Eine MDR-Umfrage zur Meinungsfreiheit im Osten und auch im Westen

Wer komische Fragen stellt, bekommt von komischen Leuten komische Antworten

Für alle LeserEs sind komische Leute. Nicht diese Ostdeutschen, die sind nicht viel anders als die Westdeutschen. Aber die Titelmacher vom MDR, die es tatsächlich fertigbringen, eine derart falsche Titelzeile zu formulieren: „Viele Ostdeutsche sehen kaum Fortschritte bei Meinungsfreiheit“. Und das, obwohl 51 Prozent der befragen Ostdeutschen sagten, die Möglichkeit, die eigene Meinung frei zu äußern, habe sich seit dem Mauerfall verbessert.

Im Westen ist nach der vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am Dienstag, 5. November, veröffentlichten Umfrage die Lage übrigens fast genauso. Dort habe sich die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung sogar für 53 Prozent der Befragten verbessert. Und meinen im Westen 20 Prozent, sie habe sich verschlechtert, so finden das im Osten 24 Prozent.

Ein Ergebnis, bei dem auch die Landeszentrale für politische Bildung gleich hellwach wurde.

Und auch sie ließ sich von der Einschätzung des MDR fokussieren auf eine Behauptung, die so eigentlich nicht in den Umfragergebnissen steckt.

Die Sicht der Landeszentrale für politische Bildung

Fast die Hälfte der Ostdeutschen glaubt, nicht sagen zu dürfen, was sie denken. Laut einer heute vom MDR veröffentlichten Studie sehen insgesamt 46 Prozent der Ostdeutschen nur sehr wenig bis keine Verbesserung der Meinungsfreiheit nach dem Mauerfall. Dieser Befund ist nicht überraschend. In Diskussionsveranstaltungen der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) wird der Vorwurf regelmäßig am offenen Mikrofon erhoben. Bereits im Mai veröffentlichte das Allensbach-Institut Befunde, wonach 58 Prozent der Deutschen mit Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit vorsichtig seien.

Dazu sagt Roland Löffler, Direktor der SLpB: „Die Meinungsfreiheit geht in Deutschland sehr weit. Tagtäglich kann jeder sagen, was er will, es erscheinen vielfältigste Tageszeitungen. 2018 gab es in Dresden 840 Demonstrationen, in Leipzig 547 (Quelle: rbb/Polizei und Ordnungsämter), es finden öffentliche Diskussionsveranstaltungen statt. Regelmäßig werden dabei die Grenzen des Möglichen ausgelotet. Demonstranten präsentieren beispielsweise für Politiker bestimmte Galgen oder skandieren menschenverachtende Parolen. In Internet beschimpfen und bedrohen Nutzerinnen und Nutzer Menschen anderer Ansichten. Die Meinungsfreiheit in Deutschland deckt sogar die rassistischen Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke. Dieser muss im Gegenzug und gerichtlich bestätigt hinnehmen, von seinen politischen Gegnern als Faschist bezeichnet zu werden. Meinungsfreiheit gilt für alle.“

Die vom mdr in Auftrag gegebene Studie lässt die Befragten einen Vergleich ziehen zum Leben in der DDR. In der DDR waren Repressalien gegen Andersdenkende schulischer, beruflicher und juristischer Alltag. Umso problematischer für das demokratische Verständnis erscheint heute die massive Diskrepanz von gefühlter Meinungsfreiheit einerseits und der verbrieften und gelebten Demonstrationsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit andererseits. „Wir müssen uns fragen, warum sachliche Kritik zu schnell als Zensur verstanden wird und wie wir das ändern können“, sagt Roland Löffler.

„Meinungsfreiheit hat auch Grenzen. Das Recht auf freie Meinung ist kein Freibrief für Beleidigungen, Bedrohungen und Volksverhetzung. Sie bedeutet auch keinen Anspruch auf Zustimmung oder gar den Schutz vor Kritik. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung soll den Diskurs befördern und die widerstreitenden Interessen in unserer Gesellschaft öffentlich mit einander ringen lassen. Der freie Diskurs ist der Kern unserer Demokratie, entgegengesetzte Positionen gehören dazu.“ Immerhin 51 Prozent der Befragten haben das bereits erkannt.

Und was sagt die Umfrage wirklich?

