der 22. Oktober 2020: Neue Corona-Schutzverordnung regelt den Ernstfall in Sachsen
Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Für alle LeserSchon jetzt gibt es Maßnahmen, die Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen treffen, wenn sie zum „Risikogebiet“ werden oder sich auf dem Weg dahin befinden. Die neue Corona-Schutzverordnung, die ab Samstag gelten soll, hat diese Regeln aufgenommen und erweitert. Außerdem: In Leipzig trifft sich der Krisenstab wieder regelmäßig; bald soll es eine Allgemeinverfügung geben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
SC DHfK Leipzig vs. Göppingen 22:25 – Ohne Tempotore kein Sieg
Göppingen hat dem SC DHfK beide Punkte abgerungen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserVor der reduzierten Zuschauerzahl von 999 Menschen haben am Donnerstagabend die Leipziger Handballmänner ihre erste Heimniederlage der Saison eingesteckt. Damit gibt es nun keine ungeschlagenen Teams mehr in der Handball-Bundesliga. Entscheidend war die erste Hälfte, in der die Göppinger zu leicht zu ihren Torerfolgen kamen. Das Spiel hätte sonst auch für die an sich heimstarken Männer von André Haber ausgehen können.
Morlok (FDP): Zum Kitaplatz durch die ganze Stadt hat nun ein Ende! Kitaplatztauschbörse ist gestartet

Foto: L-IZ.de

Die Fraktion Freibeuter im Leipziger Stadtrat begrüßt den von ihr initiierten Launch der Tauschbörse für Kitaplätze auf www.meinkitaplatz-leipzig.de, dem Elternportal für die Platzsuche in Kitas und Tagespflege der Stadt Leipzig. „An dem Elternportal für Kitaplätze kommen Eltern auf der Suche nach einem Betreuungsplatz in Leipzig nicht vorbei. Der ideale Treffpunkt für tauschwillige Eltern.“
„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt
Michaeliskirche. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Noch bis zum 29. Oktober ist die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt – in der Michaeliskirche am Nordplatz täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen.
Von Panik zur Ruhe: Wird ein Vertrauensverlust zum Problem in der zweiten Infektionswelle?
Die oft bemühte weltweite Corona-Diktatur hier auf einem Schild eines mehrfachen Redners bei „Bewegung Leipzig“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung im August 2020 in Berlin können als Alarmsignal für die zweite Infektionswelle gesehen werden. Als die Protestierenden dicht gedrängt ohne Rücksicht auf die Virusverbreitung an den Reichstag klopften, kündigten sie jedoch nicht nur einen Anstieg von Corona-Erkrankungen, sondern auch Frustration und Misstrauen an.
Leipzig als Wirtschaftsmotor, Gutverdienerstadt und Schuldenhauptstadt in Sachsen
Schuldenstand der Gemeinden in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserMehrere Karten in der neuen Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes „Sachsen in Karten“ zeigen die Stadt Leipzig so ganz nebenbei in ihrer Funktion als Metropole. Die sie nicht ganz ausfüllt, weshalb meist der Begriff Metropole für die kleine große Stadt an der Pleiße vermieden wird. Aber sie erfüllt dennoch wichtige zentrale Aufgaben, die mit den Finanzzuweisungen in Sachsen nicht wirklich abgebildet sind.