In Ost wie West haben sich nach Ansicht der Befragten seit dem 9. November 1989 die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung verbessert. Der Kommentator „oller Kerl“ unter dem MDR-Beitrag hat vollkommen recht, wenn er schreibt: „Die Überschrift ist nicht nachvollziehbar oder wurden nur vom Staat All Inclusive finanzierte befragt? Noch nie konnten wir unsere Meinung freier äußern! Im Gegenteil! Vor 40 Jahren wären mindestens die Hälfte im Stasiknast verschwunden was heute meist gossenhaft verbal geäußert wird. Für Ältere ist die Verrohung nicht mehr nachvollziehbar. Unsere Enkel wachsen mit Shitstorm auf. Respekt ist anders!“

Recht hat er. Denn wenn im Westen 20 Prozent äußern, die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung hätten sich verschlechtert, und im Osten 24 Prozent, dann kann das nur Ignoranz oder Dummheit sein oder historisches Unwissen. Spätestens mit dem Aufkommen des Internets haben sich die Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung vertausendfacht.

Aber vielleicht steckt etwas anderes dahinter, etwas, was man mit Meinungsfreiheit nicht fassen kann, sondern nur mit Grenzüberschreitung. Denn da sichtlich ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung meint, sie stieße auf Einschränkungen, dann kann dahinter auch die schlichte Tatsache stecken, dass sie Gegenrede bekommen. Oder auch gleich mal eine Anzeige bei der Polizei, weil sie Dinge von sich gegeben haben, die strafwürdig sind – wie Lüge, Hassrede oder Verleumdung. Denn unwidersprochen bleiben die Vorstöße rechtsradikaler Gruppen, die Grenzen des Sagbaren immer weiter zu verschieben, ja nicht. Da verwechseln sie Gegenrede mit Verbot. Und die AfD schlüpft dann regelmäßig in die Opferrolle.

Wir haben also ein Bild wie aus der Kindergartengruppe vor uns, in der ein Kind unbedingt stänkern muss, dafür von den anderen Kindern ausgeschimpft wird, lauthals ins Jammern verfällt und die Kinder, die es ausgeschimpft haben, dann bei der Erzieherin verpetzt.

Das ergibt dann auch gleich den Eindruck, dass ausgerechnet die Partei, die permanent andere verleumdet und verunglimpft, den Eindruck erzeugt, man dürfe nicht (mehr) alles sagen. Als wenn das, was sie von sich gibt, früher hätte gesagt werden dürfen oder gar normal war. Was aber nicht der Fall war. Nicht mal in der DDR. Denn Verleumdungen und Beleidigungen haben im Meinungsaustausch einer Gesellschaft nichts zu suchen.

Verblüffender Befund: Bürger 2. Klasse sogar im Westen?

Vielleicht muss das auch erst einmal wieder gelernt werden. In Ost wie West übrigens, wie die MDR-Umfrage zeigt, die andererseits sehr klare Befunde bringt: Nur 10 Prozent der Ostdeutschen wollen die DDR wiederhaben (Westen: 3 Prozent). Ihre wirtschaftliche Situation schätzen 82 Prozent im Osten wie im Westen als gut ein. Das kann also nicht der Grund sein für das Gemurre und Gezeter.

Was übrigens auch die Untersuchungen der Leipziger Soziologen bestätigt: AfD-Wähler sind meist weder arm noch arbeitslos, sondern zum größten Teil in gut bezahlter Stellung. Ihnen geht es nicht schlecht – und trotzdem pflegen sie das Gefühl, nur Bürger 2. Klasse zu sein. Oder gehört das schon zur Opferattitüde?

Übrigens sagen das selbst 27 Prozent der Befragten im Westen, was schon aufmerken lassen sollte. Denn im Osten sagen es mit 42 Prozent zwar anteilig mehr. Aber augenscheinlich hat da ein nicht gerade kleiner Teil der Gesellschaft das Gefühl, dass er politisch keinen Einfluss hat und immerzu benachteiligt wird. Jener Teil, den vor allem die AfD bei Wahlen einsammeln kann.

Ob er mit den Anteilen derer, die gesagt haben, die Meinungsfreiheit sei kleiner als 1989, identisch ist, zeigt die Umfrage freilich nicht.

Aber es wäre folgerichtig, aus diesem (permanenten) Gefühl benachteiligt zu sein auch eine Redekultur zu schlussfolgern, in der besonders häufig aus der Opferrolle heraus geredet wird, in der das Übertreten von Grenzen des Respekts schon als Einengung einer Meinungsfreiheit empfunden wird, ohne dass die Sprecher tatsächlich zu echten Teilnehmern des gesellschaftlichen Diskurses werden. Denn wer andere beleidigt und niedermacht, versetzt sich von vornherein in die Außenseiterrolle.

Merkt man das in der Situation nicht mehr? Oder werden Menschen in einem Milieu, in der das Abwerten anderer Diskussionsteilnehmer zur Norm wird, regelrecht gefangen in ihrer Sicht auf die anderen, die gerade deshalb nicht als gleichwertig betrachtet werden? Man schimpft und lamentiert und reagiert mit Abschottung, wenn man merkt, dass das ständige Provozieren von der Mehrheit der Gesellschaft nicht als Bereicherung empfunden wird, eben nicht als akzeptable Meinung.

Die Meinungsfreiheit ist gewährleistet. Aber augenscheinlich fallen viele Menschen auf die regelmäßige Behauptung herein, das ausgerechnet jene Leute, die seit fünf Jahren versuchen, auf allen Kanälen ihre Parolen auszuschütten, genau daran gehindert würden. Nur: Von wem? Sie sind doch überall präsent mit ihrem Quatsch?

Augenscheinlich geht es gerade hier gar nicht um Meinungsfreiheit, sondern um etwas völlig anders: Meinungshoheit.

Dieser Kampf ist tatsächlich im Gang. Nur dass die einen mit Respekt miteinander reden und die anderen immer lamentieren, sie dürften nicht sagen, was sie eben lauthals in die Welt geblökt haben. Eigentlich stört sie nur, dass die einen immer noch eine andere Meinung haben. Und die schränkt natürlich die Meinungshoheit jener Leute ein, die gern wollen, dass sich alle anderen ihrer Meinung unterordnen. Aber das ist dann die Meinungsfreiheit von Diktatoren. Und die bekommen in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit natürlich Gegenrede. Noch viel zu wenig, wie ich finde.

Wer schimpft und droht, hat den Meinungsaustausch schon verlassen. Der vergiftet die Atmosphäre. Das hat mit Freiheit nichts mehr zu tun, denn hier wird die Redefreiheit aller anderen bewusst zerstört. Bei der Zerstörung von Meinungsfreiheit hört Meinungsfreiheit auf.

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

MDRMeinungsfreiheit
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Verkehrsdezernat rechnet für 2021 mit den Baumaßnahmen für die Radverbindung Lindenau–Innenstadt
Viel Platz an der inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserEs ist eine der wichtigsten Radwegeverbindungen vom Leipziger Westen in die Innenstadt – die Route von Lindenau über die Jahnallee. Aber die ist voller Engpässe und Gefahrenstellen. Logisch, dass mittlerweile in mehreren Gremien intensiv darüber diskutiert wird, wie man hier eine wirklich sichere und kluge Radwegverbindung hinbekommen kann. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau hat jetzt seine Position zu einem Antrag der SPD-Fraktion formuliert.
Sofortiger Bestandsschutz für die von Abbaggerung bedrohten sächsischen Dörfer
Protestcamp in Pödelwitz. Foto: Luca Kunze

Foto: Luca Kunze

Für alle LeserDas Kohlezeitalter geht zu Ende, muss zu Ende gehen. Das weiß auch die sächsische Staatsregierung. Doch sie weigert sich seit Jahren, auch nur einen verlässlichen Ausstiegskorridor aus der Braunkohle zu zeichnen. Stattdessen gibt man – völlig ohne Not – weitere Dörfer dem Hunger der Bergbaukonzerne preis. Mit einem Offenen Brief fordert das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ jetzt eine Bestandsgarantie für die bedrohten Dörfer.
Das Appetitmacherbuch zum Reisenden Theodor Fontane: Mehr als Weisheit aller Weisen galt mir Reisen, Reisen, Reisen
Theodor Fontane: Mehr als Weisheit aller Weisen galt mir Reisen, Reisen, Reisen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt ja so einige berühmte 200-Jährige, deren Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Zu ihnen gehört auch Theodor Fontane, der am 30. Dezember seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Aber wie kann ein Geburtstagsbuch aussehen? Könnte man da nicht den wichtigsten Fontane-Kenner fragen, der die großen Fontane-Gesamtausgaben betreut hat? Der Mann heißt Gotthard Erler, ist aber auch schon 86 Jahre alt. Aber er sagte auch nicht „Nein“, als der Verlag anfragte.
Kleine Fische: Zollaktion auf der Eisenbahnstraße
Am 12. November 2019 ab 17 Uhr in der Eisenbahnstraße großes Polizeiaufgebot und Kreuzungssperren. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Spannendste an der groß angelegten Razzia am Abend des 12. November 2019 dürften am Ende wohl die eingesammelten Telefone, Computer und Speichermedien sein. Diese sollen nun ausgewertet werden, so das LKA Sachsen zum Abschluss der Aktion, welche seit 17 Uhr zeitgleich in Leipzig, Grimma und Thüringen stattfand. Der Rest der Erkenntnisse vor allem auf der Eisenbahnstraße blieb eher mager.
„Dorf der Jugend“ in Grimma gewinnt Sächsischen Förderpreis für Demokratie
Stadtrat Jürgen Kasek (B90/Die Grünen) und Tobias Burdukat vom „Dorf der Jugend“ am 9. August 2019 in Grimma (auf einer Gegendemo zum Auftritt Björn Höckes im Rathaus Grimma). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBesonders in den Kleinstädten und auf dem Dorf, wo rechte Einstellungen teilweise in der Überzahl sind, ist Engagement für Humanismus und gegen Diskriminierung besonders wichtig. Gleichzeitig fehlt es vielen Projekten an Geld. Eines davon – das „Dorf der Jugend“ in Grimma – hat am Dienstag, den 12. November, den Hauptpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie und damit 5.000 Euro gewonnen. Die „Kontaktstelle Wohnen“ aus Leipzig erhielt einen „Anerkennungspreis“.
Gohliser Kultur- und Informationsabend zu Flucht und Engagement
Klänge der Hoffnung. Foto: Roland Quester

Foto: Roland Quester

Laut der UNHCR (United Nations High Commissioner of Refugees) starben im Jahr 2018 täglich sechs Menschen im Mittelmeer auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Verfolgung. Das Seenotrettungsschiff Lifeline versucht, möglichst viele vor dem Ertrinken zu retten. Diese humanistische Initiative unterstützen die Veranstalter des Gohliser Kultur- und Informationsabend zu Flucht und Engagement am 15. November im Budde-Haus – Soziokulturelles Zentrum Leipzig mit einem Kultur- und Informationsabend.
Razzien in der Eisenbahnstraße, Grimma und Thüringen
Razzia in der Eisenbahnstraße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit etwa 17 Uhr ist großer „Polizei-Bahnhof“ an der Eisenbahnstraße. Laut Informationen des LKA Sachsen führen dieses gemeinsam mit dem Hauptzollamt Dresden, der Polizeidirektion Leipzig, der Steuerfahndung und der Bereitschaftspolizei Sachsen „umfangreiche Exekutivmaßnahmen“, kurz eine groß angelegte Razzia durch. Neben Leipzig ebenfalls in Grimma und Teilen Thüringens sollen so am heutigen 12. November „Straftaten und Ordnungswidrigkeiten wie z.B. Fälschungsdelikte, Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, Steuerstraftaten sowie Kontrollen nach § 2 ff. Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz“ verfolgt werden.
Stadtbezirksbeirat Altwest kämpft um den Erhalt der Liebesinsel in Leutzsch
Der Neubau des Pflegeheims mit der von Containern besetzten Grünfläche davor. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig tut sich schwer mit seinen Grünflächen. Vor allem mit jenen kleinen grünen Inseln, die für die Bewohner eines Stadtgebiet als Ruheinseln so wichtig sind, die aber ziemlich schnell verschwinden, wenn Investoren groß bauen. So wie in Leutzsch an der Spitze Georg-Schwarz-Straße/Rückmarsdorfer Straße. Gegenüber steht das Leutzscher Rathaus. Und zumindest die nicht mehr ganz so jungen Leutzscher erinnern sich noch an die kleine grüne Oase.
Leipzigs Grüne fordern die Aussetzung des Forstwirtschaftsplans
Baumfällungen im Februar 2017 in der Hans-Driesch-Straße. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAm Freitag, 8. November, stellten Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, und Andreas Sickert, Leiter der Abteilung Stadtforsten, den neuen Forstwirtschaftsplan für den Leipziger Stadtwald vor. Über 10.000 Festmeter Holz sollen im Winter eingeschlagen werden, davon über 7.500 Festmeter im streng geschützten FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“. Das geht so nicht, finden die Grünen und fordern die sofortige Aussetzung des Plans.
Ein kleiner Fortschritt für Ostdeutschland, aber kein Ende der Altersarmut
Der Tweet von Michael Kretschmer zum Grundrenten-Kompromiss. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm Wochenende rangen sich die Regierungsparteien in Berlin zu so etwas wie einem Kompromiss bei der Grundrente durch, nachdem vor allem der Wirtschaftsflügel der CDU mit allen Kräften verhindert hatte, dass die Grundrente tatsächlich für alle gilt. Und das hat Folgen. Natürlich auch da, wo die Transformationsprozesse seit 1990 besonders viele zerbrochene Berufskarrieren erzeugt haben: im Osten. Die Kommentare der sächsischen Parteien zum Kompromiss.
NuKLA appelliert mit einer Petition an den OBM, die Zerstörung des Leipziger Auenwaldes zu stoppen
Baumkronen im Leipziger Auenwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas bleibt am Ende anderes als ein Appell an den Leipziger Oberbürgermeister, die Zerstörung des Auenwaldes zu stoppen? Denn was die Stadt jetzt mit dem neuen Forstwirtschaftsplan vorgelegt hat, bedeutet – genauso wie 2018 – einen massiven Eingriff in das Natura-2000-Gebiet Leipziger Auensystem. In einem kurzen Video bringt Deutschlands bekanntester Förster Peter Wohlleben die Schizophrenie des Leipziger Vorgehens auf den Punkt.
Am 17. und 18. Dezember im Täubchenthal: The Fuck Hornisschen Orchestra – Weihnachtsschmonzette
The Fuck Hornisschen Orchestra. Foto: Enrico Meyer

Foto: Enrico Meyer

Julius Fischer und Christian Meyer zelebrieren endlich wieder auf ihre unnachahmliche Art das Fest der Liebe und geleiten die Zuschauerschar professionell in die schönste Zeit des Jahres! Neben traditionellen Weihnachtsliedern, gesungen in herrlichsten Chorarrangements (zu zweit), erklingen Eigenkompositionen und aktuelle Charthits, die im weihnachtlichen Gewand glänzen.
Moderne in Leipzig: Das Buch über die kurze Blütezeit modernen Bauens im Leipzig der 1920er Jahre
Peter Leonhardt: Moderne in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIrgendwie wird ja in diesem Jahr überall in Deutschland 100 Jahre Bauhaus gefeiert. Auch Leipzig feiert mit, obwohl Leipzig eher keine Heimatstadt der Bauhaus-Architektur war. Was auch Gründe hat. Sie ähneln den Gründen für das Ende des Bauhauses sowohl in Weimar als auch in Dessau: Die renitenten Ewiggestrigen machten mobil. In Leipzig sorgten sie mit dem Sturz von Stadtbaurat Hubert Ritter auch für ein Ende der hiesigen Moderne.
Systemsprenger – Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit Thore Volquardsen
Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen. Doch diese Möglichkeit wird ihr verwehrt. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint, ist der Anti-Gewalttrainer Micha die letzte Hoffnung, um sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.
Freibeuter beantragen ein besseres Nachtangebot für den Leipziger ÖPNV
Linie 14 auf der Fahrt nach Plagwitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur die Linke hat das dumme Gefühl, dass die Angebote der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nach 19:30 Uhr gewaltig ausdünnen und so gar nicht mehr zum Mobilitätsangebot einer modernen Großstadt passen. Und während die Linke das Problem im abendlichen Feierabendverkehr sieht, sieht die Freibeuterfraktion das Problem in einem völlig unzeitgemäßen Nachtverkehr.